Konstantin Kirsch

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Donnerstag 28. April 2016

Tigchel-Speicherofen Prüfzertifikat: über 90% Effizienz!

Vor wenigen Wochen kam ein Tigchel Speicherofen 6D in den Niederlanden auf den Prüfstand eines unabhängingen Prüfinstituts. Der 6D ist zwei Nummern kleiner als der bei uns im Februar aufgestellte 10D. Der 6D ist 150 cm hoch und ist empfohlen für Räume von 40-60m² (150 m³). Laut dem bisherigen Herstellerdatenblatt hat der 6D einen Wirkungsgrad von 87%. Der neue Prüfbericht bescheinigt eine Energieeffizienz von 91,9%. Offensichtlich ist der Hersteller mit der Angabe 87% auf Nummer sicher gegangen, frei nach dem Motto: „lieber untertreiben als übertreiben.“ Die Angabe 91,9 liegt ca. 5,6% über dem bisherig angegebenen Wert.

Das Herstellerdatenblatt unseres 10D gibt einen Wirkungsgrad von 93% an. So weit ich gehört habe sollen neben dem 6D demnächst auch alle anderen Modelle auf den Prüfstand. Es würde mich nicht wundern wenn beim Test des 10D ein deutlich höherer Wirkungsgrad als 93% herauskommt. Wenn hier genauso die Werksangabe 5,6% tiefer liegt als der tatsächliche Effizienzwert, dann könnte beim Prüfzertifikat des 10D eine Energieeffizienz von 98% herauskommen. Wir werden sehen.

Hier der Prüfbericht vom 6D:

tigchel-6D-pruefzertifikat

Hinweis: Die Angabe „Thermal Output“ 22 kWh ist zu Betrachten in Kombination mit der Speichermasse des Ofens. Die durch den Brennvorgang freigesetzte Energie wird im Lauf von ca. 10 Stunden an den Raum abgegeben.

Bildquelle: http://www.tigchelkachels.nl/nieuws?news_id=304910

Dienstag 26. April 2016

30 Jahre danach: Die Halbwertszeit von Cäsium-137 ist nun rum

Vor genau 30 Jahren explodierte der Atomreaktor in Tschernobyl. Neben vielen anderen radioaktiven Substanzen flog auch massig Cäsium-137 in die Luft. Dieser Stoff hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren. Das bedeutet, dass jetzt, 30 Jahre später, die Hälfte der strahlenden Atom aufgehört haben zu strahlen. Und was ist in weiteren 30 Jahren? Also am 26.4.2046? Sind dann alle Cäsium-137 Atome ungefährlich geworden? Mitnichten. Dann ist lediglich die Hälfte der jetzt noch verbliebenen Hälfte unschädlich. Das heißt, 2046 ist noch ein Viertel am strahlen. 2076 noch ein Achtel 2106 noch ein sechzehntel und so weiter. Grob gesagt ist nach zehn Halbwertszeiten, also im Jahre 2286 das radioaktive Cäsium-137 so weit abgeklungen, dass man es als ungefährlich betrachten kann.

Was hat die Menschheit aus dem Desaster gelernt? Meiner Beobachtung nach einiges. Viele Menschen wollen diesen Irrsinn nicht mehr. Allerdings fehlt bei vielen noch die konkrete Handlung.

Was haben die Politiker aus dem Desaster gelernt? Meiner Beobachtung nach praktisch nichts.
Zu Politikern passt der Satz: «Es ist sehr schwierig, einem Mann eine Sache beizubringen, dessen Gehalt davon abhaengt, sie nicht zu verstehen.» (Upton Sinclair)

Im übrigen dienen Windräder und Solarkraftwerke NICHT der Abschaffung der Atomkraftwerke. Ich erspare meinen Bloglesern Ausführungen von meiner Seite. Entweder hat man durch eigene Gedankenleistung schon verstanden warum oder man möge sich mit Texten eines echten Fachmanns beschäftigen. Als Einstieg zum Thema Gefahr von AKWs möge diese Seite dienen. Darüber findet man ein paar Links für weitere Studien:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=208864

Für mich war das Ereignis vor 30 Jahren der Durchbruch. Nach dem Auftakt bei Wackersdorf
http://www.konstantin-kirsch.de/2015/12/dreissig-jahre-wackersdorf.html
gab mir Tschernobyl die restliche nötige Energie mein Leben grundlegend auszurichten auf die Erforschung und Entwicklung von wirklichen Lösungen, die den üblich gewordenen Irrsinn weder fördern, noch rechtfertigen sondern ihn unnötig machen, aushungern, ersetzen.

Ach ja, da gab es noch vor 5 Jahren, also 25 Jahre nach Tschernobyl, so einen klitzekleinen Zwischenfall in Japan:
http://www.konstantin-kirsch.de/2011/03/die-atomare-ablenkung-vom-wesentlichen.html

Das ganze Gelaber von „erneuerbaren“ Energien wirkt auf mich ungefähr so absurd wie wenn man debattieren würde ob die rote Farbe von einem Ferrari aus wasserlöslichem Lack mit Bio-Pigmenten besteht, oder ob die Farbe auf Erdölbasis angemischt ist. Ich meine, man könnte auch das Konzept „Sportwagen“ grundsätzlich in Frage stellen … aber dann sind wieder (Schöpfungs-zerstörungs-) Arbeitsplätze in Gefahr …

Es gibt meines Wissens nur eine einzige bedeutende Bewegung, die ein grundlegend neues Leitbild verfolgt und auch weiter ausbaut. Sicherlich kenne ich nicht alle Ansätze einer grundlegenden Wandlung in Richtung eines sinnvollen Lebens, aber es wird mir doch seit Jahren so allerhand zugetragen.

Wer wirklich ernsthaft daran interessiert ist eine sinnvolle lebenswerte Zukunft mit aufzubauen möge sich mit den Inhalten dieser TV Interviews beschäftigen: http://www.waldgartendorf.de/anastasia.html#band1

Dienstag 19. April 2016

Experiment: 90° Sonnenfalle

Letztes Jahr machte ich Feldforschung bezüglich Sonnenfallen:
http://www.konstantin-kirsch.de/2015/07/sonnenfallen-feldforschung.html

Insgesamt habe ich an vier Tagen die Modelle aufgebaut und jede Stunde die Temperaturen der einzelnen Oberflächen gemessen sowie Bilder des Schattenwurfs gemacht: 1. Juli, 3. August, 31. August, 2. Oktober

Da die Schattenwürfe im Frühling denen im Herbst gleichen sind diese Tests für das ganze Jahr aussagekräftig.

Mehrere Ideen für optimierte Sonnenfallen sind entstanden. Deutlich wurde, dass die klassische Form eines U nach Süden viele Nachteile mit sich bringt. Die parallelen Schenkel des U geben über lange Zeit Schatten. Besser ist es wenn die Schenkel einen Winkel von mindestens 90° bilden.

Um Erfahrungen in der Praxis mit lebenden Pflanzen zu bekommen habe ich gestern eine Sonnenfalle für eine Tafeltraube gebaut. Aus sechs der quadratischen Test-Platten habe ich eine ca. 190 cm hohe Sonnenfalle errichtet. Drei senkrecht eingeschlagene Pfosten geben Halt. Der Innenraum mit der Rebe öffnet sich mit 90° nach Süden. Zur Befestigung der Tafeltraube sind ein paar Drähte gespannt.

Südseite (der helle Holzpfosten wird noch dunkel gestrichen, für das Foto ist es jedoch geschickt ihn noch zu sehen):

IMG_9357-B

Nordseite:

IMG_9358-B

Jetzt bin ich interessiert ob die Weinrebe Blüten ansetzt und Früchte trägt, was sie bisher nie gemacht hatte als sie einfach nur an zwei Holzstäben hochgebunden war. Schön wirkt nun diese dunkle Säule im Garten nicht gerade. Wenn jedoch die gewünschte Funktion erfüllt wird, bin ich schon mal zufrieden. Dann überlege ich mir gerne noch wie diese Konstruktion in den Garten harmonischer eingebettet wird.

Donnerstag 14. April 2016

Bäume im Kohlenstoffaustausch

Diese Nachricht finde ich wissenswert:

Quelle:
https://idw-online.de/de/news649473

Überraschung im Wald: Bäume tauschen untereinander Kohlenstoff aus
Reto Caluori Kommunikation & Marketing
Universität Basel

Waldbäume nutzen Kohlenstoff nicht nur für sich – sie tauschen auch grosse Mengen davon über ihre Wurzeln mit Nachbarbäumen aus. Diese Entdeckung machten Botaniker der Universität Basel, wie sie im Wissenschaftsmagazin «Science» berichten. Der intensive Kohlenstoffhandel von Baum zu Baum – auch zwischen verschiedenen Arten – verläuft über symbiotische Pilzfäden im Boden.

Dass Pflanzen durch die Fotosynthese Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, ist bekannt. Der dabei entstehende Zucker wird zum Bau von Zellulose, Holzstoff (Lignin), Eiweiss und Fett verwendet, also der Grundbausteine der Pflanze. Während ein Baum wächst, wird Zucker von den Blättern zu den Wachtumsstellen transportiert: zu den Zweigen, Stämmen, Wurzeln und den mit diesen verbundenen Wurzelpilzen (Mykorrhizapilze).

