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Freitag 10. Dezember 2010

Cradle to Cradle

Ich höre zum ersten Mal von einem neuen Produktzertifikat dass besonders hohe Ökoeffektivität bewerben soll.

Der Begriff „Cradle to Cradle“ heißt übersetzt: Von der Wiege bis zur Wiege (Anstatt: Von der Wiege bis zur Bahre).

Michael Braungart, Professor für Chemische Verfahrenstechnik und Geschäftsführer der Umweltschutzagentur EPEA in Hamburg ist das, was man einen Pionier nennt. Er hält seit langem unsere Umweltschutzstrategie für grundlegend falsch, weil sie, wie er sagt, darauf angelegt sei, den Schaden der Produktion für die Umwelt lediglich zu minimieren. Seine Vision indessen ist eine Kreislaufwirtschaft, bei der erst überhaupt kein Schaden entsteht.Sein Vorbild sind dabei die Ameisen. Ginge es nach ihm, gäbe es in Zukunft nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch angebaut werden können und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. „Cradle to cradle“ – von der Wiege zur Wiege – bezeichnet er dieses Kreislaufprinzip. Er forscht seit Jahren im Auftrag von immer zahlreicher werdenden Firmen nach neuen Konzepten, um umweltschonende Produkte herzustellen.

So weit die schöne Theorie…
Ist es wirklich Zeit für „Die nächste industrielle Revolution“? (Buchtitel)

Einerseits gilt es jeden Ansatz zu loben der Schadstoffe erst gar nicht entstehen läßt. Andererseits schaue ich mir auch gerne genau an was hinter der Geschichte steht.

Bei Arte gab es einen interessanten Film:

Bei der Suche nach zertifizierten Produkten bin ich (unter anderen) auf die Firma AVENA gestoßen. Diese Firma stellt Kosmetik her.

Auf ihrer Webseite findet sich u.a. dieser Spruch: „Aveda ist das erste Kosmetikunternehmen, das mit 100% zertifizierter Windenergie produziert.“ (Zitat von www.aveda.de/mini/our_mission.tmpl) Weiter findet man den Satz: „Aveda setzt neue Maßstäbe für Nachhaltigkeit in der Kosmetikindustrie.“ (Zitat von www.aveda.de/mini/cradle.tmpl) Auf dieser Seite werden die zertifizierten Produkte gelistet (3 Shampoos, 3 Conditioner und eine Creme). Als Beispiel nenne ich nur das Produkt: Smoothing infusion conditioner Auf der US-Webseite der Firma findet man sogar das Cradle to Cradle Logo mit dem Zusatz „gold“.

Ein Blick zum Codecheck führt zur Inhaltsliste des Produkts.
An erster Stelle (also größter mengenanteil) findet sich der Inhaltsstoff „Dimethicone“. Über diesen Stoff erfährt man auf der Codecheck-Webseite folgendes:

Silikonöl; für Naturkosmetika nicht geeignet; Herkunft chemisch
Bemerkung: umweltrelevant, schwer abbaubar

Auch die anderen Produkte der Firma Aveda enthalten einige bedenkliche Inhaltsstoffe.

Mein Ergebnis: Aveda Produkte haben das Cradle to Cradle Siegel in keiner Weise verdient. Sie haben aber sicher für das Label viel Geld ausgegeben (Link zur Preisliste; pdf Datei; Seite 5).
Ich nenne dies eine Verbrauchertäuschung auf gehobenem Nieveau.

Meine Wahl fällt lieber auf echte Naturkosmetik, die sogar nach Lebensmittelstandard hergestellt wird:
www.culumnatura-naturkosmetik.com

Fazit: Der Cradle to Cradle Ansatz ist nur ein kleiner Ansatz in die richtige Richtung. An echten natürlichen Kreisläufen führt auch mit diesem Siegel kein Weg vorbei. Denn nur die Natur macht echte Kreisläufe. Technik und Industrie sind schon vom Ansatz her falsch.

