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Mittwoch 6. März 2019

Elektromobilität anno 1900 bis 1980

Derzeit gelten elektrische Autos als „umweltfreundlich“, als „zukunftsweisend“, als „grün“, als „modern“ und so weiter.
Insbesondere sollen sie einen Beitrag zum „Klimaschutz“ geben.

Nun, wer mit nüchternem Blick auf die Werbung für diese Antriebsart schaut, findet selten Angaben woher denn der Strom kommen soll, mit dem diese Autos fahren sollen. Und noch viel seltener wird betrachtet, wie viel Energie verloren geht bei der Stromherstellung, beim Stromtransport, bei der Stromspeicherung usw.. Und praktisch NIE wird darauf eingegangen, wie viel Energie und wie viele Rohstoffe nötig sind zur Herstellung dieser Autos, zur Herstellung der Akkus, der Kraftwerke, der Stromleitungen und so weiter.

Dankenswerterweise hat unlängst der Mitteldeutsche Rundfunk einen Beitrag gesendet, der in der Mediathek abrufbar ist:

„Elekromobilität anno 1980“
https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-276286.html

Der Film dauert nur 6:30 Minuten und beinhaltet viele alte Aufnahmen.

Denn Elektromobilität ist so ziemlich eine der ältesten Antriebe der Autotechnik! Es ist also in keiner Weise „neu“ oder „zukunftsweisend“. Elekrtomobilität ist eine veraltete Idee, etwas, das sich von Anfang an nicht so bewährt hat, als dass es eine Massenanwendung geworden wäre.

Im Film wird darüber berichtet, daß in der DDR ein Elektromobil zugelassen wurde zur Benutzung auf öffentlichen Straßen, jedoch wurde die weitere Entwicklung verboten!

Den Hinweis auf diesen Film fand ich in einem Beitrag im gelben Forum, aus dem ich nun etwas ausführlicher zitiere. Einen Satz in dem Zitat markiere ich fett, denn er benennt die Situation sehr prägnant!

Zitatquelle: http://www.dasgelbeforum.net/mix_entry.php?id=482524#p482620
Username des Autors: solstitium

Warum E-Mobilität in der DDR vorausschauend verboten wurde

Im davon fortführenden mdr Beitrag wird beiläufig gezeigt, dass Elektromobilität nicht nur ein alter schier uralter Hut, quasi Zylinder ist, wo auch bei allergrößter Anstrengung (wie derzeit) kein Kaninchen mehr herauszuzaubern ist.

https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-276286.html

Und in der Beiläufigkeit versteckt sich noch ein Satz der, wenn man sich traut, darauf einzulassen, es in sich hat:

Die DDR hat die weiterführende Entwicklung von akkubetriebenen (Elektro-) PKW VERBOTEN!

Eine Begründung des Verbotes zu finden, wird sich der eine oder Andere leicht tun, indem er es auf die damals vorherrschende Dummheit zurückführt, die schlussendlich ja auch zum für uns alle erkennbaren Untergang der DDR geführt hat.

Ich meine allerdings, dass diese Begründung nicht zutrifft.

Wer mit der DDR Wirtschaft geringe Berührungspunkte hatte, weiß, dass hinsichtlich vorhandener Ressourcen und deren Planung, sparsamster Einsatz von oben herab verordnet worden ist.

Der Trabbi war nicht von ungefähr nur 600 kg schwer. Sicherheit hätte hier und dort sicher mehr Gewicht erfordert, die Ressourcen erlaubten dies schlicht nicht.

Minimalismus, insbesonders im Umgang mit z.T devisenträchtigen Ressourcen, war an der Tagesordnung!

In der Regel wurde der etwaige Ressourcenverbrauch genauestens und penibel geplant.

Dabei wurde alles vorhandene (Arbeitskraft/Infrastruktur) ausgepresst und das zuweilen bis zur Unerträglichkeit, wer sich noch an die Gebäude und Straßen, die man auch heute noch finden kann, erinnert.

Die DDR war der größte Braunkohleförderer weltweit.
Die Braunkohle reflektierte einerseits den Energiehunger der Bevölkerung aber andererseits vor allem der Wirtschaft. Und diese Wirtschaft lieft vor allem für den Export, welcher seinerseits wiederum erforderlich war, um die Devisen für den Kauf der nicht im Land verfügbaren Rohstoffe einzunehmen.

Die im Film vorgestellte und zweifelsfrei funktionierende e-mobilität bekam als Prototyp nur die Straßenzulassung, mit der gleichzeitigen Verpflichtung des Entwicklers, jede weitere Entwicklung einzustellen, also nichts über den Betrieb des Prototyps, der funktional heute im Museum zu besichtigen ist, hinaus zu tun.