Bäume mit Kohlenstoffdioxid begast

Dr. Tamir Klein und Prof. Christian Körner von der Universität Basel sowie Dr. Rolf Siegwolf vom Paul-Scherrer-Institut (PSI) berichten nun, dass der Zuckertransport weiter geht als bisher angenommen. In einem Waldstück nahe Basel nutzten sie einen Baukran und ein Netzwerk feiner Schläuche, um die Kronen fast 120 Jahre alter, 40 Meter hoher Fichten mit Kohlendioxid zu begasen, das mit einer Markierung versehen war. Dafür benutzten die Forscher ein Kohlendioxid, das gegenüber normaler Luft eine tiefere Konzentration des seltenen, etwas schwereren 13C-Kohlenstoffatoms aufweist.

Während das markierte Kohlendioxid für die Bäume keinen Unterschied macht, konnten die Botaniker seine Spur mit einem Atom-Massen-Spektrometer im ganzen Baum verfolgen. So liess sich der durch die Photosynthese aufgenommene Kohlenstoff von den Baumwipfeln bis zu den Wurzelspitzen nachweisen. Die Forscher fanden, dass der markierte Kohlenstoff nicht nur in neuen Wurzeln der behandelten Fichtenbäume auftaucht. Dasselbe Signal trugen auch die Wurzeln benachbarter Bäume, die nicht markiert worden waren – auch von anderen Baumarten.

«Wald mehr als Summe der Bäume»

Der einzige Weg, auf dem der Kohlenstoff von der Fichte zur Buche, Föhre oder Lärche – oder umgekehrt – gelangen konnte, war jener über die dünnen Fäden der gemeinsamen Mykorrhizapilze. Pflanzen im Unterholz blieben völlig unmarkiert, weil sie andere Pilzpartner haben als die Bäume. Den entdeckten wechselseitigen Transport grösserer Kohlenstoffmengen zwischen ausgewachsenen, nicht verwandten Baumarten in einem natürlichen Mischwald bezeichnet die die Gruppe als «sehr überraschend».

Die Entdeckung stelle die Individualität des Baums in Bezug auf seinen Kohlenstoffhaushalt infrage, so die Botaniker weiter. Wichtig sei das Resultat der vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Studie auch, weil der in Bäumen gespeicherte Kohlenstoff den bedeutendsten Bestandteil der Biosphäre darstellt. Zudem werden neue Dimensionen der Rolle der Mykorrhizapilze im Wald eröffnet: «Der Wald ist offensichtlich mehr als nur die Summe von Bäumen», kommentiert Prof. Christian Körner das Ergebnis.

Originalbeitrag
Klein T, Siegwolf RTW, Körner C
Belowground carbon trade among tall trees in a temperate forest
Science Magazine (2016) | DOI 10.1126/science.aad6188

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Nachtrag von Konstantin:
Das zugehörige Bild wirft Fragen bei mir auf:
https://idw-online.de/de/newsimage?id=273389&size=screen
Wenn das markierte CO2 durch Schläuche in die Baumkronen angegeben wird ohne die Baumkronen zb mit Folie einzupacken, weht das Gas nicht einfach auch zu Nachbarbäumen?
Das Bild ist auch in diesem englischen Beitrag:
http://phys.org/news/2016-04-trees-carbon.html

Mittwoch 13. April 2016

Rede von Victor Orban zur Freiheit und EU

Soeben habe ich eine interessante Rede von Viktor Orban im Internet gefunden, die er am ungar. Nationalfeiertag (15.03.16) zur Freiheit und EU gesprochen haben soll. Auf der Webseite der ungarischen Regierung findet sich ein englischer Transkript: http://www.kormany.hu/en/the-prime-minister/the-prime-minister-s-speeches/speech-by-prime-minister-viktor-orban-on-15-march
und hier findet sich eine deutsche Übersetzung:

In keiner Weise kann ich einschätzen ob die Übersetzungen den Inhalt der Rede exakt wiedergeben. Ich will auch keinerlei inhaltliche Position einnehmen. Was mich bewegt ist die Beobachtung, dass diese Rede in den Massenmedien bisher nicht bekannt gemacht wurde. Man kann diese Medien „Lügenpresse“ nennen oder auch „Lückenpresse“. Und für die gewünschte Vielfalt an Ansichten ist diese Rede ein Beitrag zur Füllung der Lücke.

Habe soeben gesehen, dass es die Rede, mit deutschen Untertiteln, auch als Video gibt. Habe mir allerdings noch nicht die Zeit genommen das Video anzusehen:

Donnerstag 24. März 2016

Wer will in Frieden gärtnern?

In der Permakultur email-Liste tauchte das Thema Flüchtlinge auf. Auf einen Spendenaufruf hin habe ich folgenden Beitrag geschrieben:

Liebe Permies,

könnten wir mal unsere Gedanken zusammentragen, was bei der Flüchtlingssituation am wirkungsvollsten sein wird, die Ursachen verschwinden zu lassen?

Hungernde, frierende Menschen an geschlossenen Grenzen sind ein Symptom und keine Ursache.
Wo ist es weise zu helfen? Wer hinterfragt die Entstehung der Krise?
Kann es sinnvoll sein anderen zu helfen oder ist es am wirkungsvollsten nur bei sich, vor der eigenen Haustüre, das Sein zu ändern?

Sicher kann es angenehme Gefühle erwecken anderen geholfen zu haben, insbesondere wenn man sich vorab ein Schuldbewusstsein hat einreden lassen. Doch was ist, wenn das Helfen das grundlegende Problem noch verstärken könnte? Traut man sich diese Option überhaupt denken zu können?

Vor einiger Zeit habe ich mal auf einer Liste an empfohlenen Büchern für Permakultur dieses Buch gesehen:

DelphinStrategien, Managementstrategien in chaotischen Systemen
Dieses Buch kenne ich sehr gut. Deshalb gebe ich daraus ein paar Worte wieder.
In diesem Buch werden die drei Typen der üblichen Dramatriologie wie folgt umbenannt:

Täter: Hai
Opfer: Karpfen
Retter: Pseudoerleuchteter Karpfen (PEK)

Der PEK mag gerne helfen um gute Gefühle zu bekommen (und nicht um wirklich die Umstände zu verbessern) und wird dabei zum Opfer. Das größte Problem für den Retter wäre ein Zustand ohne zu Rettende, er ist süchtig auf den Heilungsprozess. Deshalb wird er alle Anstrengungen behindern, die echte, dauerhafte (permakulturelle) Lösungen bringen könnten.

Ich weiß, dass meine gelegentlich kontroversen Meinungen von manchen gar nicht gerne gelesen werden.
Doch sehe ich es als angemessen an, dass gerade PermakulturDesigner, also Menschen, die sich mit langen Zeiträumen beschäftigen, und dazu mit vernetzten Systemen umgehen wollen, übliche Sichtweisen grundlegend in Frage stellen.

Bevor jemand in persönlichen Angriff gegen mich gehen mag, ein Hinweis:
Ich gehöre auch zur rettenden Truppe, bin aktiver Feuerwehrmann. Ich weiß und lebe es aktiv, dass es Situationen gibt, da ist es sehr angemessen, wenn Menschen den Mitmenschen beim Überleben helfen.

Bei der Flüchtlingssituation sehe ich es jedoch so, dass Mitteleuropa schon sehr dicht besiedelt ist und keine weiteren Menschen mehr aufnehmen darf. Die Logik ist ganz simpel, kann jedes unverbildete Kindergartenkind nachvollziehen: Jeder Mensch braucht was zu essen. Und wenn der Anbauplatz für das Essen zu klein ist für zu viele Hungrige, dann braucht es Essen von ausserhalb. Also MÜSSEN zu dicht besiedelte Regionen Essen importieren. Und dort wo das Essen herkommt haben die Menschen schnell Hunger wenn ihnen zuviel Essen weggenommen wird. Da der Transport zusätzlich Fläche und Kraft braucht werden weniger Menschen satt wenn Menschen auf einem dichten Haufen zusammen kommen.

Ich behaupte: jeder hier in Deutschland, der sich mehr und mehr aus dem eigenen Garten ernährt macht sinnvollere Tat als jener, der Essen kocht für Flüchtlinge, die in das schon dichtbesiedelte Deutschland wollen.

Das Problem sind nicht die Flüchtlinge sondern unser Lebensstil, der die Flüchtlinge erst entstehen lässt.

Viele Grüße
Konstantin

Daraufhin kam die Debatte in Schwung. Auf einzelne Reaktionen bin ich genauer eingegangen:

@B.
Du willst Permakulturwissen an die vermitteln, die es, Zitat, „am nötigsten brauchen“.
Meine Einschätzung: vergiss es.
Ein guter Lehrer (egal ob Permakultur oder anders) weiß, dass Schüler nur etwas lernen, wenn sie lernen WOLLEN und nicht wenn der Lehrer meint, das sie das Wissen brauchen. Es ist anmaßend und arrogant zu meinen, zu wissen, was andere brauchen und übergriffig anderen etwas aufdrängen zu wollen, was diese nicht wollen.

Meinst Du im Ernst, dass die Flüchtlinge, ausgestattet mit Smartphone und Facebook, mit Kosten in tausenden an Euros für Schlepper, mit dem Zielland Deutschland, irgendwo „Ökosiedlungen“ aufbauen wollen? Da lachen ja die Hühner!

