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Dienstag 22. Mai 2018

Datenschutz Absurdistan

Seit Jahrzehnten gibt es eine auffallende Tendenz bei der Verwendung von Daten:

Man wurde daran gewöhnt, dass man immer und überall komplett überwacht und ausspioniert werden kann und auch wird.

Beispiele gefällig?

  • Bei Benutzung von Facebook, WhatsUp  oder ähnlichem ist bekannt, dass alle im Gerät gespeicherten privaten Adressen irgendwo in die weiten Welten der elektronischen Wolken kopiert werden.
  • Mobile Telefone übermitteln laufend den eigenen Standort und natürlich auch die eigene Identität, damit können Handybenutzer jederzeit lokalisiert werden. Das wurde sogar auch als wertvoll beworben, beispielsweise, damit die eigenen Kinder im Fall von Entführungen wieder gefunden werden können (habe gerade keine Muse nach dem entsprechenden Link su suchen).
  • Über den Autobahnen wurden Kamerabrücken montiert, die angeblich nur LKWs kontrollieren und dies angeblich auch nur für Autobahnmaut. Aber wissen wir wirklich, ob das nur dafür genutzt wird?
  • In Banken, an Tankstellen, in Supermärkten, Bahnhöfen, in Regionalbahnen, auf öffentlichen Plätzen, eigentlich schon fast überall, wurden Überwachungskameras aufgestellt, die laufend Aufzeichnungen machen können
  • Wenn man reisen will, ja wenn man als Person nur „exisitieren“ will braucht man Ausweise, Pässe etc. Um die zu bekommen muss man viele Daten angeben und sogar Fotos vom Gesicht und manchmal gar Fingerabdrücke. Dies wird alles elektronisch verarbeitet und weiter verbreitet sowie in Gesichtserkennungssoftware verarbeitet. Schon vor 30 Jahren las ich in einem Fachbuch, dass es möglich sei von Fotos von Demonstrationen, die Gesichter, zu identifizieren und die Adressliste der zugehörigen Personen auszudrucken.
  • Immer wieder sah ich Laptops, bei denen die eingebaute Kamera überklebt war, weil bekannt ist, dass diese Kamera auch fremdgesteuert werden kann und so das Büro, der Lebensraum etc. ausspioniert werden kann.
  • Einwohnermeldeämter geben Daten weiter an private Firmen (GEZ/Beitragsservice).
  • Bei Benutzung von EC-Karten und Payback-/Vorteils-/Firmen-Karten kann das Einkaufsverhalten derart gespeichert und ausgewertet dass, dass Persönlichkeitsprofile erstellt werden können, da kann es einen grausen, ausser man hat keinerlei Bedürfnis an Privatleben.
  • Per Satellit, Flugzeug, Hubschrauber und Drohnen gibt es Luftraumbilder, Überwachung von oben.
  • Neuere Kreditkarten haben einen NFC-Funkchip eingebaut und ermöglichen einerseits das berührungslose Bezahlen (Karte an der Kasse nur zeigen), aber sie ermöglichen auch den kontaktlosen Diebstahl durch Fernauslesung:

Man könnte Beispiele ohne Ende auflisten, Bücher schreiben und Listen von Büchern dieser Art aufstellen.
Jede Menge Daten, die man als privat empfindet, sind mit entsprechendem Aufwand auszuspionieren.

Sehr deutlich macht dies ein Film aus Belgien erkennbar: In der Fußgängerzone steht ein Zelt eines Wahrsagers, Gedankenlesers, der seeehr viel weiß von den Menschen, die in seine Jurte kommen. Bitte bis zum Ende anschauen!!!

All dies ist bekannt, seit Jahren wurde es immer krasser. Über die Fakten hinaus gibt es noch Gerüchte ohne Ende, die stimmen können oder auch nicht, beispielsweise, dass alle eMails von Geheimdiensten gespeichert und automatisch gelesen und ausgewertet werden, dass alle Telefonate mitgeschnitten und ausgewertet werden, dass alle PCs ausspioniert werden und so weiter (Bundestrojaner etc.).

