Fragen an Konstantin

Newsletter Anmeldung

Spenden

Wer diesen Blog unterstützen will, kann spenden:

Projekt Waldgartendorf e.V.
VR-Bank Bad Hersfeld
DE41532900000036101300
BIC: GENODE51BHE
Verwendungszweck: Spende

Archiv

Green Hosting mit Ökostrom und lokal erzeugtem Solarstrom!
Mittwoch 1. Januar 2020

Dreschflegel macht Werbung für Anastasia

Im April des soeben vergangenen Jahres 2019 hatte ich hier im Blog Werbung gemacht für die Dreschflegel GbR.
http://www.konstantin-kirsch.de/2019/04/dreschflegel-distanziert-sich-von-gaertnern.html

Gestern erfuhr ich, das genau diese Dreschflegel in ihrem aktuellen Heft „Saaten und Taten 2020“ Werbung für Anastasia veröffentlichen. Nun, ich bin nicht Anastasia, bin auch kein Sprecher irgendeiner angeblich existierenden „Anastasia-Bewegung“, trotzdem freue ich mich über diese Werbung. Das liegt daran, das ich die Anastasia-Bücher gelesen und für inspirierend empfunden habe. Zusätzlich habe ich den Anastasia-Index für die Buchserie verfasst. Ich bin deswegen kein Repräsentant oder Guru oder sonst irgendwer, ich bin möglicherweise jedoch derjenige, der diese Buchreihe in der deutschen Version am intensivsten gelesen haben dürfte.

Und da ich diese Buchserie in ihrer Gesamtwirkung als die wertvollste Buchserie überhaupt ansehe (und ich habe schon sehr viele andere Bücher gelesen), freue ich mich sehr über jede Form von Werbung.

Und Werbung funktioniert auf ihre eigene Weise.

Kleiner Exkurs: In den öko-links-alternativen Kreisen ist die Firma Manufactum wohl bekannt mit dem Motto „Es gibt sie noch die guten Dinge“. Das Angebot ist zwar eher hochpreisig, aber es wird von den Kunden wohl wahrgenommen und wertgeschätzt, daß die angepriesenen Artikel gut für ein nachhaltiges Leben dienen können. Sie halten länger und sind gegebenenenfalls auch leichter zu reparieren. Bis 2008 hatte diese Firma einen Begleitverlag: Manuscriptum. Die Wege haben sich getrennt, aber der Ursprung ist der Gleiche.

Zurück zum Thema Werbung. Ich zitiere von Manuscriptum:

Als Verleger mache ich die merkwürdige Erfahrung, daß der Erfolg eines politischen Buches nicht mehr dadurch gefördert wird, daß es in den Feuilletons wohlwollend besprochen und gewürdigt, sondern im Gegenteil dadurch, daß es verrissen, noch besser als Gefahr für Demokratie, für die „Modernität“ oder gar für die Menschenrechte gebrandmarkt wird. Man sieht daran, daß der deutsche Druck-, Funk-, und Online-Journalismus durchaus noch Meinungsmacht ausübt, allerdings eine inverse: Wo immer er erbittert darauf hinweist, daß jemand anderer Meinung sei als er, weckt er ein fulminantes Interesse.
Zitat aus: https://www.manuscriptum.de/kassiber/erinnerung-an-rolf-peter-sieferle.html

In der Werbeschrift vom Dreschflegel steht nun:

Doch sind in den [Anastasia]Büchern zahlreiche antisemitische, verschwörungsmythische und sexistische Inhalte zu finden. Die Anastasia-Bewegung weist teilweise eine deutliche personelle Nähe zur extremen Rechten auf und hat sich bisher nicht klar und öffentlich von dieser abgegrenzt.

Nun, ich gebe zu, die Werbekraft ist eher gemäßigt. Es fehlt die Gefahr für Demokratie und Menschenrechte. Aber „Antisemitismus“, „Verschwörungen“, „Sexismus“ und „extrem Rechte“ ist ja immerhin schon etwas, das eine gewisse Aufmerksamkeit erregt.

Von daher kann ich nur all jenen, die die Anastasia-Bücher vertreiben, raten sich etwas größere Bestände zuzulegen, denn die Nachfrage dürfte bald ansteigen. Ich hörte mal, daß die Dreschflegel tatsächlich mehr als ein paar hundert Kunden hätten, ja es sollen sogar mehr als ein paar tausend Kunden sein. Womöglich wurde diese Anastasia-Werbeschrift nun in vielen zehntausenden Stück verbreitet! Und insbesondere die Zielgruppe gefällt: Selbstversorger und Gärtner.

Hier ist der veröffentlichte Text als Bildzitat von Seite 106 und 107 der oben genannten Schrift:


Hier noch einmal als Fliesstext:

DRESCHFLEGEL GEGEN BRAUNE TENDENZEN

Im Winter 2018/19 fand in Witzenhausen die Veranstaltungsreihe „Heimat, Volk und Scholle – Rechts(d)ruck im ländlichen Raum“ statt. Einer der Vorträge thematisierte die Buchreihe „Die klingenden Zedern Russlands“ von Wladimir Megre und die daraus entstandene Anastasia-Bewegung.

Moment – hatte nicht einer der Dreschflegel in den vergangenen Jahren Saatgut auf Anastasia-Festivals verkauft? Hatte nicht ein anderer Dreschflegel begeistert von diesen Büchern erzählt? Gab es nicht einen Kunden, der eines unserer Saatgutseminare besucht hatte und selbst einen Familienlandsitz nach Vorbild der Anastasia-Bücher gründen wollte? Wir befassten uns näher mit dieser Thematik, recherchierten, lasen, diskutierten und stellten fest: Auch im Internet wird Dreschflegel an verschiedenen Stellen mit der Anastasia-Buchreihe in Zusammenhang gebracht. In den Anastasia-Büchern werden Themen behandelt, von denen sich ökologisch interessierte Menschen angesprochen fühlen können, wie beispielsweise eine naturnahe Lebensweise und Selbstversorgung durch Gärtnern. Doch sind in den Büchern zahlreiche antisemitische, verschwörungsmythische und sexistische Inhalte zu finden. Die Anastasia-Bewegung weist teilweise eine deutliche personelle Nähe zur extremen Rechten auf und hat sich bisher nicht klar und öffentlich von dieser abgegrenzt.

