Konstantin Kirsch

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Green Hosting mit Ökostrom und lokal erzeugtem Solarstrom!
Montag 11. Dezember 2017

Herzensanliegen (Vortrag von Prof. Gerald Hüther)

Prof. Gerald Hüther hielt am 7. Oktober in Salzburg einen interessanten Vortrag.
Darin spricht er, dass es statt Zielen und Visionen wertvoller sei Herzensanliegen zu formulieren!
Jeder sehne sich danach sich verbunden zu fühlen und frei zu sein.
Wertvoll sind Einladungen für neue Erfahrungen.

Zwei Zitate aus dem Vortrag:

Weil es einfach nichts beglückenderes gibt als dass man feststellt, dass man seine eigenen Ängste überwinden kann. Was man da wirklich überwindet ist eine große Inkohärenz im Hirn.

Wenn es uns gelänge die Kommunen wieder zu Orten zu machen, wo Kinder in altersgemischten Gruppen spielen können, dann würde die Schule ihre Bedeutung verlieren.

Nach dem Vortrag stellte ein Teilnehmer eine interessante Frage wie Menschen in einer Kommune aus dem üblichen Muster aussteigen können. Hier ein gekürzter Film mit Einleitung des Vortrages, der Teilnehmerfrage und der Antwort von Gerald Hüther:

Freitag 1. Dezember 2017

Die Biosphäre als einzigartiges Unternehmen

Freitag 1. Dezember 2017

Gewinnerzielungsabsicht in der Landwirtschaft?

Wer auf dem Land, für das Land und von dem Land leben will, beispielsweise auf grob einem Hektar als Selbstversorger oder als Gärtnerhof, kann leicht mit der Frage konfrontiert werden, ob der denn „Gewinnerzielungsabsicht“ hätte.

Grob gesagt wird unterschieden zwischen einem Unternehmen (mehr ernten als ausgeben) und einem Hobby, bzw. „Liebhaberei“, (mehr ausgeben als ernten).

Nun, interessant ist hierbei schon, dass diese Wortdefinitionen den Eindruck erwecken, als ob man ein Unternehmen nicht lieb haben darf, bzw. nicht liebevoll führen könne.

Ganz besonders interessant ist es zu fragen, welche Art an „Gewinn“ denn gemeint sein kann.

Ganz logisch denkt man bei Landwirtschaft an die Urproduktion: Saat ausbringen und Ernte einholen. Das dabei mehr Ertrag geerntet werden muss, als man als Saat ausgebracht hat ist zwingend nötig, wenn man den Überschuss (=Gewinn) essen will. Man darf ja nicht die gesamte Ernte essen, dann wäre ja die Saat fürs Folgejahr weg.

Bei der Landwirtschaftskammer habe ich eine Definition gefunden;

1.3 Was ist ein landwirtschaftlicher Betrieb?
Von einem landwirtschaftlichen Betrieb kann man erst dann ausgehen, wenn eine Abgrenzung von einer Freizeitbetätigung klar erkennbar ist. Die Betätigung muss eindeutig auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sein. Ein Gewinn muss nicht unbedingt mit der Betriebsgründung einhergehen, die zu treffenden Maßnahmen müssen sich jedoch mittelfristig amortisieren können.
https://www.landwirtschaftskammer.de/gartenbau/beratung/pdf/gruendunglandwirtschaft.pdf

Ein Gewinn muss „nicht unbedingt mit der Betriebsgründung einhergehen“, also da staune ich schon schwer:
Das klingt für mich komplett absurd, so wie: „Es kann vorkommen, dass am Tag der Saat noch nicht geerntet werden kann.“

Komischerweise hat sich wohl auch der Geldvirus ins Hirn geschlichen und (fast) alles wird in Geld gemessen:
https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/frotschergeurts-estg-13-einkuenfte-aus-land-und-fors-912-gewinnerzielungsabsicht_idesk_PI10413_HI4059283.html

Nun ist Geld jedoch keine stabile Einheit, mit der man in der 4. Dimension (Zeit) korrekt rechnen kann. Und da zwischen Saat und Ernte immer etwas Zeit vergeht, taugt Geld hier nicht zum Bewerten.