Was macht der Mensch in so einer Lage? Man kann auf einzelne Sachen verzichten, zB Facebook, WhatsUp, Handy, Payback, Firmenkarten und so weiter. Man kann möglichst häufig mit Bargeld bezahlen statt mit Karte. Man kann andere Menschen warnen vor Facebook, WhatsUp usw. All dies mache ich so und trotzdem bin ich sicher, es kann jeder Geheimdienst (und nicht nur der) eine gigantische Menge an Daten über mich herausfinden. Ok, ich veröffentliche auch vieles meiner Gedanken und aus meinem Leben. Vielleicht ist ist mein Nichtteilnehmen an den Datenkraken wie Facebook und Co mein persönlicher Ausgleich zu meinen Veröffentlichungen. Auf jeden Fall ist mir klar, dass es keine vollständige Datensicherheit geben kann, wenn man nur im Geringsten mit anderen Menschen in Kontakt tritt.

Was höre ich immer wieder als Kommentar zum Thema? „Da kann man eh nichts machen“ und „ich habe doch nichts zu verbergen“. Na ja, wenn dann, wie oben im Film, die Kontodaten ausspioniert werden und über das eigene Konto etwas gekauft wird, dann würde man vielleicht doch merken, dass man einiges lieber verborgen hätte…

Und was ist die aktuelle Lage am Datenmarkt?

Die sogenannte Datenschutzgrundverordung (DSGVO) ist zum heißen Thema geworden. Praktisch täglich bekomme ich eMails von Firmen, die darum bitten sich neu für ihre Newsletter anzumelden wegen der DSGVO, reihenweise werden Blogs und soziale Netzwerke geschlossen, Firmen bangen um ihr Existenz, weil nicht 100% absehbar ist, wie man was alles schützen kann, selbst wenn man wollte. Es steht im Raum die Sorge um Abmahnungen, selbst wenn man alles richtig gemacht haben sollte, nur ist praktisch gar nicht erkennbar was denn nun „richtig“ ist, daher lieber alles abschalten und flüchten? Oder Kopf in den Sand und abwarten?

Neben dem Zeitaufwand laufend eingehende Viagra-und-co-Spam-eMails zu löschen kommen jetzt noch Werbeemails dazu mit dem Betreff „Schützen Sie sich vor Abmahnungen durch DSGVO“.

Ist das Ganze jetzt nun mehr als eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird?
Soll nur von irgendwas anderem abgelenkt werden? Von was?
Schwer zu sagen. Die Zukunft wird es zeigen.

Wie geht man jetzt damit am Besten um?

Meine Empfehlung: An erster Stelle: Keine Panik.
Tief durchatmen.
Wenn Ängste auftauchen: Als erstes sich den eigenen Gefühlen zuwenden und reinspüren, woher die Bereitschaft kommt bei Drohungen das Gefühl der Angst bekommen zu können. Wurde man schon mal bedroht? Hatte man schon mal Angst? Gut, dieses Gefühl gehört zur Palette der möglichen Gefühle. Also bitte nicht verdrängen sondern das Sein, wie es ist, spüren. Taucht das Gefühl von Wut oder Hass auf? Auch gut: Einfach das Fühlen, was da ist.

Dieses Spüren von sich selbst ist bei weitem wichtiger als irgendeine Umbauarbeit an Webseiten oder Newslettern. Sicher kann man nach dem Spüren auch mal das eine oder andere an eigenen Webseiten umbauen.

Aber andersrum finde ich es gefährlich: Erst in Panik, wie ein aufgescheuchtes Huhn, irgendwo hin rennen ohne Plan und sich dann womöglich selbst vergessen? (Ich bitte die Hühnerwelt um Verständis, dass ich dieses Bild benutze, ihr verhaltet Euch einfach gelegentlich so, dass Menschen meinen könnten, ihr hättet keinen Plan).

Über den Weg des Fühlens von sich selbst kann man herausfinden inwieweit man andere Menschen verraten oder ausbeuten will, weil man beispielsweise in sich Wut hat oder sich im Mangel empfindet. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch im Lauf des Lebens diese Gefühle kennenlernt. Das ist weder schlecht noch gut, das gehört einfach dazu.

