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Mittwoch 15. Januar 2020

Gibt es ein Interesse die „Anastasia-Bewegung“ falsch darzustellen?

Der Anlass für diesen Blogeintrag ist das neue eurotopia-Verzeichnis über Gemeinschaftsprojekte. Die offizielle Beschreibung lautet:

Das neue eurotopia Verzeichnis ist jetzt erhältlich – es ist das bei Weitem vollständigste und aktuellste Verzeichnis von Gemeinschaften in Europa, das weit und breit (incl. Internet) zu finden ist. Es enthält detaillierte Beschreibungen von über 600 Gemeinschaften, viele weitere Adressen und etliche Verbesserungen. Es ist mit 632 Seiten wesentlich umfangreicher als die Ausgabe von 2014. Im redaktionellen Teil geht es um „Gemeinschaft und Mainstream“ sowie um die Entwicklung von Gemeinschaften: „Gemeinschaft werden, sein und bleiben“. Es enthält einen kritischen Beitrag zur Anastasia-Bewegung und einen Artikel zu „Entscheidungen in Gemeinschaften“.
Zitat aus: https://eurotopiaversand.de/Buch-Print/eurotopia-Verzeichnis.html

Es scheint ja gerade hipp zu sein bei allen linken / öko etc. Schreibern sich von Anastasia zu distanzieren oder kritisch darüber zu berichten. Insofern ist es nicht überraschend, wenn auch im eurotopia-Verzeichnis ins gleiche Horn geblasen wird. Ich vermute ja mittlerweile, daß Menschen dieser Kreise nur noch das schreiben dürfen, was bei ihresgleichen erlaubt ist. Die angebliche „Anastasia-Bewegung“ richtig darzustellen gehört in diesen Kreisen wohl nicht dazu.

Es steht mir fern jedes einzelne Detail dieses Artikels zu kritisieren bzw. gerade zu rücken. Interessant ist auf jeden Fall das oben zitierte marktschreierische „das bei Weitem vollständigste und aktuellste Verzeichnis“.

Ich nehme jetzt nur ein Bild, das auf der Startseite des Artikels auf Seite 55 eingebaut ist. Es soll eine Anastasia-Siedlung zeigen. Dies ist das im eurotopia-Verzeichnis eingefügte Bild:

Am Ende des vierseitigen Anti-Anastasia-Artikels findet sich dieser Hinweis zum Bild:

Foto erste Kapitelseite unten: Amatciems, eine Anastasia-Siedlung in der Gemeinde Drabeši, Lettland
– von Santa Zembaha, CC BY-SA 4.0-Lizenz

Das klingt seriös recherchiert, aber die Angabe ist falsch!

Es handelt sich bei der Siedlung Amatciens mitnichten um eine Anastasia-Siedlung.
Offensichtlich hat der Autor des Anti-Anastasia-Artikels (oder die Redaktion) mehrere Bilder aus einer englischen Wikipedia-Seite genommen und in den eurotopia-Artikel eingefügt. Hier der entsprechende Wikipedia Eintrag (26.10.2019 bis 15.1.2020):
https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Ringing_Cedars%27_Anastasianism&oldid=923067073

Dort ist das Foto der Siedlung Amatciens dargestellt mit der Unterschrift:

Amatciems, an Anastasian settlement in Drabeši Parish, Latvia.

Nur ist das Bild an dieser Stelle unpassend und die Unterzeile falsch (weil es eben KEINE Anastasia-Siedlung ist).

Die Siedlung Amatciems (Lettland) http://www.amatciems.lv/ kann man zwar als Ökosiedlung bezeichnen weil (reiche) Menschen dort in malerischer Landschaft zwischen Bäumen und am Wasser wohnen, aber viel mehr ist das auch nicht.

Im Wikiverlauf findet man folgenden Eintrag:
ein halbes Jahr später fällt jemand auf, das das Bild nicht passt:

https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Ringing_Cedars%27_Anastasianism&action=history

2. April 2018 Remove picture Amatciems, what was named some Anastasijan settlement. It’s settlement for very rich people, and you must buy all. It’s exclusive privathouses settlement.

