Konstantin Kirsch

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Dienstag 5. Januar 2016

politisch links oder rechts?

Hallo,

klingt vielleicht komisch, aber ich habe mich noch nie intensiv mit dem Unterschied zwischen politisch links und politisch rechts beschäftigt. Ich habe es nie verstanden, was damit gemein ist. In der Schule wurde mir beigebracht, dass es etwas mit der Sitzordnung in Parlamenten zu tun hat. Meiner Empfindung nach stehe ich politisch komplett aussen vor, weil dieses ganze Kasperltheater in mir weder Freude noch Interesse weckt.

Soeben habe ich mal bei wikipedia nachgeschlagen und bin stark erstaunt, was dort zu finden ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rechte_%28Politik%29

„Sie geht von einer Verschiedenheit der Menschen aus und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie. Ungleichheit wird deshalb von der politischen Rechten als unausweichlich, natürlich, normal und wünschenswert betrachtet. Hier ist zu unterscheiden zwischen der klassischen Rechten, welche die Ungleichheit durch Erbfolge und Familientradition gerechtfertigt sieht, und der liberalen Rechten, welche Ungleichheit nur dann für gerechtfertigt hält, wenn sie das Resultat eines fairen Wettbewerbs ohne Vorteilsweitergabe an Nachfahren ist.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Linke

„Die mitunter weit voneinander entfernten Strömungen der politischen Linken eint dabei, dass sie von einer Gleichheit der Menschen ausgehen. Mit linker Politik werden sehr unterschiedliche Umsetzungsversuche jener ideologischen Ansätze bezeichnet, welche die Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begriffenen Sozialstrukturen, zugunsten der wirtschaftlich oder gesellschaftlich Benachteiligten, zum Ziel haben.“

Also rein logisch betrachtet empfinde ich, dass beide Aussagen falsche Schlussfolgerungen beinhalten. ich mach das mal deutlich durch Fettdruck:

Zu den „rechten“:
…und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie…

Was ist Faktum: sind Menschen gleich? Ich meine: wirklich gleich? Ja? wirklich? Sind Zwillinge gleich? Sind eineiige Zwillinge gleich? Ist ein einzelner Mensch mit sich selbst gleich, sobald nur ein Bruchteil einer Sekunde vergangen ist?

NEIN! Es gibt keine Gleichheit zwischen Menschen, nicht zwischen Tieren, zwischen Pflanzen, zwischen gar nichts, ausser in komplett abstrakten Gebieten, in denen die Existenz von Gleichheit per Definition erst ermöglicht wurde (zB. Mathematik).

Also: Faktum ist, es gibt keine gleichen Menschen, sondern nur unterschiedliche Menschen. Dies hat aber rein gar nicht mit Hierarchie zu tun. Diese Schlussfolderung ist grundfalsch. Mir scheint in dem Text wird die Unterscheidung zwischen Menschen und Personen missachtet. Personen können die gleichen Rechte haben (auch wenn die Personen nicht gleich sein können). Eine Unterschiedlichkeit kann es in den Rechten geben und dann kann es eine Hierarchie geben: Manche haben mehr Rechte, andere weniger. Aber das Thema „Recht“ ist eine komplett abstrakte Geschichte und hat mit den Menschen noch nie was zu tun gehabt sondern nur mit Personen (die sich allerdings schon öfters mit der ihnen angebotenen Person fehlidentifiziert hatten).

Dann steht in dem Zitat noch was von Erbfolge und Familientradition. Hm, wenn jemand seinen Familienlandsitz schön gestaltet, so ein echter Raum der Liebe, der die Bewohner nährt, schützt und versorgt. Und ein anderer macht aus seinem Hektar nichts. (gleiches Recht = jeder einen Hektar…) Dann vererbt der eine einen produktiven Landsitz, der andere nur die Basis auf der was gemacht werden könnte, aber noch nicht wurde. Die Weitergabe eines besonders schön gelungenen Landsitzes an Nachfahren in der Familie ist dann „Vorteilsweitergabe an Nachfahren“. Aber selbst dann ist das keine Hierarchie zwischen den Landsitz Bewohnern. Es mag sein, der eine ist satt, der andere hungrig. Aber das ist keine Hierarchie im Sinne einer Rechtslage.

zu den linken:
…Ungleichheit und als Unterdrückung …, zugunsten der … Benachteiligten,

Es ist meines Erachtens eine logische Fehlverknüpfung aus einer Ungleichheit eine „Unterdrückung“ und „Benachteiligte“ zu kreieren.

Resumee:
Wenn ich fordere: Jede Familie soll einen Hektar bekommen (also alle gleiche „Land-Rechte“), bin ich wohl politisch „links“.
Wenn dann dieser Familienlandsitz an Nachfahren weiter gegeben wird, gilt dies wohl politisch als „rechts“.

(kopfschüttel)

Also ich finde: Weder die Erklärungen/Definitionen bei Wikipedia sind logisch in sich noch taugen sie für das Leben auf dem Landsitz, oder wir taugen nicht für das politische Links-rechts Geplänkel.

Viele Grüße
Konstantin

7 Kommentare zu politisch links oder rechts?

  • Johannes

    „Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied.“
    „Doch, doch“, ruft das Känguru, „die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.“

    Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Offenbarung, zitiert nach fefe https://blog.fefe.de/?ts=ab052a60

  • Eric Fuchs

    Ach ja die gute alte Ideologiefalle .Mensch ist Mensch egal wie sinnig oder unsinnig seine Attitüde ist.aber das kann man weder mit Antifaschisten noch nazis diskutieren ohne sich vorwerfen zu lassen man gehöre eben jenen Menschen an gegen welche sie „kämpfen“ .und je radikaler die Ansichten desto mehr gleichen sie sich.sehr paradox

  • Roland

    Das Teile und Herrsche-Prinzip … gibt’s in der Natur rechts und links?
    Würden rechts und links zusammenarbeiten könnte vielleicht auch was brauchbares bei rauskommen … Symbiose, Holistisches Prinzip, …
    Sagt Anastasia was dazu? (bin erst beim dritten Buch)

  • Jörg

    Hallo Konstantin,
    ich stimme Dir zu ! Sollte das ganze links rechts spiel schon irgendwann einmal zu etwas getaugt haben, so ist es mittlerweile völlig auf den Kopf gestellt. So erlebe ich es, dass ein Bündnis aus linken, Gewerkschaften und Kirchen es erforderlich macht, daß ich auf einem Kongress, der u.a. Themen wie Frieden, Rückzug deutscher Soldaten aus anderen Ländern, kritische Betrachtung der amerikanischen Geopolitik, etc. behandelt, von Polizei geschützt werden muß. Mahnwachen für den Frieden werden von der Antifa gestört. Was soll das? Das sind doch genau die, die ich bei solchen Themen an meiner Seite sehen möchte und nicht demonstrierend vor mir! Das ganze hat ausgedient!

  • Tobias

    Hallo Konstantin,

    es ist ein Zeichen von gesundem Menschenverstand, wenn Du diese unsinnige Unterscheidung in Links und Rechts nicht so wirklich nachvollziehen kannst 😉

    Wenn ich in Diskussionen zu dieser Thematik verwickelt werde, kürze ich das Ganze inzwischen einfach nur noch mit dem Verweis auf dieses Video ab, das die Sache meiner Meinung nach sehr schön auf den Punkt bringt: https://www.youtube.com/watch?v=79-Tp2Bym30 – Kernaussage: „Der Mensch ist nicht links oder rechts, sondern ein multidimensionales Wesen.“

    Und ja, das ist Teile und Herrsche in Reinform. Und es funktioniert (leider!).

    Liebe Grüße
    Tobias

  • Albrecht

    Links, rechts, Mitte, alles ist parteienideologischer Denkmüll aus dem letzten Jahrtausend. Seither geht man davon aus, dass es zwingend eine herrschende Kaste zu geben habe, die – rechts betrachtet – selbstbestimmten Individuen vorschreibt, was sie zu denken und zu tun haben. Links betrachtet schreibt die herrschende Kaste dagegen jedem gleichgeschalteten Individuuum vor, was es zu denken und zu tun hat. Und „mittig“ betrachtet schreibt die herrschende Kaste dem „freien Individuum“ vor, was es zu denken und zu tun hat.

    Egal ob Kapitalismus, Sozialismus, Sadismus, Islamismus, Anti-/Faschismus, Kommunismus, Individualismus, Egoismus, das ist alles gequirlter Müll – Mus eben.
    Nur wenn wir mindestens das Parteiensystem abschaffen würden, könnten wir ein Leben ohne ideologische Zwänge führen lernen. Wann der Mensch in seiner Orientierung an der drögen Masse aber schon bereit ist, ohne Zwänge von oben ein frei bestimmtes Leben ohne Grenzverletzungen gegenüber anderen und gegenüber der Umwelt zu führen, wäre interessant zu erleben.
    Solange diese Schwarmorientierung dazu führt, dass wir immer wieder massenweise und kritiklos (nein: begeistert) ein herrschendes Kastensystem akzeptieren und sogar selbst wählen, solange wissen wir auch, dass die Gesellschaft/Menschheit noch nicht bereit ist für echte Selbstbestimmung, Eigen-/Sozial-/Umweltverantwortung, tatsächliche Freiheit und Demokratie. Darum möge selbst jeder bei sich selbst beginnen. Nur so kann Masse enstehen. Immer mehr machen sich auf den Weg, das stimmt positiv.
    LG, Albrecht

  • hannes

    lieber Konstantin, dein resümee und die analyse sind leider falsch.

    ich habe jetzt grad keine zeit für eine wirkliche erläuterung. aber der linken würde es zB darum gehen, das möglichst alle menschen die möglichkeit haben einen solchen landsitz zu haben und nicht wenige nachfolgen der adligen sehr viel land für sich beanspruchen, weil denen das irgendwann mal „von gott gegeben“ wurde (das wäre ein klassischen beispiel für hierarchie & erbfolge). viele menschen haben in deutschland keinen zugang zu land, weil sie benachteiligt sind (nicht zuletzt auch junge biolandwirte). zb weil unser bildungssystem finanziell schwache menschen benachteiligt und teils ausgrenzt und sie so nicht zum nötigen geld kommen. und überhaupt, weil bei uns 10% der bevölkerung einen großteil des vermögens besitzen – so etwas ist mit ungleichheit gemeint (oder die ganze kritik von margrit kennedy an unserem wirtschaftssystem), nicht die vielfalt und individualität der menschen, auch nicht. damit ist auch nicht gemein, dass leuten die nichts tun genauso viel zusteht, wie fleißigen bienchen, aber manche „linke“ fordern ja zB ein grundeinkommen, dass also jeder „gleiche“ grundsicherheiten hat und dann je nach dem, aus seinem leben machen kann, was er will, zb mehr geld und land ansammeln.

    oder ein freund von mir in kenia leidet sehr darunter, dass das land nicht den menschen vor ort gehört, bzw nur einem kleine korrupte menschengruppe dort viel hat und halt generell das land und die menschen sehr unter den industrialisierten ländern wie deutschland leidet. das ist mit ungleichheit und als unterdrückung begriffene sozialstruktur gemeint. er wird von diesem system unterdrückt und in seiner freihheit eingeschränkt (zum glück gelang es ihm mit der zeit land zu bekommen und sie machen dort viele permakultur projekte und bauen ein interkulturelles friedensdorf auf). der kontinent afrika ist auch sonst ein gutes beispiel, natürlich haben die stämme sich da schon immer gestritten und alle waren unterschiedlich, die europäer haben sich dann aber als was besseres gesehen, bzw die einheimischen als tiere, bestenfalls unzivilisierte wilde und ihnen dann alles weggenommen und hier und da völkermord betrieben, weil sie zu hause nicht genug zu essen hatten. mittlerweile wird afrika so stark ausgebeutet, dass die menschen vom einst so fruchtbaren kontinent fliehen müssen, natürlich auch wegen krieg, aber auch, weil wir industrienationen ihnen den wohlstand genommen haben und ein krasses hierarchiegefälle aufgebaut haben.

    mit gleichberechtigung ist auch nicht gemeint, dass alle gleich sind. bei der gleichstellung der frau geht es ja auch nicht darum, dass es keine unterschiede zwischen geschlechtern gibt, sondern, dass frauen v.a. in der vergangenheit wenig freiheit hatten, sondern in erster linie für herd & kinder zuständig waren und eben auch heute noch benachteiligt sind (und das nicht an den körperlichen unterschieden, sondern an unserem system liegt).

    noch ein letztes beispiel: die partei die linke ist zb auch nicht dagegen, dass du dein land vererben darfst. wenn du aber 10 landsitze vererbst an drei kinder, dann werden die mit erbschaftssteuer rechnen müssen. oder wenn du jährlich mehr als eine millionen euro verdienst, würde die linke sagen: alles darüber bekommt der staat, um zb in bildung, infrastruktur etc für alle zu investieren.

    jetzt habe ich doch recht viel und chaotisch geschrieben, aber ich denke, man merkt, was ich sagen möchte.

    kannst du damit was anfangen?

    herzliche grüße
    hannes

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