Fragen an Konstantin

Spenden

Wer diesen Blog unterstützen will, kann spenden:

Projekt Waldgartendorf e.V.
VR-Bank Bad Hersfeld
DE41532900000036101300
BIC: GENODE51BHE
Verwendungszweck: Spende

Archiv

Green Hosting mit Ökostrom und lokal erzeugtem Solarstrom!
Donnerstag 1. Februar 2018

Mehrjähriges Gemüse

Gestern war ich in Witzenhausen bei einer Arbeitsgruppe für regenerative Landwirtschaft. Dabei kam es zu der interessanten Fragestellung, ob regenerativer Ackerbau überhaupt möglich ist. Sicher gibt es Möglichkeiten einen Acker so zu bewirtschaften, dass die Bodenbearbeitung minimiert ist (z.B. Direktsaatmaschinen), doch selbst wenn die Erosion gestoppt und der Humusverlust begrenzt wird, so ist doch wahrscheinlich, dass der Energieeinsatz immer größer ist als die Ernte, und damit kann man es schwerlich als regenerativ bezeichnen.

Dabei stellte die konkrete Frage, ob Gemüseanbau überhaupt regenerativ möglich ist, weil Gemüse überlicherweise mit einjährigen Pflanzen auf bearbeitetem Boden angebaut wird. Dabei bemerkte ich, dass das Wissen um mehrjährige, ausdauernde Gemüsepflanzen relativ gering ist.

Zu diesem Thema empfehle ich das (englische) Buch: „Perennial Vegetables“ von Martin Crawford“

In diesem Buch wird zu Beginn dargestellt, dass es verschiedenste mehrjährige Pflanzen gibt, von denen wir Gemüse ernten können.
Es gibt beispielsweise Bäume, von denen wir Blätter essen können (z.B. Linde), es gibt Büsche mit essbaren Blüten (z.B. Holunder), es gibt Stauden (z.B. Brennessel), Kräuter (z.B. Pfefferminze), Farne (z.B. Straußenfarn), Kletterpflanzen, (z.B. Yams), Wasserpflanzen (z.B. Pfeilkraut), Wurzelfrüchte (z.B. Yakon) und vieles mehr. Je nach Härtezone müssen manche Pflanzen in rauherem Klima gegebenenfalls im Herbst aus- und Frühling wieder eingegraben werden.

Der überwiegende Teil des Buches beschreibt über 100 Pflanzen im Detail mit Angaben was geerntet werden kann und wie die Zubereitung sein sollte. Einige Pflanzen sind im rohes Zustand gut zu verzehren, bei anderen muss die Nahrung zuerst gekocht werden. Für die genaue Anleitung möge man bitte in dem Buch nachlesen.

Für einen ersten Einblick, was es so alles gibt, habe ich die Pflanzennamen aus dem Buch als Liste zusammengestellt und dazu angeben: Angabe zur Winterhärte, den essbaren Teilen, sowie die Wertung von www.pfaf.org zu Nahrung und Medizin

Hier ein Foto von der Tabelle, sortiert nach Nahrungswert:

Hier die Dateien (LibreOfficeCalc):

mehrjaehrige-gemuese-sortiert-botanischer-name.ods
mehrjaehrige-gemuese-sortiert-deutscher-name.ods
mehrjaehrige-gemuese-sortiert-haertezone.ods
mehrjaehrige-gemuese-sortiert-pfaf-essen.ods
mehrjaehrige-gemuese-sortiert-pfaf-medizin.ods

8 comments to Mehrjähriges Gemüse

  • Barbara

    Hallo Konstantin, wieder mal läufst Du bei mir offene Türen ein. So etwas wollte ich längst mal zusammenstellen. Denke und erzähle noch oft von Deinem Garten.
    Herzliche Grüße
    Barbara

  • Christian

    Danke für die Liste und damit die Anregungen! Ich esse bei Meerrettich die Wurzeln, habe da mehrere Pflanzen auf einer Wiese und die verbreiten sich gemäßigt weiter trotzdem. Sind da absichtlich weiter keine Beerensträucher bei? Ich würde sonst vor allem die Aronia ergänzen. Lieben Gruß!

  • Hallo Christian, es geht bei den Listen um Gemüse und nicht im Beeren. Bei manchen Pflanzen kann man Beeren ernten UND die Triebe/ Blätter / Wurzeln als Gemüse essen. Aronia und viele andere Beerenfrüchte sehe ich nicht als Gemüse. Gleichwohl sind sie wunderbare mehrjährige Nahrungspflanzen.

  • Stefan

    Toll! Finde ich große Klasse dass du über die mehrjährigen Gemüsepflanzen berichtest. Da tun sich echt neue Möglichkeiten auf, inspirierend! Vielen Dank für die Zusammenstellung!

  • Frank

    super Konstantin und lieben Gruss aus Canada von Frank 😉

  • Doris Leitner

    Topinambur ist mehrjährig, braucht null Pflege und wächst in unserem Klima super. Die Wurzeln sind roh und gekocht essbar

  • Hallo Doris. Ja, Topinambur ist bewährt als mehrjähriges Gemüse angebaut zu werden. In den Listen ist Topinambur zu finden unter dem Namen „Helianthus tuberosus“. Es gibt Sorten mit unterschiedlichen Farben der Knollen. Meistens sind sie rot. Es gibt auch weiße. Diese schmecken mir besser. Aufpassen sollte man mit der verzehrten Menge. Nicht jeder Darm verträgt sie auf Anhieb (Neigung zu Blähung). Man sollte mit kleinen Mengen starten und diese dann langsam steigern um dem eigenen Körper und den Mikroben im Darm Zeit zur Gewöhnung zu lassen.
    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hallo Konstantin, das ist ja mal ein interssantes Thema, das ist mir noch nie so bewusst geworden. Ich habe selbst einen großen Gemüsegarten, die Hälfte davon als Permakultur. Auf meiner großen Naturwiese wachsen allerlei Wildkräuter die ich fast ganzjährig ernte, ohne das ich was tun muß.
    Vielen Dank für die tolle Buchempfehlung und die Info.
    Liebe Grüße aus der Lausitz
    Undine Janetzky

Kommentar schreiben (wird moderiert)