Andererseits kann man es nie allen anderen Menschen recht machen. Wenn man das versuchen sollte, macht man es mindestens für sich selbst nicht recht. Man kann jedoch Stück für Stück durch den Regenbogen innerer Gefühle durchwandern und bei der Freude ankommen, beim Mitgefühl für sich und andere.

Das kann gehen bis hin zum Mitgefühl für arbeitslose Anwälte, die über Abmahnungen versuchen an Geld zu kommen um zu überleben. Das geht auch bin hin zum Mitgefühl für Politiker, die absurde Entscheidungen treffen, weil sie vor lauter Papierkram, Gesprächen und Entscheidungsdruck gar keine Zeit mehr haben in den Wald zu gehen um aufzutanken.

In den meisten Fällen dürften diese Anwälte und Politiker keinen Familienlandsitz haben, der sich mit Nahrung, Wasser, Frischluft, Lebensraum, Sinn und Glück versorgt. Mit diesem körperlichen, geistig, seelischen Notstand kann man tiefes Mitgefühl haben.

Zusammenfassung bezüglich der als Bedrohung gefühlten DSGVO:

Was kann im schlimmsten Fall passieren? Man kann pleite gehen? Man kann das verlieren, was man aufgebaut hatte? Man kann Achtung und Anerkennung verlieren? Man kann im Knast landen? Man kann getötet werden?

Vieles ist möglich und im Lauf von vielen Leben haben wir als Seelen schon so manches mit unseren Körpern erleben dürfen. Mal sehen, was dieses Mal passiert.

Noch ein Buchtip zum Abschluss dieses Blogbeitrages:
Safi Nidiaye: Herz öffnen statt Kopf zerbrechen

Freitag 18. Mai 2018

Fördermittel für die Tonne?

Für Dresden läuft derzeit eine Umfrage. Es soll ein Projekt gefördert werden für die „Zukunftstadt Dresden“. In der Auswahl gibt es auch ein Projekt, das ich besonders unterstützeswert empfinde: Es sollen rund um Dresden viele Selbstversorgersiedlungen entstehen, quasi ein Gartenringdorf.
In vier Tagen ist Ende der Abstimmung. Jeder kann mit abstimmen! Man muss sich allerdings auf der Webseite anmelden, damit Doppelabstimmungen ausgeschlossen sind (Achtung, das eigen Passwort muss Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Zeichen haben).
Man muss nicht aus Dresden stammen um abstimmen zu dürfen!
Bis vor wenigen Tagen lag das Projekt Selbstversorgersiedlungen an der Spitze. Aktuell hat ein anderes Projekt mit dem Namen „zur Tonne“ überholt. Dabei geht es um die Idee, ein Gasthaus zu öffnen, dass Lebensmittelüberschüsse verarbeitet. Das mag ja eine nette Idee sein, doch ist das nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein, ein kleines Pflaster auf einem Symptom der grundsätzlichen kranken Agrarstruktur. Ja, dieses Projekt „zur Tonne“ braucht sogar die Wegschmeißgesellschaft, sonst haben sie nichts zum Zubereiten und das Konzept funktioniert nicht. Dies ist daher keine Lösung der Probleme sondern eher eine Festschreibung dessen. Wollen wir zukünftig zum Essen in den Garten gehen oder „in die Tonne“?
Das Projekt „Selbstversorgersiedlungen“ hingegen greift an der Wurzel der Probleme an und ist daher als viel wertvoller und nachhaltiger einzustufen.
Hier geht es zur Beschreibung des Projektes:
und hier geht es zur Abstimmung:
Ich bitte alle das Projekt „Selbstversorgersiedlungen“ mit ihrer Stimme zu unterstützen! Am besten gleich heute!
Freitag 18. Mai 2018

Gartenringdörfer und Mutterhöfe

Die Initiative von Prof. Ralf Otterpohl zieht immer größerer Kreise. Sein Buch „Das neue Dorf“ findet immer mehr Leser. Jetzt ist eine neue Webseite von ihm fertig geworden:

