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Freitag 29. Mai 2020

Imkerschleier als funktionale Mund- und Nasenbedeckung

Seit knapp über einem Monat wurde die Maskenpflicht verkündet und seither tragen sehr viele Menschen OP-Masken, Handwerker-Staubschutzmasken, selbstgenähte Stoffmasken und anderes vor ihrem Gesicht. In Geschäften sehe ich es praktisch bei jedem (bis auf Mitarbeiter die hinter Plexiglaswänden arbeiten). Ich sah auch schon öfters Menschen, die mit solchen Masken Auto gefahren sind oder einfach nur spazieren gegangen sind.

Nun, ich habe gleich zu Beginn der Geschichte einen Blogeintrag geschrieben zur großen Maskerade:
http://www.konstantin-kirsch.de/2020/04/die-grosse-maskerade.html

Manch ein Blog-Leser mag sich gefragt haben, was ich selbst denn tun werde, wenn ich einkaufen gehe.

Nun, ich war in diesen Wochen unzählige Male in Geschäften (zumeist in Baumärkten..) und NIE trug ich eine OP-Maske oder ähnliches. Gleich zu Beginn habe ich die Verordnung gesucht und studiert und im Nachtrag vom 27.4. bei obigem Link zur Maskerade findet sich schon der Gedanke einen Imkerschleier zu tragen. Ich trug nun die ganzen Wochen über immer meinen Imkerschleier beim Betreten von Geschäften.

Interessanterweise hat sich vor zehn Tagen etwas in der hessischen Verordnung geändert. Genauer gesagt wurde ein Satz ergänzt.

Es können auch Gesichtsvisiere verwendet werden.

Hier findet sich die aktuelle hessische FAQ zum Thema:
https://soziales.hessen.de/gesundheit/infektionsschutz/corona-hessen/maskenpflicht-faq

Mit dem Begriff „Gesichtsvisiere“ dürften solche Artikel gemeint sein:

Bildquelle: https://www.ruhrsource.com/wp-content/uploads/2020/04/Ebene-6_web_mid-560×560.jpg

weitere Varianten: https://www.google.de/search?q=visier&source=lnms&tbm=isch

Interessant ist eine andere Variation, in der das Visier nicht oberhalb der Augen befestigt ist, sondern unterhalb des Mundes:


Anbieter: https://www.highlight-media-maskenshop.de/p/mund-nasenbedeckung

[Nachtrag Oktober 2020: Halbvisiere sind in Hessen nicht mehr zulässig]

Im übrigen hat auch ein Forstschutzhelm ein „Visier“:

Ich wollte jedoch nicht extra Geld ausgeben, weder hochpreisig einmal für einen edlen Forstschutzhelm und erst recht nicht fortlaufend … ein 10er-Set OP-Masken sah ich unlängst für knappe 10 Euro. Und solch eine OP-Maske taugt gerade mal für 30 Minuten. Da liegen die Kosten für Masken schon bei 2 Euro die Stunde!

Der Imkerschleier

So ein Teil habe ich eh, ich trage diese Schutzkleidung beim Kontrollieren meiner Bienenvölker. Gut, es gibt Profi-Imker, die arbeiten ohne Schleier oder haben erst gar keinen und lassen sich halt stechen. So weit bin ich noch nicht. Andererseits auch praktisch: Ich habe schon länger einen Imkerschleier.

Diesen Schleier trug ich die vergangenen Wochen immer beim Einkaufen und werde damit wohl noch so lange in Geschäften zu sehen sein, wie die Maskenpflicht andauert:

Anbieter: https://www.imkereibedarf-bienenweber.de/epages/imkereibedarf.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/imkereibedarf/Products/10000

So ein Schleier kostet gerade mal 13,80 Euro (plus Versand) und ist bei sorgsamem Umgang eine Anschaffung fürs Leben.

Imkerschleier gibt es übrigens auch für Kinder:

Anbieter: https://www.imkereibedarf-bienenweber.de/epages/imkereibedarf.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/imkereibedarf/Products/10601

Für mich gibt es diese Pluspunkte beim Imkerschleier:

  • Der Imkerschleier erfüllt die Anforderung der Verordnung
  • Der Imkerschleier reduziert die Ansteckungsgefahr für mich und andere
  • Der Imkerschleier erschwert die Berührung der Gesichtshaut
  • Der Imkerschleier ermöglicht es ungezwungen zu atmen
  • Der Imkerschleier ist gut zu tragen bei heißem Wetter
  • Der Imkerschleier ist eine einmalige Anschaffung
  • Der Imkerschleier muss nicht desinfiziert werden (weil er trocken bleibt)
  • Der Imkerschleier ermöglicht Schwerhörigen die Lippen abzulesen
  • Der Imkerschleier macht Werbung für die Honigbiene

