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Mittwoch 24. November 2021

Die Burg Ludwigstein, ein mir vertrauter Ort seit meiner Jugend

Einleitend erzähle ich etwas von meiner Kindheit:

Mein Kindheits-Idol war Thor Heyerdahl. Ich hatte das Buch „Kon-Tiki“ gelesen und war begeistert. Die „Kon-Tiki“ (Floß aus Balsaholz) ist für mich ein Vorbild für riskante Forschungsreisen, die erfolgreich enden. Ein weiteres Schiff dieses Forschers war die Ra, dessen erste Fahrt leider nicht zum Ziel führte. Auf der Tür meines Kleiderschrankes hing ein Poster vom untergehenden Schiff, photographiert vom Rettungshubschrauber (Das Schiff aus Papyrus hatte ein paar Baufehler). Die Besatzung war dabei, die letzten Reste der Ausrüstung auf ein Rettungsboot umzuladen. Dazu aufgedruckt ein Zitat von Thor Heyerdal, dem Leiter der „Ra“-Expedition: „I am prepared to take a risk, but not the risk of smoking“. So fühlte ich mich auch: Bereit für Risiko – Ja; aber rauchen?- Nein!

In meiner Familie gab es keine Raucher. Auch sind mir keine Alkoholiker oder andere Suchtabhängigkeiten in der Familie bekannt. Vielmehr hatte ich Einflüsse der gänzlich anderen Art: In der Großfamilie gab (und gibt) es viele Künstler, Maler und Musiker. Beide Großväter erzählten mir vom Krieg und dass sie den nur überstanden haben, weil sie auf Intuition und Bauchgefühl, auf Tiere und Naturgeister gehört haben und in unsicheren Momenten wäre Gesang das beste, was man tun könne. Dies sollte ich immer bedenken, wenn ich mal in schwierige Situationen gelangen sollte! Von beiden Großmüttern bekam ich Anregungen für gesunde Ernährung, wie Bircher-Benner, Trennkost, Demeter, Mazdaznan und vieles weitere. Auch von der Generation davor sind Gesundheitsgeschichten überliefert. Beispielsweise war ein Urgroßvater Lebensmittelchemiker in Berlin und hat in den Hungerszeiten die auf dem Ku’damm angebotenen Reibekuchen untersucht auf unzulässige Zuschlagstoffe, bzw. Mengen. Die damalige Hauptfrage war (laut der mündlichen Überlieferung) ob der Anteil des beigemischten Sägemehls über dem zulässigen Grenzwert für Reibekuchen lag… Wohl in Folge dieser Erzählungen über meinen Vorfahr bin ich immer interessiert an den Inhaltsstoffen (sowie der evtl. abweichenden Deklaration) von angebotenen Nahrungsmitteln.

Über diesen Urgroßvater gibt es auch einen Wikipediaeintrag:
https://de.wikipedia.org/wiki/Constant_Griebel
In Gedenken an ihn wurde mir übrigens der Name Konstantin gegeben, weil das Standesamt den Namen nur mit „K“ erlaubte, sonst wäre es wohl „Constantin“ geworden.

Fast jeden Urlaub war ich mit Eltern und Schwester unterwegs in der Natur, auf botanischen Exkursionen, oder in botanischen Gärten, meist in Europa. Mein Vater (Gartenbauberufschullehrer) war der Reiseleiter und sein Honorar nutzte er, damit wir alle mitkommen konnten. Auf diese Weise habe ich seltene Pflanzen auf abgelegenen Pfaden in wunderbaren Landschaften kennengelernt.

Von meiner Mutter habe ich quasi durch die Muttermilch schon chemische Formeln eingeflößt bekommen. Sie hatte einen Doktor in Biochemie mit Schwerpunkt Photosyntheseforschung. Eins ihrer Themen war die Theorie des Treibhauseffektes durch CO2. Diese Geschichte begleitet mich daher schon mein ganzes Leben lang.