Ganz besonders passend ist es vielmehr den Aufwand und den Ertrag in Energie (kWh) zu messen und aus der Differenz den energetischen Gewinn zu berechnen. Dazu passt auch, dass heutzutage viele Landwirte Lieferanten von Energie, bzw. Energieträgern geworden sind (z.B. Rapsöl, Biogas).

Ich nehme das Ergebnis der folgenden Zitate vorweg:

Mit erdölbasierter, maschineller Großlandwirtschaft kann kein energetischer Gewinn erzielt werden.
Wer auf diesen Weg setzt und behauptet, er hätte Gewinnerzielungsabsicht, ist entweder realitätfremd oder er betrügt, denn auf diesem Weg ist ein Gewinn unmöglich!

NUR durch kleinbäuerlichen, ökologischen, permakulturellen, gärtnerischen Anbau ist ein Energie-Gewinn möglich!

Daher wäre es gerecht und angemessen, wenn nur Kleingärtner, Kleinbauern und Permakulturprojekte die Privilegierung der Landwirtschaft genießen (Bauen im sogenannten Aussenbereich).

Fördermittel sollten für „Landwirte“, die genau betrachtet, nur Energie vernichten, nicht gezahlt werden.
Ach – Fördermittel – ist auch so ein interessantes Thema: Wieviele landwirtschaftliche Betriebe florieren OHNE Fördermittel? Was – fast keiner – ? Warum dass denn? Ich dachte, dass sei Urproduktion?

Nun, ist es eben nicht:

Die derzeit übliche „Landwirtschaft“ ist Energieverschwenduing auf hohem Niveau.

Zumindest in Teilen wurde das Bevölkerungswachstum durch den fundamentalen Einfluss der fossilen Energieträger auf die Landwirtschaft ermöglicht, auch wenn dieser Aspekt der fossilen Revolution in der Energiedebatte oft unberücksichtigt bleibt. Die Landwirtschaft war während Jahrhunderten eine Wirtschaftsform zur Umwandlung von Sonnenenergie in Nahrungsmittel. Dies änderte sich im fossilen Zeitalter fundamental, da sich die Landwirtschaft vom Energielieferanten zum Energieverbraucher wandelte. Durch »die massenweise Verwendung fossiler Stoffe zum Antrieb von Agrarmaschinen wie für Düngung und zur Bekämpfung von Schädlingen wird mehr Energie verbraucht, als durch Photosynthese in den geernteten Pflanzen enthalten ist«‚ betont der Technikhistoriker Karl Metz richtig. Diese Zusammenhänge sind durch die Forschung klar belegt, aber kaum im öffentlichen Bewusstsein verankert.

Europa im Erdölrausch: Die Folgen einer gefährlichen Abhängigkeit
Buch von Daniele Ganser

Mit der Kohle begann die massenweise Nutzung »historischer«, fossiler Energien und also die Abkehr von einem Gefüge »aktueller«, solarer Energieversorgung im weiteren Sinn der photosynthetisch gebundenen Energie der Sonne in Pflanzen als Basis der Ernährung und also der Muskelkraft von Tier und Mensch, dieser Energie im Holz, aber ebenso der Energien von Wind und Wasser. Die von der Sonneneinstrahlung abhängigen Agrargesellschaften sind sozioökonomische Gefüge mit solarem Energiebezug. In ihnen ist die verfügbare Energie zwar zeitlich unbegrenzt, weil erneuerbar, jedoch im Umfang ihrer jeweils aktuellen Nutzung begrenzt und nicht willkürlich ausweitbar.
[…]
Der Gegensatz von Land und Stadt löste sich auf, nicht nur, weil sich die städtischen Siedlungen dezentralisierten, auch, weil die Landwirtschaft, früher eine Wirtschaftsform zur Umwandlung von Sonnenenergie in Nahrungsmittel, durch die massenweise Verwendung fossiler Stoffe zum Antrieb von Agrarmaschinen wie für Düngung und zur Bekämpfung von Schädlingen mehr an Energie verbraucht, als durch Photosynthese in den geernteten Pflanzen enthalten ist.
[…]
Mit der Aufsprengung solarenergetischer Energiesperren, der bedingungslosen Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung und ihren Schwankungen, wird die in 200 bis 400 Millionen Jahren gespeicherte Sonnenenergie fossiler Brennstoffe in zwei bis drei Jahrhunderten aufgebraucht sein.

