Konstantin Kirsch

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Montag 14. August 2017

Welch eine Schande: Amadeu Antonio Stiftung antwortet nicht

Ist es zu viel verlangt, auf eine ernst gemeinte schriftliche Anfrage, eine Antwort zu erwarten?

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man als Freischaffender oder kreativer Künstler gelegentlich überfordert ist, alle Anfragen zu beantworten. Von einer großen Stiftung, die mit Millionen Euros gefördert ist, und auf ihrer eigenen Webseite 35 Mitarbeiter auflistet, kann man meines Erachtens mindestens eine Kurzantwort erwarten im Sinne von: „Danke für Ihre Anfrage. Wir haben keine Zeit / kein Interesse an einer Kooperation / wir melden uns später. MfG“ oder so ähnlich.

Angeblich ist das Anliegen der Amadeu Antonio Stiftung sich gegen Rechtsextremismus und gegen Rassismus einzusetzen. Interessanterweise hat die Stiftung auf zwei Emails von mir nicht geantwortet, in denen ich um Unterstützung in genau ihrem Anliegen gefragt habe. Ich wollte kein Geld sondern nur Hilfe bei der Formulierung eines Textes.

Das Geschehen ist etwas komplex und umfangreich. Deshalb der Reihe nach:

6. Dezember 2016
Von einer guten Bekannten bekomme ich per Email den Hinweis auf eine Datei von Infosekta, mit dem Titel „Einordnung der Anastasia-­Bewegung im rechtsesoterischen Spektrum“.  Daraufhin geht jene Bekannte einigen Spuren nach um herauszufinden, wie es zu dieser Datei kam und wer „Infosekta“ denn ist.

3. Februar 2017
Meine Bekannte schreibt per Email die Zusammenfassung ihrer Recherche:

Möglicherweise kennst Du den Bericht von Infosekta und die Facebook-Seite „Anastasia-bekämpfen“ (o.ä.). Das sind die nach meinem Wissen bisher einzigen Anti-Aktionen, die es zu unserer Arbeit gibt.

Heute möchte ich Dir die Geschichte dazu erzählen, damit Du davon weißt und wir weiteren Schaden abwenden, soweit wir das vermögen. Sie wurde mir erzählt und von anderer Seite bestätigt.

Die Quelle von beidem ist xxxxx, Mitte 40. Er wuchs in xxxxx auf. Seine Mutter war in einer Freikirche, die er als eng und sektiererisch empfand. Sein Vater arbeitete. Mehrere Jahre lang trank er, rauchte hochgezüchtetes Cannabis, ließ sich tätowieren. Heute leben seine Eltern getrennt und er selbst lebt in xxxxx.
Kurz vor unserem Festival auf der Burg Ludwigstein lernte er die Mutter seines Sohnes kennen. Sie leben heute getrennt und er kämpft um das Sorgerecht für seinen Sohn.
Da sie ihm von Anastasia erzählte, fürchtet er, dass sich in seinem Sohn sein Schicksal wiederholt und davor möchte er ihn mit allen Mitteln bewahren. Er hat diese Facebook-Seite ins Leben gerufen. Er hat Daten für diesen Bericht zusammengetragen und erreicht, das Infosekta ihn veröffentlicht. Er bot sich dem Verfassungsschutz als Informant an. (Der Verfassungsschutz hat im Vorfeld von Fest im Goldenen Grabow Erkundigungen eingezogen.) Er kündigte an, sich sogar zu verschulden, um die ganze Sache vor Gericht zu bringen. Wie weit er letztendlich gehen wird, ist ungewiss. …

Zusätzlich erfuhr ich noch, dass Infosekta nur ein 2-Mann-Unternehmen sei und xxxxx plant einen Film gegen die Anastasia-Bewegung zu machen.

21. März 2017
Email von Susanne Roser, Mitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks, Anfrage einen Film drehen zu wollen.
Alles Details zum Email-Wechsel in meinem Blogeintrag vom 5. Juli 2017 (siehe unten).

5. April 2017
Anfrage ob ich an einer deutschen Hochschule einen Vortrag halten könnte über lebende Häuser und Permakultur.