Die ist zunächst erst mal nicht zu verstehen, wenn man hier konkret einheimische Energiequellen (Kohle) gegen ausländische devisenbedingende Energiequellen (Öl) hätte substituieren können.

Dennoch tat man es, warum?

Weil die Ressourcen schlicht nicht mehr vorhanden waren.

Schon die ordinäre Stromproduktion machte aus der Gegend hinter den Kohlekraftwerken die luftseitig unbewohnbarsten Dörfer des Planeten.

Mölbis, hinter Espenhain, mitten im Kohlerevier unweit Leipzig, stand dafür, dass die Bewohner wegen der Lufverschmutzung nachweislich 10 Jahre früher ablebten, als der Durchschnitt.

Die friedliche Revolution 1989 kam aus Leipzig.
Leipzig drohte wegen des Strom (Kohle-)hungers bereits ohne E-Mobilität vom Süden her via Markkleeberg weggebaggert zu werden.
Die Revolution hatte also starke Energiehungerkomponenten also Unzufriedenheit der Bürger in Folge des Verlustes ihrer Heimat in Folge des exorbitanten Strombedarfes auch schon ohne Stromautos.

Die vorgelagerte Prozesskette (Umwandlungsverluste/Speicherung) macht Strom zum mit Abstand dreckigsten Energieträger.

Bis vor 10 Jahren wurde dies bei den Energieberechnungen für Gebäude mit einem Faktor ~ 2,5 „eingepreist“ weshalb es nach den temporär von der Kraftwerksbranche forcierten Nachtspeicheröfen bis in die 70er jahrelang keine „echte“ Stromheizungen für Gebäudeneubauten mehr gegeben hat, es war nachweisseitig schlicht unmöglich, so zu bauen (Ausnahme: die „Stromheizung“ Wärmepumpe).

Der Faktor 2,5 beruht auf physikalischer Grundlage, dass eben bei Wohnraum oder Trinkwarmwasserbeheizung mittels Strom, der 2,5 fache Wert an Energie aus anderen Quellen vorher zur Verfügung gestellt werden muss!

Die DDR agierte sogar offensiv gegen Elektromobilität.
So führte die Abschaffung der Straßenbahn im bis dato hinsichtlich Luftsauberkeit im Europavergleich ganz hinten rangierenden Zwickau zu einer spürbaren Luftverbesserung und das nur, weil fortan dieselbetriebene Busse statt Straßenbahnen den ÖPNV bis auf eine einzige verbliebene Reststrecke erledigten.

Wie kam das?

Mindestens eines der Kohlekraftwerk für die Stromproduktion war im Stadtgebiet!

Straßenbahnen haben gegenüber dem akkubetriebenen PKW rein technisch, aber auf die Personenzahlbeförderung gerechnet noch klarer erkennbar sehr viel höheren Wirkungsgrad!

Die Akkuspeicherverluste gibt es schlicht nicht!

Die DDR verbot also die im Film gezeigte E-Mobilität aus drei Gründen:

1. der ungleich höhere Energiebedarf der Stromfahrzeuge
2. die damit einhergehende unvorstellbare Umweltverschmutzung
3. der daraus folgenden Unmut der Bevölkerung der schon so ein Sargnagel des DDR Systems wurde

Physik bleibt Physik, egal wie man die Gesetze dazu manipuliert und anpasst.

Der gegenwärtig stromautodiskussionsbedingte Einbruch der globalen Automobilproduktion, der sich beim Hauptautomobilbauer Deutschland freilich am stärksten bemerkbar macht, und zu mindestens 200.000 vernichteten Existenzen nebst Familien Kinder und Beifang sind wir da schnell bei 5 bis 10 Mio Betroffenen, wird der Sargnagel des gegenwärtigen Systems sein.
[…]

 Tatsächlich nachhaltig praktikabel können meiner Ansicht nach jedoch E-Bikes sein. Da ist an erster Stelle das Gewicht reduziert (im Vergleich zu Autos). Es geht um andere Reichweiten und Transportmengen. Ein E-Bike kann man auch sehr leicht aus eigener Solarzelle nachladen. Meist wird eh nur bei Sonnenschein geradelt und weniger in der sonnenarmen Winterzeit. Das E-Auto wird jedoch keine Massenanwendung werden weil ganz schlicht weder die Rohstoffe noch die Strommenge dafür vorhanden oder herstellbar ist.

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