Meine Mutter war Dozentin in einer Fachhochschule. Sie unterrichtete Chemie für Landwirte. Oft ging ich nach dem Ende meiner Schulstunden vom Gymnasium zur FH und wartete bis meine Mutter mit ihrem Unterricht fertig war. Dann konnte ich mit ihr nach Hause fahren. In dieser Wartezeit machte ich öfters schon einen Teil der Hausaufgaben. An den Geruch des Chemiehörsaales kann ich mich heute noch, viele Jahrzehnte später, sehr gut erinnern.

Als ich in manchen Schulfächern sehr schlecht war, gab mir meine Mutter die Empfehlung nur für die Prüfungen zu lernen und alles Gelernte gleich am Folgetag wieder aus meinem Kopf zu leeren. Auf meine Rückfrage erklärte sie, dass alles angebotene Wissen nur der aktuelle Stand des Irrtums sei (auf den man sich mehr oder weniger geeinigt hätte) und alles Wissen sich laufend weiterentwickelt. Ich solle jedoch trotzdem lernen, zwar nicht schwerpunktmäßig den Inhalt, sondern vorrangig den Vorgang des Lernens an sich. Dazu gehört: Wissen aufnehmen, speichern, abrufen und löschen. Wenn ich diesen Vorgang beherrschen würde, werde ich später, wenn ich weiß, was ich wirklich wissen will, schnell lernen können ohne durch veraltetes Wissen innerlich blockiert zu sein. So lernte ich den Vorgang des Lernens, legte den Fokus auf Mathe und Physik (dessen jeweilige Wissensbasis vergleichsweise wandlungsstabil ist) und kam gut durchs Abi (schriftliches Abi in Mathe: 15 Punkte = 1plus / andere Fächer lange nicht so gut wie Mathe).

Interessanterweise hat genau der mir von meiner Mutter beigebrachte Umstand, dass praktisch alles Wissen nur den aktuellen Stand des Irrtums darstellt, mir später geholfen die Theorie des Klimawandels durch CO2 in Frage zu stellen, wenngleich gerade meine Mutter diejenige war, die mir diese Theorie beibrachte. Mir ist gleichzeitig klar, dass die Menschheit einen starken Einfluss auf die gesamte Biosphäre hat, inkl. Klima, aber die verbreitete Vorstellung, dass CO2 die alleinige Ursache eines Klimawandels ist, sehe ich als unzulässige Vereinfachung des komplexen Geschehens.

Hiermit belasse ich den Schwank aus meiner Kindheit. Ich will damit einen kleinen Eindruck über mein Leben und meine Herkunft wiedergeben.

Während des Studiums der Architektur an der Uni Stuttgart hatte ich eines Tages den Auftrag in der Nähe von Heilbronn einen Garten anzulegen.

Bei Gesprächen mit dem Auftraggeber redeten wir auch über private Themen. Er gab mir eine Broschüre mit dem Titel „Gefährten“. Es ist die Zeitschrift einer Jugendorganisation mit dem Namen „deutsche Reform Jugend“, eine bündische Jugend, vergleichbar mit Pfadfindern, jedoch haben sie andere Werte, die mich sofort ansprachen: Geistiges Fundament ist die Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“ (nach Albert Schweitzer). Sie ernähren sich vegetarisch und verzichten auf übliche und schädliche Genussmittel wie Tabak und Alkohol. Das sprach mich spontan an. Dieser Jugendbund mit dem Namen Deutsche Reform Jugend (drj) entstand in Folge der Lebens-Reform-Bewegung Anfang des letzten Jahrhunderts aus der auch die bekannten Reformhäuser stammen. Bei den Treffen dieses Jugendbundes lernte ich Volkstanz sowie Volkslieder aus vielen verschiedenen Sprachen und Kulturen.

Jedoch war ich schon 24 Jahre alt und mit 25 scheidet man üblicherweise aus diesem Jugendbund wieder aus (es sei denn, man wird Gruppenleiter oder so). Nun denn, lieber spät als nie, dachte ich mir und in den folgenden Jahren nahm ich an mehreren Zeltlagern, Tanzfesten und Silvestertreffen dieses Jugendbundes teil.

Die Silvestertreffen fanden immer an einem ganz besonderer Ort statt: Burg Ludwigstein in Nordhessen.