Netzwerk Gartenring http://gartenring.org/

Über diese Seite findet man auch einen Hinwies für die Filmvorstellung des neuen Filmes „Mutterhof“. Die Erstaufführung war gestern. Weitere 200 Kinos haben Interesse bekundet den Film zeigen zu wollen. Demnächst gibt es also weitere Termine frü Filmvorführungen. Hier die Webseite vom Film „Mutterhof“:

http://mutterhof.org/

 

Montag 14. Mai 2018

Studentin der TU München zu Besuch

Heute war Lena Bonengel zu Besuch im Waldgartendorf und bestaunte die von mir angelegten Naturbauten. Sie studiert an der TU München bei Prof. Ferdinand Ludwig Landschaftsarchitektur im Master. Im Dezember schrieb ich schon mal darüber was dieser Professur vorausging:
http://www.konstantin-kirsch.de/2017/12/professur-fuer-lebende-architektur.html

Es freut mich besonders, dass jetzt die nächste Generation an Studenten sich dem Thema lebende Strukturen annehmen. Noch ein wenig Zeit dürfte verstreichen und die Ideen, Experimente sowie Forschungen werden so weit gereift sein, dass lebende Strukturen immer öfters anlegt und benutzt werden.

Samstag 12. Mai 2018

Pflanzlisten vom Zirkeldreher

Im Dezember 2017 habe ich auf das Kartenspiel PermaPlay vom Zirkeldreher hingewiesen.

Im Februar diesen Jahres habe ich über mehrjähriges Gemüse berichtet.

Nun hat der Zirkeldreher eine Webseite erstellt mit verschiedenen interessanten Pflanzlisten:
https://pflanzliste.jimdo.com

Über den Menupunkt „Pflanzliste“ kann man weitere Listen finden, zB.:

+ Nährstoffpumpen
+ Obstsorten mit hohem Proteingehalt
+ vier Pflanzen für eine Grundversorgung
+ Mischkulturliste

und:
+ mehrjähriges Gemüse

Hierbei nutzt der Zirkeldreher die von mir zusammengestellte Liste, hat sie jedoch mit farbiger Hinterlegung ergänzt:

Vorwiegend Blattnahrung (grün)
Knollen oder Samen, also irgendwo stärke oder fettreich (braun)
Blüten (weiß)
Allrounder (gelb)
Dienstag 1. Mai 2018

Anastasia TV-Interviews jetzt alle mit Untertiteln

Mehrere Jahre hat es gedauert, nun ist es geschafft:
Alle Interviews, in denen ich die Anastasia-Bücher gemeinsam mit Herbert Jungwirth im TV vorgestellt habe, sind seit heute mit Untertiteln versehen in deutsch, englisch und russisch!

Ein Freund, gelernter Übersetzer und Dolmetscher, hat die deutschen Untertitel erstellt und die englischen Übersetzungen gemacht. Zusätzlich wirkten Mithelferinnen für die Sprachen russisch und tschechisch mit. Ein ganz besonderer Dank gilt Herbert Jungwirth, für die Idee, für die Unterstützung der Umsetzung der Idee und für die nötige Geduld!

Die Untertitel für tschechisch gibt es derzeit für die Bände 1 bis 3. Weitere sollen folgen.

Die deutschen Untertitel sind einerseits die Basis für die jeweiligen Übersetzungen und andererseits sind die Interviews damit auch geeignet für gehörlose Menschen.

Hier sind die Bücher mit den jeweiligen Filmen zu finden:
https://www.waldgartendorf.de/anastasia/

Zur Aktivierung der Untertitel aktiviert man im jeweiligen Youtube-Fenster unten recht die Ansicht der Untertitel. Die gewünschte Sprache stellt man ein mit Klick auf das daneben sichtbare Sternchen.

„Gut Ding will Weile haben“ ist ein altbekannter Spruch. Dies galt für das Erstellen vom Index, für den Dreh der TV-Interviews, sowie auch für die Untertitel.
Und noch viel mehr wird dies gelten für den Aufbau von Familienlandsitzen und ganzen Siedlungen.

Von daher: Immer mit der Ruhe, keine Panik, anfangen dort wo man gerade ist und Stück für Stück die Erde wieder schön machen.