*****************************************************

Nachtrag: Der Bekannte, von dem ich über Cradle to Cradle erfuhr hat auf meinen Blog-Eintrag geantwortet:

Ich habe deinen Artikel gelesen und bin sehr stolz auf dich, das du das aufgedeckt hast. Ich denke aber das wir es hier mit einem Etikettenschwindel zu tun haben, was den Zertifikatbeauftragten oder dem Produkt zur Last gelegt werden kann, nicht aber der Bewegung oder der Idee. Es ist natürlich traurig, das so etwas passiert, aber warum ist es nur ein „schöner Ansatz“ Wenn keine Schadstoffe in dem Produkt hinein dürfen, als nur wie in zahllosen anderen „Ökosiegeln“ eine begrenzte Anzahl verwendet werden darf?! Cradle to Cradle betrifft nicht nur eine Schublade des Schranks
(Kosmetik) sondern alle Produkte, was es dem Verbraucher leicht macht, keine Schadstoffe an sich zu nehmen.

Meine Antwort:

Den Fehler des Ansatzes erkennt man schon im Buchtitel: „Die nächste industrielle Revolution.“ Es geht um eine Optimierung der Industrie und nicht um das Infragestellen der Industrie an sich.

Wenn ich meine Permakultur-Selbstversorgungsvielfalt zertifizieren wollte als Cradle to Cradle wäre es absurd teuer. Ich gebe keine tausende pro Produkt (!) aus wenn ich vielleicht nur 100 Euro pro Produkt und Jahr als Umsatz habe. Also macht dieses Zertifikat wirtschaftlich nur Sinn bei wenigen Produkten (geringe Vielfalt) und Massenproduktion, also in der Industrie. Jedoch ist es für Handwerksbetriebe viel leichter die Grundidee zu verwirklichen eben weil sie kleiner sind. Doch im Wettbewerb der (geplanten) Zukunft wird der Verbraucher die industriell, zentral hergestellten Massenprodukte vorziehen (wegen dem Zertifikat) und der kleine Handwerksbetrieb geht bankrott, so wie es schon bisher geschieht.
Inhaltlich ist es für Industriebetriebe nahezu unmöglich die Cradle to Cradle Idee komplett umzusetzen. Ich bin zu 100% sicher, daß ich bei jedem zertifizierten Betrieb die Freisetzung von Schadstoffen beweisen könnte. Vielleicht nicht im Betriebsgebäude an sich, vielleicht nicht im Produkt, aber ganz sicher bei der Produktion der Rohstoffe oder bei der Produktion der Rohstoffe der Herstellung der Werkzeuge zur Reparatur der Maschinen. Beispielsweise beim Anbau von Mais für Bioplastik werden Felder gepflügt gedüngt gespritzt usw. Und selbst wenn es eine Technik geben sollte, die komplett kreisläufig wirtschaften könnte, sie wäre herzlos und seelenlos weil es eine Technik ist. Beispiel: Eine Solarzelle könnte noch so ökologisch, kreisläufig hergestellt werden, sie wird keinen Nektar produzieren der Bienen füttert, die uns wieder Honig, Wachs, Propolis, Stockduft, Pollen etc liefern. Die Cradle to Cradle Solarzelle wird auch keinen Duft produzieren die unsere Seele anregt Gedichte zu schreiben oder die Traumwelt bereichert. Die technische Solarzelle macht keine Liebe und vermehrt sich nicht selbständig usw. Die echten Solarkraftwerke, unsere Bäume, machen all das was ich aufzählte. Und sie schenken uns beispielsweise die Umgebungsfarbe „grün“, daß den Menschen im Sinne der Farbtherapie gut tut (wärmt und berührt das Herzchakra). Technische Solarzellen schenken uns die Farbe „blau“ das uns nicht so gut tut. Und so weiter und so weiter.

Für mich ist die Cradle to Cradle Idee interessant weil Menschen anfangen zu denken was an der Industrie bisher falsch läuft. Sie beginnen zu denken was man besser machen könnte. Und im Lauf der Zeit werden einige auch erkennen, daß es nicht reicht das Symptom zu verändern sondern an der Wurzel anzusetzen. Und die Bestimmung des Menschen war schon immer, und wird immer sein, das wir Gärtner im Paradies auf Erden sind.

3 comments to Cradle to Cradle

  • Konstantin Konstantin

    Hallo Tobias,

    hat Dir meine Antwort im Blog gefallen?
    Mir ist im übrigen aufgefallen, daß ich Dich gar nicht fragte ob ich Deinen Text
    veröffentlichen darf. Habe ich im Trubel der Ereignisse versäumt. Deshalb die
    nachträgliche Frage: Darf ich Deine Zeilen in meinem Blog lassen oder soll ich sie
    lieber wieder raus nehmen?

