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Sonntag 7. August 2011

Seltener Nachtfalter gesichtet

Heute überrascht mich das Erscheinen eines ungewöhnlichen Falters in meinem Permakulturprojekt Waldgartendorf:

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Ich folge ihm so gut ich kann um bessere Bilder machen zu können:

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Endlich gelingt mir ein Bild von oben bei ausgebreiteten Flügeln:

img_3888

Eine Internetsuche führt zum Namen des Falters: „Brauner Bär“
siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Brauner_B%C3%A4r_(Schmetterling)

Interessant an der Wiki-Beschreibung ist diese Ausführung zum Thema Gefährdung und Schutz:

Der Braune Bär ist durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Er ist auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten der Bundesrepublik Deutschland eine Art der Vorwarnliste. In Baden-Württemberg gilt er als gefährdet (Kategorie 3). In Österreich ist die Art in allen Landesteilen sehr im Rückgang begriffen, wie kaum eine andere Schmetterlingsart. Die Art gilt als hochempfindlicher Bioindikator für naturnahe Biozönosen und als Kulturflüchter.

Das letzte Wort dieses Zitates (Kulturflüchter) lässt in mir ein Schmunzeln entstehen. Da es sich bei „Permakultur“ auch um eine Kultur handelt und der Braune Bär im Permakultur Projekt aufgetaucht ist, kann er schwerlich ein Kulturflüchter sein. Er flüchtet vielleicht vor dem was als Kultur bezeichnet wird während es sich zumeist um Zerstörung handelt. Der braune Bär kann wohl unterscheiden zwischen der Kultur des Todes und der Kultur des Lebens. In der neuen Zivilisation, in der Menschen in Harmonie mit der Natur leben, wird der braune Bär sich gerne in der Nähe der Menschen aufhalten.

Einen Vorgeschmack auf diese neue Zivilisation durfte ich heute in Form dieses Falters erleben der mir nach dem Einwecken beim Aufräumen der Feldküche direkt um den Kopf herum flog.

Die Vorstellung, man müsse „die Natur“ nur in Ruhe lassen, damit es ihr gut geht, kann als bescheidener Ansatz gelten. Sofern jedoch der Lebensstil eines oder mehrerer Menschen naturkonform geschieht regeneriert sich die Natur auch und womöglich schneller und besser als durch reines Nichtstun.

2 comments to Seltener Nachtfalter gesichtet

  • Uwe Dietzel

    Hallo Konstantin,
    wir hatten vor 2-3 Jahren schon einmal kurz Kontakt im Permakulturforum. Eins meiner Hobbies (besonders während der Schulzeit) waren Schmetterlinge, daher finde ich es klasse, dass Du die Fotos gemacht hast. Der Braune Bär war einer der ersten beeindruckenden Schmetterlingsarten, die mir begegnet sind. Im Juni hatte ich gelegentlich einzelne große Raupen auf Wegen laufend gefunden, die sich dann bei mir verpuppt haben (ein Kokon im Glas gesponnen) und nach zwei Wochen diesen schönen Schmetterling ergeben haben. Die Raupen finde ich nicht weniger schön: Ganz dunkelbraun behaart und wuschlig, erwachsen 6-7 cm lang.
    (Hier sind schöne Bilder dazu http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Arctia_Caja) Daher kommt auch der Name für die Schmetterlingfamilie: Bärenspinner. Dass sie als Kulturflüchter eingestuft wird, wußte ich noch nicht, aber kann es mir gut vorstellen: Ich habe die Raupen immer nur nahe den Dörfern der Saalfelder Höhe (Nordrand des Thüringer Waldes, Thüringer Schiefergebirge) und am Stadtrand von Saalfeld gefunden, nie in einer Stadt. Sie brauchen zwei Jahre vom Ei bis zur Verpuppung und überwintern als halberwachsene Raupe, wobei recht viele sterben. Im darauffolgenden Jahr fressen sie nochmal (Futterpflanzen sind Wiesenkräuter wie Löwenzahn, Nesselarten, Spitz- und Breitwegerich, also ziemlich unspezialisiert) und dann kommt die Wanderung vor der Verpuppung. Meistens findet man sie nur dann, da sie nachts fressen. Also Du kannst im Mai/Juni auf Freiflächen, Wegen usw. auch nach den Raupen Ausschau halten… Für mich ist der Braune Bär einer der schönsten Schmetterlinge überhaupt, nur nicht so bekannt, da Nachtfalter…
    Ähnlich, aber noch seltener ist dieser:
    http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Pericallia_Matronula
    Das Lepiforum ist übrigens ein guter Anlaufpunkt bei allen Fragen zu Schmetterlingen, selbst den unscheinbarsten, und hat eine tolle Bestimmungshilfe (Datenbank mit Fotos).

    Viele Grüße
    Uwe

  • Stephan Skanta

    Hi!

    Gestern haben wir den „Braunen Bär“ zu Gast in unserem Garten im Wendland. Auch ist uns ein recht gutes Foto gelungen. So einen interessanten Falter hatten wir noch nie zuvor zu Gesicht bekommen. Dank Deines Posts war uns nun die Bestimmung möglich. Ich liebe das Internet! Beste Grüße und Danke

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