Metz, Karl Heinz:
Ursprünge der Zukunft die Geschichte der Technik in der westlichen Zivilisation
Seite 141 und 456, PDF -Download hier

Seit der Erdölkrise Mitte der 1970er-Jahre interessieren sich Wissenschaftler verstärkt für die Energiebilanzen landwirtschaftlicher Produktion. Fasst man die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, wird schnell klar: Bei industriemäßiger Großflächenwirtschaft wird mehr (fossile) Energie verbraucht, als am Ende in der verzehrten Nahrung steckt (Pimentel, 1980). Außer jener Energie, die in der eigentlichen Produktion steckt, werden auch die für den Transport zu den Märkten und zur Herstellung von Verpackungsmaterial aufgewendete Energie und weitere Faktoren berücksichtigt. Daraus ergibt sich in der intensiven Landwirtschaft ein Aufwand von zehn Kilokalorien und mehr, um eine Kilokalorie Nahrung zu erzeugen. Im Gegensatz dazu verzichten in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft die Bauern auf den Einsatz von Agrochemikalien und schwerer Technik und erzielen durch agrarökologische Methoden gute Erträge. So können aus einer Kilokalorie extern zugeführter Energie bis zu zehn Kilokalorien Nahrung entstehen (Vandermeer et al., 2009). Zwar ist dieser deutliche Effizienzunterschied zwischen den beiden Anbauformen ein Extremfall. Aber die Schlussfolgerung, dass kleinbäuerlich-ökologischer Anbau energieeffizienter ist als industriemäßige Produktion, ist allgemeingültig.
[…]
In jüngerer Zeit ist man zu sogenannten Life-Cycle-Analysen übergegangen. Hierbei fließen sämtliche Wirkungen (in diesem Fall der Energieverbrauch) während der Produktion, Nutzung und Entsorgung eines Produktes ein, mitsamt der vor- und nachgeschalteten Prozesse. Da der Energieaufwand auf die Energiemenge der verzehrten Nahrung bezogen wird, spielen nicht nur die Erträge eine Rolle, sondern auch die transport- und lagerungsbedingten Verluste. Hinzu kommt die Vergeudung oder Vernichtung von Lebensmitteln, die in den Industrieländern ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat (Kreutzberger und Thurn, 2012).
[…]
Nationale Gesamtbilanzen helfen dabei festzustellen, ob die Ernährungsweise eines Landes energetisch betrachtet insgesamt nachhaltig ist oder nicht. Bei einer Komplettanalyse der dänischen Nahrungsmittelproduktion von 2004 bis 2007 stellte sich heraus, dass diese nur ein Viertel so viel Energie enthielt, wie zu ihrer Produktion verbraucht wurde (Markussen und Østergaard, 2013). Mit einem energetischen Effizienzgrad von 27 Prozent kam eine Life-Cycle-Analyse für die USA mit Daten von 1995 zu einem ähnlichen Resultat (Heller, 2003).
[…]
Aus dem bisher Gesagten lassen sich zwei generelle Schlussfolgerungen ableiten. Erstens ist die in hiesigen Breiten übliche Versorgung mit Nahrungsmitteln allein schon aus energetischer Sicht nicht nachhaltig.

https://www.welt-ernaehrung.de/2014/09/29/energieschleuder-agrarindustrie/

Die meisten alten landwirtschaftlichen Systeme sind imstande, mit Hilfe von Sonnenlicht und natürlichen biologischen Wachstumsprozessen aus 100 Einheiten eingesetzter Energie etwa 300 Energieeinheiten in Form von Nahrung zu erzeugen. Mit unseren heutigen „modernen“ landwirtschaftlichen Methoden, großflächigen Monokulturen, dem Einsatz von Maschinen, Kunstdünger und Pestiziden haben wir es insgesamt bestenfalls auf ein Verhältnis von 100:10 Energieeinheiten gebracht. Das heißt, wir verbrauchen ständig zehnmal mehr Energie, als wir produzieren, weil wir gegen die Natur arbeiten, nicht mit ihr.