Permakultur Wissen wie Kompostklos etc würde sie vielleicht übergangsweise akzeptieren um den Notzustand im Notcamp etwas weniger schlimm zu machen.

Wo sind die tausenden an Flüchtlingen, die schon in D sind? In der Stadt oder auf dem Land?
Beackern die Gärten oder wollen sie ein Stück vom Konsumkuchen?

Das Problem ist NICHT die Finanzierung von irgendwelchen Projekten.
Das Problem ist, dass viele falsch denken und, so scheint es, nicht mal richtig denken lernen wollen.

@C.
Du willst eine „WeltbürgerInnen-Steuer“ um Selbsthilfeprojekte in Ländern des globalen Südens zu fördern?
Wie wäre es mal ganz ohne Steuern? Und ganz ohne Retter-Helfer-Denkansatz?
Müssen Permies den Weg bahnen helfen für den globalen Welt-Staat mit Zentraldiktatur??
Man könnte sich beispielsweise darauf konzentrieren die erbrachten Schäden zu beseitigen und jeder könnte bei sich vor Ort anfangen aufzuräumen, als irgendwo weit weg das schlechte Gewissen beruhigen.

@N.
Die schreibst: „Hätten die dort die Möglichkeit in Frieden zu gärtnern würden sie nicht kommen. “
Bei allem Respekt für Deinen Einsatz in Uganda, bei Menschen, die gärtnern wollen: die Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Deutschland sind, oder schon hergekommen sind, wollen doch in der Masse nicht „in Frieden gärtnern“.

Angenommen: Es gibt in D keinerlei Zelt, kein Dach, kein Wasser, keine Heizung, keine Medizin, keine Suppe, kein Kinderspielzeug, kein Geld, kein gar nichts für Flüchtlinge, ausser Freundlichkeit, Frieden und ein Stück Land zum Gärtnern. Und dieses Image, diese Möglichkeit, würde sich per Facebook herumsprechen in aller Welt …

Wie viele würden hier her wollen? Wie viele würden zehntausend Euros an Schlepper zahlen und lange Fußmärsche auf sich nehmen um endlich Gärtnern zu können? Wie viele würden mit ihrer Hände Arbeit sich ihr Essen anbauen, ihr Haus errichten, ihren Wald anpflanzen, ihr Brennholz schlagen, ihre Quelle anlegen, ihr Wasser schleppen WOLLEN??

Und was gäbe es dann für einen Mega Aufruhr in Deutschland weil 80 Millionen Deutsche schon die ganze Zeit darauf warten endlich endlich ein Stück Land (gleichberechtigt mit Flüchtlingen) bekommen wollen, auf dem sie leben dürfen, weil sie: ihr Essen anbauen, ihr Haus errichten, ihren Wald anpflanzen, ihr Brennholz schlagen, ihre Quelle anlegen, ihr Wasser schleppen WOLLEN!!!???

Nein, meine Diagnose ist knallhart und schmerzvoll: Weder die Masse der Deutschen noch der Flüchtlinge WOLLEN aktuell „in Frieden gärtnern“.

Ich vermute, dass dieser Wunsch noch kommt, aber das dauert noch etwas.

Ich gehe im übrigen davon aus, dass der Wunsch zu Gärtnern in jedem Menschen ganz tief verborgen schlummert. Nur ist das so tief verschüttet, dass es bei vielen fast nicht mehr auszumachen ist.

Ich meine: Ein Permakultur Lehrer oder – Praktiker sollte zuerst sein eigenes Leben auf die Reihe bekommen. zB Komplette Selbstversorgung mit Essen, Wasser, Haus, Wärme, Medizin, Werkzeug, Mobilität, Kommunikation und dazu sollte er Geld selber verdienen ohne jeglichen Zuschüsse, Fördermittel, Hartz4 etc.
Und wenn dann alles super-genial läuft, in grandiosem Überschuss, wenn er gar nicht mehr weiß wohin mit dem Geld, dem Essen, dem Brennholz, der Zeit, wenn es ihm langweilig wird weil alles so perfekt resilient, produktiv, selbstregulierend läuft – dann ist der Zeitpunkt anderen zu helfen. Weil dann KANN man auch anderen helfen, weil man wirklich weiß wie es geht und weil der eigene Hof auch weiter funktioniert wenn man sich zeitweise anderen zuwendet und weil man wirklich Überschuss hat.

Von den amerikanischen Natives lernte ich den Spruch: um einem Kranken zu helfen braucht es neun Gesunde, sonst werden die Gesunden krank.

Also: Wenn man wie beschrieben fit, gesund und produktiv ist und findet 8 Permakultur-Kollegen, denen es genau so gut geht, dann kann dieses Team EINEM Menschen helfen.

Mein Zustand ist noch nicht so weit, dass ich zu so einer 9-er Gruppe gehöre. Erstens bin ich noch nicht so fit wie beschrieben und ich kenne maximal einen einzigen Permakultur-Kollegen, der es schon so weit gebracht hat.

Wir hier in Deutschland haben die Hilfe am dringendsten nötig. Genau hier, mitten im Konsum-Drehplatz, im Militär-Drehplatz, im Lügenpresse-Drehplatz, genau hier gehören die gelebten Vorbilder hin, diejenigen, die wirklich mit und von der Natur leben.

Viele Grüße
Konstantin

Meine Texte haben in der email Liste unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Der User B. hat sich ausführlich geäußert. Hier Teile seines Textes kombiniert mit meiner Antwort:

Lieber B.

danke für Deine detaillierte Antwort mit Rückfragen.
Ich kürze Deine Zeilen etwas um die Datenmenge zu reduzieren.

> danke für die ernüchternde Antwort auf meine allererste Mail an die Liste.
> Wäre ich weniger selbstbewusst, würde ich mich nach so einer Antwort von
> der Liste abmelden.

schön, dass Du dabei bleibst. Permakultur braucht selbstbewusste Menschen.

> Du schreibst:
> /„Es ist anmaßend und arrogant zu meinen, zu wissen, was andere brauchen
> und übergriffig anderen /
> /etwas aufdrängen zu wollen, was diese nicht wollen.“/
>
> Mich als anmaßend, arrogant und übergriffig zu bezeichnen für meine Idee
> finde ich hart an der Grenze zu grober
> Unhöflichkeit.

Bitte beachte, dass ich nicht geschrieben habe: „Du bist …“ sondern „Es ist …“

> Und woher weißt Du, dass diese Menschen nicht
> Permakulturwissen lernen wollen?

Weil ich, je nach Situation, mich auch mal anmaßend, arrogant und übergriffig verhalte.

> Erstens ist Dein Umgangston wenig sachlich und ziemlich harsch.

Mein Umgangston ist sachlich entsprechend der alten Schule: Das Wort „Sache“ stammt ursprünglich aus der germanischen Rechtssprache mit der Bedeutung: „Rechtsstreit vor Gericht“ und noch davor kommt es vom althochdeutschen Verb „sahhan“ mit der Bedeutung „streiten, schelten“.
Die moderne Bedeutung des Wortes „sachlich“ im Sinne von „emotionslos, gefühlskalt“ finde ich abstoßend. Menschen zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie Gefühle haben.

Für mich gilt die Vorgabe, die Gegensätze in mir möglichst in Ausgleich zu bekommen. Dazu gehört es auch zu streiten und zu kämpfen – genauso wie es dazu gehört sanft und friedlich zu sein.
Meiner Ansicht nach können die Streitkräfte (Militär) mit ihrem Verhalten (Krieg) nur abgeschafft werden, wenn jeder einzelne Mensch bereit ist zu streiten anstatt diesen Aspekt des Seins zu delegieren.

> Ein
> schlechter Umgangston
> bringt niemanden von uns weiter und birgt das Potential, neue engagierte
> Permies zu vergraulen.

Nur die Harten kommen in den Garten …

Im Ernst: Ich habe gar nichts dagegen neue engagierte „Permies“ zu vergraulen. Wer sich vergraulen lässt ist durch den ersten Filter schon mal durchgefallen. Es ist absolut UNpermakulturell jedes Pflänzchen im Garten hochpäppeln zu wollen. Das ist Energieverschwendung pur. Die Natur ausserhalb des Planungstisches ist hammerhart. Da gibt es klare Regeln und keine Gnade. Von hundert Samen einer Pflanze werden locker mal 99 gegessen oder verrotten. Vielleicht kommt nur ein Same durch und wird eine starke kräftige neue Pflanze.

> Ich möchte Dich bitten, höflich und sachlich zu bleiben. Gute Argumente
> statt Polemik.

Bei dem Wort „Argument“ unterscheide ich strickt zwischen der üblichen Bedeutung „Beweisgrund“ und der ursprünglichen Bedeutung „was der Erhellung dient“. Die alte Bedeutung liegt mir am Herzen, in diesem Sinne argumentiere ich gerne. Dazu gehört es auch eigene Emotionen mitzuteilen anstatt möglichst „sachlich“ (im modernen Sinne emotionslos / gefühlskalt) zu erscheinen. Die moderne Bedeutung „Beweisgrund“ interessiert mich nicht, weil ich niemandem etwas zu beweisen habe.

> Zweitens spricht für mich aus Deiner Antwort viel Frustration.
> Das verstehe ich gut, die Lage der Welt kann einen im Moment wirklich
> frustrieren.

