als ich zu Beginn des Jahres 2009, also vor etwas über 17 Jahren, im Zusammenhang mit der seinerzeitigen Bankenkrise, das Selbstmach-Zahlungsmittel ‚Minuto‘ träumte, entwickelte, vom Notar prüfen ließ und in die Welt brachte, ahnte ich in keinster Weise, daß praktisch zeitgleich Bitcoin, die mittlerweile stärkste Kryptowährung, startete.
Rund 15 Jahre lang wollte ich von Kryptowährungen nichts wissen. „Mein“ Minuto war mir lieber – und näher. Auch störte und stört mich der laufende Anstieg des Stromverbrauchs durch Rechenzentren und Krypto-Miner (Computer, die neue Coins errechnen). Erst vor kurzem erkannte ich, daß Bitcoin als Antwort auf die selbe systemische Problematik entstand, der ich mit dem Minuto begegnet bin.
Im sogenannten Genesisblock von Bitcoin wird direkt auf das Bankendilemma und die ungehemmte Ausweitung der Schulden Bezug genommen:
The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks
deutsch: The Times 03. Januar 2009 Britischer Finanzminister steht kurz vor einem zweiten Rettungspaket für Banken
Sehr interessant finde ich auch diese Ausführung von Satoshi Nakamoto, dem Erfinder des Bitcoin, vom Februar 2009:
„Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen. Ihre massiven Zusatzkosten machen Micropayments unmöglich. […] Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, ist Geld sicher und kann mühelos transferiert werden.“
Mehrfach schrieb ich schon in meinem Blog über Kryptowährungen. Insbesondere mag ich auf diesen Artikel hinweisen:
https://www.konstantin-kirsch.de/2026/02/selbstverantwortung-und-selbstverwahrung-self-custody-bei-kryptowaehrungen.html
Warum nur schreibe ich so ausführlich über Krypto, ausgerechnet Krypto… und das als Permakultur-Gestalter?
Weil manches in der Natur und der Krypto-Sicherheit sich verblüffend ähneln: Im Positiven geht es um Selbstverantwortung! Im Kritischen geht es um Schwachstellen, an denen alles hängen oder kaputt gehen kann. Im Garten ist es beispielsweise der Ablasshahn der Zisterne. Ist der undicht, dann läuft das Fass leer. In der digitalen Welt der Kryptos ist es das Stück Papier (oder Metall), auf dem der Zugang zum gesamten Vermögen notiert ist. Und wenn man mit den Zugangsdaten unvorsichtig und fahrlässig umgeht, gegenüber anderen nicht ganz dicht hält, dann läuft das Konto leer…
Seit einem halben Jahr schaue ich mir die Krypto-Welt genauer an und komme zu einem pragmatischem Ergebnis:
Der bedeutendste Punkt, der zentral entscheidet über Gewinn oder Verlust, wird meist stümperhaft, dilettantisch, notdürftig, ja oft noch nicht mal halbherzig angegangen. Dies liegt vermutlich an der Gewohnheit der Untergebenheit gegenüber Bänkern und Verwaltern, auf die man immer zurückgreifen kann, wenn man selber das eine oder andere Dokument verlegt hat.
Auf der einen Seite spürt man Unzufriedenheit über Bevormundung. Auf der anderen Seite ist es aber ganz bequem, eben doch nicht alles doppelt und dreifach abgesichert zu verwahren, wie es seriöse Treuhänder machen (sollten), beispielsweise Banker.
Ich selbst habe 15 Jahre gebraucht, um diese Parallele zu sehen. Die Gewohnheit, Verantwortung an einen Banker zu delegieren, sitzt tief, sehr tief – und sie ist die größte Hürde beim Umstieg in die digitale Souveränität.
Wenn man einerseits ein Geldsystem haben will, wo man nicht bevormundet wird, wo man jederzeit selber ein Konto einrichten kann, wo einem das Konto nicht gekündigt werden kann usw…. dann braucht man gleichzeitig auch das dafür passende Bewusstsein von Selbstverantwortung, von Sicherung der Zugangsdaten, von Nachlassverwaltung, von Diebstahlschutz und vielem mehr.