Sechs Tage später wurde die Bildlöschung rückgängig gemacht:

8. April 2018 Undid revision 833891488 by 188.112.150.128 (talk) Yes, but it is described as an Anastasian/Pagan ecovillage. See: http://www.balticecovillages.eu/system/files/living_in_harmony_inspiring_stories_from_ecovillages-english.pdf

Der Link führt leider ins Leere.

Das Internetarchiv hilft jedoch weiter:
http://web.archive.org/web/20160315110837/http://www.balticecovillages.eu/system/files/living_in_harmony_inspiring_stories_from_ecovillages-english.pdf

Und was findet man dort? Eine Beschreibung verschiedener Ökodörfer, unter anderem das ZEGG-Projekt in Deutschland, russiche Anastasia-Siedlungen und auch die Siedlung Amatciems wobei klar erkennbar ist, das die dargestellten Projekte nur den Aspekt „Ökosiedlung“ gemein haben und sonst praktisch nichts.

Die Löschung des Bildes war richtig. Die Rückgängigmachung der Bildlöschung dient nur der Falschdarstellung!

Im übrigen wurde der gesamte Artikel gestartet von genau demjenigen User, der die Bildlöschung wieder rückgängig machte, der also absichtlich ein falsches Bild in dem Artikel sehen will. So stellt sich die Frage in wieweit der gesamte Artikel eine absichtliche Falschdarstellung ist!

Dieser User mit dem Namen „Eckhardt_Etheling“ war ein Fake Account des Users „Aethelwolf_Emsworth“, der zugeben musste unter vier Fake accounts Artikel geschrieben bzw. editiert hatte, die mittlerweile jedoch gesperrt wurden. Allerdings stellt sich nun die Frage ob der „Aethelwolf_Emsworth“ denn nun ein echter Account ist oder auch nur eine Sockenpuppe eines anderen Users…

Es gibt Massen an Bildern von Siedlungsprojekten, die ihre Entstehung den Anastasiabücher verdanken. Warum nutzt Wikipedia und eurotopia ausgerechnet ein völlig unpassendes Bild?
Auf dem Bild von Amatciems erkennt man eindeutig, daß es keine abgegrenzten Landsitze sind (grüner Zaun/Hecke etc.) In dieser Siedlung sind im übrigen Abgrenzungen zu Nachbarn verboten! Man kann auch keinerlei Lebensmittelanbau erkennen (was bei Anastasia-Lesern üblich ist), dafür aber viele Autos (die Anastasia-Leser meiner Einschätzung nach eher nicht neben ihren Häusern abstellen, wenn sie denn überhaupt ein Auto haben).

Für mich ist alleine die Auswahl dieses Bildes durch den Autor / durch eurotopia der augenscheinlichste Beweis, das der Autor / die Redaktion die Bücher weder vollständig gelesen noch verstanden haben und auch von der Bewegung nicht den geringsten Hauch an richtiger Kenntnis haben. Trotzdem schreiben sie darüber und maßen sich an ein negatives Urteil darüber zu fällen.
Darüber hinaus sind alle vier am Ende des eurotopia-Artikels angegebene Webseiten, die zur weiteren Lektüre empfohlen werden, inhaltlich voller Fehler, stellen keine seriöse Quellenangabe dar und dienen damit nur dem Aufrechterhalten der Verwirrung.

Ist es Unfähigkeit die angebliche „Anastasia-Bewegung“ richtig darzustellen oder hat jemand Interesse an absichtlicher Falschdarstellung?

PS: Nun habe ich den Wikipedia-Artikel korrigiert und das Bild gelöscht. Mal sehen ob dies so bleibt oder ob das an dieser Stelle falsche Bild wieder eingefügt wird:

https://en.wikipedia.org/wiki/Ringing_Cedars%27_Anastasianism

1 comment to Gibt es ein Interesse die „Anastasia-Bewegung“ falsch darzustellen?

