Fragen an Konstantin

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Samstag 24. November 2018

Gilt mittlerweile Gott als „rechtsextrem“?

Vor ein paar Tagen war ich leicht entsetzt. Ich übe mich ja darin, grundsätzlich die innere Ruhe zu bewahren. Aber was da auf mich zu kam hat mich mehr als nachdenklich gemacht. In einer PDF-Broschüre, in der es um Rechtsextremismus im Umwelt- und Naturschutz geht fand ich kuriose Textstellen. Ohne Peak Brain (Höhepunkt der Gehirnentwicklung ist überschritten) und ohne digitale Demenz (Verblödung durch Nutzung digitaler Medien) ist mir so etwas nicht mehr erklärlich. Auch wenn ich grundsätzlich immer die Quelle von Zitaten angeben will, und wenn auch manch brauchbare Textstellen in der Broschüre enthalten sind, verzichte ich dieses Mal darauf Werbung für dieses Abstrusum zu machen (diese Broschüre ist im übrigen von einer Bundesbehörde und von „Naturfreunden“ gefördert worden).

Seite 16/17
Die Idee, sich Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen, die nicht erst erfunden werden müssen, die unveränderbar sind und die für alle Lebewesen gleichermaßen gelten, scheint verlockend. Hier kommt die Vorstellung von allgemeingültigen Naturgesetzen ins Spiel. […] Auch unter Rechtsextremen erfreut sich dieses Gedankenmodell großer Beliebtheit. Warum das so ist, ist leicht nachzuvollziehen: Geht man davon aus, dass es allgemeingültige „Naturgesetze“ gibt, von deren Befolgung nicht nur die eigene Existenz, sondern auch das Fortbestehen der „eigenen Art“ abhängig ist […] Unter Zuhilfenahme von vermeintlich „natürlichen“ Gesetzmäßigkeiten, …

Schon Masanobu Fukuoka hat in seinem Werk „Der große Weg  hat kein Tor“ wertvolle Anregungen gegeben den Begriff „Natur“ philosophisch zu hinterfragen, aber Naturgesetze so grundsätzlich in Frage zu stellen, da fällt mir fast nichts mehr dazu ein.
Wo muss man denn anfangen, um mit so jemandem ins vernünftige Gespräch zu kommen?

Ist für so einen Menschen 2+2=4? Oder ist das reine Verhandlungssache oder Ansichtssache?
Wäre vielleicht auch 22 eine mögliche Antwort?

Kurzerklärung zu alternativer Mathe in nur 9 Minuten: https://youtu.be/Zh3Yz3PiXZw

Man könnte ja mal vorschlagen, der Autor könnte sich die Freiheit nehmen, mit dem Atmen aufzuhören.
Ist ja kein Naturgesetz, daß Menschen atmen müssen …

Und Auwiesen kann man ja ohne Bedenken zubauen, ist ja kein Naturgesetz, daß dann flussabwärts Überschwemmungen entstehen…

Oh weh, oh weh, wie weit ist so jemand abgedriftet vom Leben. Ich würde ihm mal ein Retreat im Wald verschreiben.
Ach nee… geht ja auch nicht, der Wald ist ja viel zu teutsch, der muss ja auch weg… (kann man aus der Broschüre auch herauslesen, wenn man es will)

Und dann noch dieses Zitat:

Seite 18
Die Lösung kann genau deshalb auch unmöglich ein menschenverachtendes „back to nature“ sein.
Diese Strategie schafft nur eine gefährliche Nähe zu extrem rechten Positionen und Ideologien.

Sicher ist generell ein „back to“ nicht immer die kreativste und sinnvollste Lösung, aber ein Suchen nach Lösungen aktueller Probleme im Bereich „back to nature“ gleichzusetzen mit „menschenverachtend“ und als „gefährlich zu rechtsextrem“, na wenn man das so definiert, dann bin ich wohl der rechtsextremste und menschenverachtenste Unmensch, den man sich vorstellen kann.

Na dann Prost!

So langsam überlege ich, ob ich anfangen soll Stolz zu entwickeln, wenn man mich und meine Gedanken als „rechtsextrem“ oder „menschenverachtend“ oder sonstwie tituliert.