Die offensichtlich gewordene Rechtsdrift in der Gesellschaft polarisiert: Sollen wir als Saatgutinitiative Stellung zu Themen beziehen, die nicht in erster Linie mit Saatgut zu tun haben und damit diese Polarisierung „befeuern“? Schon 2025 war Dreschflegel auf einer reichsbürgernahen Internetseite verlinkt worden, was wir in den Saaten & Taten 2016 thematisierten. Seitdem schärften weitere Vorfälle unser Bewusstsein zu dieser Thematik. Wir bekamen eine Mail mit einer harmlosen inhaltlichen Frage, darunter ein Hakenkreuz. Einer anderen Mail waren mehrere Reichsbürgerlinks angehängt. Bei der Internetrecherche stießen wir auf rechtsesoterische Seiten, die per Link unser Saatgut empfahlen. Darum und trotz der Polarisierungsdebatte veröffentlichen wir nun nach intensiven Diskussionen eine ausführliche Positionierung, in der wir erneut die thematischen Überschneidungen zwischen rechten Ideologien und ökologischen Themen explizit benennen.

UNSERE FELDER SIND BUNT!
Wir Dreschflegel setzen uns in unserem Alltag mit Selbstversorgung, biologischer Landwirtschaft, regionalen Kreisläufen, Ernährungssouveränität und konzernunabhängiger Produktion von samenfestem Saatgut lokal angepasster Sorten auseinander. Diese Bereiche sind -wie alle ökologischen Themen – anschlussfähig für rechtsextreme Positionen: Ökolandwirtschaft wird von Rechten und völkischen Siedler*innen hierzulande als „dem deutschen Boden“ oder „dem deutschen Volke“ zuträglich angesehen, lokal angepasste Sorten können rechter Ideologie nach als „heimische“ oder „nationale“ Sorten befürwortet werden. Die Produktion von Saatgut samenfester Sorten können rechtsextreme Gruppierungen als Praxis gegen „ausländische, fremdgesteuerte Konzerne“ oder gar gegen angebliche „jüdische Verschwörung“ sehen und Selbstversorgung als eine Maßnahme zur Förderung „nationaler Autarkie“ und zur Abgrenzung von „außen“. Unser Einsatz für ökologische Landwirtschaft und samenfestes Saatgut begründet sich auf einem zu diesen Positionen grundverschiedenen Verständnis. Wir sind für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft, die die Menschenrechte anerkennt und möglichst große Spielräume für selbstbestimmte Lebensentwürfe lässt. In dieser Gesellschaft müssen alle Menschen gleichwürdig teilhaben und Schutz erfahren können – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, körperlicher oder seelischer Beschaffenheit. Wir stehen für ein linkes und feministisches Weltverständnis, welches sich positiv auf einen sozialen, Rollenklischees aufbrechenden Fortschritt bezieht, aber neuen technischen Errungenschaften oft kritisch gegenübersteht. Wir sind hingegen aufgeschlossen für technische Neuentwicklungen. wenn sie nicht nur an Symptomen, sondern an Ursachen ansetzen und komplexe Ökologische Gegebenheiten sowie das Vorsorgeprinzip berücksichtigen.

Wir wollen in einer Welt leben, in der wir unser Eingebundensein in die Natur anerkennen und einen respektvollen und achtsamen Umgang mit der Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Erde und ihrer Ökosysteme pflegen. Hierzu gehört ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne begrenzter Ressourcen und globaler Gerechtigkeit. Doch es gibt keine einfachen Lösungen: Auch unsere Lebensentwürfe — mit Teilhabe an kulturellem Leben und vielen Kompromissen — sind eingebunden in diese Gesellschaft mit ihren technischen und ökonomischen Gegebenheiten. Diese Widersprüche gilt es auszuhalten.

Aushalten wollen wir auch, einerseits für vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe einzustehen und andererseits mit ansehen zu müssen, dass die Lebensentwürfe vieler Menschen so gar nicht dem entsprechen, was wir angesichts aktueller Krisen für sinnvoll, richtig und notwendig erachten. Aber eine Welt ohne Widersprüche wäre autoritär, weil sie keine Abweichung verträgt. Dieses Spannungsverhältnis zeigt uns, dass wir für soziale, politische, materielle und ökologische Veränderungen eine demokratische Streitkultur brauchen.

Unsere Gesellschaft soll offen für alle sein — und daher dulden wir keine Positionen, die anderen eine gleichwürdige Teilhabe aberkennen. Wir sprechen uns klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und gegen alle weiteren Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aus. Autoritäre Ansätze, menschenverachtende Verhaltensweisen, Ausgrenzung, Hass und Hetze sollen bei uns keinen Platz haben. Das bedeutet, dass auch wir unsere eigenen Muster weiterhin kritisch beobachten.

Wir treten für einen solidarischen Umgang miteinander ein und versuchen, das Weltgeschehen möglichst differenziert zu betrachten. Wir sprechen uns gegen vereinfachende Erklärungen. Feindbilder und Verschwörungsmythen aus, die oftmals ein irrationales Misstrauen gegenüber häufig diskriminierten Gruppen schüren und die Komplexität der sozialen Realität deutlich reduzieren.