Dazu kommen noch die enorm hohen Kosten für Lagerung, Verpackung und Transport, die sich aus dem zentralisierten Anbau und der Verteilung von Nahrungsmittel ergeben. Sie machen z.T. mehr als 95 Prozent der Energie aus, die wir benötigen, um Lebensmittel auf dem Tisch zu bringen. Damit gelangen wir zu einem Verhältnis von Gesamtenergieeinsatz zu Ertrag von 100:1. Ein solches System kann aufgrund unveränderlicher thermodynamischer Gesetze (Entropie) auf Dauer keinen Bestand haben.

http://declan.de/bill-mollison-mein-freund-und-lehrer/
und:
http://www.kennedy-bibliothek.info/cx-content/uploads/bibliothek/Konsum.pdf

Freitag 1. Dezember 2017

Professur für lebende Architektur

Wir leben in einer sehr bewegenden Zeit. Jahrtausende lang wurden Häuser und Tragwerke fast nur aus toten Materialien gebaut. Früher wurden Tiere getötet um aus Fellen Zelte zu bauen. Dann wurden Bäume gefällt um Häuser zu bauen. Schließlich wurde in Mutter Erde gegraben um dann aus Metall Strukturen zu bauen.

Doch seit einigen Jahrzehnten ändert sich das Bewusstsein. Der Weg den Planeten auszubeuten und zu zerstören geht seinem Ende entgegen. Neue Bauweisen wachsen zuerst im Geist, dann in Experimenten, und schliesslich landen sie im Bereich der Forschung und Lehre.

Nun ist das Thema lebende Architektur diesen Weg gegangen. Gerne stelle ich einige Wegbereiter dieser Entwicklung vor und damit auch diejenigen, mit denen ich Ideen und Gedanken teile, beziehungsweise auch, auf was ich aufbaue und in wessen Tradition ich mich wahrnehme. Und ganz besonders freue ich mich den neuen Professor vorzustellen, der nun an der Uni München lebende Konstruktionen weiter entwickelt.

Buckminster Fuller

auch Bucky genannt
*1885 †1983 war ein US-amerikanischer Architekt, Konstrukteur, Visionär, Designer, Philosoph und Schriftsteller.

Richard Buckminster Fuller (1970er)

1927, im Alter von 32 Jahren, war er bankrott und ohne Anstellung, und nach dem Tode seines ersten Kindes nahe daran, Selbstmord zu begehen. Er beschloss, sein weiteres Leben als Experiment zu verstehen: Er wollte feststellen, was eine einzelne Person dazu beitragen kann, die Welt zum Nutzen der Menschheit zu verändern.

Er begann sein Leben peinlich genau in einem Tagebuch zu dokumentieren, das er das nächste halbe Jahrhundert lang führte und „Dymaxion Chronofile“ nannte.

In ihm zeichnete er seinen Tagesablauf von 1915 bis 1983 alle 15 Minuten auf. Die Notizen enthalten seine vollständige Korrespondenz, Rechnungen, Notizen, Skizzen und Zeitungsausschnitte. Die gesamte Sammlung wird auf 80 Regalmeter Papier geschätzt und ist seit 1999 im Besitz der Bibliothek der Stanford University.
Zitat von: https://de.wikipedia.org/wiki/Dymaxion#Dymaxion_Chronofile

Buckys Wirken ist insbesondere bekannt geworden durch seine Forschungen für geodätische Kuppeln:

Geodätische Kuppel von Richard Buckminster Fuller aus dem Jahre 1978, Detroit, aufgestellt 2000 auf dem Vitra-Campus in Weil am Rhein

Alle modernen Kuppelzelte basieren auf den Forschungen von Bucky.

