Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft

Anfang April bekam ich eine Einladung zur Gründung des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft. Ich zitiere aus der damaligen Einladung:

Agroforstwirtschaft, also der kombinierte Anbau von Gehölzen und landwirtschaftlichen Kulturen auf einer Bewirtschaftungsfläche, hat viele Vorteile für den gesamten Agrarsektor. So kann die Einbindung von Bäumen in die pflanzenbauliche Planung erheblich die Bodenerosion vermindern, den Stoffaustrag in das Grundwasser sowie in Oberflächengewässer reduzieren, die Biologische Vielfalt durch die Förderung der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft erhöhen und Landschaften visuell aufwerten. Auch bezüglich des Klimaschutzes (Verminderung der Treibhausgasemission je Flächeneinheit, langfristige Kohlenstoffspeicherung im Holz, usw.) sind Agroforstsysteme als vielversprechende Landnutzungsalternative anzusehen. Ferner besitzt die Agroforstwirtschaft ein großes Potential bezüglich einer verbesserten Klimaanpassung der Landwirtschaft, die sich in einer erhöhten Ertragsstabilität äußert. Mit Blick auf die Freilandhaltung von Tieren kann die agroforstliche Flächennutzung ebenso positive Akzente bezüglich des Tierwohls setzen. Auch betriebswirtschaftlich sind Agroforstsysteme auf vielen Standorten lohnenswert (höhere Biomasseproduktion je Flächeneinheit, größere Produktpalette, usw.). Allerdings fehlen derzeit häufig noch entsprechende (vor allem regionale) Absatzmärkte. Zudem rufen in der Praxis u.a. die vergleichsweise hohe Erstinvestition für Agroforstflächen sowie fehlende Erfahrungen und nicht zufriedenstellende agrar(förder)rechtliche Rahmenbedingungen häufig Skepsis und Ablehnung hervor. Vielerorts sind die Vorteile der agroforstlichen Nutzung auch gar nicht bekannt, denn die Agroforstwirtschaft besitzt derzeit in Deutschland keine schlagkräftige Lobby. Dies soll sich mit der Gründung des DeFAF nun ändern.

Der DeFAF möchte sich für die Anlage, Bewirtschaftung, Verbreitung und Förderung von Agroforstsystemen in Deutschland einsetzen. Er sieht in der agroforstlichen Landnutzung ein vielversprechendes und zukunftsweisendes Instrument, um in Agrarlandschaften einen wesentlichen Beitrag zum Schutz von Klima, Boden, Wasser und biologischer Vielfalt zu leisten und die Klimaresilienz der Landwirtschaft zu erhöhen. Der DeFAF ist an keine bestimmte Bewirtschaftungsweise gebunden und offen für alle an Agroforstwirtschaft interessierte Personen.

Der DeFAF wird mindestens in folgenden Arbeitsfeldern aktiv sein: Öffentlichkeitsarbeit, Bewirtschaftung und Ökonomie, Planung und Beratung, Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, Technik und Dienstleistungen, Recht und Verwaltung, Internationale Zusammenarbeit.

Mittlerweile ist der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) gegründet und präsentiert eine schöne Webseite:

https://agroforst-info.de/

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