Wünsche einen frohen 1. Mai

Sonntag 29. April 2018

Lindenblattsalat sorgt für Erstaunen

Gestern war ich bei einer Geburtstagsfeier. Dazu habe ich einen Salat aus Lindenblättern mitgebracht. Dies hat für großes Erstaunen gesorgt. Das wiederum hat mich überrascht. Anscheinend ist noch nicht überall bekannt, dass Lindenblätter, insbesondere frisch im Frühling gewachsene, sehr gut zu essen sind.

Die Zubereitung ist ganz einfach: frische Lindenblätter abzupfen (an den Enden der Triebe sind die ganz jungen weichen Blätter). Dann eine einfache Salatsauce dazu und fertig. Ich habe dieses Mal in die Sauce folgendes getan, es geht aber auch viel einfacher: Olivenöl, Balsamicoessig, Senf, Salz, Sahne, Ahornsirup, Birkenzucker

Als Baumart wählte ich die Winterlinde, wenngleich die Sommerlinde genauso gut schmeckt.
Im übrigen habe ich die Blätter nicht gewaschen, denn sie waren voll bepudert mit Buchenpollen, den ich gerne im Salat willkommen geheißen habe.

Etwas Hintergrundwissen:
Linden gehören zu den Lindengewächsen (Tilioideae) und diese wiederum zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) in der Ordnung der Malvenartigen (Malvales).

In der Familie der Malvengewächse finden sich einige besonders interessante Nahrungspflanzen:
Linden
Malven
Hibiskus
Zistrose
Okra (Gemüse-Eibisch)
Kakao
Durian

Von den genannten Pflanzen eignen sich Linden, Malven und Hibiskus am besten für den Anbau in unserm mitteleuropäischen Klima wobei Zistrose und Okra bei ausreichender Wärme auch gedeihen können.

Die Malvengewächse haben herausragende Eigenschaften.
Dazu ein paar Zitate:

Linden – Verwendung in der Ernährung: Die hier genannten mitteleuropäischen Arten sind mild-aromatische Bäume, deren Teile man für Salate, Gemüse, Tee, Süßspeisen und Mehlbeimengungen verwenden kann.
Die Blätter nutzt man von Frühjahr bis Sommer zur Teegetränkbereitung. Auch trocknet und pulverisiert man sie, ebenso wie die Blatt- und Blütenknospen, um Getreidemehl daraus zu strecken. Die zarten faserarmen, frisch austreibenden Blätter im März und April sind recht eiweißreich und eignen sich hervorragend als Grundlage für Blattsalate (z.B. mit Sauerrahmdressing) sowie als Zutat für andere Salate und Rohkost. Weitere Zubereitungsmöglichkeiten: als Gemüsechips, in Bratlingen, als Brotteigbeigabe in Hausbrotmischungen oder oft auch als Beigabe in Knäckebrot; zu Eierspeisen wie Rührei oder Omelett, als zart-säuerliches oder Nussgemüse, als Kochgemüse besonders in Püree oder als Spinat sowie als Füllung für Gemüsestrudel, -taschen oder Lasagne. Sie werden Hackkräutermischungen, Saucen und Gemüsesuppen beigemengt oder auch als Sauerkraut eingelegt. Man kann sie in Teig ausbacken oder sehr große Blätter zur Herstellung von Blattrouladen verwenden.
Die Knospen sind in Überlebens-/Notsituationen im Winter eine hilfreiche ergiebige, milde Eiweißquelle. Die noch grünen, zarten Blütenknospen eignen sich circa im Mai als Salat. Typisch für die Linden ist die andickende Wirkung zarter Pflanzenteile, weshalb sie sich als Bindemittel für Suppen und Saucen eignen. Vor allem die jungen Blütenknospen empfehlen sich, samt der noch weichen Flügel und Stängel, feingeschnitten zum Binden von Saucen. Die Blüten können im Juni als Aroma für Schokolade, Tee, Gelee, Zucker und Sirup sowie für süße Dessert-Gerichte oder Limonaden verwendet werden. Nicht zu vergessen: Auch der Lindenblütenhonig bekommt durch das feine Aroma der Blüten seinen beliebten Geschmack. Doch es gibt auch deftige Gerichte mit Lindenblüten, wie z.B. Eierspeisen und Kräuterkäse. Nur eine kurze Zeit lang Ende Juni sind die kugeligen Samen ganz jung und weich und können wie falsche Kapern eingelegt werden. Die reifen Samen kann man von August bis September schälen und roh knabbern oder, nicht allzu ergiebig, ein Speiselöl daraus pressen.
Geschmacklich sind die Linden in allen Pflanzenteilen unübertroffen mild mit einer angenehmen, fast unmerklichen Säure. Beim Kauen sind sie samtig bis geschmeidig, da sie viele Schleimstoffe besitzen.
Zitat aus:
Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen, 2000 Pflanzen Mitteleuropas
Autoren: Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger
AT-Verlag 2013, 700 Seiten