14. Juni 2017
Es wird vom Bayerischen Rundfunk ein Film ausgestrahlt, in dem Marius Hellwig, ein Mitarbeiter der Amadeu Antonio Stiftung, sich folgendermaßen über die Anastasia-Bücher äußert:

Die verschwörungsideologischen Elemente in den Büchern würde ich auf jeden Fall als anitsemitisch bezeichnen, weil da immer die Rede ist von dunklen Mächten, es ist die Rede davon, dass Aussländische, das ausländisches Kapital, ausländische Geheimdienste Kontrolle hätten, das sie quasi die Fäden ziehen würden, das sind in Deutschland klassische antisemitische Stereotypen, die da vermittelt werden.
Es ist auf jeden Fall auch sehr wichtig zu betonen, dass nicht sämtliche Anhänger der Bücher, oder Leute, die sich dieser Szene zuordnen, rechtsextrem sind oder rassistische Gedanken haben, oder was auch immer, sondern in der Szene sind diese Personen, die allerdings auch ziemlich akzeptiert werden, deren rassistischen Äußerungen toleriert werden.

28. Juni 2017
Nach einer ganzen Reihe an Emails sowie Telefonaten wird ein Termin gefunden für den am 5. April angefragten Vortrag über lebende Häuser und Permakultur an der deutschen Hochschule: 18. Juli.

5. Juli 2017
In einem Blogeintrag gehe ich detailliert auf den Film vom Bayerischen Rundfunk ein:
http://www.konstantin-kirsch.de/2017/07/schattenspiele-des-bayerischen-rundfunks.html

14. Juli 2017
Von der Organisatorin des Uni-Vortrags bekomme ich einen Anruf, dass es Turbulenzen gäbe: Die antifaschistische Initiative der Uni hätte einen Antrag eingereicht, dass ich ausgeladen werden solle. Begründung unter anderem: Bericht von Infosekta sowie der Film vom Bayerischen Rundfunk.
Ich hörte, dass beschlossen wurde, dass der Vortrag stattfinden würde, jedoch ein Dozent dabei sein müsse um aufzupassen, dass ich keine „rechte Gesinnung“ vermitteln würde. Ich solle jedoch eine schriftliche politische Stellungnahme schreiben.

Die Stellungnahme habe ich noch am selben Tag abgesendet, abends um 22:25:

Ich verstehe zutiefst das Bedürfnis, wissenschaftliche Arbeit vor politischen und insbesondere vor extremen politischen Ansichten zu schützen.

Dies ist seit jeher auch mein Anliegen. Grundsätzlich respektiere ich jegliche politische und religiöse Ansicht, weil ich die Vielfalt der Menschheit wertschätze. Grenzen hat es für mich allerdings, wenn eine Ansicht sich gegen andere Menschen oder deren Ansichten richtet. Mein Ansinnen ist eine friedliche und liebevolle Koexistenz vielfältiger Menschen.

Zu meiner Biographie: Mein Vater war Gewerbeschulrat für Gartenbau und Landespflege, meine Mutter hatte einen Doktor in Biochemie – Photosyntheseforschung und war Dozentin an der Fachhochschule.
In diesem wissenschaftlichen Bildungsumfeld war Politik praktisch nie ein Thema. Ich habe mich nie intensiv mit dem Unterschied zwischen politisch links und politisch rechts beschäftigt. Ich habe es nie verstanden, was damit gemeint ist. In der Schule wurde mir beigebracht, dass es etwas mit der Sitzordnung in Parlamenten zu tun hat. Meiner Empfindung nach stehe ich politisch komplett aussen vor, da dieses Thema in mir weder Freude noch Interesse weckt.

Im Januar 2016 habe ich in meinen Blog dazu einen Beitrag geschrieben:
http://www.konstantin-kirsch.de/2016/01/politisch-links-oder-rechts.html

Das jetzt in dem Schreiben der antifaschistischen Initiative  der Vorwurf kommt, dieser Blogeintrag sei im Stil von Querfrontler_innen geschrieben, hat mich irritiert, weil ich den Begriff „Querfront“ noch nie gehört hatte. Auch eine Recherche im Internet hat mir nicht sofort klar gemacht, was dieser Begriff denn genau bedeutet.

Vielleicht kann man mich als politisch naiv und ungebildet einschätzen, und liegt damit gar nicht so falsch. Ich betrachte gerne alles aus einer abgehobenen Metaebene:
Wenn beispielsweise bei einem Fussballspiel eine Mannschaft ein Tor schießt, interessiert es mich höchstens, ob es den Eindruck erweckte, dass sportliche und körperliche Leistung und Qualität zu dem Tor führte, und nicht für welche Mannschaft denn das Tor nun fiel.