  • Avatar Medien- und Gesellschaftsanalysen (MeGa)

    Wenn wir etwas sicher sagen können, dann ist es die Tatsache, dass die Aussagen in den Büchern und die Bewegung keine neue Religion begründen wollen und auch keine Religion darstellen. Im Gegenteil. Ich sehe schon die kritische Hinterfragung und die Ablehnung der tradierten Praxis der abrahamitischen Religionen, wenn es um deren Haltung zur Natur der Erde und zur Natur des Menschen geht: Abwertung der Frau, Unterdrückung der Sexualität, Protestantisches Arbeitsethos, Außerwähltheitsdenken, Prädestinationslehre, „Gott belont die Fleißigen und Tüchtigen, Gott straft die Heiden mit Vernichtung durch die rechtgläubigen Kolonisatoren“, Macht euch die Erde untertan, Ausbeutung der Natur und Reichtümer der Erde, das alles und noch viel mehr ist originär aus der christlichen Religion in die Grundlagen des westlichen kulturellen Selbstverständis eingegangen. Und das ist sicher nicht vereinbar mit den Positonen von Anastasia oder den von Megré beschriebenen Ideen und Vorstellungen vom zwischenmenschlichen Umgang einerseits wie die Verbindung zur Natur und das Wissen um die heilende Wirkung der Pflanzen usw. ja von der christlichen Kirche jahrhundertelang bekämpft wurden. Es wurden Hunderttausende in den Jahren 1000-1800 allein in Europa als sog. „Ketzer“ gefoltert und hingerichtet.

    Dieses Erbe und diese Geschichte Christentums wird von Anastasia kritisch gesehen und gleichzeitig ruft sie natürlich zur friedlichen Koexistenz mit und auch zur Veränderung/Reformation dieses Christums auf.

    Was das Judentum angeht, bin ich und viele andere bereit hier eine substanbzielle Debatte zu führen. Ich würde mich dabei auf die Veröffentlichungen von bedeutenden jüdischen Schriftgelehrten, Wissenschaftlern und Historikern, der letzten hundert Jahre berufen. Da gibt es genug Material. Und es gibt keine Differenzen zu den Aussagen bei W. Megré über die Geschichte des Judentums. Und es gibt auch keine Differenzen zwischen der mir bekannten Literatur und den Aussagen bei Megré über die Rolle der führenden maßgeblichen Juden in Politik und wirtschaft der USA und Israels. In Russland selbst, hatte man es nach 2001 geschafft den Einfluss der Finanzoligarchen die überwiegend jüdischen Abstammung waren, zurückzudrängen: Chodorkowski, Abramowitsch,Beresowski… In der Ukraine dagegen spielen diese Profiteure der Auflösung der Sowjetunion durchaus auch eine zwielichtige politische Rolle.

    Wer wissen will wie zeitgenössische Juden die Politik des Staates Israel, Zionismus, das „jüdische Volk“ und die Frage des modernen Antisemitismus beschreiben und bewerten, sollte unbedingt lesen:
    Amos Oz: Im Lande Israel, Judas,….
    Jeshajahu Leibowitz,: Gespräche über Gott und die Welt
    Isaac Singer: Verloren in Amerika
    A. Betten, M. Du-nour: Wir sind die Letzten. Gespräche mit Emigranten der dreißiger Jahre in Israel
    Shlomo Sand: Die Erfindung des jüdischen Volkes
    Hajo G. Meyer: Das Ende des Judentums
    oder man lese die Zeitschrift des progressiven deutschen Judentums: Der Semit, hrsg, Abraham Melzer
    (z.B.http://der-semit.de/juden-und-judentum/)

    Im Vergleich zu den oben genannten Veröffentlichungen sind die bei Wladimir Megré gemachten Aussagen zu Juden und zum Judentum eher harmlos.

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