Buckminster Fuller entwickelte einen Wach-Schlaf-Rhythmus, der ihm erlauben sollte, die maximale Zeit wach bleiben zu können. Dieser sollte aus 30 Minuten Schlaf je 6 Stunden (also 2 Stunden von 24 Stunden) bestehen. Er soll diesen Rhythmus über 2 Jahre beibehalten haben. https://de.wikipedia.org/wiki/Polyphasischer_Schlaf

Bucky war einerseits sehr technisch orientiert und doch ist er ein zentraler Wegbereiter der Nachhaltigkeit.
Artikel der Zeitschrift WELT: Er sah ins All und entdeckte die Nachhaltigkeit

Kommen wir nun zu einem Schüler, Assistent und Projektpartner von Buckminster Fuller:

Rudolf Doernach

*1929

Rudolf Doernach (links) neben meinem Vater. Fotografiert von mir am 1. Mai 1988 im Rahmen einer gemeinsamen Wanderung.

„In Deutschland war es vor allem die Hochschule für Gestaltung in Ulm, die direkt (durch Rudolf Doernach) oder indirekt (durch Wachsmann) von Fullers Ideen beeinflusst wurde. Die Hochschule war Anfang der 50er Jahre als Nachfolgeinstitution des Bauhaus‘ ins Leben gerufen worden. Rudolf Doernach spielte dabei als Vorsitzender des Rektoriatskollegiums und „Fuller-Anhänger“ die Vermittlerrolle. Doernach hatte mit einem Stipendium in „Fullers amerikanischem Forschungslabor direkt mit ihm zusammengearbeitet“. Mit Studenten der HFG entwickelte er auf der Grundlage von Fullers geodätischen Prinzipien eine aneinanderreihbare Stabwerkskuppel auf quadratischen Grundriss. “ Zitat von http://literaturkritik.de/id/8220

Die Beeinflussung von Fuller in Bezug auf technische Strukturen, Schaumkunststoffen für Hausbauten sowie geodätische Kuppeln wandelte sich immer mehr in Richtung lebender Häuser. Dafür prägte Rudolf Doernach den Fachbegriff „Biotektur“. Rudolf schrieb viele Bücher und gab sehr viele Anregungen für die deutsche Ökologiebewegung.

Besonders hervorheben will ich dieses Buchpaar:

Handbuch für bessere Zeiten. Klett Verlag, Stuttgart 1983.

  • Bauen + Wohnen, Kleidung, Heimwerk, Wasser. ISBN 3-608-93048-5.
  • Nahrung, Tiere, Energie, Bio-Mobile. ISBN 3-608-93047-7.

sowie das Buch Pflanzenhäuser:

Rudolf Doernach gab den Impuls die Permakultur in Europa bekannt zu machen an Declan Kennedy:

 

Declan Kennedy

*1934

Einen der bedeutendsten Ansätze zur Vernetzung ökologischer Maßnahmen – der vom einzelnen Haus oder kleineren Siedlungen bis zur Planung ganzer Regionen reicht – lernten wir – meine Frau Margrit Kennedy und ich – 1981 kennen und brachten ihn bereits ein Jahr später von Australien nach Europa. Dieser Ansatz nennt sich „Permakultur“ (etwa „Dauer-Kultur“, aus der Zusammenfügung der englischen Worte permanent agriculture) und überträgt die Prinzipien geschlossener ökologischer Kreisläufe in der Natur auf die Planung menschlicher Siedlungen. Die Initialzündung dazu kam für uns durch Bill Mollison, den wir 1981, auf Anregung von Rudolf Doernach, nach Berlin eingeladen hatten.
Zitat von: http://declan.de/bill-mollison-mein-freund-und-lehrer/

Im Jahr 1986 las ich zuerst über Permakultur in einem Artikel von Declan und Margrit Kennedy. Daraufhin las ich die Bücher Permakultur 1 und 2 von Bill Mollison. Dorf fand ich einen einen Hinweis auf lebende Architektur und Rudolf Doernach:

