Konstantin Kirsch

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Freitag 10. November 2017

Vom Umgang mit inneren Schatten

Die in der Psychologie als ‚Schatten‘ bezeichneten Anteile des Ichs können sehr belastend wirken. Dazu zählen beispielsweise verdrängte Gefühle, Emotionen, Verletzungen oder Traumata. Hat man den Mut zu sogenannter Schattenarbeit, also das Verdrängte anzuschauen, zu spüren und zu integrieren, ist man auf dem Weg intensiver Persönlichkeitsentwicklung.

Jetzt gibt es aber nicht nur die eigenen inneren Schatten, sondern auch noch die inneren Schatten der Mitmenschen. Dadurch ergeben sich mehrere Kombinationsmöglichkeiten:

Gemeinsames Verdrängen der Schatten
Gemeinsame Schattenarbeit
Unterschiedlichkeit: Verdrängung auf der einen Seite, Schattenarbeit auf der anderen.

  • Das gemeinsame Verdrängen ist wohl bisher das üblichste Verhaltensmuster gewesen und kann Krankheiten begünstigen.
  • Die gemeinsame Schattenarbeit gibt es beispielsweise in Kursen und Seminaren und kann Gesundheit begünstigen.
  • Die Begegnung von Menschen, die verdrängen, und Schattenarbeitern kann Konflikte begünstigen.

Derjenige, der den Mut hat mit sich Schattenarbeit zu machen, kann auch die Fähigkeit entwickeln, Schatten bei Mitmenschen zu erkennen. Sicher mag man dem Gegenüber auch wünschen, dass er gesund und glücklich ist, doch ist es auch ein Ausdruck von eigener Stärke, den anderen genau so zu lassen, wie er gerade sein will – ganz besonders, wenn dies aktuell Leiden und Krankheit ist. Man kann dann begleiten und mitfühlend sein, man kann auch Fragen stellen und Angebote machen. Einen Mitmenschen zu Gesundheit ‚zwingen‘ zu wollen ist jedoch in sich wieder der Ausdruck von eigenem Schatten.

Ganz besonders wertvoll empfinde ich in diesem Kontext einen Kunstbegriff, den ich über Dr. Maaz kennenlernte:
normopathische Gesellschaft

Dieser Begriff bezeichnet den Zustand, wenn Krankheit die gesellschaftliche Norm geworden ist. In so einer Situation mag ein gesunder Mensch, oder ein auf Gesundheit ausgerichteter Mensch, die eigene Gesundheit fördern und erhalten und die kranken Mitmenschen zu Gesundheit führen.
Da die kranken Menschen sich jedoch selbst nicht als krank empfinden, sondern als der Norm passend, gewissermassen als ‚gesund‘, sehen diese den in Wirklichkeit gesunden Menschen als Ausreisser aus der Norm, also als ‚krank‘ und wollen diesen zurück zur Norm holen, also krank machen.

Beispielsweise sehe ich diesen Konflikt zwischen Lesern der Anastasia-Bücher, also jenen, die gerne mit der Natur leben wollen, ein Stück Land gestalten und beleben wollen und jenen, die noch im ‚Hamsterrad‘ ihr Runden drehen wollen. Mit ‚Hamsterrad‘ meine ich jetzt nicht nur physische Arbeit, also Maloche, sondern auch geistiges Denken im eigenen Saft, also den Zustand, dass man sich als geistig sehr aktiv empfindet, aber de facto doch keinen Millimeter vorankommt sondern sich nur im Kreis dreht und seine Ansichten und Vorurteile laufend bestätigt.

Wenn man diese Situation sehen kann, ist es verständlich, dass sogenannte Journalisten, also die Meinungsmacher der normopathischen Gesellschaft, ihr bestes geben, die abtrünnigen Schafe zurück zur Krankheit holen wollen. Und wenn dies einfach nicht gelingen will, dann werden diese Abtrünnigen als dumme Schafe bezeichnet und so schlecht und falsch dargestellt, wie nur irgendmöglich. Wo kämen wir denn hin, wenn noch weitere Abtrünnige entstehen, wenn also noch mehr Menschen die Normopathie verlassen würden um wirklich gesund zu werden?

Wo ich gerade von Journalisten als Meinungsmacher geschrieben habe:

Journalisten und Wissenschaftler haben die Öffentlichkeit neutral und möglichst objektiv zu informieren. Und nicht aufzuwiegeln oder in eine bestimmte Richtung zu drängen.
Zitat-Link: http://www.danisch.de/blog/2017/10/13/presse/#more-19822

So sehe ich das auch. Nur sehe ich keine Journalisten, die so arbeiten, wie sie eigentlich sollten. Aber in einer normopathischen Gesellschaft ist eben, wie der Name sagt, die Krankheit zur Norm geworden.

Ich will jetzt auch nicht ‚gegen‘ die Normopathie schreiben, denn dann wäre das wiederum ein Ausdruck eines inneren Schattens von mir. Es ist wie es ist, im Aussen wie im Innen. Das Sein kann man wahrnehmen, so wie es ist. Fühlen was man wirklich fühlt. Danach kann man immer noch in die Handlung gehen. Man wird nicht ewig im ’nur fühlen‘ verharren. Wenn man sich jedoch zuerst Zeit und Raum für Gefühle nimmt und danach beim Handeln die Verbindung zu den Gefühlen, zum Inneren, zum Selbst behält, dann wird das Handeln, das Schaffen, eine andere ganzheitlichere Qualität erreichen.

Webempfehlung: www.gefuehlestellen.de

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