Wir sind uns der Überschneidungen zwischen unseren Themenfeldern und denen rechter Gruppierungen bewusst. Wir sehen uns in der Verantwortung, auf diese Problematik aufmerksam zu machen, uns in einem fortlaufenden Prozess mit unseren eigenen Positionen auseinanderzusetzen und diese immer wieder transparent zu machen — auf unserer Homepage, auf unseren Betrieben, in den Saaten & Taten und in unserer gelebten politischen Praxis.

Die Dreschflegel im Sommer 2019

***************************

Nun, wer sind diese Dreschflegel, die so etwas schreiben?

Oben im Text steht: „Wir stehen für ein linkes und feministisches Weltverständnis“

Leider findet sich im Text keine eindeutige Definition, was  unter „links“ sowie unter „feministisch“ verstanden wird.

So kann man überlegen, welches „Links“ denn gemeint sein könnte.
In der Auswahl befindet sich z.B.: „Links gegen die Polizei“ (2015 in Leipzig). Diese Linken schmeißen Steine (und anderes) gegen weiße Männer, die eine Herrschaftsstruktur repräsentieren (Polizei). Sie sind also nicht nur links sondern auch sicher feministisch:

 

 

Hm, scheint einerseits zu passen:
Flegel, die dreschen, aber andererseits steht oben im Text etwas über „Menschenrechte anerkennen“, und wenn auf Polizisten Steine geworfen werden, dann werden deren Menschenrechte ja wohl von den Linken nicht anerkannt.

Moment – hatte da nicht ein Chor vom ndr (gehört wohl zu den linken Massenmedien) einen Beitrag zur Polizei gebracht?

Also ich bin da nicht mehr so ganz sicher ob bei „linkem und feministischem Weltverständnis“ noch Respekt und Wertschätzung für Polizei und Staat vorhanden ist.

(Mir ist bewusst, das dieser Film ein Ausschnitt aus einer Reportage ist, die gegen hetzerische Rapsongs gerichtet ist, jedoch sehe ich diese Choreinlage auch als Beispiel, wie etwas, das (angeblich) „gegen“ Hetze sein soll, selber in sich auch Hetze sein kann.)

Nun, dann gibt es noch eine andere Stilrichtung von „links“, die Musiker und Songschreiber. Beispielsweise gab es vor grob einem Jahr in Chemnitz ein großes Konzert „Rock gegen Rechts“. Soweit so gut. Wurde seinerzeit auch von Bundespräsident Steinmeier empfohlen und von der Presse hochgelobt. Dort spielte beispielsweise die Gruppe K.I.Z. das Lied „Ein Affe und ein Pferd“.

Ein paar Zeilen aus dem Text:

Ich mach Mus aus deiner Fresse
[…]
Ich ramm die Messerklinge in die Journalistenfresse
[…]
Trete deiner Frau in den Bauch, fresse die Fehlgeburt
[…]
Ist eine Frau nicht nackt, dann beschmeiss ich sie mit Scheine
Macht sie sich dann nackt, dann beschmeiss ich sie mit Steine

Der komplette Liedtext ist hier zu finden.
Ist das das „links-feministisch“, was die Dreschflegel meinen?
Kann ich mir schwer vorstellen.

Wenn jemand „links“ sagt oder schreibt, dann kommen mir (unter anderem) diese oben genannten Beispiele.
Es gibt dann noch „linke“ Geschichten aus Hamburg, aus der Rigaerstraße in Berlin und so fort.

Muss man vor Freude jubeln, wenn jemand sich bekennt zu „links-feministisch“?
Mir ist das zu nichts sagend. Ich kann nicht erkennen, was darunter wirklich gemeint ist, solange es nicht genauer dargelegt wird.

Wer nun mögen die links-feministischen-Dreschflegel sein?

Ich zitiere aus ihrer eigenen Webseite:

Dreschflegel steht für:
Alte Menschen nach Verordnung 834, deren Mutter nach biologischen Richtlinien angebaut wurde. Eine Sorte bleibt in „ihrer“ Region. Unsere Sortenkriterien und Entwicklungsziele: robuste, krankheits- und schädlingstolerante Menschen!

Hätte ich echt nicht gedacht! Klare Worte, und das noch öffentlich!

Klingt aber doch irgendwie komisch, oder?

Nun, sie haben es selbst auf Ihrer Webseite so stehen. Zwar gibt es zwischen manchen Worten noch andere Worte, die ich einfach mal so weggelassen habe in künstlerischer Freiheit, ich habe aber zitiert und zwar in der richtigen Reihenfolge! Man kann es ein selektives Zitat nennen, oder auch ein nicht repräsentatives Zitat.

Denn, wenn schon Journalisten aus den Anastasia-Büchern diverse Zitate sinnentstellend aus dem Zusammenhang reißen und eine Hetzkampagne befeuern und andere, wie die Dreschflegel, darauf einsteigen und mitfeuern, dann darf man doch wohl auch Zitate aus deren Veröffentlichungen aus dem Zusammenhang reißen, oder?

Hier die Auflösung des Zitate Rätsels:

Dreschflegel steht für:
Biologisches Saatgut aus langjähriger Sortenentwicklung
für Hausgarten und Selbstversorgung
und nachbaufähiges Gemüse, Kräuter, Blumen, Alte Kulturpflanzen…

Dreschflegel ist eine Gruppe von Menschen, die auf siebzehn GärtnerInnenhöfen biologische Saatgutvermehrung und -züchtung betreibt. Seit 1990 hat sich Dreschflegel der Arbeit an alten Gemüsesorten und verschiedensten Kulturpflanzen verschrieben und mischt sich auf der politischen Ebene ein.


Biologisches Saatgut…

…ist die Grundlage für den biologischen Anbau im eigenen Garten.

