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Freitag 5. März 2021

Ich bin in der Lage, bei mir selbst eine zweite Meinung einzuholen

Schon mehrfach habe ich einen Hinweis gegeben auf den Blog des Informatiker Hadmut Danisch. Beispielsweise hier:
http://www.konstantin-kirsch.de/2020/05/danishmandi-der-bewahrer-der-wissenschaft.html

Er schreibt derart viele Blogeinträge, das ich es nicht schaffe alles zu lesen. Und auch diejenigen, die ich lese, beinhalten selten voll und ganz meine Ansichten. Gleichwohl genieße ich seinen scharfen Verstand und seine Art des Denkens. Gestern hat er einen besonderen Artikel geschrieben, in dem ich mich in vielen Passagen wiederfinde. Deshalb zitiere ich daraus zutreffende Passagen und kommentiere sie:

Das liegt daran, dass ich mir jedes Thema separat anschaue und separat bewerte. Und deshalb auch in verschiedenen Themen zu verschiedenen Ergebnissen kommen kann.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die aus Prinzip immer und überall dagegen oder anderer Meinung sind.

Ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die deshalb dagegen sind, weil sie ja bei den letzten drei Themen auch dagegen waren.

Ich mache mir die Mühe, jedesmal von Neuem zu denken. Und nicht die Antworten von gestern zu kopieren.

Wenn ich jedoch erkenne, das die Antwort von gestern immer noch zutrifft, dann verweise ich auch gerne z.B. auf alte Blogeinträge

Das kann natürlich dazu führen, dass ich auch mal falsch liege, denn seien wir ehrlich: Ich bin nicht unfehlbar (auch wenn mich manche ernstlich dafür halten). Der Vorteil ist aber: Wenn ich jedesmal neu losdenke, dann sind Fehler auch auf den jeweiligen Fall begrenzt. Würde ich aus Prinzip so reagieren, wie ich schon immer reagiert habe, einfach aus der Kontinuität der Opposition, dann liefe ich Gefahr, dass bei einem Denkfehler dann wirklich alles falsch ist.

Oder wissenschaflich gesprochen: Ich leiste mir die Redundanz des von meiner eigenen Meinung unabhängigen Denkens. Ich bin in der Lage, bei mir selbst eine zweite Meinung einzuholen.

Und ich bin auch in der Lage, zu merken, wann ich selbst nicht genug weiß, um eine widersprechende Position einzunehmen.

Und ich bin in der Lage mein Denken zu beobachten, beispielsweise wahrzunehmen, wenn sich ein Vorurteil oder ein Bestätigungsfehler anbahnt. Und ich bin auch in der Lage mich zu Besinnen auf die eher Zen-Buddhistische-Position, das ich nicht mal mehr weiß, das ich nicht weiß, auch nicht wissen kann und es sinnlos wäre zu wissen. Darüber hinaus kann ich widersprüchliche Ansichten gleichzeitig in mir tragen und nenne dies „Möglichkeiten“.

Ich bitte mal zu berücksichtigen, dass ich meine kritische Haltung in anderen Themen auch nicht aus dem Hut ziehe. In Sachen Prüfungs- und Verfassungsrecht habe ich mich immerhin auch 10 Jahre intensiv umgetan und in Sachen Gender nun auch seit 2012, also 9 Jahre. Davon einige Zeit sehr intensiv.

Auch mit Politik und Medien habe ich mich jahrelang beschäftigt.

Deshalb leiste ich mir da eine große Klappe. Auch, weil ich da unter den Profis gemerkt habe, dass ich da durchaus mit vielen oder den meisten der „Profis” mithalten oder sie in die Tasche stecken kann. Ich mache das nicht, weil ich einfach nur gerne plärre.

Bei den Themen liege ich anders als Herr Danisch. Im Prüfungs- und Verfassungsrecht bin ich Laie. Ich lese zwar gerne juristische Texte, weil ich wahrnehme, das es den Bereich im Gehirn trainiert, der früher im Mathe-Leistungskurs gefragt war, jedoch habe ich nie Jura studiert. In Sachen Gender bin ich auch weit weniger unterwegs gewesen als Herr Danisch. Dafür bin ich seit weit über 40 Jahren im Thema Naturgesetze, Photosynthese, Bäume, Klimawandel und CO2 sowie seit über 30 Jahren im Thema Atomtechnik, Permakultur regenerative Energien, Autarkie, Selbstversorgung und Architektur. Deshalb leiste ich mir in diesen Themen auch durchaus eine große Klappe. (Beispielsweise habe ich schon mal einen Mitautor des Atomgesetzes stundenlang in allen Aspekten seines eigenen Fachgebietes fachlich übertrumpfen können und ich weiß zu 100%, das die drei! Hochhäuser des World Trade Centers NICHT alleine durch Flugzeugeinschlag eingestürzt sind. Ich kannte die Konstruktionsweise lange bevor diese Türme zerstört wurden und weiß, das sie so gebaut wurden, das Flugzeuge einschlagen konnten, ohne das die Türme einstürzen.)