Ich habe wohl zu lange im Wald gelebt, ganz ohne Handy, ganz ohne Tageszeitung, ohne TV und ohne Facebook, um mit diesem geistigen Wirrzeug links-rechts-volk-bla-bla zurecht zu kommen.

Der Wald, den ich kenne, der spricht zu mir. Er sagt übrigens nicht, das er „deutsch“ sei.
Er sagt auch nicht, daß er „kosmopolitisch“ sei.
Der Wald sagt, das er „ist“.
Er ist einfach, was er ist. Punkt.
Es ist das lebende „Sein“. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Und ich garantiere: Es gibt Naturgesetze!
Nur ist der Wortbestandteil „gesetze“ leicht missverständlich, weil es verwechselt werden kann mit Gesetzen, die von Menschen gemacht wurden und je nach Situation geändert werden können. Diese laufende Veränderungsfreiheit, je nach Laune oder Stimmung, „von oben“ oder „demokratisch“, das gibt es bei den Naturgesetzen nicht. Die „sind“ einfach so, wie sie sind. Debatte fehl am Platze. Und wer es anders
meint, kann mal vom Hochhaus abspringen und vormachen, das Gravitation nur eine Verhandlungssache ist…
Ach sorry, das kann wieder als „menschenverachtend“ gewertet werden…
War es aber nicht: Ich fände es nur passend, wenn Leute zu ihrem Wort stehen im Sinne von „walk your talk“. Oder ist dieser Spruch auch schon wieder so böse wie „back to nature“???

Ich dachte immer Permakultur ist ein Ansatz, die Naturgesetze besser kennenzulernen, zu verstehen, zu verinnerlichen und mit ihnen eine bessere, gesündere, nachhaltigere, produktivere Zukunft aufzubauen. Wenn es aber keine Naturgesetze gibt, was dann? Gibt es dann auch keine Permakultur mehr?

Wenn die Ansicht, daß allgemeingültige Naturgesetze als „Vorstellung“, als „Ansichtssache“ normal sein soll UND die Gesinnungswächter jegliche Andersdenkenden mundtot machen, dann sehe ich leider als Problemlösung aller gesellschaftlichen Probleme nur noch ein GameOver, beispielsweise globalen Stromausfall als Folge eines EMP der Sonne oder ähnliches. Mit reden, verhandeln, debattieren oder gar mit Demokratie, ist da nichts mehr zu machen. Sorry, das ist nicht „demokratiefeindlich“, sondern nur die Einschätzung, daß Demokratie untauglich ist, gesellschaftliche Probleme zu lösen, sofern diejenigen, die abstimmen, keine Ahnung von der Existenz von Naturgesetzen haben. Da würde ich sagen: humanoider Omnipotenzwahn, therapiebedürftig!

Stimmt, in der Überschrift habe ich von „Gott“ geschrieben. Bisher jedoch nur von „Naturgesetzen“. Gibt es einen Unterschied?
Es heißt doch auch: „An den Früchten sollte Du sie erkennen“. So kann man Gott vielleicht an den Naturgesetzen erkennen. Doch wenn man so weit linksextrem ist, daß man jegliche Hierarchie, jegliche Macht und damit auch Naturgesetze und Gott ideologisch ausgrenzt, dann verstehe ich so ganz langsam, warum diese Art an Linksextremen sich mit aller Gewalt gegen die Anastasia-Bücher auflehnen. Diese Bücher bieten nämlich ein „back to nature“ UND eine „back to God“ UND ein „back to Naturgesetz“ UND ein „back to Humus“ UND ein „back to Bodengesundheit“.

Selbstverständlich sind daher diese Bücher ein Allergen für jene, die Gott leugnen, die Natur leugnen, die Naturgesetze leugnen, die Wahrheit leugnen, die Liebe leugnen und vor allem für jene, die die eigene Göttlichkeit in sich selbst und die Liebe, die sie sind, leugnen oder dafür blind und taub sind.

Herzliches Beileid!

5 comments to Gilt mittlerweile Gott als „rechtsextrem“?