Bio-Samen sind nach EG-Öko-Verordnung 834/2007 und nach den Richtlinien der Bio-Anbauverbände alle Samen, deren Mutterpflanzen nach biologischen Richtlinien angebaut wurden.

Wir haben unsere Sorten immer im langjährigen Anbau. Im Handel gibt es hingegen auch Saatgut aus einmaligem Nachbau auf einem Bioacker, während Züchtung und Vermehrung des Ausgangssaatgutes konventionell waren. In welchem Klimagebiet es gezüchtet oder vermehrt wurde oder ob es aus einem Gewächshaus stammt, spielt für die Bio-Anerkennung keine Rolle. Auch nicht, ob es sich um Hybrid-Sorten handelt.
Pflanzen sind lebendige Wesen, die sich an ihre Umgebung anpassen und die darauf reagieren, wie mit ihnen umgegangen wird. Deshalb geht unsere Arbeitsweise über die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung hinaus.

Unsere Stärken

  • Auf den Dreschflegel-Höfen und in den Gärtnereien erfolgt eine Anpassung an die biologischen Anbaubedingungen in langjährig biologischer Sortenentwicklung. Eine Sorte bleibt in „ihrer“ Region;
  • das Saatgut kommt über unseren eigenen Versand direkt von den Höfen zu Ihnen;
  • unsere Züchtung und Vermehrung findet überwiegend im Freiland statt, und unsere Sorten sind nachbaufähig, sie können von jeder und jedem weitervermehrt werden;
  • Sortenauswahl und Sortenentwicklung finden dezentral an vielen Orten statt, damit eine Anpassung an die regionalen Bedingungen geschieht;
  • unsere Sortenwahl und Zuchtarbeit ist auf vielfältige Kultur-, Boden- und Klimabedingungen ausgerichtet;
  • wir arbeiten nach den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung und sind darüber hinaus den Anbauverbänden Bioland, Demeter, Naturland, Gäa und Verbund Ökohöfe angeschlossen.

Unsere Sortenkriterien und Entwicklungsziele

  • robuste, krankheits- und schädlingstolerante Pflanzen
  • Anpassung an Klima- und Bodenbedingungen
  • guter Geschmack und schönes Aussehen
  • Beikrauttoleranz
  • gute Erschließung natürlicher Nährstoffquellen
  • sichere Erträge auch in ungünstigen Jahren
  • lange Ernteperiode statt industrieller, einmaliger Ernte
  • traditionelle Vielfalt wieder nutzbar machen

Pflanzenvielfalt entwickeln bedeutet für uns, sich vielen vernachlässigten Sorten und Arten zuzuwenden, sie zu erhalten und zu verbessern. Hierzu gehören alte Kulturpflanzen wie die Gelbe Bete, Erdkastanie, Linse und viele mehr. Selbstverständlich arbeiten wir auch mit neuen Züchtungen. Vielfalt kann nur durch viele Menschen in vielen Gegenden entstehen!

Und sollte nun jemand meinen beleidigt zu sein: Das war Satire und gehört zur Meinungsfreiheit!

Jetzt knöpfe ich mir mal den Dreschflegeltext im Detail vor und kommentiere:

DRESCHFLEGEL GEGEN BRAUNE TENDENZEN

Das ist typisch bei Linken: Sie wissen auf jeden Fall wogegen sie sind.

Im Winter 2018/19 fand in Witzenhausen die Veranstaltungsreihe „Heimat, Volk und Scholle – Rechts(d)ruck im ländlichen Raum“ statt. Einer der Vorträge thematisierte die Buchreihe „Die klingenden Zedern Russlands“ von Wladimir Megre und die daraus entstandene Anastasia-Bewegung.

Ich war nicht bei der Veranstaltung wobei Witzenhausen für mich leicht erreichbar wäre. Laut der Ankündigung war der Redner zum Thema Marius Hellwig. Dieser arbeitet für die berühmt berüchtigte Amadeu Antonio Stiftung, die schon mal ganz klar herausstellte, daß Mädchen mit Zöpfen von rechten Nazis stammen – bis Greta auftauchte. Dann passte dieses Feinbild nicht mehr. Witzigerweise trägt dieser Herr in seiner Berufsbezeichnung auch die Formulierung „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Irgendwie passend, denn durch genau solche Veranstaltungen werden beispielsweise die Anastasia-Buchleser als eine Gruppe bezeichnet, die als Feind zu gelten haben.

Moment – hatte nicht einer der Dreschflegel in den vergangenen Jahren Saatgut auf Anastasia-Festivals verkauft? Hatte nicht ein anderer Dreschflegel begeistert von diesen Büchern erzählt? Gab es nicht einen Kunden, der eines unserer Saatgutseminare besucht hatte und selbst einen Familienlandsitz nach Vorbild der Anastasia-Bücher gründen wollte?

Richtig, denn das Saatgut der Dreschflegel passt sehr gut zu den Familienlandsitzen, die in den Anastasia-Büchern beschrieben sind.

Wir befassten uns näher mit dieser Thematik, recherchierten, lasen, diskutierten und stellten fest: Auch im Internet wird Dreschflegel an verschiedenen Stellen mit der Anastasia-Buchreihe in Zusammenhang gebracht. In den Anastasia-Büchern werden Themen behandelt, von denen sich ökologisch interessierte Menschen angesprochen fühlen können, wie beispielsweise eine naturnahe Lebensweise und Selbstversorgung durch Gärtnern.

Ist ja auch logisch, denn darum geht es in den Büchern.

Doch sind in den Büchern zahlreiche antisemitische, verschwörungsmythische und sexistische Inhalte zu finden.

Falsch. Wenn, dann handelt es sich um aus dem Zusammenhang der Buchreihe herausgerissene Zitate.