Im Web gibt es jede Menge Angebote über „werde reich mit Krypto“. Zumeist dürften es unseriöse ‚Fallen‘ sein. Wenn es aber doch mal jemandem gelingen sollte, mit Kryptos reich zu werden, erntet er meist schlaflose Nächte, sofern er die Basis nicht wirklich stabil wie einen Fels geregelt hat.
Als Permakultur-Gestalter schaue ich immer wieder auf das Thema der Gefahren, wo größere Energieverluste geschehen könnten.
Beispielsweise hält ein humusreicher Boden nicht lange, wenn er durch Starkregen davon geschwemmt wird. Eine Wasserzisterne muss nicht doppelt- oder dreiwandig sein, viel kritischer ist der Ablasshahn. Wenn die Dichtung kaputt ist oder der Hahn nicht schließen kann weil ein Steinchen sich eingeklemmt hat, dann läuft alles weg.
Ist klar geworden, was meines Erachtens der bedeutendste Punkt in der Krypto-Welt ist?
Es gibt Menschen, die haben viel Geld in Krypto investiert und ihre Zugangsdaten verlegt, verloren oder der Hund hat den Zettel gefressen…
Und dann gibt es niemanden, der einem diese Zugangsdaten wieder herstellen kann.
Andere haben ein Millionenvermögen in Krypto, haben auch ihre Zugangsdaten, können aber nicht ruhig schlafen, weil die sogenannte Seed-Phrase, der Hauptschlüssel, eine Reihe von Wörtern, einfach auf einem Zettel steht und jederzeit verschwinden könnte. Und selbst wenn sie es in Metall gesichert haben, reicht es, wenn ein Dieb diese Metall-Sicherung findet und weg ist das Vermögen. Und wenn man aus Sorge, daß man selbst die eine Metallkassette, in der die Zugangsdaten gesichert sind, nicht wieder finden könnte, und man deshalb mehrere Kopien der Sicherung der Seed vornimmt, dann erhöht man mit jeder neuen Sicherung die Wahrscheinlichkeit, daß ein Unbefugter die Daten findet.
Es gibt Schätzungen über die Menge an dauerhaft verloren gegangenen Bitcoins. Angegeben werden schwindelerregende Zahlen:
2 bis 6 Millionen Bitcoin (100 bis 300 Milliarden Euro) gelten als verschollen.
Dazu kommt, daß davon ausgegangen wird, daß der Großteil der Kryptobesitzer keine funktionierende Nachlassverwaltung eingerichtet hat.
Etwas absolut Skurriles und Absurdes ist es, daß Menschen bei Jobangeboten darauf achten, wo sie einen Euro pro Stunde mehr oder weniger verdienen können, oder noch krasser, daß sie bereit sind 10 km zu fahren um ein paar Cent pro Liter Treibstoff zu sparen. Und, der aktuelle Höhepunkt des ökonomischen Irrsinns: Um 11 Uhr 30 an einer Tankstelle hinten ans Ende der Warteschlange fahren, nur um ja noch vor 12 Uhr tanken zu können und dabei zu hoffen, daß es bedeutend günstiger ist als es die ganzen Stunden zwischen dem Vorabend und sagen wir 10 Uhr war. Bei geschätzt 5 ct Differenz spart man dann schon mal, bei 50 Liter, sage und schreibe 2,50 Euro… Bei 30 Minuten Wartezeit sind das 5 Euro „Stundenlohn“, wenn es denn klappt, und man nicht erst um 12:01 dran kommt…
Und andererseits verlieren Menschen tausende, zehntausende, hunderttausende Euros durch unüberlegte Entscheidungen…
Um solche Fehler wieder auszugleichen bräuchte man einen astronomisch hohen Stundenlohn…
Statt einem gesparten Cent hinterherzujagen, wäre es vielleicht besser gewesen, ein Buch zu lesen…
Kurz und gut: Die größte Gefahr für Werteverluste in der Krypto-Welt ist meiner Wahrnehmung nach die unüberlegte und damit ungenügende Sicherung der Seed-Phrase, der 12 oder 24 Wörter, die den Generalschlüssel zum Konto darstellen. Wer mehr als ein Konto einrichtet, hat selbstverständlich mehrere Seedphrasen zu hüten. Ein Einschlagen der Seed in Metallplatten löst nicht alle Probleme sondern schafft mitunter neue Risiken, siehe oben. Was es braucht ist eine regelrechte Architektur der Speicherung und Sicherung. Die physische Umsetzung dessen muss allerdings mit der zugehörigen Bewusstseinsentwicklung Hand in Hand gehen.