So entschied ich mich 1986, im Alter von 20 Jahren, mein Leben der Erforschung von lebensfreundlicher Architektur, konkret: lebenden Häusern zu widmen. In den Jahren 1991 bis 1993 studierte ich Architekur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart. Ich lernte auch das Institut für leichte Flächentragwerke von Frey Otto kennen, dort wo Rudolf Doernach auch gewirkt hatte. Da meine Entscheidung für lebende Architektur schon vor Studienbeginn getroffen war, fühlte ich mich oft in völlig fremder Umgebung. Laufend hörte ich von Stahl, Beton, Glas etc. und ich übersetzte in mir: Eiche, Buche, Hasel etc. Bei den Vorlesungen und Übungen überlegte ich laufend wie man die Konstruktionen in lebender Bauweise ausführen könnte. Selbstverständlich habe ich damals auch viel mit Kommilitonen gesprochen. Auch habe ich die Vision wachsender Häuser den Assistenten und Professoren kund getan, wenngleich dieses Ansinnen praktisch nie auf Interesse gestossen ist. Ein Assistent jedoch überraschte mich mit einer Kopie des Buches von Arthur Wiechula. So konnte ich erstmalig die Texte dieses Altmeisters studieren.

Fünf Jahre später lernte ich die Region Osthessen rund um Nentershausen kennen und lieben. Dort fand ich im darauffolgenden Jahr die passende Landfläche und begann 1993 mit der Anpflanzung mehrerer Prototypen. Für die Öffentlichkeit schrieb ich das Buch Naturbauten und Artikel in Zeitschriften. Später kam die Webseite dazu: www.naturbauten.org

Mein rebellisches Sein an der Uni in Stuttgart hat womöglich mitgewirkt, dass Jahre später dort in der Uni Stuttgart, im Institut Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen IGMA, der Forschungsbereich Baubotanik entwickelt wurde.

Im Oktober 2007 kamen drei Studenten der Uni Stuttgart in meinen Garten zu Besuch:

Von links nach rechts: Oliver Storz, Ferdinand Ludwig, Hannes Schwertfeger

Seit 2010 sind  Hannes Schwertfeger und Oliver Storz aktiv im Bureau Baubotanik.

 

Ferdinand Ludwig

hat nach seiner Doktorarbeit den Weg zum Professor gewählt. Die genaue Bezeichnung lautet:

Professur für Green Technologies in Landscape Architecture
Fakultät für Architektur
Technische Universität München

http://www.ar.tum.de/de/gtla/professur/

Hier zwei Bilder seiner vielen Projekte:

Die geistige Verwandtschaft von Buckminster Fuller über Rudolf Doernach, Frei Otto, mir selbst bis hin zu Ferdinand Ludwig ist auch auf dieser Webseite dargestellt: http://www.gruenes-bauen.de/?p=262

So wünsche ich nun dem frischen Professor allzeit gutes Wachstum der lebenden Projekte. Mögen seine Studenten den Gedanken lebender Strukturen aufgreifen, umsetzen und weiter entwickeln hin zu einer immer lebendigeren Bauweisen.

Sonntag 26. November 2017

erfolgreicher Permakultur-Hof auf 1,4 Hektar

In der Normandie gibt es einen Bauernhof, in dem die Permakultur sehr erfolgreich angewendet wird:

Der Hof heißt: Ferme du bec Hellouin. Die Initiatoren sind Perrine und Charles Hervé Gruyer.

Der Ertrag der untersuchten Beete ist drei bis viermal höher, als bei einem konventionellen Gemüsebetrieb!

Auch im deutschen Fernsehen wurde schon mehrfach über diesen Hof berichtet. Vor ein paar Tagen bei Sat3, aber auch schon früher bei ARD und ArteTV. Alle drei Links führen zum gleichen Film, allerdings ist bei der Seite des ARD die ausführlichste Beschreibung zu finden. Weil mir diese Seite gut gefällt habe ich sie im Internetarchiv gespeichert.

Der Film ist kurz, prägnant und schön. Ein kleiner Patzer steckt allerdings in dem Film: Es wird gesagt, dass der Hof 14 hundert, also 1.400 Quadratmeter hätte. Es sind vielmehr zehnmal so viel, also 14.000 Quadratmeter, bzw. 1,4 Hektar. Vermutlich hatte der Sprecher mit so großen „Gärten“ keine Erfahrung. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb sind 1,4 ha allerdings eher winzig.