Ich unterscheide zwischen endlichen Spielen und unendlichen Spielen (siehe Buch von James P. Carse).
Endliche Spiele haben festgelegte Zeitpunkte (z.B. Start und Ende) und feststehende Regeln, innerhalb dessen gespielt wird. Bei einem unendlichen Spiel wird ausprobiert, welche Regeln wie geändert werden könnten, so dass das Spiel eine andere Wirkung hat, beispielsweise, dass es den Teilnehmern mehr Freude macht, oder dass es mehr zum Wohle der Beteiligten beiträgt etc.

Ich sehe die Permakultur als einen Ausdruck von unendlichen Spielen.

Politische Lager (z.B. links-rechts) sehe ich als Ausdruck von endlichen Spielen, die mich nur wenig interessieren.

Ich sehe in der aktuellen Lage der Welt sehr viele Herausforderungen und sehne mich nach Lösungen.
Alles ist in weit verzweigten Wechselwirkungen vernetzt, jedoch nur wenige scheinen die Komplexität der Kybernetik zu erkennen und sinnvoll steuernd eingreifen zu können. Gerade bei politischen Entscheidungen habe ich oft den Eindruck von Kurzsichtigkeit. Gleichzeitig wirkt es oft auf mich so, dass Interessenverflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft (Kapital) existieren und fachlich sinnvolle und nachhaltige Lösungsansätze entweder nicht oder nachrangig realisiert werden.

Während meines Studiums der Architektur an der Uni Stuttgart wirkte ich intensiv mit am Aufbau der Wagenburg „Wilder Süden“. Ich war seinerzeit der Pressesprecher der Wagenburg und erklärte den Behörden, wie sie eine Wagenburg genehmigen können. Von uns lernten Studenten aus Tübingen wie man eine Wagenburg baut. (Diese Wagenburg in Tübingen existiert immer noch.)

Mich interessierte damals nicht die Politik, sondern das Experimentieren an selbstbestimmtem Wohnraum. Ich lernte Hausbesetzer kennen und linksradikale Antifa-Aktivisten waren meine Freunde. Von denen wiederum wurde ich später ausgegrenzt, als ich die „Frechheit“ besaß, einfach so mit Polizisten (also dem „Feind“) zu reden.

Diese links-rechts-Freund-Feind-Trennung empfand ich schon immer als störend für das Finden von Lösungen, die allen zugute kommen könnten.

Ich selbst nächtige auch über 25 Jahre nach dem Studiumsende immer noch im Bauwagen.
Seit über 30 Jahren bin ich aktiv im Bereich Permakultur, weil ich darin viele Perspektiven sehe für eine sinnvolle und nachhaltige Entwicklung.

Vor ca. 10 Jahren habe ich die Anastasia-Bücher kennengelernt und sehe ein sehr großes Potential in der Verknüpfung dieser Gedanken mit der Permakultur. Ich sehe die Anastasia Bücher als unpolitisch im Sinne von rechts-links, jedoch als politisch im Sinne, dass sie schon viele Menschen angeregt haben, real etwas zu tun, indem sie anfangen zu gärtnern. Meiner Beobachtung nach bleibt die Permakultur etwas zu sehr an der Oberfläche. Man beschäftigt sich mit veränderten Strukturen, die wohl eine Verbesserung sein würden – wenn sie denn umgesetzt werden würden.

Die Anastasia-Bücher greifen tiefer im Bereich inneres Leitbild. Bei den Buchlesern dieser Bücher beobachte ich viele, die nicht mehr zu stoppen sind, mit dem Gärtnern zu beginnen, ohne überhaupt irgendwelche Kenntnisse zu haben.

Mir ist es dabei egal, ob ein politisch Linker oder ein politisch Rechter anfängt zu gärtnern. Durch das Gärtnern relativieren und mildern sich meiner Beobachtung nach die politischen Ansichten oft.

Ich sehe mich als unpolitisch. Mich interessiert, was funktioniert. In mir trage ich eine Abneigung bezüglich „Führern“, „Bünden“ sowie „Extremen“ und ich spüre Wohlwollen im Bereich „Selbstverwirklichung“ und „Selbständigkeit“.
Anstatt von irgendeiner Obrigkeit etwas zu fordern, ist mein Weg, etwas konkret zu tun.

Ich habe keine Berührungsängste gegenüber jeglicher politscher und religiöser Ansicht. Ich habe mir in der Vergangenheit auch immer die Freiheit genommen, mit jedem zu reden, mich interviewen zu lassen oder auch Vorträge zu halten.

Ich hoffe mit diesen Ausführungen Ihnen gedient zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Konstantin Kirsch

15. Juli 2017, morgens kurz vor 6 Uhr
Ich ergänze die Stellungnahme vom Vortag:

Sehr geehrte Frau xxxx,

zu den Grundlagen der Arbeitsweise in Sinne der Permakultur gehört die Wertschätzung der Traumwelt.
So ist mir heute nacht klar geworden, dass ich die gestrige Stellungnahme noch etwas ergänzen will, weil ich auf einen der schweren Vorwürfe noch nicht eingegangen war: Antisemitismus

Im deutschsprachigen Bereich bin ich aller Wahrscheinlichkeit nach derjenige, der die Anastasiabücher am besten kennt, weil ich in mehrjähriger Arbeit einen umfassenden Index zu dieser Buchserie verfasst habe.
Die Vorwürfe, dass in den Büchern Antisemitismus stehen würde und ich Antisemitismus verbreiten oder verkennen würde weise ich aufs schärfste zurück!

Das Thema Juden und Antisemitismus wird in der Anastasia-Buchserie (neben sehr vielen anderen Themen) durchaus thematisiert: Es geht darum einen Weg aufzuzeigen, wie Antisemitismus überwunden wird durch gemeinsames Gärtnern.

Wenn jemand beim Betrachten von Problemlösungen kritisiert, dass über Probleme geschrieben wird, könnte mal überlegenswert sein, ob derjenige die Probleme erhalten will, weil womöglich sein Selbstwertgefühl nur über eine Anti-Haltung definiert ist, und beim Wegfall des Problems eine innere Leere empfunden würde.

Insbesondere auch Juden haben sich den Anastasia-Büchern angenommen und in Israel begonnen die Vision von Familienlandsitzen umzusetzen. Das diesbezügliche Zitat aus Band Band 8.1 Seite 138 ist auch in meinem Blogeintrag zu finden: http://www.konstantin-kirsch.de/2017/07/schattenspiele-des-bayerischen-rundfunks.html

Diese umfassende Stellungnahme zu dem Film des Bayrischen Rundfunks nicht zu verstehen geht meines Erachtens nur mit dem Phänomen „Bestätigungsfehler“ (engl. confirmation bias), über den ich übrigens auch in dem oben genannten Blogeintrag geschrieben habe.
siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler

Der Vorwurf von Antisemitismus in den Anastasia-Büchern oder bei mir erscheint mir vergleichbar absurd wie wenn jemand beim Betrachten eines Waldes, den grünen Blättern, dem braunen Humus und schwarzer Holzkohle politische Gesinnungen andichtet, alleine wegen der naturgegebenen Farbe.

Doch zurück zu dem Anlass, der mich überhaupt zu diesen politischen Stellungnahmen bewegt hat:
Bei der Veranstaltung in xxxxx am 18. Juli beabsichtige ich nur über das Fachthema Permakultur zu sprechen und nicht über Politik. Im Rahmen des schon bekannten Titels
„Lebende Häuser und Leben auf einem Hektar – 30 Jahre Permakultur-Praxis“
will ich auch über das Thema „ökologischer Fußabdruck“ reden, weil dies meines Erachtens direkt mit Permakultur zu tun hat.

Ich bitte um Antwort bis Montag nachmittag, ob ich im Rahmen der Veranstaltung:
1. über ökologischen Fußabdruck reden darf
2. das von mir geschriebene Buch „Naturbauten aus lebenden Gehölzen“ zum Kauf anbieten darf
3. die von mir verfasste Broschüre „Waldgartendorf“ zur kostenlosen Mitnahme auslegen darf

Die Broschüre umfasst 28 Seiten und ist auch online verfügbar:
http://waldgartendorf.konstantin-kirsch.de/site/assets/files/1036/broschuere_waldgartendorf.pdf

Eine Verneinung einzelner oder aller drei Fragen würde für mich keinen Hinderungsgrund darstellen am Dienstag einen Vortrag zu halten.

Sollte inhaltliche Kritik an der Broschüre auftauchen, würde ich mich über Mitteilungen diesbezüglich sehr freuen, damit ich diese prüfen und bei Folgeauflagen gegebenenfalls berücksichtigen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Konstantin Kirsch

17. Juli 2017
Im erneuten Anruf der Organisatorin des Vortrages wird mir mitgeteilt, dass der Vortrag abgesagt wird. Die Unileitung hat beschlossen, dass die Zeit nicht reicht um die Vorwürfe genau zu prüfen, deshalb wird vorsorglich abgesagt.