Die Lage der Welt ist wunderbar und wunderschön. Das neue Zeitalter hat schon begonnen, an sehr vielen Stellen sind die Keimlinge der neuen Zeit zu sehen. Die Morgenröte ist leuchtend. Der Schatten lichtet sich.

Frust habe ich auch, aber an ganz anderer Stelle: Wenn ich beobachte was aus der Permakulturbewegung geworden ist, die ich seit 30 Jahren aktiv mit aufgebaut habe, dann komme ich aus dem Staunen und Kopfschütteln fast nicht mehr raus.

> Aber Du scheinst ja genau zu wissen, was Flüchtlinge wollen, dass sie
> alle Smartphones besitzen,
> tausende Euros an Schlepper zahlen und alle Deutschland zum Ziel haben.
> Ist es nicht eher anmaßend und arrogant, (Kriegs)Flüchtlinge in diese
> Schublade zu stecken?

Für den Umgang mit allem in der Welt ist es für den Geist zwingend notwenig zu vereinfachen, die Gesamtkomplexität ist viel zu groß. Es ist absolut unmöglich alles zu erfassen. Daher ist es gesund und nicht arrogant die Masse der Flüchtlinge in eine „Schublade“ zu stecken. Genauso ist es auch richtig immer wieder das Dasein zu vereinfachen, in der Wahrnehmung, in der Beschreibung und in der Handlung. Die Frage ist nicht ob man vereinfacht sondern wie, nach welchen Maßstäben und Methoden.

> Mich würde interessieren, woher Du diese Informationen hast. Aus den
> Medien, wenn ja welchen?

An erster Stelle beobachte ich meinen Garten, meine Gedanken, meine Gefühle, meine inneren Bilder, Menschen, die mir begegnen, Bücher und als gelegentliche Ergänzung noch Daten aus dem Internet. Da der letztgenannte Punkt am ehesten über emails weiter gegeben werden kann nenne ich drei Links ohne zu behaupten, dass dies meine wichtigsten Medien sind:

http://www.dasgelbeforum.net

„60 Millionen Menschen sind auf der Flucht“ ein Film von Jasinna:
https://youtu.be/ECwSfYE2qgA

Medien
https://youtu.be/l6AAgdBgf_A

> Hast Du Informationen aus erster Hand, kennst Du Flüchtlinge oder
> Menschen, die mit ihnen arbeiten?
> Ich nicht.

Seit 30 Jahren ist ein Flüchtling mein Schwager. Ansonsten habe ich sehr viele Kontakte mit Menschen und erfahre so einiges direkt oder indirekt.

> In diesem Punkt möchte ich Dir entschieden widersprechen. Permakultur
> ist eine recht junge Bewegung,

stimmt, der Begriff ist nur 105 Jahre alt und die „Bewegung“ nur 45 Jahre.
Und ich bin nur 30 Jahre aktiv dabei Permakultur zu lernen, zu leben und zu lehren.

> die davon lebt, gerade auch experimentelles Wissen weiterzugeben. Wir
> haben gerade erst angefangen,
> wie Hxxxxx so treffend in seiner Signatur schreibt.

Hxxxxx schätze ich sehr. Das „gerade erst“ bezieht sich meines Erachtens auf den sehr langen Zeithorizont auf den Permakultur zielt. Im Verhältnis dazu sind 100 Jahre wenig.

> Wenn wir es alle
> machen würden wie Du,

Dann hätte sich schon richtig was getan.

> können wir ewig warten, denn kein System ist derzeit perfekt. Wenn
> unfertiges, experimentelles Wissen
> weitergegeben wird, können auch viele andere daran arbeiten, es zu
> verbessern.
> Ein Rat wie der Deinige bremst die Permakultur Bewegung im
> deutschsprachigen Raum unnötigerweise aus.

Wenn etwas in eine Sackgasse rennt, kann eine Abbremsung sehr wertvoll sein, weil strukturerhaltend.

> /“Von den amerikanischen Natives lernte ich den Spruch: /
> /um einem Kranken zu helfen braucht es neun Gesunde, sonst werden die
> Gesunden krank.“/
>
> Welche Natives waren das? Angebliche indianische Weisheiten zu zitieren
> finde ich immer etwas
> fragwürdig, es gibt hier sehr viel Halbwissen und Romantisierung, und
> nicht zuletzt wurden
> diese Kulturen von der unsrigen brutal zerstört.

Ich habe Kontakt zu Lakota und Crow, teilweise direkt, teilweise indirekt.
Warst Du schon mal in Lakota-Schwitzhütten oder beim Sonnentanz dabei?
Habe im übrigen auch Kontakt zu einem keltischen Priester (aus mehrtausendjährigerr Familientradition).

> /“Wir hier in Deutschland haben die Hilfe am dringendsten nötig. /
> /Genau hier, mitten im Konsum-Drehplatz, im Militär-Drehplatz, im
> Lügenpresse-Drehplatz, /
> /genau hier gehören die gelebten Vorbilder hin, diejenigen, die wirklich
> mit und von der Natur leben.“/
>
> Dem stimme ich vollkommen zu. Aber inwiefern widerspricht das der
> Durchführung von sinnvollen Projekten mit
> Menschen anderer Kulturen, hierzulande, in Flüchtlingslagern oder sonstwo?

Nichts von mir spricht gegen sinnvolle Projekte. Ich stelle nur die Frage was denn bei manchen Aktionen der Sinn ist!

> Permakultur sollte überall auf der Welt verbreitet und angewendet werden.

Ich habe bei einigen „Permakultur“ Projekten den Eindruck bekommen, dass es schwere Unterschiede gibt in der Vorstellung was darunter zu verstehen sei.

> Bisher vermisse ich Deine Gedanken über wirkungsvolle Strategien, um die
> Ursachen verschwinden zu lassen.

Wenn Du meine diesbezüglichen Gedanken vermisst kann das viele Gründe haben.
Einen zentralen Grund sehe ich im Verachten der Ahnen, der Pioniere der Permakulturbewegung.
In den letzten 40 Jahren PK in Deutschland gab es viele, sehr sehr viele, die sich für das Thema engagiert haben. Und was ist geblieben? Wo sind sie? Was machen sie? Wer von den jungen, neuen hat Interesse an ihnen?

Soll beispielsweise ich, einer der Ältesten der Bewegung in Deutschland, den Jungen meine Erfahrung hinterher tragen? Nee, so läuft das nicht. Ein Pk-Spruch, der manchen neuen vielleicht unbekannt ist:
„The user must pay“ (deutsch: Der Nutzer muss zahlen).
Permakultur funktioniert dann, wenn es sich wirtschaftlich rechnet. „Ehrenamtliches“ passt nicht wirklich zur Permakultur. Wenn man PK ernst nimmt, wenn man funktionierende Strukturen aufbauen will, dann müssen die Zahlen stimmen.

Solange mein Eindruck ist, dass Permies kein wirkliches Interesse haben die Ursachen zu erkennen und wirkliche nachhaltige Lösungen zu entwickeln, schaue ich überwiegend weiter zu mit Kopfschütteln.

Ein Kollege, der auch zu den Ältesten der PK Bewegung gehört, schrieb mir in privater email in Bezug wie wir mit den jungen umgehen könnten:
„Also selber machen und dann was sagen, wenn man
ernsthaft gefragt wird und hin und wieder ein wenig
provozieren, so wie die beiden Alten auf dem Balkon
in der Muppets-Show?“

> Sicher sind Flüchtlinge ein Symptom und keine Ursache. Sollte man ihnen
> deswegen nicht helfen?
> Sie sind nun da, und von alleine werden sie nicht verschwinden. Im
> Gegenteil, es werden immer mehr.
> Wir werden Strategien entwickeln müssen, um mit diesem Problem (den
> Symptomen) umzugehen.
> Ich finde, dass die Permakultur in dieser Hinsicht viel Potential birgt.
> Warum versuchst Du, dieses Potential schon im Keim zu ersticken?

Der Begriff „Keim“ ist passend. In der Permakultur kann man sehr viel Energie sparen wenn man unpassende Keimlinge frühzeitig entfernt, damit die gewünschten besser wachsen.

> Nach Deiner so simplen Logik nehmen wir im dicht besiedelten
> Mitteleuropa anderen Menschen das Essen weg.

Es gibt eine Statistik zum Thema ökologischer Fußabdruck und Biokapazität. Daraus ist erkennbar, dass die Deutschen aktuell die doppelte Fläche beanspruchen wie zur Verfügung steht.
Wir brauchen ja nicht nur Fläche für Nahrung. Wir brauchen ca. die zehnfache Fläche für alle Bedürfnisse, an erster Stelle: Wärme, also Brennholz. Auf Essen kann man ziemlich lange verzichten. Und ich kenne Hunger sehr gut, ich kenne auch das Gefühl bereit zu sein jemanden umzubringen.
Ich war im übrigen auch schon mal im Gefängnis, aber nicht weil ich jemandem was angetan hätte. Es war im Ausland weil ich zufällig mit einem Schmuggler getrampt war und vermutet wurde, dass ich Mittäter wäre.

Doch viel schlimmer als Hunger ist Kälte. Nach wenigen Stunden kann Kälte tödlich sein. Was bringt es wenn wir hier in Europa Essen-autark sind und Holzpellets importieren (zB aus Kanada) damit hierzulande Kohlekraftwerke umgerüstet „klimaneutral“ laufen können??