Wenn Kornblüter (Endivien, Kopfsalat, Chicorée) oder Malvengewächse (Blätter von Malven, Linden und Hibiscus-Pflanzen) zur Verfügung stehen, unterstützt man mit einer Hand voll Grün Magen und Darm. Kornblüter sind gute Präbiotika und liefern Inulin, einen Nährstoff für die guten Milchsäure- und Bifidobakterien. Malvenartige Blätter bilden Schleimstoffe zum Schutz der Magenschleimhaut und liefern zusätzlich Vitamin C und ein sehr ausgewogenes Aminosäureprofil.

Zitat aus: https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/5-gruende-gruenes-gemuese-zu-essen/

Malvengewächse: das Grundnahrungsmittel schlechthin
Malvengewächse werden schon in der Bibel als Lebensmittel erwähnt und galten viele Jahrhunderte hindurch als wichtiger Bestandteil der menschlichen Nahrungspalette. […]
Malvengewächse sind in nördlicheren Breiten im Handel weitestgehend unbekannt. Bestenfalls findet man in einem gut sortieren orientalischen Gemüsefachhandel grün geerntete Okraschoten. Wer keinen eigenen Garten hat, kann durchaus Malvengewächse in Blumentöpfen großziehen. Ansonsten bleiben zur Deckung des täglichen Bedarfs Lindenbäume, die man auch in der freien Natur finden kann. Als Nahrungsbaum ist er seit Urzeiten bekannt und wurde daher regelmäßig in und um Siedlungen angepflanzt. Heute gehört er immer noch zu den beliebtesten Laubbaumarten.
Die Blätter der Malvenartigen sollten im Rahmen einer Rohkosternährung das Grundnahrungsmittel schlechthin bilden. Sie stellen einen wesentlichen Antei innerhalb der Basisernährung dar, da sie in der Regel keinerlei Toxine oder andere schädliche sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten. Stattdessen weisen sie durch ihre Inhaltsstoffe eine Fülle an Heilwirkungen und Nährwert auf:
* Durch ihren hohen Gehalt an Schleimstoffen wirken Malvengewächse reizmildernd und die Gewebe entspannend (erweichend). Alle Malvengewächse bilden bereits bei längerem Kauen im Mund leichten Schleim, der sich bei der Verdauung wie ein schützender Schleim auf unsere Magen- und Darmschleimhaut legt.
* Insbesondere die Blätter der verschiedenen Malvengewächse stärken und bauen den Körper auf. Sie enthalten u.a. Galaktose, einen Stoff, den man früher auch Hirnzucker nannte. Er beschleunigt die Heilung von Wunden, das Abklingen von Entzündungen, verbessert die Zellkommunikation und erhöht die Aufnahme von Calcium. In Tierstudien wurde nachgewiesen, dass er auch das Tumorwachstum und die Ausbreitung von Metastasen in der Leber hemmt. Außerdem verbessert er das Langzeitgedächtnis. Bei manchen chronischen Krankheiten wie Arthritis wurde meist ein niedriger Galaktosespiegel festgestellt.
*Außerdem ist das ausgewogene Eiweißprofil der Malvengewächse im Rahmen einer Rohkosternährung von Vorteil.