In der Permakultur gibt es den Ansatz aus Problemen Lösungen zu machen.
Im Gespräch mit der Organisatorin finden wir einen kreativen Lösungsansatz:

Statt dem Vortrag am 18.7. machen wir einen Runden Tisch um über die Situation und mögliche Auswege zu sprechen.

Spät abends schreibe ich noch einen Blogeintrag zum Thema „Antifa“:
http://www.konstantin-kirsch.de/2017/07/liebe-antifa-ich-hab-da-mal-ne-frage.html

18. Juli 2017
Das Treffen des runden Tisches war zuerst angedacht im Unigelände. Doch zu Beginn war nicht klar, ob auch ein Dozent dabei sein wird, und das war als Bedingung genannt für ein Treffen mit mir, wenn man sich im Unigelände hätte treffen wollen. So findet der Runde Tisch statt in einem Schrebergarten
Es treffen sich 5 Studenten, ich sowie ein Dozent (der kurzfristig doch dabei sein konnte).
Von den Studenten ist eine die Organisatorin des Vortrags sowie einer, der bei der Antifa aktiv ist, ohne jedoch im Namen der Antifa reden zu dürfen, weil es keinen Beschluss gebe, den er vertreten könnte.

Ich empfand den Austausch als sehr interessant sowie konstruktiv. Es wurde klar, dass die Vorwürfe gegen mich an den Haaren herbei gezogen sind und dass keine Bedenken gegen mich und meinen Vortrag gerechtfertigt sind. Gleichzeitig tauchte eine geniale Idee auf: Da ich der Autor des Anastasia-Indexes bin, und der Verlag derzeit die zweite Auflage vorbereitet, könnte ich darin eine politische Stellungnahme veröffentlichen um die Familienlandsitz-Bewegung zu schützen von Extremen. Damit diese Stellungnahme auch anerkannt wird von jenen, die bisher die Anastasia-Bewegung kritisch betrachteten, kam die Idee auf, dass ich doch die Amadeu Antonio Stiftung fragen könnte um Mithilfe bei der Formulierung. Diese Idee fand ich sofort genial. Wer sonst wäre prädestiniert um so einen Klärungs-/Distanzierungstext professionell zu prüfen?

19. Juli 2017
In privatem Rahmen, in einem Wohnzimmer einer Studenten-WG, zeigte ich die Bilder, die ich vorbereitet hatte für den Vortrag. So konnten zumindest einzelne Studenten den fachlichen Eindruck von meinen Naturbauten bekommen um anschließend mit den Kommilitonen darüber zu sprechen. Danach machten wir noch einen Rundgang durch den Garten der Studenten-WG.

23. Juli 2017
Während ich an dem Text schreibe, der in den Index kommen könnte zu Klarstellung / Abgrenzung, beschäftige ich mich kritisch mit der Amadeu Antonio Stiftung und schreibe dazu einen Blogeintrag:
http://www.konstantin-kirsch.de/2017/07/ist-die-amadeu-antonio-stiftung-nationalistisch-und-voelkisch.html

Ich wollte in diesem Fall etwas genauer wissen, mit wem ich es zu tun habe, wenn ich mit dieser Stiftung kooperiere / von ihnen Hilfe erfrage. Mag sein, dass dieser Blogeintrag auch von Mitarbeitern der Stiftung gelesen wurde, mag sein, dass nicht. Ich finde diesen Blogeintrag völlig fair, sie haben auch die Anastasia-Bücher öffentlich kritisiert, ohne mich vorher zu fragen. Und als Autor des Indexes wäre ich durchaus fähig gewesen ihnen zu helfen auch andere Zitate aus der Buchserie herauszufinden.

31. Juli 2017
Email an die Stiftung:

Von:    Konstantin Kirsch
An:    Marius Hellwig <marius.hellwig@amadeu-antonio-stiftung.de>
Datum:    31.07.2017 10:40
Betreff: Frage bezüglich Anastasia-Bewegung
Sehr geehrter Herr Hellwig,

über den Film vom Bayerischen Rundfunk habe ich davon erfahren, dass Sie sich kritisch mit der Anastasia-Bewegung beschäftigen.