> Das sehe ich auch so.
> Du sagst jetzt aber, dass wir genau diese Menschen, die vor den durch
> unseren Lebensstil verursachten
> Krisen flüchten müssen, nicht aufnehmen dürfen und ihnen nicht helfen
> sollen?

Wenn alle Meinungen aussagen würden: Alles abschotten, niemanden rein lassen, niemandem helfen, … dann wäre ich sofort dabei das Reinlassen und das Helfen zu forden.
Zuerst muss man beide gegensätzlichen Gedanken und Ansichten in seinen Gedanken GLEICHZEITIG denken können um selber zu denken, um eigenständig zu denken. Wer nur vorgegebenen „politisch korrekten“ Gedanken hinterherläuft ist meines Erachtens fremdgesteuert.

> Mitteleuropa ist viel weniger dicht besiedelt als z.B. große Teile Asiens.
> Wenn wir hierzulande Permakultur Systeme aufbauen würden nach dem
> Vorbild von z.B. Sepp Holzer,

Der Sepp ist für mich kein Vorbild, denn ich habe keinen Bergbauernhof geerbt. Ich kenne auch sonst niemanden, der einen Bergbauernhof erben könnte. Ansonsten ist er umstritten. Hobby Gärtner finden ihn oft klasse während Landwirte sehr viele Kritikpunkte an ihm finden, beispielweise an seiner niedrigen Flächenproduktivität. In meinen Freundschaftskreisen gibt es pro und contra Lager bezüglich Sepp. Ich kenne ihn und schlage mich auch keine Seite. Es hat beides. Licht und Schatten. Was ich am wertvollsten finde ist seine rebellische Art, die bewegt was.

> könnten wir locker noch mehrere Millionen Menschen aufnehmen und ernähren.
> Die Welt ist ohnehin hoffnungslos überbevölkert,

falsch, es könnten locker die zehnfache Menge an Menschen auf diesem wunderbaren Planeten leben.
Allerdings nur bei anderem Lebensstil, anderer Kultur, anderen Werten.
Wenn Du alle Menschen zusammenstellst mit 2 Menschen pro Quadratmeter, dann passen 7 Milliarden auf Mallorca. Es liegt nicht an der Menge der Menschen sondern an dem Flächenanspruch pro Mensch.

> ohne weite Anwendung von Permakultur landen wir alle in
> katastrophalen Zuständen und werden evtl. vor Krieg und Gewalt flüchten
> müssen.

da stellt sich wieder die Frage was unter dem Begriff Permakultur verstanden wird.

> Deinen nationalistischen Ansatz finde ich sehr fragwürdig und
> rückwärtsgewandt.

Und ich finde es seeehr fragwürdig meine Texte als „nationalistischen Ansatz“ zu bezeichnen.

> Staaten und Grenzen sind
> künstliche Machtkonstrukte. Land ist Land und Menschen sind Menschen,
> egal wo, es kommt darauf an,
> wie man mit ihnen (dem Land und den Menschen) umgeht.

Ja, es geht auch darum wie man mit den Menschen und dem Land umgeht was vor Ort ist.
Ich nenne das Heimat, also dort wo ich Heu mähe, und nicht „Nation“.
Ich gehöre zu keiner Nation. Was mich verbindet mit der Region ist die Sprache.

> Permakultur bietet
> hierfür bekanntlich gute Lösungen.
> Landbesitz und Nationalismus finde ich fragwürdige Konzepte, die von Dir
> zitierten native Americans übrigens auch,
> soweit ich weiß.

„Landbesitz“ findest Du fragwürdig? Interessant. Weißt Du überhaupt was „Besitz“ heißt??
Jeder Gärtner ist Besitzer seines Gartens SOFERN er ihn bewirtschaftet, sogar jeder Hausbesetzer ist Besitzer des Hauses.
Das Wort „Besitzer“ bedeutet die tatsächliche Handlungsmacht, oder die „tatsächliche Gewalt einer Person über eine Sache“ (Zitat aus dem juristischen Wörterbuch)

Ich vermute, Du meinst „Landeigentum findest Du fragwürdig“. Dem kann ich zustimmen. Denn zu Eigentum gehört die Existenz eines Staates mit Gewaltbereitschaft (und ohne Gewaltbereitschaft keinen Staat).

> Gerade deswegen sollten wir sie aufnehmen bzw. ihnen sonstwie helfen.
> Und, wie willst Du denn den Lebensstil von 82 Millionen konsumsüchtigen
> Deutschen ändern?

„Ich“ ändern diesen Konsumstil nicht. Dafür hat Madame Merkel eine viel bessere Methode gefunden:
Genau für die Änderung des Konsumstils sind die Flüchtlinge perfekt. Je mehr von ihnen hierher kommen um so eher verschwindet der Komsumstil der Deutschen. Die Krankenkassen werden genauso bankrott gehen wie alle Banken, Ministerien, Fördermittel, Rente, Hartz4, etc. Alles vom alten System geht kaputt. Möglicherweise werden auch AKWs explodieren, weil die Gelder nicht mehr da sind um sie zu erhalten, oder weil der angeblich ökologische Windstrom die Netzstabilität zerlegt hat und deswegen ein Blackout kommt.

Gegen all diese heftigen Änderungen habe ich im übrigen grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Oft lernt ein Einzelner oder eine Gesellschaft nur aus Schmerz. Die Frage ist nur das Tempo und ob die neuen Strukturen schon weit genug ausgereift sind um nach dem Chaos eine neue tragfähige Ordnung aufzubauen.

> Nenne doch mal einige Strategien, die darüber hinausgehen, sich aus dem
> eigenen Garten zu ernähren.

Habe ich an vielen Stellen schon gemacht. Wenn Du es wirklich wissen willst, wirst Du es finden.

> Liebe Grüße an alle, egal wo Ihr seid und was Ihr gerade tut, und schöne
> Ostertage!
> B.

Dir und allen Lesern auch schöne Ostertage
Konstantin

und noch eine Runde:

Lieber B.

> Bitte, jedem das Seine. Ich behalte mir dennoch vor, jedem Menschen
> freundlich zu begegnen.

meiner Wahrnehmung nach schreibe ich bisher in freundlicher Wortwahl.

> Was die Pflanzen betrifft, stimme ich Dir zu. Menschen sind aber keine Pflanzen, und niemand
> sollte sich anmaßen, durch einen rauen Umgangston die harten von den schwachen filtern zu wollen.

Kennst Du Rudolf Doernach?

Nein?

Er ist DER Pionier der Permakulturbewegung in Deutschland. Über ihn kamen Margrit und Declan auf die Permakultur. Und Margrit und Declan (die kennst Du aber hoffentlich, oder?) haben dann sehr viel getan Permakultur so richtig in Deutschland zu etablieren.

Rudolf lebt im Schwarzwald. Wer von den jungen Permies kennt ihn? Wer hat ihn je besucht?
Ich rate niemandem dieser PK-Liste ihn zu besuchen. Sollte er noch so kratzbürstig sein wie vor ein paar Jahren, als ich ihn besuchte, dann kann ich versichern: Keiner dieser Liste hält eine Begegnung mit ihm länger als 2 Minuten aus. Sorry, eine Ausnahme gibt es: Erwin aus Österreich, der ist standhaft genug.

Gegenüber Rudolfs Art sind meine Worte und Ansichten Zuckerwatte auf rosa Samt.

Ich bin Rudolf sehr dankbar für seine harte Art wie er mit mir seinerzeit umgegangen ist. Ja er hat mich als Auftakt sogar angebrüllt als ich von ihm Tipps zu Permakultur und lebenden Häusern haben wollte. Durch die Erlebnisse mit ihm habe ich die Kraft und die Stärke aufgebaut, die ich brauchte um meinen Weg zu gehen.

> > „Frust habe ich auch, aber an ganz anderer Stelle: Wenn ich beobachte
> > was aus der Permakulturbewegung geworden ist, die ich seit 30 Jahren
> > aktiv mit aufgebaut habe, dann komme ich aus dem Staunen und
> > Kopfschütteln fast nicht mehr raus.//“/
>
> Ich verstehe nicht, was Du meinst. Was ist denn aus ihr geworden und was
> lässt Dich Kopfschütteln? Die Bewegung hat meiner Ansicht nach weltweit
> an neuen Akteuren und kreativen Projekten gewonnen.

Ich nehm nur mal zwei Beispiele:
Die PIA Übersetzung des Manuals. Dort findet sich auf Seite 116 eine Zeichnung mit Untertitel „Traditionelle Schifffahrt“.
Der Text darunter enthält „politisch korrekte“ Gender-Gleichmacherei und inhaltlich wird dabei Geschichtsfälschung betrieben. „Er oder sie singt, auch um die Phasen der Reise […] festzuhalten“
„Die SpäherInnen beobachten …“  „Ein/e NavigatorIn konsultiert …“ Nur bei dem Satz „Ein erfahrener Mann senkt seinen Hodensack ins Meer, um die Wassertemperatur genau einzuschätzen“ wurde der Satz korrekt übersetzt. Mich wundert nur, dass nicht ergänzt wurde: „Oder eine siefahrende Frau senkt ihre Brüste ins Meer, um die Wassertemperatur genau einzuschätzen“.