[…]

Die Linde ist ein in Europa weit verbreiteter Baum: Schon bei den antiken Griechen wurde er als Baum der Aphrodite verehrt. Bei den Germanen galt er als der heilige Baum der Liebes- und Glücksgöttin Freya. […]
Der Lindenbaum ist dafür bekannt, dass er bei Erkältung, gegen Entzündungen und Schmerzen wirkt, Hustenreiz lindert und allgemein beruhigend und krampflösend wirkt. Es werden die Blätter, die Blüten und die Samen mit ihrem 20%igen Ölgehalt verwendet (ähnliche Zusammensetzung und Verwendung wie Olivenöl).
In Lindenblättern ist ebenfalls Galaktose enthalten (siehe Abschnitt zu den Malvengewächsen). Galaktose kommt in großen Konzentrationen im Gehirn vor und wird deshalb auch Hirnzucker genannt. Sie fördert allgemein die Aufmerksamkeit und Denkprozesse und übernimmt wichtige Aufgaben bei dem Aufbau und Wachstum der Zellstrukturen des Zentralnervensystems.
Linden mögen wie Durianbäume und andere Malvengewächse keine Konkurrenz und sollen neben Buchsbäumen nicht gut gedeihen. Sind sie aber einmal an einem geeigneten Standort angepflanzt worden, können sie mehrere Jahrhunderte alt werden.
Lindenblätter sind eine ideale Basisnahrung: Sobald die Lindenbäume ihre Blätter tragen, esse ich von ihnen. Dabei nehme ich meist 10-15 Blätter und rolle sie zuammen, sodass ich in sie wie in einen weichen Riegel hineinbeißen kann. Sie können zur Vorsorge für den Winter auch Lindenlaub sammeln, trocknen und zerkleinert in Gläsern mit Twist-Off-Verschluss für die Bereitung von z.B. Rohkostbrot aufbewahren.
[…]
Meinem eigenen Empfinden und Recherchieren nach sind die Malvengewächse das Lebensmittel für den Menschen!

Zitat aus:
Das große Rohkostbuch, Autorin: Angelika Fischer
Windpferd Verlag, 488 Seiten

Ergänzung zum Thema Galaktose (Galactose):

Galactose dient als insulinunabhängige Energiequelle für das Gehirn und unterstützt somit die Konzentrationsfähigkeit als auch die Gedächtnisleistung. Die ist vor allem bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen von Relevanz, da diese oft Insulinresistenzen zeigen. So zeigen Studien an Ratten die positiven Effekte von Galactose für die Behandlung von kognitiven Defiziten und das Potenzial von Galactose bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen.
Zitat aus: Wikipedia

Auch die englische Permakultur-Pflanzendatenbank www.pfaf.org bewertet die Winterlinde und Sommerlinde mit der höchsten Punktzahl für Essbarkeit.

Im übrigen kann man auch aus Linden Baumsaft gewinnen so wie auch bei Birken und Ahorn. Dies nutzt auch der Buntspecht indem er waagerechte Lochreihen in junge Linden schägt und das austretende Lindenwasser trinkt.

Ernteort der Lindenblätter für den Salat war übrigens mein (essbares) Lindenhaus im Waldgarten am Triesch:
www.naturbauten.org/lindenhaus.html

 

Samstag 28. April 2018

Aufforstung per Drohne?

Habe gerade entdeckt, dass es Ansätze gibt mit Drohnen ganze Landschaften wieder aufzuforsten. Es wird „Treeplanting Drone“ genannt und das Ding sät Bäume, bzw. lässt Seedpods fallen. Scheint eine sinnvolle Anwendung von Drohnen zu sein. Einen Hektar aufzuforsten dauert nur 15-18 Minuten!

https://www.biocarbonengineering.com/technologies

Die Drohne ist 2m im Durchmesser und kann bis 10 kg Saat-Last tragen.
In UK wird der Service angeboten ab 5 ha, in Ost-Australien ab 20 ha, ansonsten ab 100 ha.
In Australien bieten sie 38 verschiedene Baum-Spezies, und sie können auch regionale Baumsamen ausbringen.

In den Filmen der Webseite geht es vorrangig um die allgemeine Aufforstung als Beitrag zu Wiederherstellung der Biosphäre (auch in Bezug zum Klima). Dies geht aber logischerweise nur auf Flächen, die von Menschen nicht genutzt werden. Spontan konnte ich auf der Webseite nicht erkennen, dass grundlegende Probleme wie Zerstörung durch übermäßige Beweidung oder Landwirtschaft berücksichtigt werden.