Dies empfinde ich grundsätzlich als wertvoll. Auch mein Eindruck ist, dass einzelne Menschen mit aussergewöhnlichen bis bedenklichen Ansichten in dieser „Szene“ aufgetaucht sind. Sicher kann es unterschiedliche Einschätzungen geben, was als „bedenklich“ gilt. Mich stört es beispielsweise wenn Menschen ihre Vorstellung verbreiten wollen, dass es Bewohner im Inneren der Erde geben würde.

In dem BR Beitrag sprechen Sie von rassitischen Äußerungen, die in der Szene toleriert werden würden.
Dies kann ich nicht nachvollziehen. Sicher kenne ich nicht alle zehntausende an Lesern, habe aber gleichwohl viele Menschen kennengelernt, die diese Bücher lesen. Nie habe ich rassistische Bemerkungen wahrgenommen.

Durch den von mir geschriebenen Index und verstärkt durch die TV-Interviews kam ich in eine spezielle Rolle, die ich gar nicht geplant hatte. Manch einer sieht mich als Sprecher der Bewegung. Zumindest wird meinen Aussagen deutlich Gehör geschenkt.

Daher habe ich wohl die Möglichkeit eine Klarstellung zu veröffentlichen, die beitragen kann, dass rassistisch ausgerichtete Menschen sich aus der Anastasia-Szene entfernen bzw. ihr in Zukunft fern bleiben.

Könnten Sie mir helfen wie so ein Text verfasst sein könnte, damit er eine entsprechende Wirkung erzielt?

Mit freundlichen Grüßen
Konstantin Kirsch

3. August 2017
Email an die Zentrale der Stiftung:

Von:    Konstantin Kirsch
An:    info@amadeu-antonio-stiftung.de
Datum:    03.08.2017 08:03
Betreff: Frage bezüglich Anastasia-Bewegung

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Montag schrieb ich eine email an:
Marius Hellwig <marius.hellwig@amadeu-antonio-stiftung.de>
zu der ich bisher noch keine Antwort bekommen habe.

Daher wende ich mich nun an Sie.
Können Sie erkennen ob meine email angekommen war?

Mit freundlichen Grüßen
Konstantin Kirsch

[im Anhang eine Kopie der Email vom 31. Juli]

14. August 2017

Bisher gibt es keine Reaktion von Herrn Hellwig oder von der Amadeu Antonio Stiftung.

Im Internet erfahre ich heute von einem interessanten Gerichtsurteil:

Amadeu Antonio Stiftung darf weiterhin als Stiftung der Schande bezeichnet werden.
Zitat von hier und hier (Links gehen zu archivierten Seiten, weil der Inhalt so bestehen bleibt und die verlinkten Adressen nicht auch noch durch mich Traffic bekommen – ich bin nämlich weder Unterstützer der AfD noch von PInews)

Es war wohl so, dass die Amadeu Antonio Stiftung der Kandidatin der AfD, Alice Weidel diese Aussage über das Gericht verbieten wollte, jedoch unterlegen ist. Leider konnte ich bisher den Originaltext des Urteils nicht finden, sonst hätte ich darauf gerne verlinkt.

Ich empfinde den Begriff „Stiftung der Schande“ frech und entehrend. Gleichzeitig habe ich selbst erlebt, dass Aktionen der Stiftung entehrend empfunden werden können. Ein Zitat von Alice Weidel finde ich interessant:

„Auch wenn sich die Stiftung gegen Kritik vehement wehrt, wird immer wieder sichtbar, wie gut die linke Szene vernetzt ist. Wenn sich Kahane von als extrem eingestuften Gruppierungen nicht eindeutig distanziert, wird sie meiner Meinung nach auch weiterhin eine ‚Stiftung der Schande‘ sein.“ Zitat von hier.

Zurück zum geplanten Klarstellungstext für die Neuauflage des Anastasia-Indexes:
Der Text ist etwas umfangreicher geworden, aktuell vier A4 Seiten, und wird daher eher ein Zusatzkapitel und nicht nur ein Vorwort zur zweiten Auflage. Über 15 Menschen haben bei der Entstehung des Textes mitgewirkt. Aktuell befindet sich der Text beim Verlag. Sobald von dort „grünes Licht“ kommt, will ich den Text auch hier im Blog veröffentlichen. Da es keine Antwort von Herrn Hellwig oder von der Amadeu Antonio Stiftung gab, konnte ich leider keine Anregungen von dieser Seite aus in den Text einfügen.

*********

Nachtrag 25. August 2017
Der Textentwurf ist nun online: http://www.konstantin-kirsch.de/2017/08/von-russland-in-die-welt.html

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