Hier der Film:

In einem weiteren Film kann man mehr Eindrücke von diesem Hof bekommen, ergänzt mit Eindrücken vom Krameterhof in Österreich:

Sie machen auf dem Hof auch ein Forschungsprojekt um die Hypothese zu bestätigen, dass auf 1000 Quadratmeter Bio-Permakultur-Fläche ein korrekt bezahlter Arbeitsplatz entstehen kann. In diesem Film ab Minute 2:

Mittwoch 22. November 2017

Der Planet niedriger Häuser – Projekteliste

Vor vier Jahren habe ich hier im Blog schon mal berichtet von einem russischen Projekt zukunftsweisender Siedlungsplanung:
http://www.konstantin-kirsch.de/2013/08/der-planet-niedriger-haeuser.html

Jetzt gibt es eine Unterseite mit Projekten:
http://www.lowriseplanet.net/index.php/map-of-projects.html

Die google-Übersetzung wirkt auf mich ziemlich ungenau, aber besser als nichts.

Dienstag 21. November 2017

alternatives Bauen in Russland

Ein Freund schickt mir einige Links zu russischen Filmen, in denen es um alternative Bauweisen geht. Auch wenn man die Sprache (noch?) nicht versteht, so sprechen die Bilder für sich:
Strohdom: http://strawdome.com

Holzstruktur rein zusammengesteckt:

Montag 20. November 2017

Eco-Dome Online Kurs

Aktuell gibt es einen Online Kurs zum Bau von autarken Ökohäusern. Der Permakulturlehrer Alosha Lynov hat weltweit sehr viele Projekte und Kurse besucht und bietet nun sein gesammeltes Wissen. In dem Onlinekurs bietet er Wissen von Earthbag-Bau, Schaumbeton, Geodome und vielem mehr.

https://www.bioveda.ru/livingbiodome

Der Kurs kostet 200 bis 300 Dollar. Dazu gibt es noch weitere Angebote, wie einen Wasserkurs für nochmal ähnlich viel. Im Vergleich zu den Kosten von weltweiten Reisen und der Teilnahme an Kursen auf der ganzen Welt ist das fast geschenkt.

Hinweis: Ich habe den Kurs noch nicht besucht und stehe manchen angekündigten Aspekten (zB Earthship) spektisch gegenüber. Sicher kann man bei dem Kurs sehr viel lernen und sehr viele wertvolle Anregungen bekommen. Trotz all dem ist es mir wichtig zu betonen, dass man immer selber denken und klein anfangen sollte. Mit eigener Erfahrung wird man Stück für Stück souverän.

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Hier noch der Link zum Youtube Kanal von Alosha Lynov. Dort kann man schon mal einen umfassenden Einblick von seinem Schaffen bekommen:
https://www.youtube.com/channel/UCzHlI4B6iBHbaw7a9j4ZgLA

Montag 20. November 2017

Fotos der ältesten Bäume

Die Fotografin Beth Moon hat die ältesten Bäume der Welt aufgesucht und photographiert. Hier ein paar der Bilder, die mir besonders gefallen:

Hier der Link, von dem ich die Bilder genommen habe:
https://anewkindofhuman.com/ancient-trees-woman-spent-14-years-photographing-worlds-oldest-trees-2/

Copyrechts-Hinweis vom Betreiber der Foto-Webseite:

Written by Gavin Nascimento, Founder of aNewKindOfHuman.com

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Von der Fotografin Beth Moon gibt es auch Bücher:
Uralte Bäume – magische Gestirne
Ancient Trees: Portraits of Time

Montag 20. November 2017

Vladimir Megre in Prag

Mitte September 2017 war Vladimir Megre in Prag für eine Leserkonferenz. Von dieser Konferenz gibt es zwei Videos mit englischer Übersetzung. Im ersten Film erzählt er hauptsächlich aus den Anastasia-Büchern, im zweiten Film beantwortet er hauptsächlich Fragen der Teilnehmer.

Erwähnenswert ist noch, dass Vladimir Megre an einem neuen Buch schreibt. Über eine Episode aus dem neuen Buch gibt es einen Film (mit englischen Untertiteln):

In diesem 3 Minütigen Kurzfilm (englisch) wird die Vision der Anastasia-Bücher kompakt dargestellt: