Im Spätsommer, in der Erntezeit, gibt es oft in kurzer Zeit sehr viel frisches Erntegut. Dann kann ein Gefrierschrank sehr hilfreich sein, weil das Einlegen ins Gefrierfach weit schneller geht, als beispielsweise das Einkochen, das Backen, das Fermentieren und ähnliches.
Wenn man gerne Tiefkühlware kauft, kann man beobachten, daß es alle paar Wochen günstige Angebote gibt, beispielsweise bei Produkten der Firma Frosta (die vergleichsweise sehr gute Produkte anbieten). Ein Gefrierschrank mit entsprechendem Vorratsvolumen kann die Zeit von einem Angebot zum nächsten überbrücken. Wenn man auf dem Lande wohnt, weit ab von Supermärkten, kann eigene Vorratshaltung den Fahrtaufwand deutlich reduzieren.
Für die längerfristige Lagerung ist meist das Einfrieren bei minus 18°C günstig. Bei Maronen ist die optimale Lagertemperatur deutlich höher, und zwar knapp über dem Gefrierpunkt, also beispielsweise bei 2°C plus. Bei dieser Temperatur kann man Esskastanien gut von der Ernte bis zur Vorweihnachtszeit lagern.
Nur wenige Gefrierschränke können sowohl tief gefrieren als auch tief kühlen.
Ein geeignetes Gerät für beide Temperaturbereiche ist beispielsweise das Modell „Gorenje FNC618D6XWF“ mit 312 Litern Platz und einem einstellbaren Temperaturbereich von -24° bis plus 8°C. (die eingestellte Temperatur gilt immer für das ganez Gerät)
Die Funktion „Wifi“, also Kontrolle und Steuerung des Gerätes per Handy-App muss man nicht aktivieren. Das Gerät läuft auch manuell. Mit einem Acousticom 2 (Elektrosmog-Messgerät) konnte ich keine Funkwellen messen. Der Gefrierschrank funkt also erst, wenn man man die Funktion „Wifi“ einschaltet (wovon ich abrate, weil ich E-Smog möglichst gering halten will).
Um die Lebensmittel vor Verfall zu bewahren, ist ein geringer Sauerstoffanteil günstig (Sauerstoff läßt Früchte und Nüsse oxidieren. Sie werden braun und fettiges wird ranzig). Ein zuverlässiger Vakuumierer ist der „ROMMELSBACHER VAC 485“. Sollte man weiche Früchte, beispielsweise Himbeeren oder Brombeeren vakuumieren wollen, würden sie bei Folienbeutel-Vakuum vermatschen. Geeignet sind Weckgläser, in die man die Früchte füllt. Das gefüllte Glas mit Deckel, Gummidichtung und Metallklammern wird dann komplett vakuumiert. Dazu stellt man das gefüllte Weck-Glas in ein „Magic Vac, Vakuumbehälter, 4 Liter“, verbindet mit dem beiliegenden Schlauch diesen mit dem Rommelsbacher VAC 485 und drückt auf die entsprechende Taste. Nach dem Vorgang entnimmt man das Weckglas aus dem Magic Vac und entfernt die Metallklammern. der Deckel hält, die Früchte haben fast keine Luft mehr um sich herum und das Glas kann umgehend in den Gefrierschrank.
Der Magic Vac ACO1002 hat 4 Liter Volumen und da hinein passt beispielsweise ein 1 L Weck-Tulpenglas mit Deckel und Klammern:
https://www.magicvac.com/de/produkte/behaelter-und-zubehoer/behaelter-linie-executive
So weit so gut – bis einmal der Strom ausfallen sollte…
Der durch den Klimawandelwahn befeuerte Ausbau von Zufallsstromgeneratoren (Wind und Solar) bringt schon seit einiger Zeit das Stromnetz in arge Bedrängnis. Wenn es so weiter geht wie bisher wird ein großflächer Stromausfall immer wahrscheinlicher. Wie lange es danach braucht, bis es wieder durchgehend Strom im Netz gibt, ist fraglich. Von Stunden bis Tagen ist vieles möglich… Vielleicht bewirkt die forcierte Deindustrialisierung auch, daß wir in Deutschland eines Tages nur noch zu gewissen Stunden Strom im Netz haben…
Ein gut gefüllter Gefrierschrank ist bei Stromausfall von wenigen Minuten bis Stunden unkritisch. So schnell taut der Inhalt nicht auf. Sollte der Stromausfall jedoch länger als einen halben Tag andauern, wird die Tiefkühltemperatur von minus 18 °C deutlich verlassen, was für die Haltbarkeit gar nicht gut ist.
Um den Inhalt des Gefrierschranks abzusichern habe ich deshalb einen Akku in Kombination mit einem passenden Wechselrichter mit USV-Funktion installiert (USV = unabhängige Spannungsversorgung).
Gewählt habe ich einen LiFePO4-Akku mit 314 Ah des Herstellers YEAGULCH (derzeit 379,99 Euro):
https://www.amazon.de/dp/B0GCJ6R25M
Als Wechselrichter habe ich den LGC-1280 der Herstellers Junbpaw gewählt (max 1280 Watt):
https://www.amazon.de/dp/B0FZGR9XMZ
Dieser Wechselrichter hängt am Netz, führt den Netzstrom im Vorrang zum Verbraucher und schaltet bei Netzausfall binnen 10 bis 15 Nanosekunden auf den Akku um.
Zwar braucht der Gefrierschrank niemals über 1000 Watt, aber in einem Blackout könnte es sein, daß ich mal 230V für ein anderes Gerät brauche, und sei es nur für Minuten, und dann ist es gut, wenn schon ein Wechselrichter im Haus ist, daß er auch eine höhere Leistung verkraftet.
Bie der Maximallast würden über 100 Ampere Strom durch die Verbindungskabel Akku – Wechselrichter fließen. Dafür finde ich die mitgelieferten Kabel eher grenzwertig dünn. Um diesbezüglich sicher zu sein habe ich noch dies besorgt:
EXLECO 2 Stück 20cm Batteriekabel 2AWG 35mm², Batterie Kabel Max 336A
https://www.amazon.de/dp/B0GWQBW4TX
Nun folgen ein paar Bilder der Installation:

Der Wechselrichter ist auf eine Sperrholzplatte geschraubt. Diese ist mit Doppelklebeband auf den Akku geklebt.

Das Ganze findet Platz neben dem Gefrierschrank unter einem maßgefertigen Tischchen 60×40 cn, so daß man gut Euroboxen darauf stapeln kann. So ist der Lüfter nicht ganz am Boden (dort ist oft Staub) und oberhalb sowie seitlich hat der Wechselrichter Luft zum Kühlen.

Für den LIFePO4 Akku ist es optimal eine max. Ladeschlusspannung von 14,4 Volt einzustellen. Dazu muss rechts an dem roten Schalter der linke kleine weiße Schalter nach unten geschoben und der kleine weiße rechte Schalter nach oben geschoben sein (siehe Anleitung):

Ein wenig störend ist der Lüfter, der im Alltag jedoch sehr selten läuft, allerdings durchgehend an ist, während der Akku geladen wird, also beispielsweise nachdem ein Blackout vorbei ist (ich hatte zuerst einen anderen, etwas günstigeren Wechselrichter besorgt, der hatte 2 Ventilatoren, die immer liefen und nie Ruhe gaben. Gut, daß man bei amazon bestelte Artikel leicht zurück geben kann).
Dies sind die Messwerte meines Experiments:
Nach Netzausfall läuft die Anlage 5 Tage und 9 Stunden (also rund fünfeinhalb Tage) durch bis dem Akku die Puste ausgeht und der Gefrierschrank keinen Strom mehr erhält. In dieser Zeit wurde der Gefrierschrank geschätzt 2 Mal am Tag kurz geöffnet (normale Nutzung, etwas einlegen oder entnehmen).
Danach brauchte das Gerät 22 Stunden bis der Akku wieder voll war.
Angenommen, man hätte nie die Tür geöffnet, dürfte die Stromversorgung satte 6 Tage durchhalten.
~~~
Bei der Kühl-/Gefrierkombination in der Küche habe ich eine ähnliche Installation vorgenommen. Der Wechselrichter ist der gleiche. jedoch ist er verbunden mit einem 150Ah Akku. Im Küchenalltag wird die Kühlschranktür ca. 20 bis 30 mal am Tag geöffnet.
Die dortigen Ergebnisse waren: Ca. 1,5 volle Tage Netzabschaltung wurden überbrückt.
Nach zehneinhalb Stunden Ladezeit war der Akku wieder voll.
Dankeschön für diesen Erfahrungsbericht! Eine sehr hilfreiche Inspiration!