Die Sehnsucht nach Gleichberechtigung ist grundsätzlich ja verständlich, aber an der falschen Stelle ist es falsch. Da kann man mir „Besserwisserei“ vorwerfen, aber sie führt ins Leere, denn die traditionelle Schifffahrt war ausschließlich Männersache. Der deutsche Text lässt es so aussehen, dass auch Frauen an Bord waren. Durch solche fachlich falschen Übersetzungen wird (mindestens) ein ganzes Buch unglaubwürdig.

zweites Beispiel:
Die PIA Übersetzung des Buches von Patrick Whitefield
deutscher Titel: „Was wir für die Erde tun können“
In fast jedem Kapitel, manchmal sogar in jedem Absatz wird auf den „Klimawandel“ und das ach so böse CO2 hingewiesen.
Ich empfinde es als lächerlich wie rigide sich die Permakulturbewegung an diesem Dogma festgebissen hat. Als ob es nichts anderes (und besseres) gäbe, das man als Grund anfügen kann, warum man Permakultur macht.

> Ich bin eher der Freund von differenzierten Sichtweisen.

Na klar, ich auch. So differenziert wie es eben geht. Nur ist das immer eine Vereinfachung der Gesamtdifferenziertheit.

> Uff… Ohne die ganzen Probleme und Konflikte, die durch die
> Einwanderung von Migranten und Flüchtlingen entstehen beschönigen zu
> wollen, riecht der in diese Videos gesetzte Fokus für mich ziemlich nach
> AfD / Pegida Propaganda…

Im übrigen halte ich nichts, rein gar nichts von AfD und Pegida, aber ich will nicht zu politisch werden.

> Mir wird das alles langsam zu politisch.
> Permakultur sollte undogmatisch und unpolitisch sein und bleiben.

Undogmatisch wäre schön. Deshalb fände ich es passend wenn endlich mal das Dogma
„CO2 macht Klimawandel“ weg fallen würde.

„Unpolitisch“ sehe ich teilweise als unpassend an, denn „politisch“ bedeutet „zielgerichtetes Vorgehen“, und das finde ich sehr wertvoll.
Teilweise ist „unpolitisch“ aber auch passend, denn dieses Wort heißt auch „Kunst der Staatverwaltung“ und davon halte ich nicht viel.

> Die Frage ist nur, welche Strukturen Du erhalten willst. Permakulturelle
> Strukturen gibt es noch lange nicht genug.

eben, deshalb fände ich es gut, wenn sie nicht in einer Sackgasse zerschellen.
Ein Beispiel zur Verständlichmachung: Angenommen (was ich vermute), wird sich die Mär vom bösen CO2 und dem Klimawandel nicht ewig aufrecht halten lassen. Eines Tages wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben, etwas mit dem man zum wiederholten Male Geld (Arbeitskraft) umverteilen kann. Dann stehen plötzlich alle dumm da, die vorher ihr Selbstverständnis am Klimawandel festgenagelt hatten.

> Und warum solltest Du
> derjenige sein, dies entscheidet?

Weil ist für mich selbst entscheide und meine Entscheidungen mitteile.

> Von welchen Ahnen und Pionieren redest Du? Ich für meinen Teil halte
> mich an die Originale, Bill Mollison, David Holmgren und Geoff Lawton. /

Diese Antwort ist ja fast so, als ob jemand sagt: Meine Eltern kenne ich nicht, ich beziehe mich auf Adam und Eva. Im übrigen gehört in die Adam-Eva Liste noch der Masanobu Fukuoka.
Und die Pioniere, die ich meine, habe ich benannt: Diejenigen, die über Jahrzehnte in Deutschland aktiv waren. Irgendwo im Vereinsarchiv müssten doch alle Diplom-Designer gelistet sein, alle, die je im Verein Mitglied waren, alle, die im Vereinsvorstand waren. Das sind hunderte, wenn nicht tausende.
Was ist aus ihnen geworden? Machen sie noch Permakultur und wenn ja was und wo? Und wenn nein, warum nicht?

> Leider ist darüber keine sachliche Diskussion entstanden, sondern eine
> politische Debatte, in der Du die Position vertrittst, dass es sinnlos
> sei, Flüchtlingen zu helfen

Vielleicht liest Du mal Fukuoka: Es ist sinnlos Flüchtlingen zu helfen und es ist sinnlos ihnen nicht zu helfen und es ist sinnlos hier einen Text zu schreiben und es ist sinnlos hier nicht zu schreiben.

> und „dass Mitteleuropa schon sehr dicht
> besiedelt ist und keine weiteren Menschen mehr aufnehmen darf.“ Ich bin
> da eben anderer Meinung,

Bevölkerungsdichte hat etwas mit Meinung zu tun, ich dachte das sind Zahlen?
Und das „dürfen“ steht in den Paragraphen (siehe §26a AsylVfG / §16a GG), sollte sich jemand dafür interessieren kann ich längere Abhandlungen schreiben wieso die Flüchtlingshelfer hier in D sich strafbar machen (wenn man denn die Gesetze beachten würde, was wohl beim Fortschreiten des gesellschaftlichen Zerfalls nicht mehr lange zutrifft). (siehe §27 STGB)

> Ich habe den Begriff bewusst verwendet, weil Du Dich in deinen Mails
> mehrfach auf den Staat Deutschland als Rahmen beziehst und die Meinung
> vertrittst, dass man „Flüchtlinge, die in das schon dichtbesiedelte
> Deutschland wollen“ […] nicht aufnehmen darf.

Es gibt hier nun mal Gesetze, an die sich zumindest diejenigen halten sollten, die in Berlin gelegentlich so tun als ob das was von Wert hat. Nur als Hinweis: Einreise über sicheres Drittland verunmöglicht einen Asylantrag. etc. (siehe oben)

> Ich werde meine Energie jetzt nicht weiter dafür
> verschwenden, sondern lieber ernsthaft über Permakultur lernen, reden
> und Wissen weitervermitteln. Dabei halte ich mich an die Originale
> Mollison, Holmgren und Lawton,

nimm bitte noch den Fukuoka dazu

> die explizit möchten, dass
> weltaunschauliche, religiöse und politische Themen nicht unter dem Label
> Permakultur weitergegeben werden sollen.

Gut, dann bitte sofort alle Klimawandel und CO2 Geschichten raus aus allen PK-Aktionen und Büchern.

Und als Schmankerl noch ein Bonus:
An mich per private email geschriebe Texte von alten Permakultur Hasen, die ich in den letzten Tagen bzw. Stunden bekam. Diese Texte lege ich jetzt bei als Hinweis, dass ich lange nicht der einzige alte verschrobene Kerl bin der etwas verquere Ansichten hat. Die anderen haben nur aktuell was anderes zu tun als hier ihre Ansichten kund zu tun. Vielleicht sind sie auch zu feige, vielleicht haben sie was zu verlieren, vielleicht sind sie Mentoren und wollen niemanden verschrecken. Was weiß ich, die mails kamen eben nicht über die Liste und passen doch zum Thema. Damit keine/r bloß gestellt wird habe ich die Namen entfernt:

#####
Dafür wirst Du aber jetzt zuerst gelyncht – sprich
am nächsten Eichenast aufgehängt,
dann gerädert, dann gevierteilt, dann entmannt und
schlussendlich den unreinen Schweinen
zum Fraß vorgeworfen.
Das geht doch gar nicht an, gegen den Mainstream
zu denken, mein Lieber Schwan,
was denkst Du Dir eigentlich dabei solch
ketzterische Sprüche von Dir zu lassen?
Danke, Danke, Danke
#####

Dass die meisten, die in der Liste schreiben, ohnehin
nur sinnloses Geplappere von sich geben ist
offensichtlich – und das wären zu einem nicht
unerheblich
großem Teil „Diplomierte Permakulturgestalter“.
Ich frage mich ernsthaft, was hier in D aus der
PK-Idee
gemacht wurde. Denn diese Ergebnisse kommen ja
ursächlich von deren Lehrern …
#####

Hallo Konstantin,
es ist immer wieder spannend, zu lesen welche Diskussionen du anstößt.
Natürlich erkenne ich mich auch wieder, wenn du sagst, dass dir manches nur hinter vorgehaltener Hand gesagt und bestätigt wird.
Ich habe darüber nachgedacht, ob ich dazu auch etwas sage, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass ich meine Lebenszeit anders einsetzen will.

Wenn du jedoch den Ball aufgreifen willst, dann könntest du zu gegebener Zeit thematisieren, welche Erkenntnismöglichkeiten in der Permakulturliste überhaupt möglich sind, wenn Mitgliederversammlungen sich darüber Gedanken machen, wie man die Mitglieder mit falscher Meinung aus dem Verein ausschließen kann.
Es geht dabei nicht darum, zu diskutieren, welche Meinung falsch ist, sondern zu sondieren, wie meine Vorstellungen von richtig und falsch zustandegekommen sind.
So wird gerne immer wieder darauf Bezug genommen, dass man seit seiner Schulzeit oder seit x Jahren sich mit etwas beschäftigt, so als ob das ein Beleg für die Richtigkeit sein könnte.
Interessanter könnte die Frage sein, an welcher Stelle ich die Grundlagen für mein Wissen überprüft habe (Schulbildung, die nach dem Krieg natürlich unter dem Diktat der Siegermächte stattgefunden hat) und wie ich es gelernt habe, mir selber beim Denken über die Schulter zu schauen.

So könnte man die so genannte wehrhafte Demokratie auch als closed Shop bezeichnen, indem man nur mitmachen darf, wenn man die zugehörigen Spielregeln nicht hinterfragt.
So finden es viele Menschen normal, sich an einen Menschen gemachten System (sogenannte Demokratie) zu orientieren und folgen der darin enthaltenen These, dass es unmoralisch oder unnatürlich wäre, sich an der Biologie und Familienähnlichkeiten (Oreinierung an Stämmen und Völkern) zu orientieren.

Solange wir immer nur das Theaterstück betrachten und thematisieren und nicht die zu Grunde liegende Struktur von Theater, Spielplänen, Regisseuren, Intendanz, wirtschaftliche Ausrichtung des Theaters, und Eingebettet Sein in die politische Strukturen, solange wir nicht betrachten, dass auch Regisseure und Intendanten zur Schule gegangen sind, dort Lehrpläne vorgesetzt bekommen haben, die wiederum von Menschen verfasst worden sind, die zur Schule gegangen sind, oder die auch verdeckte Pläne haben können, werden wir nicht die Grundlage unserer Erkenntnisfähigkeit betrachten können und damit immer im selben Brei herum rühren.

Meine Unterhaltungen, die ich für sinnvoll erachte, finden mit Menschen statt, die so einen Prozess kennen und darin stecken (oder ihn schon ein Stück weit absolviert haben), oder sie finden mit Menschen statt, die ich für diese Frage überhaupt erstmal interessieren kann. Erst mit so einer Grundlage kann ich über das Tagesgeschäft hinaus denken und mein Handeln orientieren.

Dir wird es nicht fremd sein, aber auf die dir eigene positive Weise ins Forum eingebracht könnte als ein interessanter Impuls sein.

Das war jetzt keine Aufforderung, dich an der Liste abzuarbeiten und das zu thematisieren, was ich nicht traue, sondern eine Anregung, diesen Gedanken bei gegebenem Anlass mit einfließen zu lassen.

Hab Dank für deine Beiträge, ich wünsche dir alles Gute!
#####

Genug der Zitate…

Und an alle, die bis jetzt durchgehalten haben beim Lesen: Ich bin sehr froh, dass ihr da seid.

Viele Grüße
Konstantin

dann kam noch eine private email an mich von einem Permakultur Kollegen:

Lieber Konstantin,
vielen Dank für deine Beiträge und die Energie, die du einbringst. So gut, wie du dich da äusserst, störst du zumindest den Tiefschlaf der Schlafschafe und andere, aufgewachte werden es dir vielleicht danken, so wie ich jedenfalls.

So, nun beende ich diesen Text mit der Wiederholung eines Satzes, den ich zu Beginn schon mal schrieb:

Ein guter Lehrer (egal ob Permakultur oder anders) weiß, dass Schüler nur etwas lernen, wenn sie lernen WOLLEN

Und ich als langjähriger Permakultur-Lehrer beobachte, dass viele Neulinge, die sich für Permakultur interessieren, nicht mal von denen lernen WOLLEN, die sich seit Jahrzehnten damit hauptberuflich beschäftigen! Und wer nicht lernen WILL, lernt auch nichts dazu. Verständlich wird dies, wenn man bedenkt, dass das derzeitige Schulsystem eher dazu führt, das eigenständige Denken und Lernen abzustellen als zu fördern. Daher mein Rat an alle Interessenten, die sich von einem Permakultur-Berater etwas planen oder anlegen lassen wollen: Zuerst den eigenen Hof, den eigenen Betrieb, des Beraters kennenlernen. Sollte dieser keinen eigenen Landsitz haben, dann sollten zumindest einige Referenzprojekte vorzeigbar sein. Die Auszeichnung mit dem Titel „Diplom Permakultur Designer“ oder „Diplom Permakultur Gestalter“ hatte früher, zur Zeit der Pioniere, einen Wert. Mittlerweile sind die Kriterien verwässert. Als Kunde muss man mittlerweile leider die Qualität des Anbieters streng prüfen, sofern man Qualität bekommen will. Dies gilt aber immer mehr für alle Bereiche der Gesellschaft.

Sonntag 28. Februar 2016

Großer Tigchel-Speicherofen aufgestellt

Nachdem wir vor einer Woche den kleinen Speicherofen aufgestellt hatten kam nun ein 10D an die Reihe, der Größte im Angebot von Tigchel. Unser Versammlungsraum im EG hat über 50 qm und die Deckenhöhe ist beachtlich. Daher braucht dieser Raum mehr Wärme als der Flur im 1. OG, also auch einen größeren Ofen.

Der 10D wird in zwei Paletten geliefert:

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Alle Teile des Bausatzes sind nach oben getragen und geordnet nach Zahlen abgestellt. Der zukünftige Ofenplatz hat einen tragfähigen feuerfesten Untergrund bekommen (rechts im Bild):

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Der Spezial-Wanddurchgang für Ofenrohr durch Holzwände bekommt noch Schutzplatten gegen Wärmestrahlung vom Ofenrohr:

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und noch einen gelben Lehmputz auf die Platten:

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Dann geht es Stück für Stück nach oben. Material mit einem Gewicht von 1200 kg braucht Kraft und Ausdauer um zusammen gebaut zu werden:

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Fertig!

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Die Flammen verwirbeln derart gut, dass es eine wahre Freude ist dem Feuer zuzusehen:

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Mehr Infos zu den Tigchel Öfen gibt es hier: http://flammeundfeuer.com/tigchel.htm

Donnerstag 25. Februar 2016

Die Ofenbank braucht Aufmerksamkeit

Vor ein paar Tagen haben wir den kleinen Speicherofen mit Ofenbank aufgebaut.
http://www.konstantin-kirsch.de/2016/02/kleiner-speicherofen-aufgestellt.html

Bei der Testfeuerung merkte ich, dass die Ofenbank nicht so recht warm wurde. Daraufhin habe ich die unter der Sitzfläche vorgesehene Dämmplatte entfernt. Dann ging es. Aber die Wärme hielt sich nicht lange.

Ich überlegte: Der Ofen hat zwei Fallzüge. Der eine geht anschließend durch die Bank, der andere direkt zum Ofenrohr. Da gerne der einfachere Weg genommen wird (gilt auch für heiße Luft) kommt zu wenig Wärme in den langen Zug mit der Ofenbank.

Damit der Ofen ausgewogen funktioniert habe ich entschieden ihn wieder zu zerlegen und mit ganz kleinen Änderungen wieder zusammen zu bauen:

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Die Brennkammer hat eine vorgeschriebene Position. Allerdings gibt es ein „Spiel“ von ca. einem Zentimeter. Die Position wird mit kleinen Keilen fixiert. Nach dem alles zerlegt war habe ich die Innereien an den linken Anschlag geschoben und dann fixiert. Dadurch wurde der kürzere Fallzug ca. 5mm dünner und der längere Fallzug 5mm breiter. An einzelnen Stellen, wo es durch das Verschieben nötig wurde, habe ich feuerfeste Dichtbänder eingefügt. Dann wurde alles wieder aufgebaut. Eine ganz kleine Änderung habe ich noch gemacht beim sogenannten Prallstein. Rechts im Bild kommen im Betrieb die Flammen von unten nach oben und prallen auf den Prallstein. Links hinter dem Stein ist das Loch mit dem Anfeuerschieber. Diesen Prallstein habe ich etwas verdreht so dass der Zug mit der Ofenbank (im Bild: oben) bevorteilt wird. Der Winkel habe ich mit Bauchgefühl entschieden:

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Kurz vor Mitternacht war er wieder fertig zusammengebaut:

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Die nächsten Testfeuerungen haben gezeigt, dass nun der Ofen sehr ausgewogen heizt. Die Sitzbank hat die vorgesehene Dämmplatte bekommen und wird sehr schön warm und hält die Wärme auch lange.

Besonders günstig ist es wenn man möglichst trockenes Holz verbrennt. Dazu kann man Holzscheite neben und auf dem Ofen trocknen. Allerdings: Abstand vom Ofenrohr einhalten!!

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Sonntag 21. Februar 2016

kleiner Speicherofen aufgestellt

Im Rahmen eines Seminares haben wir dieses Wochenende einen Tigchel-Speicherofen aufgestellt (gesprochen: Techel, von holländisch „Kachel“ / gebrannter Stein).