    Ich habe nochmal nachgespürt warum ich etwas traurig bzgl. dem Cradle to Cradle
    Thema bin. Ich hatte voreilig gedacht, gehofft, daß es eine Bewegung ist ohne teure
    Zertfikate. Also eine Bewegung, die mehr auf die Philosopie und die Tat Wert legt
    denn auf teure Kontrollen. Ich denke zB an die Permakultur. Das Logo und der Begriff
    ist geschützt, doch es gibt klare Regeln wann dieser Begriff, dieses Logo kostenfrei
    benutzt werden darf. Ich denke auch an CC (creative commons), copy left etc
    Lizenzen.
    Ich denke, eine wahre naturgemäße Kreislaufwirtschaft braucht auch ein freies Logo.

    Was meinst Du?

    Viele Grüße
    Konstantin

  • Avatar Tobias

    Lieber Konstantin

    Ich habe mich in der Tat gewundert, das ich den Text prompt im Netz wiederfinde,
    bin  in  aber eher entspannt, da ich generell für das stehe, was ich verbreite.
    Ich irre mich jedoch genau wie viele andere Menschen auch und lasse mich
    natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen!

    Zu beginn muss ich einräumen, dass ich kein Feind von Fortschritt bin. Ich bin
    sogar ein ausgesprochener Freund von Erfindern, Dichtern und Denkern, welche das
    Leben befürworten es studieren und nachahmen wollen (Bsp.Viktor Schauberger oder
    ähnliche). Ich benutze gerne und viel das Internet, fahre ein Bike, wo andere
    sich nen gebrauchten Kombi kaufen, ich habe gerne viel Licht in meiner Umgebung.
    Zwar lieber Sonne als Elektronik, doch wenn die Sonne am Horizont verschwunden
    ist, findest du Dämmerlicht in meinem Zimmer nur, wenn ich mich bettfertig
    mache. Ich bin aber auch ein Überzeugter Freund und Anhänger von „Low-tech“.  

    Ich finde eine Optimierung der Industrie, welche aus unserer jetzigen
    Gesellschaft nicht mehr weg zu denken ist, für den besseren Ansatz. Wenn man
    sich bemüht der immensen Müllproduktion Herr zu werden [Quelle.: ], oder einfach
    „Kinderspielsachen“, welche meist vor Giften strotzen [Quelle:
    http://www.youtube.com/watch?v=V7leAxoUCPI%5D, aus dem Weg gehen möchte, so ist
    Cradle to Cradle dort ein dankbarer Begleiter. Ich denke das die Idee, keine
    Schadstoffe von vorne herein zu verarbeiten, die richtige Lösung ist. Klar
    kannst du mir überall einen Schadstoffausstoß in der Produktion nachweisen,
    alleine das Böse CO², welches wir Sünder ausatmen wird man uns sicher in naher
    Zukunft dank Greenpeace oder dem WWF durch die Grünen besteuern lassen.Aber ich
    bin kein „Gläubiger“ (Teekesselwort^^) des Klimaschwindels. Ich mag es nicht,
    wenn man Wahrheiten  mit Halbwahrheiten und Lügen in einen Topf wirft um dann
    durch hervorrufen von schlechtem Gewissen oder Angst, modernen Ablasshandel oder
    Wegelagerei betreibt. [Quelle:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=roMJaj8-9zs und viele
    mehr! Bin gerne Bereit jeder meiner Standpunkte weiter zu untermauern!]

    Ein praktisches Beispiel für Cradle to Cradle.: Wenn man Menschen welche
    entweder wenig Gedanken machen oder einer höheren Gewalt ausgeliefert sind (Chef
    im Betrieb), bewusst Schaden zufügt, ist das ein Missstand, den es zu ändern
    geht. Dieses ist nun z.B. ein Angestellter, welcher in einem Laden Kleidung
    verkauft. Er hat somit den ganzen Tag Gift um sich herum [Quelle.:
    http://www.youtube.com/watch?v=86mcqWhXxBY%5D, der Teppichboden dünstet Gift aus
    [Quelle.:
    http://www.youtube.com/watch?v=YRhuwBi1sCM&feature=&p=CD59E6565214141F&index=0&playnext=1%5D
     Und Der Mensch steht dort den ganzen Tag und ist Psychischem Stress durch
    Kunden, Personal oder dem Chef ausgeliefert, so wird er früher oder später krank
    und ein Fall für den Arzt (heute sagt man aber nicht mehr krank, sozial, denn
    wir wissen ja dank unserer Regierungskompetenzbestie an der Spitze…
    Zitat.:“Was Arbeit schafft, das ist sozial“)
     Bruce Lipton (man möge von ihm halten, was man will) hat mal in einem Vortrag
    zusammen getragen, das ein Missstand (Verletzung oder Krankheit) drei Ursachen
    zu Grunde habe kann.  

    1. Traumatische Erlebnisse (Psychisch oder Physische Einwirkungen von außen Bsp.
    Baseballschläger im Gesicht)
    2. Toxische Einwirkungen (Gifte, ob Nikotin, Medikamente, Alkohol, Drogen…
    aber auch Farbstoffe in Kleidung, Kinderspielzeug (wie oben beschrieben)
    Fluorid, Hormonelle Rückstände wie „die Pille der Frau“ Pestizidrückstände aus
    der Landwirtschaft der Industrie oder Medikamentrückstände im Trinkwasser,
    welche in Kläranlagen nicht herausgefiltert werden.
    Aber auch alles was nicht in unser Essen, Kleidung oder in unserem Täglichen
    Gebrauch an zu treffen ist, Weichmacher und Phthalate in Plastik(Flaschen etc.),
    Strahlung durch Handy oder W-Lan, Elektrosmog und ich betone nochmal deutlich
    Energiesparlampen! Welche neben ihrem ungesunden Licht eine Menge an Ärger mit
    sich bringt. Hochgiftig, wenn sie kaputt gehen, werden sie nicht dort entgegen
    genommen, wo man sie kaufen kann, sondern nur in Giftmüllzentralen. (Was ja
    jeder machen wird, wenn ihm so nen Ding mal kaputt geht?!)
    3. Geistigen Einflüssen (Also wenn ich einer Krankheit optimistisch entgegen
    gehe, werde ich eher gesund, als wenn ich mich dauernd selbst bemitleide und eh
    keine Heilung vermute oder haben will.)

    Was ich damit sagen will ist. Cradle to Cradle, die Idee etwas ohne Gifte zu
    erschaffen, was einfach so wider verrotten wird, oder ewig recycelt werden kann.
    Die Durchführung, also das Patentieren und Zertifizieren liegt mir in der Tat
    auch schwer im Magen, grade die Dinge die du angesprochen hast. Das ausdünnen
    des Mittelstandes und die Weitertreibung von Monopolisierung oder Privatisierung
    sind Probleme mit denen ich bereits seit längerem hadere. Dies ist meines
    Erachtens aber ein Problem in unserem kranken Geldsystem, bei dem du dich ja
    auch bestens auskennen solltest. Es ist das Monopolyspiel welches wir alle
    spielen. Und Cradle to Cradle ist eine Straße, eine Fläche mit der jemand in
    unserem System Geld verdienen will. Somit stimme ich mit dir überein, das die
    Art, wie es zur Zeit umgesetzt wird, bedenkenswert ist, da es so einen Faden
    Beigeschmack trägt. Dagegen stelle ich aber, dass Cradle to Cradle in seiner
    jetzigen Form eher für größere Industrielle Zweige gedacht ist, zumindest den
    größeren Betrieben einen Nutzen bringt, welchen kleinere Betriebe sich eher
    nicht leisten werden. Bei größeren Betrieben hat jener oftmals auch größerer
    Kundenstamm nicht die Möglichkeit, das Produkt zu überwachen und weiß so nicht,
    was er dort kauft wird. Dort ist ein Zertifikat durchaus hilfreich. Der Klein
    oder Mittelstand hat jeher seine Vermarktung anders ausgelegt. Der kleinere
    Kundenkreis funktioniert eher über die Mund zu Mundpropaganda, über
    Visitenkarten und Arbeitszeugnisse, über fertiggestellte Projekte und ein
    gewissen Ruf, den man sich lokal aufgebaut hat. Alles auf einer gewissen
    „Vertrauensbasis“ dort herrscht ein anderer Bezug zwischen Kunde und Erzeuger
    oder Produzent! Oft genügt ein Flyer des Betriebes, damit man sich ein Bild
    machen kann. Wenn der Obstbauer rein schreibt, er arbeitet nach Demeterauflagen,
    glaubt man das ihm, wenn der Nudelhersteller auf die Packung schreibt, Getreide
    aus Genfreiem (Genmanipuliert freiem) Weizen und frisches Quellwasser, dann
    glaube ich es ihm „noch“, auch ohne BIO Sigel… sagt mir Nokia aber, unsere
    Handys schaffen Arbeitsplätze in Afrika, finde ich das sehr Zynisch! [Quelle.:
    http://www.youtube.com/watch?v=6b3czvwdwVw&feature=player_embedded ] und würde
    mich nach Zertifikaten umsehen, welche ich dann auf den Zahn fühlen würde.

    Auf der anderen Seite sehe ich aber auch den Folgenden Ansatz an Cradle to
    Cradle.

    Wenn du viele erreichen willst, also den Schrank und nicht einzelne Schubladen,
    solltest du nicht auf einer „Ökoschiene“ fahren, oder dich von einer
    Naturbezogenen „Liebe zum Leben“ Seite nähern wie der Bezug zum „Nektar
    produzieren, Bienen füttern etc.“. Man sollte keinen Religiösen und keinen
    Spirituellen Weg wählen, sondern den Wissenschaftlichen! Fakt ist, ein Produkt
    welches keine Schadstoffe/Gifte enthält ist technisch einfach das bessere
    Gerät/Produkt, wenn es um die Gesundheit von Lebewesen geht. Das leuchtet nicht
    nur einzelnen Schubladen ein, sondern dem ganzen Schrank! Wenn du das nun an man
    bringen willst, macht es natürlich Sinn, wenn du in deinem Handeln konsequent
    bist. Das du aufgedeckt hast, dass da ein „Etikettenschwindel“ zu finden ist,
    macht mich natürlich traurig.

    Es bietet aber nun so die Möglichkeit dem „Chef“ einfach verständlich zu
    machen.: „Wenn du hier 6500€ mehr für den Boden in deiner Bürofläche ausgibst,
    sind deine Angestellten unter dem Strich vielleicht weniger krank, bekommen
    weniger Arbeitsausfälle wegen Kopfschmerzen oder arbeiten einfach produktiver.
    Auch würde es dem Verbraucher im Alltag einiges an Arbeit abnehmen. Er muss sich
    nicht dauernd mit verschiedenen Etiketten herum ärgern, er weiß einfach (mal den  
    Etikettenschwindel ausgelassen) das wenn da Cradle to Cradle drauf steht, das da
    keine Gifte drin  sind und das Ding so auch wider Recycelbar oder kompostierbar
    ist. Diesen Vorteil hat man bei anderen Etiketten oder Zertifikaten selten. Oft
    sind es nur Richtlinien mit Ausnahmeregelungen, welche zwar in die richtige
    Richtung gehen, jedoch „NUR VON DER IDEE RECHT GUT“ sind.

    Ich habe mich, wie ich dir ja auch mündlich bereits in Karlsruhe mitgeteilt
    habe, mit der Cradle to Cradle Thematik noch nicht bis ins kleinste Detail
    auseinander gesetzt. Das was bei mir angekommen ist lautet.: “Cradle to Cradle
    ist die Idee, unseren Alltag in komplett zu recycelnden oder kompostierbaren und
    dadurch giftstofffreien Gegenständen zu positionieren. Das setzt grade größere
    Betrieben einen lukrativen Ansatz, hochwertigere Produkte zu schaffen, wodurch
    die Entwicklung und Forschung in unserem jetzigen System in eine Richtung bewegt
    wird, wo Menschen begreifen, das sie zur Zeit in Müll leben, Müll produzieren
    und nach ihrem Tod als Sondermüll entsorgt werden müssten. Cradle tu Cradle
    sorgt weitergehend dafür, das Nachhaltigkeit und ein schonender Umgang mit
    unseren Ressourcen stattfinden kann.“
    Ich denke das wir über diesen Weg mehr Menschen erreichen, als wenn wir die
    Industrie generell in Frage stellen!

    Ich würde mich freuen, wenn ich deine Meinung zu meinen kompletten! Text mit
    meinen Worten auf deinem Blog wiederfinden würde und möchte am Ende noch mal
    betonen, dass ich deinen Ansatz sehr gut verstehen kann! Ich umgebe mich auch
    lieber mit lebendigem, und bin ein starker Verfechter, wenn es um das Thema
    Leben geht. Ich denke aber das es keinen Sinn macht, sich Fortschritt, oder
    Industrie in den Weg zu stellen [Quelle.:
    http://www.youtube.com/watch?v=k8fZt5hZB7s&feature=player_embedded%5D. Wir sollten
    aber dem Fortschritt und der Industrie stets vor Augen halten, dass der Weg, den
    sie zur Zeit eingeschlagen hat [Quelle.:
    http://video.google.de/videoplay?docid=-8041642381510770598%5D nichts mit
    Fortschritt zu tun hat, sondern ein kontrolliertes zu Grunde Richten unseres
    Lebensraumes ist.