Da beim Erstflug die Landschaft gescannt wird nach Relief, Bodenbeschaffenheit etc. und dann per Computer der Pflanzplan für den Folgeflug erstellt wird, wäre auch denkbar, dass auf Höhenlinien oder in Keyline-Mustern gesät würde.

Man könnte ganze Permakultur-Landschaften, mit all ihren Mustern, großräumig starten. Zwischen den wachsenden Bäumreihen oder Waldflächen könnten Freiflächen bleiben, zB für Weide, Ackerbau, Strassen, Hausbau etc.

Kann mir vorstellen, dass diese Firma Interesse haben könnte an erfahrenen PK-Planern, mit Erfahrung in Patternlanguage (Mustersprache) und Aufforstung. Evtl. bieten sie auch Arbeitsplätze:

Zitat von der Webseite :
We are currently hiring and the roles we are looking for can be found in LinkedIn. However, if you cannot find a job that suits you, feel free to e-mail jobs@biocarbon.io with your CV and a description of your desired role.
https://www.biocarbonengineering.com/faq

Dienstag 17. April 2018

Permakultur in japanischem Anime-Film

Im Jahre 2001 kam in Japan ein Anime-Film heraus, der ökologische und soziale Probleme beinhaltet:

Arjuna, „Erdenmädchen“
https://de.wikipedia.org/wiki/Arjuna_(Anime)

Die Hauptdarsteller treffen in den ersten Episoden auf Masanobu Fukuoka. Er wird zwar nicht namentlich so genannt, für mich ist es jedoch offensichtlich, dass nur er gemeint sein kann.
Hier eine Zusammenstellung der Permakultur-Passagen mit Fukuoka in deutscher Vertonung:
Freitag 13. April 2018

Bauchmuskeltraining der besonderen Art

Noch nie war es meine Art in Fitness-Center zu gehen. Jedoch gefällt es mir den Körper zu trainieren während ich etwas sinnvolles tue.

Vorgestern habe ich meine Bauchmuskeln trainiert durch hundertfaches Bücken: Ich habe die Strassenränder zwischen Bauhaus und Triesch von Müll befreit.

Mein Anlass war allerdings nicht das Bestreben mich zu trainieren. Das ergab sich nebenbei. Ich hatte seit Monaten beobachtet wie die Strassenränder vermüllen und niemand sich darum kümmert. Jetzt kommt der Frühling, die Kräuter wachsen, und ich konnte es nicht mehr mit ansehen. Demnächst kommt dann eine Maschine, die den Randstreifen mäht, bzw. den Aufwuchs mulcht. Dabei wird dann herum liegender Müll geschreddert. Also war jetzt der passende Zeitpunkt zum Sammeln vom Müll.

Ich fragte nicht nach Genehmigung zum Müllsammeln. Ich fragte auch nicht nach Fördermitteln. Ich habe es einfach gemacht.

Ergebnis: 5 Stunden Zeit, 1 Euro Verdienst durch Pfanddosen, 4 Euro Kosten für Müllabgabe, trainierte Bauchmuskeln, trainierte Augen, trainierte Feinmotorik, saubere Strassenränder

Dies waren die Fundstücke von nur 1,5 Km Straßenrand:

 

Nachtrag 14.4.2018

Gemeinsam mit zwei Freunden haben wir heute die Strassenränder von Triesch nach Westen bis Kreuzung Iba-Solz von Müll befreit sowie einen Teil von Kreuzung Kunstteich in Richtung Nentershausen. Dabei sind wir auch die Strecke Triesch bis Kunstteich gelaufen, die ich schon gesäubert hatte. Da wir diesmal zu dritt waren, sind wir parallel gelaufen, also ein Mensch am Straßenrand, ein Mensch mit 2-3 Metern Abstand von der Straße und ein Mensch mit 5-10 Metern Abstand durchs Gebüsch. Dabei ist auch auf der schon gesäuberten Strecke noch einiges gefunden worden. Insgesamt haben wir ca. 1,5 km neue Strecke gesäubert. Hier das Ergebnis: