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Donnerstag 12. September 2019

Lebendkunst

Vorgestern verlinkte ich einen Film mit wundersamen Konstruktionen aus lebenden Bäumen:
http://www.konstantin-kirsch.de/2019/09/was-mit-baeumen-alles-moeglich-ist.html

Ein Pionier dieser Kunst aus lebenden Bäumen war Axel Erlandson. Er pflanzte vor vielen Jahrzehnten in Californien einen Baum-Zirkus.
Hier sind ein paar Bilder:

Ich nenne diese Bäume: Kunst
Doch passt der Begriff wirklich?

Bei wikipedia findet sich folgende Aussage:

Kunst bezieht sich in diesem Sinne grundsätzlich auf alles, was Menschen können und was von Menschen gemacht ist. Der entsprechende Gegenbegriff ist Natur, wie in dem alltäglichen Gegensatzpaar natürlich / künstlich.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst#Etymologie_und_Wortgebrauch

Sehr wertvoll empfinde ich diesen Text:

Es gibt die schönen Künste, aber auch die Ingenieurskunst, die Kunst der Rede oder der Diplomatie, den Ballkünstler, und auf sehr vielen Gebieten den Künstler in seinem Fach. Was ist, in dieser umfassenden Bedeutung, aller Kunst gemeinsam – und was unterscheidet dann die Künstler in den jeweiligen Fächern voneinander? Kunst in diesem sehr weiten Sinn ist eine kreative Tätigkeit (und deren Ergebnis), die mit höchster Effizienz ausgeübt wird; dass also, gemessen an den eingesetzten Mitteln, mit dem Ergebnis eine möglichst große Wirkung erzielt wird. Bei vergleichbarer Wirkung erfährt nicht der höhere, sondern der vergleichsweise maßvollere Aufwand die höhere Wertschätzung als Kunst. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Instrumentarium nur einfach und bescheiden sein müsste oder dass es für den Künstler immer einfach ist, zur einfachsten Lösung eines Problems oder zu den wirkungsvollsten Ausdrucksmitteln zu gelangen. […] Man kann viele Tätigkeiten als Kunst im weitesten Sinn ausüben; die Kriterien dafür sind Kreativität und Effizienz.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst#Der_Kunstbegriff_in_umfassender_Bedeutung

Höchste Effizienz erlebe ich insbesondere bei Betrachtung der Natur. Alleine nur ein Baum: Aus einem kleinen Samenkorn gewachsen wird er immer größer und größer und schließlich blüht er und produziert neue Samen. Ein Baum hat Schönheit, Eleganz und Ausdruck. Der gesamte Prozess des Werdens und Vergehens eines Baumes ist an Effizienz wohl nicht zu überbieten. Nur, so das Dilemma, ein Baum ist Natur, er ist nicht vom Mensch gemacht, also kann er keine Kunst sein?

Ich zitiere aus dem von mir selbst geschriebenen Buch ‚Naturbauten‘, 1. Auflage, 1997, OLV-Verlag, Seite 51 (Kapitel: Bizarre Gestalten im Baumzirkus):

  Für das Verständnis und die Deutung eines Zeitalters ist bekanntermaßen die Kunst sehr aufschlussreich, da der Gestaltungswille in ihr ungebrochen zum Ausdruck kommt und geistige Wandlungen sich in der Kunst oft am frühesten ankündigen.
Die gestaltende Tätigkeit des Künstlers erscheint uns aber oftmals als Gegensatz zur Natur und zum Selbstgewachsenen. Das muß aber nicht immer so sein. Nach der industriellen Naturausbeutung und des esoterischen Naturspürens, mit den dazu passenden Kunststilen, entwickelt sich langsam das konkrete Kooperieren mit der inneren und äußeren Natur. Dieser Baumzirkus ist ein wegweisender Vorläufer dieser Zusammenarbeit. Als „Lebenskunst“ bezeichne ich deshalb die Stilrichtung, die auf diesen wachsenden Prozeß hinweist, indem sie selber Teil dieser lebendigen Entwicklung sind.

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