Ich kann nicht mehr genau sagen, wie oft ich auf dieser Burg war, auf jeden Fall war es sehr oft.
Es wurde für mich fast zu einem Synonym: Silvester=Burg Ludwigstein
Und natürlich gehört zum drj-Silvester das legendäre große Silvesterfeuer!

Bei anderen Pfadfindergruppen sah ich gleichförmige Uniformen sowie die Gruppendrogen Alkohol und Nikotin.
Bei der drj waren die „Gruppendrogen“ das gemeinsame Singen und Tanzen. Eine Uniform gab es nicht. Alle Teilnehmer waren kunterbunt gekleidet mit einem leichten Hang in Richtung Naturstoffe und handwerklich hergestellter Kleidung. In dieser kunterbunten vielfältigen Gruppe fühlte ich mich wohl.

Was mir damals (wie heute) allerdings befremdlich war ist das Thema „Bund“ oder das „Bündische“.

In mir ist ein starkes Bedürfnis nach Freiheit für mich und meine Mitmenschen.
Gleichzeitig wertschätze ich zutiefst die im Inneren gespürte feste Verbindung mit Gott.
Auch mit dem „Ehebund“ kann ich mich wohl fühlen.

Bei einem „Bund“ sehr vieler Menschen sehe ich jedoch die Wahrscheinlichkeit der Massenbeeinflussung inkl. Gruppenzwang und damit eine Gefahr für die pluralistische Gesellschaft. Und Pluralismus gefällt mir sehr:

Eine Vielzahl freier Individuen und eine Vielfalt von gesellschaftlichen Kräften, Meinungen, Ideen, Werten und Weltanschauungen, die in einem Wettbewerb untereinander stehen. Minderheiten stehen unter Schutz und abweichende Meinungen haben einen legitimen Platz in einer pluralistischen Gesellschaft. (zitiert nach Wikipedia)

In diesem Jugendbund fand ich viele Freunde, auch solche, die mich über Jahrzehnte begleiten sollten. Mit mehreren davon lebte ich auch über Jahre in einer Wohngemeinschaft. Von einem, den ich leider aus den Augen verloren habe, bekam ich vor grob 30 Jahren den Hinweis in Nordhessen einen Platz für mein Naturbauten-Projekt finden zu können (Hallo Karsten, solltest Du dies lesen, melde Dich doch bitte mal bei mir!).

Viele Jahre später lernte ich die Anastasia-Bücher kennen und kurz danach einige der Buchleser. Sofort fühlte ich mich wie zu Hause:
Ein pluralistischer und kunterbunter Haufen an Herzens-Menschen, die sich (überwiegend) vegetarisch ernähren, nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und Freude haben am gemeinsamen Singen und Tanzen.

Passend dazu nahm ich Teil beim ersten großen Treffen der Anastasia-Leser auf der Burg Ludwigstein (Okt. 2014).
Es fühlte sich fast wie eine Zeitreise an. So vieles erinnerte an meine Jugend auf der Burg!

2 comments to Die Burg Ludwigstein, ein mir vertrauter Ort seit meiner Jugend

  • Wunderbar. Danke, dass Sie sich treu bleiben. Und dass Sie zur Ruhe in Ihren Beiträgen zurückkehren.
    Und ja, man kann nicht gleichzeitig singen und Angst haben.
    Angst und Liebe gelten als die Grundemotionen, die uns antreiben . Alles andere sind Gefühle. Also wenn man singt wählt man damit die Liebe.

  • Avatar Irene Blome

    Herzlichen Dank für diese authentische Rückschau,sehr
    interessant beschrieben! Deine Erkenntnisse klar dargelegt. U. a. berühren mich sehr Deine Werte: die
    innere tiefe Verbindung zu Gott, die Ablehnung der Bildung eines Bundes mit vielen Menschen, wo Manipulation etc.eher zu finden sind. Dein Kennenlernen eines Haufens von Herzensmenschen, den Lesern der Anastasia Bücher als Ausdruck Pluralistischen Denkens. Herzens-Menschen. . Sehr bereichernd, danke lieber Konstantin

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