Rocket Stove – Raketenofen

Ich bekomme ein Buch geschenkt über eine hierzulande noch recht unbekannte Ofenart: der Rocket Stove oder auch Rocket Mass Heater genannt. Dieser Raketenofen soll sehr interessante Eigenschaften haben: geringer Brennholz Verbrauch, sehr saubere Verbrennung, kein Rauch, niedrige Abgastemperatur, zum Selbstbau geeignet usw.

Auf dieser (englischen) Webseite kann man einiges darüber lesen und Filme ansehen:
http://www.richsoil.com/rocket-stove-mass-heater.jsp

Hat jemand meiner Blogleser schon Erfahrung mit dieser Ofenform?

6 Gedanken zu „Rocket Stove – Raketenofen“

  1. Erfahrungen damit habe ich noch keine, aber die Eigenschaften sind ähnlich wie bei einem Kachelofen, was die vollständige Verbrennung der Abgase und daher die Wirtschaftlichkeit betrifft. Vermutlich ist ein Raketenofen aber einfacher zu bauen…

  2. Ein “rocket stove” ist die Heizeinheit (sozusagen der Brenner) eines “rocket mass heaters” und wird als holzsparende Kochstelle verwendet. Beim mass heater wird mit Abwärme des des stoves mit einem langen, waagerecht verlaufenden Ofenrohr eine größere Masse aus Lehm (Sitzbank oder Wand) aufgeheizt, welche dann wie ein Kachekofen die Wärme über Stunden abgibt; statt Schornstein ist nur eine Öffnung in der Außenwand nötig (nix für den Schornsteinfeger!). DIE Spezialisten für mass heater sind ernieanderica.info. Zum rocket stove gibt es massenhaft youtube videos mit unterschiedlichen Bauformen, teilweise genial einfach. Ich halte jedoch Pyrolyse-Brenner (auch Holzgas-Kocher genannt) (samapada.de, el-carbonero.de, sehr einfacher Selbstbau aus zwei Dosen) als Kocher für sinnvoller; sie sind ebenfalls äußerst sparsam und erzeugen dazu noch Pflanzenkohle für den Kompost (Terra preta, Rückbindung von Kohlenstoff im Boden) oder zur Nutzung in Holzkohle-Kochern.

  3. Hallo Tasco,
    zum Thema Holzkohle gibt es unterschiedliche Ansichten. Beispielweise war ich schon mal bei einem Vortrag von Herrn Witte, Kompostwerk Quedlinburg. Er hat eine Art zu kompostieren entwickelt die innerhalb weniger Monate Humus herstellt die sehr ähnlich wie Holzkohle / Braunkohle / Teer! aussieht. Seine Forschungen sind derart unglaublich, dass ich an vielen Stellen mein bisheriges Denken über Humus ändern musste. Durch diese Darstellungen ist mir klar geworden, dass die Terra Preta Geschichte vielleicht ganz anders ist als bisher angenommen. Ich bin mittlerweile kein Freund mehr davon Holzkohle herzustellen um sie dem Boden zuzufügen. Nur wenn sie beiläufig entsteht, dann kann man sie mahlen (aber welch ein Aufwand!!!) und dann daraus das machen was als Terra Preta angesehen wird. Darüberhinaus sehe ich keinen Sinn in der CO2 Hetze. Ob Kohlenstoff im Boden ist oder CO2 in der Luft, die Pflanze braucht Kohlenstoff um zu leben. Kann sie den Kohlenstoff aus Holzkohle wirklich aufnehmen??? Damit Pflanzen optimal wachsen können bräuchten sie die 3fache Konzentration von CO2 in der Luft! In diesem Sinne wäre es förderlich wenn jegliche im Boden gefundene Holzkohle zu CO2 verbrannt werden würde. Hm, wie gesagt: es gibt viele Ansichten.

  4. Hallo Konstantin,

    die Pflanze nimmt keinen Kohlenstoff aus der Holzkohle auf sondern CO2 aus der Luft. Die Holzkohle speichert Wasser und Mineralien und gibt beides auch wieder ab. Das hilft den Pflanzen.

  5. Hallo Radames,
    der Effekt von Holzkohle muss mehr sein als die Speicherung von Wasser und Mineralien. In Sandboden mag dieser Effekt stattfinden, aber in Lehmboden soll Holzkohle auch etwas bewirken und dort ist Wasserspeicherung und Mineralienlage eh sehr gut. Ich kann mir vorstellen, dass im Lauf von Jahrhunderten auch ein Teil der Holzkohle verrottet und der Kohlenstoffanteil von Wurzeln aufgenommen wird. Es kann so vieles stattfinden was die Wissenschaftler noch nicht wahrgenommen haben. es kann zB auch sein, dass Holzkohle in Kontakt mit Wurzeln zwar nicht aufgenommen wird, aber die Blätter befähigt mehr CO2 aufzunehmen. Ich vergleiche das mal mit Fussreflexzonenmassage. Da gibt es auch Kopfmeridiane an den Füssen etc.
    Grüße
    Konstantin

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