    Dein Bekannter/“Freund“, von dem du über Cradle to Cradle erfahren hast
    Tobias

  • Lieber Tobias, danke für den besonders langen Kommentar!

    Ich ahne, daß wir ziemlich ähnliche Ansichten tragen, zumindest wenn ich meine früheren Ansichten berücksichtige. Meine Sicht der Welt halt sich jedoch im Lauf der Jahre weiter entwickelt.

    > Ich finde eine Optimierung der Industrie, welche aus unserer jetzigen Gesellschaft nicht mehr weg zu denken ist, für den besseren Ansatz.

    Dies sehe ich etwas anders. So wie es auch derzeit noch ein paar Langspielplatten und Plattenspieler gibt wird es eventuell auch in Zukunft noch Restbestände der derzeitigen Industrie geben. Ich kann mir die Industrie jedoch „wegdenken“. Gleichzeitig kann ich auch eine neue Gesellschaft „herdenken“.

    Sofern die industrielle Welt kostenlose Energie und grenzenlose Anzahl an ausbeutbaren Planeten hätte, wäre eine Sympomverbesserung durchaus einige Zeit lang möglich. Doch ich sehe, daß eine grundlegende Radikalkur ansteht. Und zwar egal ob wir es wollen oder nicht. Nur, sofern wir unsere Augen verschließen, dann wird es viel schlimmer als wenn wir uns auf die kommenden Änderungen einstellen.

    Genau genommen ist für mich die Industrie schon tot. Ähnlich dem Geldsystem ist dieses System veraltet und vergreist. Zwar röchelt dieses Monster noch eine Zeit lang, es ist (aus reiner Trägheit) noch nicht umgefallen. Aber das Zeitalter der Industrie ist vorbei. Es ist das Zeitalter des Öls vorbei.

    Bitte schaue Dir diesen Film an:
    http://www.konstantin-kirsch.de/2010/08/confronting-collapse.html

    > Dagegen stelle ich aber, dass Cradle to Cradle in seiner
    jetzigen Form eher für größere Industrielle Zweige gedacht ist, zumindest den
    größeren Betrieben einen Nutzen bringt, welchen kleinere Betriebe sich eher
    nicht leisten werden.

    Genau so sehe ich es auch: Cradle to Cradle ist was für die „Großen“. Doch diese „Großen“ wird es in sehr naher Zeit nicht mehr geben. Wenn Geld oder Öl (oder diverse andere Faktoren) alle ist, dann ist dieser Spuk vorbei.

    > Wenn du viele erreichen willst, also den Schrank und nicht einzelne Schubladen,
    solltest du nicht auf einer „Ökoschiene“ fahren, oder dich von einer
    Naturbezogenen „Liebe zum Leben“ Seite nähern wie der Bezug zum „Nektar
    produzieren, Bienen füttern etc.“. Man sollte keinen Religiösen und keinen
    Spirituellen Weg wählen, sondern den Wissenschaftlichen!

    Nun, an dieser Stelle haben wir wohl verschiedene Sichtweisen, oder Kenntnisse. Zum einen gehört die Religiosität / Spirituallität zur zentralen Wissenschaft aller Wissenschaften und zwar zur Wissenschaft der elementalen Bilder, andererseits erscheint das was üblicherweise als Wissenschaft bezeichnet wird eher als eine Sekte. Man muß daran glauben, sonst wird man bestraft, geächtet, nicht ernst genommen etc.

    Um viele Menschen zu erreichen muß man die eigene Gedankengeschwindigkeit erhöhen und Elementale formen können. Technische Lösungen und „Fakten“ sind lahme Schnecken im Vergleich zu den Kräften der wahren Wandlung.

    Sollten Dir manche Begriffe wie zB „Elementale“ noch nicht viel sagen, dann empfehle ich die Lektüre der Buchreihe „klingende Zedern“ von Wladimir Megre. siehe:
    http://www.konstantin-kirsch.de/2008/02/die-kernideen-der-anastasia-bucher.html

    Liebe Grüße
    Konstantin

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