In den vergangenen Wochen hatte ich einzelne Gespräche dazu. In einer Apotheke wurde ich wüst angefahren, das das keine Schutzmaske sei und sie mich nicht bedienen dürften. Ich hatte die Verordnung ausgedruckt und wollte die faktische Lage darlegen, aber im deutlich zu spürenden geistig und emotionalen Gegenwind von 5 Mitarbeitern, die mich mit ihren Blicken am liebsten hochkant rausgeschmissen hätten habe ich ganz simpel den oberen Teil meines T-shirts über die Nase gezogen und gefragt: „Und dürfen Sie mich jetzt bedienen??“
Ich wollte eh nur eine Kleinigkeit auf die ich grundsätzlich auch hätte verzichten können. Nach diversen Besuchen in Geschäften, in denen der Schleier schweigend akzeptiert wurde, war ich schon überrascht über die heftige Reaktion in der Apotheke. Als mir die zwei gewünschten Artikel auf den Tresen gelegt wurden, gab es ein Päckchen Papiertaschentücher gratis dazu. Diese Packung habe ich umgehend zurück geschoben und gesagt: „Das brauche ich nicht, ich bin gesund“

In einer Backwarenabteilung eines Supermarktes sagte die Verkäuferin im freundlich aber bestimmten Ton: „Das geht aber nicht, das ist keine Schutzmaske“. Ich fragte zurück: „Haben Sie die Verordnung gelesen?“ Sie: „oh, nein“. Ich: „Ich schon, und das genügt den Anforderungen der Verordnung“. Und schon wurde ich bedient.

Sehr deutlich wurde es vor ca. 2 Wochen plötzlich bei einem Besuch eines Baumarktes, in dem ich schon locker zehn Mal mit dem Imkerschleier einkaufen war. Nie hatte es jemanden gestört. Doch dieses Mal kamen mehrere Verkäufer zu mir und wollten mir eine OP-Maske anbieten, die ich zu tragen hätte, weil der Imkerhut nicht gehen würde. Ich fragte zurück wer das denn entschieden hätte und in wenigen Minuten stand der Chef vor mir. Er hatte interessanterweise einen Schal oder eine Sturmhaube (genau konnte ich es nicht erkennen) und keine OP-Maske um. Auch er forderte mich auf und so zog ich einen vorbereiteten Zettel aus der Tasche auf dem ich die Verordnung gedruckt hatte. So merkte der Inhaber, daß ich mich durchaus mit dem Thema beschäftigt habe. Er erklärte mir, daß wenn jemand vom Ordungsamt oder Gesundheitsamt plötzlich da wäre und nur einen Kunden sieht ohne zulässige Maske, dann muss er 5000 Euro privat zahlen! Das er darauf keine Lust hat verstehe ich sehr. Er kopierte meinen Zettel, nahm meine Kontaktdaten auf und versprach mir, daß ich eine Nachricht bekomme, ob das denn mit dem Imkerschleier geht. Dann lies er mich weiter einkaufen (mit Schleier, ohne OP-Maske). Seither habe ich nichts mehr von dort gehört und ich war weitere Male dort im Haus und konnte einkaufen ohne angesprochen zu werden.

Vorgestern gab es dann den Höhepunkt der Ereignisse zum Thema: Ich war in einem Supermarkt gerade beim Bezahlen des Einkaufes und ein Bekannter von mir kam in den Laden. Er sah mich, war überrascht und sagte laut: „Das ist aber nicht erlaubt!“ Noch bevor ich etwas sagen konnte, antwortete der Kassierer: „Doch das ist erlaubt, das haben wir schriftlich“

Mein Bekannter war erstaunt, ich zeigte ihm noch meinen vorbereiteten Zettel und fragte den Verkäufer, was sie denn da für ein Schriftstück hätten. Er sagte: Nun, es steht geschrieben, daß es eine Mund- und Nasenbedeckung sein muss, bedeckt mit egal was. Und das ist bei Ihrem Imkerschleier ja gegeben.

*****

Nun habe ich meinen Zettel überarbeitet und stelle ihn als Datei hier in die Öffentlichkeit:
https://www.waldgartendorf.de/dateien/imkerschleier-als-mund-nasen-bedeckung.pdf

*****

Nachtrag 27.20.2020: Die Zettel-Datei wurde soeben aktualisiert und der Link angepasst.

2 comments to Imkerschleier als funktionale Mund- und Nasenbedeckung

  • Avatar Bolz

    Super dieser Schleier, vielleicht kam man auch eine Gardine nehmen.

    *****
    Kommentar von Konstantin:
    Man kann auch einen Kartoffelsack nehmen etc.
    Nur der Imkerschleier jedoch führt das Bewusstsein zu den Bienen und damit zur Ökologie

  • Avatar Familie Meyer

    Grüß dich Konstantin,

    wir haben eine ähnliche Idee gehabt, wie du: wir haben eine OP-Maske ausgeschnitten und ein weiches Fliegengitter aus Stoff hineingetackert.
    Unsere Erfahrungen beim Einkaufen damit sind ähnlich wie die, die du oben beschreibst.
    Wir haben immer die Bfarm-Information dabei und dazu einen Auszug aus unserer saarländischen Mund-Nasenbedeckungs-Anordnung. Aber die meisten Verkäufer wollen es gar nicht wissen, was drin steht.
    Interessant ist, dass es im Saarland ausdrücklich gefordert ist, dass die sogenannte Community-Maske als modisches Gesichtsaccessoir gesehen wird und keinerlei Schutzwirkung erforderlich ist, sogar sind echte Schutzmasken verboten. Visiere sind bei uns ebenfalls verboten (zumindest in Supermärkten).
    Wir haben überlegt, ob wir noch eine rote Clownsnase mit einem Klettverschluss anbringen sollten….
    Herzliche Grüße

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