Hier erklärt Jan Bos den Unterschied zwischen Verbrennungstemperatur und Oberflächentemperatur. Beim Tigchel Ofen gibt es eine ausserordentlich hohe Verbrennungstemperatur (gelbe Kurve nach oben) und eine relativ niedrige Oberflächentemperatur auf der Ofen-Aussenseite. Diese ist jedoch zeitlich gesehen sehr lange warm (braune Kurve, mehr waagerecht):

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Durch die hohe Verbrennungstemperatur wird praktisch alles verbrannt was verbrennbar ist. das heißt es gibt keinen Rauch (das ist unverbrannter Brennstoff) und sehr niedrige CO-Werte. Das ergibt eine sehr hohe Effizienz:

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Durch die besondere, mehrschalige Bauweise des Tigchel Ofens wird der Ofen relativ schnell warm und hält diese Wärme doch recht lange:

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Hier ein paar Bilder vom Aufbau des kleinen 4D-Speicherofens mit Ofenbank.
Zuerst wurde der unebene Holzboden mit Nivellierspachtel ausgeglichen und eine Edelstahlplatte mit Flexkleber als Lastverteilung aufgeklebt:

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Der angelieferte Bausatz:

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Viel Zeit wurde genommen um die Bodenplatte mit der Wasserwaage auszurichten:

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Dann ging es ziemlich zügig nach oben:

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Alle Steine sind beschriftet so dass man sie entsprechend der Anleitung richtig positioniert. Hier ein Blick in die Brennkammer mit den vielen Luftdüsen:

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keine zwei Stunden später war der Deckel drauf! Es fehlte noch die Ofenbank, das Ofenrohr und die Tür:

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Allerdings merkte ich, dass der Ofen nicht senkrecht stand sondern leicht schräg (ca. 1cm). Der Boden hatte wenige Millimeter ungleichmäßig nachgegeben. Eine leichte Veränderung des Bodens war zu erwarten, bei 600kg Gewicht. Der Ofen wurde so platziert, dass zwei Tragbalken die Last tragen und unter dem Boden ist in direkter Nähe eine tragende Wand. Dies war alles berücksichtigt. Was unerwartet kam, war, dass ein Balken nicht nachgab und nur der andere etwas. Ich war darüber nicht glücklich und überzeugte Jan, dass ich den Ofen noch mal ab und wieder aufbauen will…. Er war erst gar nicht begeistert, aber dann haben wir es gemacht. Jan, Volker, Maik und ich haben in wenigen Minuten den Ofen wieder zerlegt:

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Dann wurde die Grundplatte mit Unterlegplättchen derart ausgerichtet, dass die zu erwartende Neigung berücksichtigt ist. Dann ging es wieder zum Zusammenbau. Nach weniger als 15 Minuten waren wir soweit wie zuvor, jedoch war jetzt der Ofen exakt senkrecht!

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Dann ging es zur Ofenbank:

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Abends dann das erste Feuer! Vor lauter Aufregung ist das Bild leider etwas verwackelt:

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Mittwoch 20. Januar 2016

Vergleich Xeoos Twinfire und Tigchel-Ofen

Von einem Freund habe ich per email diese Frage bekommen:

Kennst Du den Xeoos-Ofen? (www.xeoos.de)

meine Antwort:

Ja, die Twinfires von Xeoos kenne ich. Habe sie sogar früher kennen gelernt als die Tigchel.
Ist ja modern geworden, dass mit dem Zusatzfeuer nach unten. Es gibt auch andere Anbieter, die diese Feuertechnik anbieten.

Der messtechnische Wirkungsgrad mag knapp ähnlich sein zum Tigchel. Aber eins geht garantiert nicht:
12 kg Holz rein, anzünden, 15min später Anfeuerklappe umlegen und 14 Stunden gemütliche Wärme, ohne einmal nachlegen!

Ein Problem am Xeoos ist die relativ große Scheibe. Wirkt zwar nett das Feuer zu sehen (ist auch Mode geworden), aber darüber verliert es viel Wärme, die das Feuer eigentlich noch haben muss, um gut fertig zu brennen.

Laut dieser Seite: http://xeoos.de/fileadmin/dateien/Zusammenfassung_xeoos.pdf
hat der Xeoos eine Abgastemperatur von 210°C. ( = Verlustwärme im Schornstein)
Beim Tigchel liegt sie weit niedriger: 80 bis 120°C!
Die Wärmeabgabe beim Xeoos läuft über eine hohe Oberflächentemperatur.
Beim Tigchel ist es eine viel größere Abstrahl-Fläche in relativ niedriger Oberflächentemperatur, dadurch viel mehr Strahlungsanteil und weniger Lufterwärmung.

In der Bedienungsanleitung finde ich diesen Satz:
„Die Verwendung von Weichhölzern als Scheitholz sollte aufgrund des geringen Brennwertes und des hohen Ascheanfalls vermieden werden.“
Die Angabe zum Brennwert ist fachlich gesehen falsch, zumindest unvollständig: Weichholz hat oft einen höheren Brennwert als Hartholz, wenn man es pro Gewicht rechnet. Nur wenn man es pro Volumen rechnet ist der Brennwert kleiner! Und hoher Ascheanfall ist bei Weichholz auch nicht generell vorhanden.

Beim Tigchel ist gerade (billiges) Weichholz gut geeignet, weil es sehr stark, schnell und heiß brennt.
Trotzdem produziert auch Weichholz im Tigchel fast keine Asche!

Zum Thema Anheizen finde ich: Bis zum Erreichen der notwendigen Grundglut muss der TwinFire® Starter in Position „Anheizen“ stehen. Nach ca. 30-45 Minuten ist so viel Glut entstanden, dass auf Position TwinFire® gestellt werden kann (Indikator: X-Feuerrost glüht).
Das  bedeutet, man muss nach dem Anheizen mindestens 45 Minuten im Haus bleiben, oder dann wieder da sein, um zum rechten Zeitpunkt umzuschalten. Da aber die eingelegte Holzmenge nur für ca. 1,5 Stunden reicht, muss man praktisch dauernd zu hause sein…

Dann finde ich noch: „Wichtig: Holz ist kein Dauerbrand Brennstoff, das bedeutet: ein Durchheizen über  Nacht ist mit Holz nicht möglich. Zur Dauerglut  eignen  sich Braunkohlebriketts.“
Nun, da der Xeoos fast keine Speichermasse hat, muss man ihn nachts wohl mit Braunkohle betreiben… und die muss man kaufen, sind nicht regenerativ und die Asche sollte nicht in den Garten…

Und dann dies:
„Die Nennwärmeleistung von 5 kW wird mit ca. 1,2 kg  Holz […] pro Stunde erzielt. Legen Sie nie mehr als ein bis zwei Stücken auf einmal auf [2 kg bei 5kW]“
Das heißt konkret, wenn man den Xeoos 14 Stunden lang warm haben will muss man 10x Holz nachlegen. Alle 1,5 Stunden muss man beim Ofen sein. Das geht oft nicht bei aktuellem Lebensstil, z.B. mit Arbeitsplatz ausserhalb der eigenen Wohnung, etc.

Will man das Haus durchgehend heizen, reicht es beim Tigchel aus, einmal pro TAG! Feuer zu machen. Nur bei ganz kalten Tagen macht man zwei mal am Tag ein Feuer im Ofen.
Beim Xeoos darf man Tags UND NACHTS!! alle 1,5 Stunden Holz nachlegen….

Zum Thema Wartung finde ich noch dieses:
Rauchgaszüge reinigen
Die Grundreinigung, die je nach Intensität der Nutzung alle 2-3 Jahre durchgeführt werden sollte, darf nur durch einen autorisierten Fachhändler durchgeführt werden. Hierzu müssen die Isolier-Platten [ Vermiculite-Platte ] entfernt werden.
Beim Tigchel kann man selber putzen. Und zerlegen muss man den auch nicht zum Putzen…

Je nach Ausführung und Anbieter liegt ein großer Xeoos sogar höher im Preis als der kleine Tigchel…
Nun, der Tigchel ist noch recht unbekannt, aber das lässt sich ändern!

Mein früherer Blogeintrag zum Tigchel-Speicherofen:

http://www.konstantin-kirsch.de/2015/11/speicherofen-der-sonderklasse-tigchel.html

Im Februar machen wir zwei Seminare, in denen jeweils ein Tigchel Speicherofen aufgestellt wird!

19.-21.Febr.  Seminar: Flamme und Feuer in Herd und Heim

26.-28.Febr.  Seminar: Wohlige Wärme für Haus und Hof

*****

Nachtrag:
Ich hörte, dass der Erfinder des umgekehrten Feuers die Firma Wallnöfer in Südtirol sei. Also habe ich mich auf deren Webseite auch mal umgeschaut: http://www.wallnoefer.it/produkte/walltherm-kaminoefen.html

Dort finde ich: Die Asche vom oberen und unteren Brennraum wird täglich entnommen, […] Die Reinigung der Rauchzüge sollte alle 6-8 Wochen durchgeführt werden. […] Dichtungsbänder an Türen und Reinigungsöffnungen sind ca. alle 2-3 Jahre auszutauschen. Der Injektorblock aus Edelstahlfeinguss und die Gussroste im oberen Brennraum haben eine durchschnittliche Haltbarkeit von ca. 3 – 6 Jahren, je nach Benutzung des Ofens. Schamottesteine können mit der Zeit oberflächliche Risse zeigen, in der Regel sind sie dadurch aber noch stabil und erfüllen Ihren Zweck, erst wenn sie nach ca. 7-8 Jahren zerfallen, sollten sie getauscht werden. Die Glasscheibe des unteren Brennraums ist sehr hohen Temperaturen ausgesetzt, sie muss in Einzelfällen periodisch ausgetauscht werden, falls sie Ihre Transparenz verliert. 

Auf dieser Seite http://www.wallnoefer.it/produkte/walltherm-kaminoefen/kaminoefen-wallthermr-air.html
finde ich auch was interessanten: Zum einen heißt der Ofen „Strahlungsofen“ mit dem Begriff „Air“ davor. Dann steht dort: „Warmluftgebläse“ […] Die Zirkulation der Warmluft kann je nach Bedarf zugeschaltet und reguliert werden.

Da gibt es also viel Warmluft…. und viel Arbeit um laufen zu putzen und Teile zu tauschen…