Die Anastasia-Bewegung weist teilweise eine deutliche personelle Nähe zur extremen Rechten auf und hat sich bisher nicht klar und öffentlich von dieser abgegrenzt.

Also ich kenne keinen einzigen „extremen Rechten“ der die Anastasia Buchreihe gelesen hat und von einem Familienlandsitz träumt oder damit schon angefangen hat. Diese angebliche „Bewegung“ ist nicht genau zu definieren. Gehöre ich dazu? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Gehöre ich dazu, weil ich den Anastasia-Index geschrieben habe? Wenn ja, warum gibt es dann weitere Menschen, die angeblich zu dieser angeblichen Bewegung dazugehören, ohne daß die einen Index geschrieben haben???

Wie sollte eine „Bewegung“, die es nicht gibt als Organisation, sich von irgendwas abgrenzen? Außerdem ist „abgrenzen“ ein Verb und damit geht das nur, wenn man dort war, von wo man sich abgrenzen will.

Die offensichtlich gewordene Rechtsdrift in der Gesellschaft polarisiert:

Komisch, ich weiß nicht wirklich, was diese Links-Feministen meinen mit „Rechtsdrift“. Ich habe meine Ansichten zur Welt und Ökologie seit über 30 Jahren genau gleich. Damals galt ich als Linker, nun gibt es Leute, die behaupten ich sei ein Rechter. Wenn etwas abgedriftet ist, dann ist es der Referenzrahmen. Wenn alle nach links rennen, dann wirkt derjenige, der einfach stehenbleibt als „rechts“. Hinzu kommt, das das, was in letzter Zeit von „Linken“ gemacht wurde ganz simpel zu einer Links-Flucht geführt hat und doch nicht zu einem Rechtsruck oder einem Rechtsdrift.

Sollen wir als Saatgutinitiative Stellung zu Themen beziehen, die nicht in erster Linie mit Saatgut zu tun haben und damit diese Polarisierung „befeuern“? Schon 2025 war Dreschflegel auf einer reichsbürgernahen Internetseite verlinkt worden, was wir in den Saaten & Taten 2016 thematisierten. Seitdem schärften weitere Vorfälle unser Bewusstsein zu dieser Thematik.

Sicher kann eine politische Stellungnahme passend und angemessen sein, je nach Situation.

Wir bekamen eine Mail mit einer harmlosen inhaltlichen Frage, darunter ein Hakenkreuz. Einer anderen Mail waren mehrere Reichsbürgerlinks angehängt.

Wer macht denn sowas? Ist mir unverständlich.

Bei der Internetrecherche stießen wir auf rechtsesoterische Seiten, die per Link unser Saatgut empfahlen.

Meinen die da womöglich meine Seite (siehe)? Dann haben sie in keiner Weise verstanden, was mich bewegt. Mich interessiert der Weg der Liebe, ein freier Geist und die Kraft des Herzens.

Darum und trotz der Polarisierungsdebatte veröffentlichen wir nun nach intensiven Diskussionen eine ausführliche Positionierung, in der wir erneut die thematischen Überschneidungen zwischen rechten Ideologien und ökologischen Themen explizit benennen.

Na, dann mal genau gelesen, was jetzt kommt:

UNSERE FELDER SIND BUNT!

Was? Haben die von der IG Farben (oder sonstwem) verseuchte Felder? Also, wenn mein Boden eine andere Farbe hätte als braun oder gar bunt wäre, ich würde mir ernsthafte Sorgen machen. Das was auf einem Feld wächst ist für gewöhnlich bunt, aber der Boden, das Feld, ist braun.

Wir Dreschflegel setzen uns in unserem Alltag mit Selbstversorgung, biologischer Landwirtschaft, regionalen Kreisläufen, Ernährungssouveränität und konzernunabhängiger Produktion von samenfestem Saatgut lokal angepasster Sorten auseinander. Diese Bereiche sind -wie alle ökologischen Themen – anschlussfähig für rechtsextreme Positionen:

Unter „extrem“ geht es wohl nicht, oder? Könnte man vielleicht auch sagen, daß all dass genannte anschlussfähig ist für den gesunden Menschenverstand? Oder ist der auch schon wieder „rechts“ oder gar „extrem“?

Ökolandwirtschaft wird von Rechten

Klare Definition fehlt. Also nur Schlagwort, nichtssagende Worthülse.

und völkischen Siedler*innen

Klare Definition fehlt. Also nur Schlagwort, nichtssagende Worthülse.
Zusätzlich zeigt das Gendersternchen sowie die Endung „innen“, die Schreib-un-art von Feminist*Innen
Meinen die tatsächlich nur Siedlerinnen oder auch Siedler? Und wozu das nicht aussprechbare Sternchen? Noch nicht verstanden, daß die Schrift der Sprache FOLGT und nicht andersrum? Wer hat zuerst „Sternchen“ gesprochen, bevor dieses Symbol in geschriebene Worte eingefügt wurde? Und wenn es als Platzhalter gelten soll, was soll man da denn einfügen? Siedlerblablainnen? Wieso geht das Wort nach dem Sternchen überhaupt weiter? Und was soll das „innen“? Soll das womöglich die weibliche Endung bedeuten? Werden denn nur den weiblichen Wesen Gefühle (= Zugang nach Innen) zugestanden? Welche krankhaft sexistische Weltsicht sich hier offenbart, das geht ja gar nicht!

hierzulande als „dem deutschen Boden“ oder „dem deutschen Volke“ zuträglich angesehen, lokal angepasste Sorten können rechter Ideologie nach als „heimische“ oder „nationale“ Sorten befürwortet werden. Die Produktion von Saatgut samenfester Sorten können rechtsextreme Gruppierungen als Praxis gegen „ausländische, fremdgesteuerte Konzerne“ oder gar gegen angebliche „jüdische Verschwörung“ sehen und Selbstversorgung als eine Maßnahme zur Förderung „nationaler Autarkie“ und zur Abgrenzung von „außen“.