Komischerweise erwarten aber viele Leute – die offenbar nicht sehen und kapieren, wieviel Arbeit und wieviele Jahre dahinter stehen, wenn ich das Maul aufreiße – dass ich es auch in anderen Themen tue, wo sie es gerne hören würden, weil sie mich als ihre Echokammer erkoren haben.

[…]

Ich bin hier nicht die Dauerstelle für Regierungswiderspruch.

Sehr gerne würde ich die Regierung und Politiker loben für ihre guten und weisen Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerung und der kommenden Generationen. Nur leider erlebte ich in der überregionalen Politik in Deutschland bisher praktisch nie Entscheidungen, die auch nur im Ansatz in diese Richtung gingen. Auch wenn ich mir tatsächlich die Anstrengung leiste, immer offen zu sein für so eine Sensation, gebe ich offen zu, das die Erfahrung gelehrt hat, das dieser gewünschte Fall als sehr unwahrscheinlich von mir eingeschätzt wird.

Im übrigen will ich als Informatiker und Kryptologe dem mal entgegenhalten, dass wenn ich automatisch immer das Gegenteil von dem als richtig hinstellte, was die Regierung sagt, ich nicht nur selbst keinen Informationsgehalt mehr lieferte, sondern informationstheoretisch redundant wäre, und außerdem der Regierung einen Informationsgehalt zugestehen würde, den sie nicht verdient.

Ich bin kein Industrie-Meiner, der am Fließband und automatisiert meint.

Ich koche Meinung selbst. Hausgemacht.

Deshalb schmeckt’s mal so und mal so und nicht immer gleich wie Industriemikrowellenfraß. Kann auch mal angebrannt oder versalzen schmecken. Dafür sind Vitamine drin.

Wem das nicht passt und wer zuverlässig immer denselben Meinungsfraß haben will, der ist bei mir falsch und der muss in ein Fast-Mood-Dekadent.

Ich erwarte auch von niemandem, dass er meine Meinung übernimmt.

Ich erwarte aber von jedem, dass er von mir nicht erwartet, dass ich seine Meinung übernehme.

Kurioserweise glauben auch manche Leser, sie seien mein einziger oder mein Hauptleser, und ihre Meinung sei irgendwie gewichtiger, besser oder priorisierter als die anderer Leute und ich müsste mich immer nach ihrer Meinung richten. Was schon deshalb nicht geht, weil ich ja ganz viele Leser habe. Und fast immer sind die allermeisten meiner Meinung.

Leute, ich kann Euch nur ganz dringend raten:

Kommt endlich damit klar, dass nicht alle immer Eurer Meinung sind.

Es ist wirklich überhaupt nicht erforderlich, dass Ihr und ich derselben Meinung sind.

Und schönen Gruß an die Amygdala: Nein wir müssen uns nicht synchronisieren, damit es so aussieht, als ob wir im selben Rudel sind. Das wird auch nie was werden, weil ich mehr so der Typ einsamer Wolf bin, der mit niemandem im selben Rudel ist und sich deshalb auch nicht auf irgendwelche Tribe-Zeichen einlässt.

Ich habe auch keine Tattoos.

Und meine Meinung ist kein Arschgeweih.

Hier gibt es eine kleine Unterschiedlichkeit, die ich zwischen Herrn Danisch und mir wahrnehme: Den Typ „einsamer Wolf“ kenne ich von mir durchaus, gleichzeitig kenne ich auch das Feld wohlwollender Mitmenschen. Das Wort Rudel passt dabei nicht ganz. Ich lebe diesbezüglich tatsächlich ein sowohl-als-auch: Ich wertschätze die Einsamkeit UND ich wertschätze die Begegnung in der Gruppe. Ich mag gerne Anerkennung und ich mag gerne fundierte Kritik. Ich kann mitschwimmen mit einer Gruppenmeinung um wahrzunehmen wie es sich in diesem Feld anfühlt. Und dann steige ich wieder aus dem Teich aus und denke absichtlich konträr um mich zu entkoppeln von der Massendynamik.

Im übrigen habe ich schon mal ausgeführt, das in meinem Namen „Konstantin Kirsch“ die Berufung enthalten sein soll:
Gibt Nachhilfe im Richtigdenken

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