  • Christian Böttgenbach

    Man kann solche Aussagen, die Du hier bloßstellst, natürlich angreifen und sich darüber aufregen. Weil sie Deiner, unserer inneren Wahrheit und Wahrnehmung, nicht entsprechen. Mir geht es dann immer so, daß ich mit Euch Beiden Mitleid hab, mit den in Vollkommenheit von sich selbst getrennten Leuten und mit denen, die wie Du darunter leiden. Ich sehe einfach einen Sinn darin, daß Jeder auf seinem Weg ist und wenn ich mich über jede Andersartigkeit, jedes Unverständnis Anderer, aufrege, dann nimmt es meine Aufmerksamkeit, meine Kraft. Dazu bin ich nicht bereit, ich wünsche allen, daß sie auf Ihrem Weg voran kommen, ihrer Seele begegnen, neue Wege und Frieden in sich finden. In diesem Sinne beschließé ich die Erhebung aller Seelen und freue mich über jeden, der sich daran beteiligt.

  • Walter Hausmann

    Ich war in den vergangenen Tagen immer mal wieder völlig bestürzt nach der Feststellung, wer alles nichts bei dem UN Migrationspakt findet, bzw. den ganz in Ordnung findet.Doch im Vergleich mit meinem Erfahrungshintergrund und dem der coolen Migrationspakt-Befürworter ist mir schon auch der Gedanke gekommen, dass die i.d.R. viel weniger Naturerfahrung haben. Also, so einen Hintergrund, wie ihn ein leidenschaftlicher Kleingärtner hat, finde ich dort eigentlich nicht.

  • Sonnensilber

    Lieber Konstantin,

    ich finde dieser Artikel, inclusive Überschrift, bringt genau auf den Punkt, was gerade läuft.

    Je mehr ein Mensch mit der Natur verbunden ist, umso selbst-bewusster ist er.
    Er weiß „was ist“.
    Er kann dann besser zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden.
    Er lässt sich schwieriger für fremde Zwecke einspannen.
    Und er lässt sich in seinen Empfindungen und seinem gesunden Menschenverstand nicht mehr von Bewertungen und Bezeichnungen einschüchtern, die suggerieren er sei „böse“ (heutige Synonyme: „rechtsextrem“ oder „Nazi“).

    @Christian Böttgenbach: Klar bringt es nichts sich zu sehr darüber aufzuregen, doch diesen Mechanismus zu erkennen ist sehr wichtig.

    Beispiel: In einem Zeitungsartikel in der Süddeutschen wurde diesen Sommer erklärt, wie asozial die Kleingärtner seien, weil sie ja den Investoren das gute Bauland vorenthalten.
    https://www.sueddeutsche.de/panorama/schrebergarten-kolonien-laube-liebe-wahnsinn-1.4069372?reduced=true

    Viele Grüße

    Sonnensilber

  • Sonnensilber

    Ein weiteres Beispiel für lebensfeindliche, aber dennoch politisch korrekte Politik:
    Winzer müssen ihre Trauben verrotten lassen, da sie die „Hektarhöchstmenge“ in diesem Sommer überschritten haben.

    https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/ertragsobergrenze-erreicht-weinbauern-muessen-reife-trauben-verfaulen-lassen-a2682218.html#

  • Albrecht

    @ Christian Böttgenbach
    Zitat „Wer ein Unrechtssystem erkennt, und nicht dagegen aufbegehrt, wird selbst Teil dieses Unrechtssystems“.
    Ich kenne leider nicht den Urheber dieses Zitats (evtl. Berthold Brecht?), aber m.E. ist das Zitat ein Fingerzeig.
    Wer – aus welchen Gründen auch immer – jede Fehlentwicklung kritiklos hinnimmt und geschehen lässt, wird zum aktiven Teil dieser Fehlentwicklung.
    Darum ist es richtig und wichtig, dass Konstantin und andere Menschen ihre Meinung zu vermeintlichen Fehlentwicklungen (politisch, gesellschaftlich, sozial, wirtschaftlich, ökologisch, ….) äußern, veröffentlichen und subjektiv kommentieren. Sie tragen damit ganz erheblich zu einer Meinungsvielfalt bei, die eine der wesentlichsten Grundlage für ein friedvolles und soziales Zusammenleben darstellt.
    Genau diese Meinungsvielfalt wird von den Gesinnungswächtern aktuell massivst bekämpft. Wer dies widerspruchslos hinnimmt, fördert – quasi als „Mitläufer“ – automatisch deren Aktivitäten.

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