Interessant, wie man das alles sehen kann, auf das meiste davon wäre ich nicht gekommen.

Unser Einsatz für ökologische Landwirtschaft und samenfestes Saatgut begründet sich auf einem zu diesen Positionen grundverschiedenen Verständnis.

WAAAS???

Ok, da muss ich erst einmal durchatmen: Ihr habt also diese Positionen:
+ Dreschflegel ist gegen deutschen Boden
+ Dreschflegel ist gegen deutsches Volk
+ Dreschflegel ist gegen heimische und nationale Sorten
+ Dreschflegel ist für ausländische fremdgesteuerte Konzerne
+ Dreschflegel ist für eine jüdische Verschwörung
+ Dreschflegel ist gegen nationale Autarkie

Erstaunlich, erstaunlich.

Wir sind für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft,

ok, aber gegen die Anastasia-Bücher seid ihr trotzdem. Also doch nichts mit Vielfalt und Demokratie, oder?

die die Menschenrechte anerkennt

gelten Anastasia-Leser auch als Menschen mit Menschenrechten?

und möglichst große Spielräume für selbstbestimmte Lebensentwürfe lässt.

Und wenn da jemand einfach glücklich leben will auf einem Hektar Land, noch dazu mit Familie, dann gilt das nicht als „selbstbestimmt“, oder?

In dieser Gesellschaft müssen alle Menschen gleichwürdig teilhaben und Schutz erfahren können – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, körperlicher oder seelischer Beschaffenheit.

Nette Liste. Ich wiederhole: Gelten Anastasia-Leser auch als Menschen, die gleichwürdig teilhaben dürfen und Schutz erfahren dürfen? A propo, Schutz von wem eigentlich? Etwa vom Staat, von der Polizei? Aber Staat und Polizei ist doch von Linken nicht gewünscht (siehe oben).

Wir stehen für ein linkes und feministisches Weltverständnis,

ist hier „link“ zu verstehen mit jemanden „linken“, also verarschen?

welches sich positiv auf einen sozialen, Rollenklischees aufbrechenden Fortschritt bezieht, aber neuen technischen Errungenschaften oft kritisch gegenübersteht.

Ich weiß ja echt nicht, was ihr meint mit „Rollenklischee aufbrechen“. Aus was für Verhältnissen kommt ihr nur, wenn solche Bedürfnisse zu Tage treten.

Wir sind hingegen aufgeschlossen für technische Neuentwicklungen. wenn sie nicht nur an Symptomen, sondern an Ursachen ansetzen und komplexe Ökologische Gegebenheiten sowie das Vorsorgeprinzip berücksichtigen.

Netter Blabla-Spruch, wie von Soziologen. Verstehen, was wirklich gemeint ist, kann ich da nichts.

Wir wollen in einer Welt leben, in der wir unser Eingebundensein in die Natur anerkennen und einen respektvollen und achtsamen Umgang mit der Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Erde und ihrer Ökosysteme pflegen.

Achtung, das ist rechtsextremes Gedankengut!!!
Siehe http://www.konstantin-kirsch.de/2018/11/gilt-mittlerweile-gott-als-rechtsextrem.html

Hierzu gehört ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne begrenzter Ressourcen und globaler Gerechtigkeit.

Noch mehr bla-Sprech: „globale Gerechtigkeit“. Was soll das denn sein? Einerseits gegen Polizei Steine werfen und andererseits für Gerechtigkeit sein? Doppelte Maßstäbe würde ich mal sagen, oder nur typische Worthülsen.

„Verantwortung“ stammt von der Situation, vor einem Richter Antwort geben zu müssen (= Herrschaftssystem=rechts).
„Gerechtigkeit“ braucht einen Rechtsrahmen, einen Rechtsstaat (=Herrschaftssystem=rechts).

Doch es gibt keine einfachen Lösungen: Auch unsere Lebensentwürfe — mit Teilhabe an kulturellem Leben und vielen Kompromissen — sind eingebunden in diese Gesellschaft mit ihren technischen und ökonomischen Gegebenheiten. Diese Widersprüche gilt es auszuhalten.

„Aushalten“ mag der Auftakt sein. In Wirklichkeit geht es um die Liebe. Man darf lernen, die vermeintlichen Widersprüche in sich selbst zu finden und dort mit sich und allen Aspekten liebevoll in Frieden zu kommen. Wer jedoch als Postulat, als Glaubensbekenntnis, verkündet, es gibt keine einfachen Lösungen, der hat sie auch nicht. Der Weg der Liebe ist nicht leicht, aber er ist einfach.

Aushalten wollen wir auch, einerseits für vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe einzustehen und andererseits mit ansehen zu müssen, dass die Lebensentwürfe vieler Menschen so gar nicht dem entsprechen, was wir angesichts aktueller Krisen für sinnvoll, richtig und notwendig erachten.

Ja, so ist das eben mit der angepriesenen Vielfalt!

Aber eine Welt ohne Widersprüche wäre autoritär, weil sie keine Abweichung verträgt.

Es gibt auch die Möglichkeit von autoritären Widersprüchen. Und ihr vertragt ja auch keine Abweichungen, wenn beispielsweise jemand die Anastasia-Bücher liest und dann auch noch gut findet und auf einem Hektar leben will…

Dieses Spannungsverhältnis zeigt uns, dass wir für soziale, politische, materielle und ökologische Veränderungen eine demokratische Streitkultur brauchen.