Man kann argumentieren, daß ein noch viel größerer Werteverlust eintreten kann, wenn man einfach nur den Banken vertraut und gar kein anderes System aufbaut.
Ja, das mag sein, dennoch ist es angeraten, wenn man sich schon für eine Alternative entschieden hat, daß man dann auch verantwortlich handelt.
Um zu vermitteln, was ich als Lösung für dieses Kernproblem der Krypo-Welt erarbeitet habe, biete ich nun Seminare an:
Perma-Krypto: Architektur zum Speichern wertvoller Schätze
Vom Verfall der Ordnung (thermodynamische Entropie) über die Vielfalt der Möglichkeiten (digitale Entropie) bis hin zum Erschaffen und Erhalt von Werten für Generationen.
Im Seminar Perma-Krypto geht es um die mentale und technische Souveränität beim Erstellen, Verwahren, Aufteilen, Verschlüsseln, Verbergen, Wiederfinden und Rekonstruieren von vertraulichen Daten, insbesondere der sogenannten „Seed“, der Wort-Phrase (24 Wörter der BIP39-Liste).
Das Seminar richtet sich insbesondere an Menschen, die sich neu mit Kryptowährungen beschäftigen, so genannte No-Coiner. Es geht daher nicht darum, daß die Teilnehmer eine gültige Seed, womöglich mit hinterlegten Werten, mitbringen (auch wenn dies nicht verboten ist). Vielmehr werden wir im Seminar lernen und umsetzen, wie man eine sichere, garantiert auf echtem Zufall basierende, Seed erstellt. Diese „frische“ Seed bleibt höchst vertraulich. Weder der Seminarleiter noch die Teilnehmer sollen und dürfen Einblick auf diese Seed bekommen. Anschließend werden wir lernen wie man diesen Generalschlüssel, oder anders gesagt, diese Kontonummer, aufteilt (Herstellung so genannter „Shares“, diese umkodiert und auf Metall sichert. Statt üblicher Methoden der Datensicherung auf Metall mit Schlagzahlen oder ähnlichem kommen wir zum High-Light des Seminars: Wir wählen den Weg über einen bereinigten Offline Computer in Verbindung mit einem speziellen Laser, der in wenigen Minuten die Daten in Metallflächen graviert:

Die alles entscheidenden Vorteile dieses Verfahrens sind Geschwindigkeit, Fehlerfreiheit und niedrige Kosten. Wer schon einmal die 96 Zeichen einer Seed mit Schlagbuchstaben in Metallplatten gehämmert hat – und dabei keinen Fehler gemacht hat – und dabei keine Sehnenscheidenentzündung bekommen hat, darf sich glücklich schätzen… Wenn so jemand nun hört, man solle statt einmal 96 Zeichen, gleich fünf mal 96 Zeichen einschlagen (= 480 Hammerschläge) und wenn derjenige dann daran denkt, daß er selbst fünf Seeds hat (wer in der Krypto-Welt hat nur eine Seed…) und dann hat er noch zwei Seeds für jedes Kind… und er mal locker auf 10 Seeds kommt, die gesichert werden sollten, dann wären das bei jeweils 5 Shares sage und schreibe 4800 Hammerschläge… und dann soll das ohne einen Fehler glücken? Oh weh…
Und wenn man auf die Kosten schaut: Es gibt Angebote für Metall-Seed-Sicherungs-Systeme, da zahlt man mehr als 100 Euro, teilweise über 200 Euro für eine 24 Wort-Phrase… Bei 5 Shares und einer unverschlüsselten Seed (zusammen 6 Platten) käme man auf über 600 Euro pro Seed, bei 10 Seeds, wären das … (bitte selbst nachrechnen, ich weigere mich, diese astronomische Summe aufzuschreiben, seit ich weiß, wie viel günstiger, sicherer und schneller es geht)
.Ach ja, es gibt im Internet Berichte von Untersuchungen über die Haltbarkeit von Seed-Metall-Speichersystemen unter Stress-Tests von Feuer, Druck und Säure. Es gibt da solch krasse Bilder, wie kaputt vormals teure „Sicherungssysteme“ unter Last versagen – und das Vermögen ist dahin.

Die Bilder stammen aus ausführlichen Härtetests, die hier zu sehen sind:
https://blog.lopp.net/metal-bitcoin-seed-storage-stress-test/
https://blog.lopp.net/metal-bitcoin-seed-storage-stress-test-part-ii/
https://blog.lopp.net/metal-bitcoin-seed-storage-stress-test-round-iii/
https://blog.lopp.net/metal-bitcoin-seed-storage-stress-test-iv/
https://blog.lopp.net/metal-bitcoin-seed-storage-stress-tests-round-v/
Passend finde ich, daß Jameson Lopp (professioneller Cypherpunk) gleich am Ende des erstens Stresstests davon schreibt, daß eine Lasergravur wohl sehr gut sei. Auch interessant ist, daß er das Angebot einer Firma Bitkee anspricht, die im Kundenauftrag Passwörter, Seeds etc auf Metall gravieren, diese Firmen aber dadurch zum Mitwisser der vertraulichen Daten werden. Ergänzend mag ich noch angeben, daß die Bilder der „Gravuren“ eher als Laser-Markierung zu werten sind (Farbveränderung der Oberfläche) aber nicht als echte Gravur bei der Material abgetragen wird.
Bei der von mir entwickelten Lösung liegen die reinen Materialkosten (inkl. Abschreibung des Lasers) bei rund 10 Euro für 6 Platten (eine Seed und 5 Shares) und das bei höchster Qualität mit säurefestem V4 Edelstahl in stabiler 5mm Stärke… Und wenn man pro Metallplatte noch einen Metalldeckel dazu haben will, kommt man halt auf rund 20 Euro an Kosten.
Und nicht zuletzt geht es um die Lebenszeit: Wie lange braucht man um eine Seed-Phrase (96 Zeichen) zu hämmern, zu bohren, von Hand zu zu kratzen, … und das noch fehlerfrei? Stunden oder Tage?
Das Lasern einer Seed (oder eines Shares) auf V4 Edelstahl braucht gerade mal 1 Minute, und da ich den Anspruch habe, daß die Gravur besonders tief sitzt damit alles nach Jahrzehnten noch sicher und klar zu lesen ist, habe ich es so eingestellt, daß der Laser alles zweimal abfährt. Man möge mir den verdoppelten Zeitaufwand nachsehen.
Nach dem Vorgang des Laserns, den jeder Seminarteilnehmer eigenhändig umsetzt, wird die Technik abgeschaltet und neu hoch gefahren, wobei alles so eingestellt ist, daß dabei die zuvor eingegebenen privaten Daten gelöscht werden. Es soll ja vertraulich und anonym hergehen!
Anonymität ist in diesem Kontext ein Sicherheitsbedürfnis zum Schutz vor Diebstahl, Raub, Erpressung und Überwachung. Der Seminarleiter bietet ausdrücklich keine Beratung zu den Themen Geldwäsche, regulatorischen Pflichten, Steuerfragen oder ähnlichem und verlangt auch von den Teilnehmern untereinander diese Themen zu unterlassen. Die Umgehung gesetzlicher Vorgaben ist daher nicht Gegenstand dieses Seminares.
Das Seminar dient ausschließlich informativen und technologischen Bildungszwecken zum sicheren Umgang mit der Seed und stellt ausdrücklich keine Anlageberatung, Spekulations- oder Kaufempfehlung dar. Es ist zu beachten, daß der Kryptomarkt hochgradig volatil ist. Jede Investition erfolgt auf eigene Verantwortung.
Das Seminar beginnt mit allgemeinen Regeln der Permakultur, beispielsweise, daß wichtige Strukturen immer mehrfach abgesichert sein sollten.
Es geht um Pflanzen, insbesondere Bäume, die durch Sonnenlicht Strukturen erschaffen, während praktisch alles andere dem Verfall entgegen strebt.
Das leichtfertige Verbraten von billigem Erdöl sowie daraus hergestellten Treibstoffen, und dabei insbesondere die Verwendung von Diesel zum Pflügen, was wiederum Humusverlust ergibt, plus Anwendung von energieintensiv hergestelltem Kunstdünger führt zur Täuschung, daß wir in einem Energieüberschuss leben würden. Vielmehr ist es so, daß die Menschheit ihre Reserven, ihr Stammkapital verpulvert und in allen Fällen mehr Energie verbraucht als sie produziert. Dieser allgemeine Trend in Richtung Verfall und Unordnung nennt man die thermodynamische Entropie.
Die Permakultur ist ein systematisches Herangehen an die Herausforderung, den Energieeinsatz (z.B. Diesel) Stück für Stück zu senken während gleichzeitig (insbesondere durch mehrjährige Pflanzen) die Produktivität steigt.
Ähnlich verhält es sich mit Währungssystemen: Staatliche Währungen tendieren dazu, immer größere Staatsverschuldung entstehen zu lassen, eines Tages zu crashen und durch etwas anderes ersetzt zu werden. Wenn man selbst erarbeitetes Vermögen erhalten will muss man strategisch vorgehen. Früher wählte man dazu Aktien, Edelmetalle und Fremdwährung (z.B. Schweizer Franken). Seit ein paar Jahren sind Kryptowährungen hinzu gekommen. Diese basierem auf einer anderen Form der Entropie, der Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten. Wir besprechen im Seminar die mathematischen Grundlagen und warum 24 Wort-Phrasen um ein mehrfaches, wirklich extrem mehrfaches, sichererer sind als 12 Wort-Phrasen.
Dann steigen wir ein in die Thematik Shamir’s Secret Sharing. Dies ist ein 1979 von Adi Shamir (israelischer Kryptologieexperte) entwickeltes Secret-Sharing-Verfahren. Mit Hilfe eines solchen Verfahrens kann man ein Geheimnis so auf mehrere „Instanzen“ (Mitwisser) aufteilen, dass zur Rekonstruktion des Geheimnisses nur eine gewisse Teilmenge dieser Instanzen benötigt wird. Siehe dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Shamir%E2%80%99s_Secret_Sharing
Statt um die Mathematik geht es uns hierbei mehr um die konkrete Nutzung. Man kann beispielsweise eine Seed auf 5 Teilmengen derart aufteilen, daß man nur 3 davon wieder zu finden braucht, um die ursprüngliche Seed zu rekonstruieren.
Dann kommen wir zum auffälligen Widerspruch in der Krypto-Welt: Einerseits sucht man sich eine neue finanzielle Heimat weil man dem alten Geld, den alten Strukturen nicht mehr vertraut und dann wird man gleich beim ersten zaghaften Einstieg in Krypto erneut um Vertrauen gebeten. Beim Anlegen der ersten Wallet wird man mit einer generierten Seed-Phrase konfrontiert, die ein Zufallsgenerator errechnet hat. Nun soll man also statt dem Banker, bzw. dessen Computer, einem anderen technischen Gerät, einem Zufallsgenerator vertrauen… Und tatsächlich gab es schon manipulierte „Zufallsgeneratoren“ die gar keinen echten Zufall produzierten…
Allerdings ist es so, daß es Menschen schwer fällt, mathematischen Zufall wirklich zufällig zu erzeugen.
Wer meint, dann nimmt man eben einen Würfel und erstellt damit eine Seed, denkt schon in die richtige Richtung. Anfang des Jahres begab ich mich auf diesen Pfad, ließ teilweise auch meine Tochter würfeln und ich notierte die Ergebnisse. Doch nach 253 Würfelvorgängen kam ich zum 24. Wort und war blockiert. Denn dieses Wort darf nicht zufällig erwürfelt werden, sondern muss kryptografisch errechnet sein, weil es eine Prüfsumme ist!
Ich brauchte Monate auch hierfür eine einfache praxisnahe Lösung zu finden! Wir werden im Seminar also auch Würfeln was das Zeug hält… Und damit der Zufall auch zufällig ist, werden ab und an, ganz zufällig, die Würfel getauscht und schließlich wird das 24. Wort innerhalb von Sekunden errechnet (ganz ohne Kenntnisse der Informatik).
Und nicht zu letzt geht es auch darum, wo und wie versteckt, verstaut man diese gravierten Metallplatten, die im übrigen den üblichen Bedrohungen durch Feuer, Wasser, Erde standhalten, derart, daß man sie selbst leicht wieder findet, ein Unbefugter jedoch nicht.
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