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Samstag 26. April 2008

Gedanken zur Imkerei

Nachdem der Frühling nun wirklich begonnen hat beobachte ich, dass die Honigbienen fehlen. An den blühenden Obstbäumen summen Hummeln und ein paar kleine Wildbienen.
Der befreundete Imker, der letztes Jahr ein Bienenvolk in unserem Garten aufstellte, hat mit anderen Standorten genug zu tun. Von ihm bekommen wir dieses Jahr keine Bienen. Bei anderen Imkern fragte ich nach: Teilweise sind alle ihr Bienen gestorben!
Während ich so rumfrage werde ich regelrecht umworben ob ich Imker werden will. Das Durchschnittsalter in dem Imkervereinen ist sehr hoch. Es gibt praktisch keinen Nachwuchs. Ich bin aber nicht auf der Suche einem Verein beizutreten. Mich interessiert das Thema „Bienen“ immer mehr. Schon Albert Einstein habe gewarnt: »Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.«

Siehe dazu auch den Artikel in der Zeit vom 24.5.07

Auffällig ist für mich, dass die Vorstellungen was für Bienen richtig sei stark von einander abweichen. Es gibt unterschiedliche Bienenrassen, am weitesten verbreitet die Carnica und die Buckfast. Diese sind jedoch hierzulande nicht heimisch. sie gelten nur als kulturangepasst. Heimisch ist hierzulande die dunkle Biene (Apis mellifera mellifera), diese mögen allerdings einige Imker nicht, während gleichzeitig viele Naturschützer (und Imker sind Naturschützer) auf „heimische“ Pflanzen grossen Wert legen weil nur diese zu den „heimischen“ Insekten passen würden…

Es gibt viele verschiedene Bauformen der Bienenwohnungen (genannt „Beuten“). Im Jahresablauf des Imkers scheint jede Menge Arbeit zu tun. Rähmchen zusammenbauen, Mittelwände einlöten, Drohnenrahmen einhängen, Schwarmverhinderung durchführen, Absperrgitter einlegen, 3x Honig schleudern pro Jahr, Varroabehandlung, Winterfutter bestellen, …

Der alte Spruch: „Wer Bienen hat und Schafe, dem kommt’s Geld im Schlafe.
gilt bei moderner Imkerei nicht mehr!

Nur was bedeutet „Mode“ in der modernen Imkerei?
Zum einen fällt mir auf, dass laufend, teilweise wöchentlich in die Bienenstöcke eingegriffen wird. Es wird geprahlt über die Mengen des erbeuteten, sorry geernteten, Honigs. Weiterhin ist es für mich erschreckend, dass mir gesagt wurde, dass überwiegend die Bienenwohnungen aus Styropor bestehen! Siehe zB in diesem Shop.

Doch was ist Styropor? Dies ist ein Kunstoff der aus Styrol hergestellt wird. Dieser Rohstoff ist in geringen Mengen auch im fertigen Produkt enthalten. Das Styrol gasförmig ist verdampft es im Lauf von Jahren Stück für Stück. Styropor gibt also laufend Styrol ab. Ein Blick bei wikipedia gibt weitere Infos zu Styrol:

Es reizt die Atemwege, Haut, Augen und Schleimhäute … Styrol kann fruchtschädigend wirken … Styrol steht im Verdacht krebserregend zu sein … Styrol zählt zu den Lösungsmitteln, die gehörschädigend wirken …

Und dies soll den Bienen eine gute Wohnung sein? Wundert es da noch jemand dass Bienen sterben? Passend dazu bekam ich einen Link zugesendet der einen erweitereten Blick auf das Bienensterben gibt:
www.tiergeschwister.de/News/Bienensterben.htm

Was gibt es für Lösungsansätze? Wie kann ein glückliches Leben mit Bienen aussehen ohne sie auszubeuten?

Die ganz alte Methode ist die Zeidlerei, das Sammeln von Honig wilder oder halb wild lebender Bienenvölker. Jedoch gefällt mir dabei überhaupt nicht, dass es dazu gehörte das Bien, also das Bienenvolk zu töten um den Honig und das Wachs zu erbeuten.

Im Anastasia Buch Band 1 wird beschrieben wie man aus dicken Brettern eine Bienenwohnung herstellen kann. Jedoch ist dies mit einigen Problemen behaftet, denn irgendwann ist die Höhle zugebaut und das Volk muss wegfliegen. Dann kommen Wachsmotten um das Wachs zu fressen und 1-2 Jahre später kann wieder ein Bienenvolk einziehen. Mann müsste also viele dieser sogenannten Klotzbeuten bauen um nachhaltig damit den Bienen einen Wohnraum zu bieten.

Dann ist mir beim Suchen und Lesen ein sehr interessantes Buch aufgetaucht:
Apiculture von Emile Warré. Den Link zum Buch sowie weitere sehr interessante Texte gibt es auf diese Seite:
www.selbstversorgerforum.de/bienen/bienenindex.html
[Neuer Link: http://www.warre-bienenhaltung.de/]

Seine Betriebsweise nutzt die Vorteile – behebt aber die meisten Fehler der modernen Imkerei. Der Author behauptet, daß man mit dieser Betriebsweise:

* die Imkerei wieder zugänglich für alle machen wird
* die Imkerei wieder wirtschaftlich und ertragreich machen wird
* dem Wesen der Bienen gerecht wird
* auch eine gewerbliche Imkerei führen kann, bei bienengerechter Haltung

Weitere Details werde ich jetzt nicht anführen. Wer Interesse an Bienen hat wird über diese Seite zu ausführlichen und sehr interessanten Inhalten finden.

Die empfohlenen Warré Beuten kann ein geübter Bastler leicht selber herstellen.
Ein österreichischer Tischler bietet auch Fertige zum Kauf.

1 comment to Gedanken zur Imkerei

  • Hallo Konstantin, hab vielen Dank für den interessanten Buchtipp von Emile Warré! Ich bin seit ein paar Wochen „dabei“ im Thema Imker-werden und Bienen haben- eine sehr spannende Reise, das kann ich sagen.
    Für mich war direkt und ganz klar „keine andere Beute als aus Holz“. Ehrensache. Jeden Hinweis zur bienengerechten Haltung nehme ich dankbar auf, insofern hast Du mir gerade einen Schatz geschenkt 🙂 Nochmal Dank! Bist Du denn mittlerweile auch mit Biene im Leben? Herzliche Bienen-und-Honigfreund- Grüße aus Köln! (man kann auch in der Stadt Bienen halten, wusste ich bis vor kurzem auch noch nicht)

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