Netter Versuch das so wichtige und politisch korrekte Wort „demokratisch“ mit in die Stellungnahme einzuflechten, während es genau hier meiner Ansicht nach fehlt am Platz ist. In einer Streitkultur braucht es Respekt, Wertschätzung, Verständnis, das Zuhören, Liebe und alles mögliche mehr. Aber Demokratie??? Das ist was für politische Entscheidungen, wenn sich nicht eh ein Konsens findet. Aber beim Streiten? Soll bei einem Streit etwa demokratisch abgestimmt werden, daß 49% ihre Position nicht sagen dürfen, weil die 51% sie nicht hören wollen??

Unsere Gesellschaft soll offen für alle sein

ach ja, auch offen für Anastasia-Leser?

— und daher dulden wir keine Positionen, die anderen eine gleichwürdige Teilhabe aberkennen.

Ach ja, also duldet ihr Euch selbst nicht, oder was? Ihr aberkennt doch gerade die Anastasia-Leser, und darüberhinaus auch Rechte, Rechtsextreme, Sexisten, Rassisten und so weiter. An „gleichwürdige Teilhabe“ denkt ihr doch wohl echt nicht, oder?

Wir sprechen uns klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und gegen alle weiteren Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aus.

Hallo, das was ihr hier macht ist eine Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit!

Autoritäre Ansätze, menschenverachtende Verhaltensweisen, Ausgrenzung, Hass und Hetze sollen bei uns keinen Platz haben.

Ach was? All das macht ihr doch selbst gegen: Anastasia-Leser, gegen Rechte, gegen Rechtsextreme, gegen usw.
Und die Feuerwehrzufahrt zu Euren Gebäuden habt ihr sicherlich auch zugestellt, oder? Meiner Erfahrung nach ist die Feuerwehr nämlich hierarchisch und mit autoritärem Führungsstil laut Dienstvorschrift mit Befehl und Gehorsam gekennzeichnet. Oder ist es nach Eurem Wunsch, daß bei einem Großbrand im Saatgutlager die Feuerwehrkamerad**Innen erstmal bei Marx nachlesen was der zu Feuer sagt, Tarotkarten legen, prüfen was die Sternenkonstellation sagt, einen Redekreis machen mit Konsensfindung, berechnen, ob die Frauen/Herren/Divers/Hautfarben-Quote stimmt und kurz vor dem „Wasser-marsch“ noch mal das Wesen des Wassers befragen ob es sich der Hitze des Feuers aussetzen will?

Das bedeutet, dass auch wir unsere eigenen Muster weiterhin kritisch beobachten.

Na endlich mal etwas, aus dem ich Hoffnung auf Besserung schöpfen kann.

Wir treten für einen solidarischen Umgang miteinander ein und versuchen, das Weltgeschehen möglichst differenziert zu betrachten.

„miteinander“ zwischen anderen Dreschflegels oder mit anderen Meschen generell – wobei wir wieder bei der Frage wären, gelten Anastasia-Leser bei Euch als Menschen???

Wir sprechen uns gegen vereinfachende Erklärungen, Feindbilder und Verschwörungsmythen aus, die oftmals ein irrationales Misstrauen gegenüber häufig diskriminierten Gruppen schüren und die Komplexität der sozialen Realität deutlich reduzieren.

Ihr „sprecht“ euch dagegen aus, aber warum handelt ihr dann genau gegensätzlich in dem ihr vereinfachte Ausgrenzung von Anastasia-Lesern betreibt, sogenannte „Rechte“ als Gruppe diskriminiert usw.

Wir sind uns der Überschneidungen zwischen unseren Themenfeldern und denen rechter Gruppierungen bewusst.

In einem Universum, in dem alles mit allem verbunden und verwoben ist, kann so etwas nicht verwundern.

Wir sehen uns in der Verantwortung, auf diese Problematik aufmerksam zu machen, uns in einem fortlaufenden Prozess mit unseren eigenen Positionen auseinanderzusetzen und diese immer wieder transparent zu machen — auf unserer Homepage, auf unseren Betrieben, in den Saaten & Taten und in unserer gelebten politischen Praxis.

Meine Anregung: Schaut mal in die eigene Ahnenreihe (auch wenn es die Familie ist (welch böses Wort für Linke Leute)), war da womöglich ein Nazi-Opa dabei, gar noch weißhäutig… und anstatt mit diesem Vorfahr in sich selbst Frieden zu schließen, muss man sich im Außen abgrenzen vom „bösen Rechten“?

Oder vielleicht doch den Kampf im Außen beenden und den inneren Weg gehen?
Man kann es auch Therapie nennen, oder Heilung, oder Genesung.

Ich sehe Euer Bemühen um Frieden in Euren eigenen Herzen.
Möge die Liebe Euren inneren und äußeren Weg begleiten.

*********

Für diejenigen, die selber lesen wollen:

Hier gibt es die Anastasia-Bücher: https://www.waldgartendorf.de/shop/anastasia/

 

3 comments to Dreschflegel macht Werbung für Anastasia

  • Avatar Chris

    Manchmal verzweifle ich an dieser Welt – was für ein Theater!

    Zu diesem Dreschflegel-Zitat:
    „Sollen wir als Saatgutinitiative Stellung zu Themen beziehen, die nicht in erster Linie mit Saatgut zu tun haben..“
    fällt mir nur ein: nein, bezieht lieber keine Stellung und denkt selber!

    Dir Konstantin danke ich für die Auseinandersetzung mit dem Dreschflegeltext.

    In diesem Sinne: fröhliches neues Jahr!

  • Lieber Konstantin,

    das ist ja interessant, dass du jetzt mehr Bücher verkaufst. An der zerstreuten Anastasia-Bewegung, wenn man die überhaupt so nennen darf, kann es ja nicht liegen, so wenig Werbung wie da gemacht wird, eigentlich ja gar keine oder? Das spricht sich einfach so rum, nicht totzukriegen offenbar. Ich meine, diese Bücher sind aus den 90ern!!! Da kenne ich ganz andere esoterische Romanbuchreihen, die nach 10 Jahren keiner mehr liest …

    Das mit dem nichtrepräsentativen Zitat fand ich witzig und repräsentativ für den Zitierstil gewisser Leute. Aber ich kann deine langen Beiträge manchmal nur überfliegen. Machst du dir da nicht manchmal zu viel Arbeit? Ich meine, ab und zu kann man ja mal was sagen, aber im Endeffekt, ich meine, die Leute lesen ja sowieso die Bücher und diese anderen Leute lesen sie sowieso nicht … Da fliegen die Wortfetzen und am Ende stehen in diesem Fall beide Seiten im Frühling wieder draußen im Garten und tun offenbar das Richtige – bemerkenswert.

  • Avatar Till Graue

    Ich grüße Dich, lieber Kontantin,
    Danke für Deinen Beitrag zu Dreschflegel, ich war gerade kurz davor, dort Gemüsesamen zu kaufen. Das lass ich jetzt!
    Kannst Du mir eine gute Adresse für Samen nennen? Anbauen möchte ich im Bergischen Land.
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag, Till

    PS: Dass sich eine Firma heutzutage, bei dem allgemeinem Angstwahn, aus Sicherheitsgründen von „rechtem Extremismus“ distanziert, ist vielleicht noch nachvollziehbar, beim Lesen des Textes „Dreschflegel gegen braune Tendenzen“ ist mir ein Absatz besonders ins Auge gefallen, der mit den Worten beginnt: „Wir stehen für ein linkes und feministisches Weltverständnis,…“.
    Hier zeigt sich für mich klar einerseits die Anpassung an den o.g. Angstwahn und andererseits die schlechte, bzw. fehlende Bildung des Autors.

    Denn sonst wüsste er, dass z.B. die beiden linken, grünen Politiker Trittin und Kretschmann dem Kommunistischen Bund Westdeutschland entspringen und:
    „Der amtierende Ministerpräsident von den Grünen in Baden-Württemberg, Herr Kretschmann, war bei der Machtergreifung der Roten Khmer damals beim Kommunistischen Bund Westdeutschland. Und dort hat Herr Kretschmann ein Glückwunschtelegramm an Pol Pot zur Machtergreifung über Kambodscha geschickt.“ (Veröffentlicht am 6. März 2016 von Geolitico in Politik)

    Zum Feminismus: “Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen: Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unsere Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.”
    (Nicholas Rockefeller)

    Ob das Zitat so oder anders verbürgt ist, ist meiner Ansicht nach tatsächlich zweitrangig, da es ziemlich eindeutig die heutige Zeit beschreibt.
    Hieraus betrachtet, kann man das Agieren, bzw. Agitieren von Dreschflegel klar als Schwäche, bzw. massive Unsicherheit, Angst und Ungebildetheit erkennen, vielleicht dann auch versuchen zu verzeihen und immer wieder Hilfe zur Aufklärung anbieten. Dennoch kaufe ich vorerst dort nicht ein.
    PPS: Ich kann mir nicht vorstellen, dass all die verschiedenen Gruppierungen von linken Machtgruppen unterwandert sind, denn die gibt es nicht. Bolschewiki sind (im Gegensatz zu Menschewiki) immer dumme Erfüllungsgehilfen, die nach getaner Arbeit ebenfalls gesellschaftlich „entsorgt“ werden. Die o.g. Akteure zählen sich sicherlich eher zu den Führungskräften, also zu den Entsorgern. Also pass lieber auf, wessen Lied Du singst, lieber Autor von Dreschflegel! – Wir, die die kooperative Natur lieben, sollten uns doch nicht spalten lassen.

    *****
    Hallo Till,
    danke für Dein ausführliches Schreiben. Ich mag anmerken, daß ich empfehle weiterhin bei Dreschflegel einzukaufen, denn die angebotenen Saaten sind meiner Einschätzung nach guter Qualität. Das die Leute von Dreschflegel sich als ängstlich, unsicher, schwach und deshalb angepasst ans politische System zeigen ist meiner Ansicht nach ein übliches Verhalten innerhalb einer Gesinnungsdiktatur. Meiner Vermutung nach kann es auch an finanziellen Schwierigkeiten liegen, und mit öffentlicher Darstellung von „Kampf gegen Rechts“ kann man sich saftige Fördermittel sichern (wie lange noch?). Selbstverständlich grenzt so ein Verhalten an Käuflichkeit, an Bestechbarkeit, an Prostitution. Ein Kaufboykott macht deren Lage aber eher schlimmer als besser. Völlig grotesk finde ich übrigens, daß Dreschflegel auf Seite 4 ihres Jahresheftes 2020 schreiben, daß sie für jede ab Januar 2020 eingehende Bestellung 15 ct an Flüchtlingshilfeprojekte spenden. Es muss meiner Einschätzung nach schwerer seelischer Notstand vorliegen wenn man meint sich so dermaßen „gut“ präsentieren zu müssen. Mir kam im übrigen zu Ohren, daß der eigentliche Grund dieser Spendenaktion sei, daß sie keine Bestellungen von „Rechtsextremen“ haben wollen, und die würden (laut der naiven Vorstellung) nicht mehr bestellen, wenn ein Teil ihres Geldes in Flüchtlingshilfe fließen würde. Mir ist kein „Rechter“ bekannt der etwas gegen Flüchtlingshilfe hätte. Ich habe nur von rechtschaffenen Menschen gehört, die etwas haben gegen illegale Schleuserbanden. Mal sehen ob eines Tages herauskommt, daß Dreschflegel in einem Anfall von besonders guter Gutmenschlichkeit ihr Spendengeld an Kriminelle überwiesen hat.
    Grüße
    Konstantin

Kommentar schreiben (wird moderiert)