Konstantin Kirsch

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Dienstag 27. September 2016

Nachruf für Andreas Clauss und Bill Mollison

Es gibt Tage, da kommt alles auf einmal. Nun, nicht wirklich „alles“, aber doch so viel, dass ich stärker inne halte um das zu spüren, das zu verarbeiten, was gerade als Ausdruck des großen Wandels passiert.

Gestern erfuhr ich, dass mein langjähriger Freund Andreas Clauss am 22. September verstorben ist.

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Ich lernte ihn kennen bei einer Vortragsveranstaltung in Berlin. Es war geplant gewesen, dass Andreas die Hälfte der Zeit redet über physische Ökonomie und ich die zweite Hälfte über die spirituellen Aspekte des Geldes. Nun, Andreas war ein so begeisterter und begeisternder Redner, dass ich während seinem immer länger werdenden Vortrages schon überlegte, ob er mir überhaupt noch etwas zeit übrig lässt… So hatte ich dann die Herausforderung meine Aussagen noch mehr zu konzentrieren, das was zu sagen was noch mehr auf den Punkt zu bringen und das Wesen, die Essenz des Geldes aus geistiger Sicht betrachtet zu vermitteln.

Diese Veranstaltung war der Auftakt für unzählige Begegnungen und Telefonate.

In der Vielzahl seiner Themen hatten wir hauptsächliche Überschneidungsbereiche im Bereich Geld und Autarkie. Andreas sprach gerne über die Probleme des Geld- und Rechtssystems sowie Lösunsgansätze im Bereich physische Ökonomie und ich über kreative Lösungsansätze für jeden (zB. Minuto). Bezüglich autarkem Leben ist mir der Besuch von Andreas in meinem Waldgarten in lebhafter Erinnerung. Nach dem Rundgang fragte er wo denn meine Kartoffeläcker seien. Ich beugte mich zur Seite, rupfte einen Rohrkolbenspross heraus, schälte ihn und ließ ihn kosten. Er war absolut überrascht wie gut das schmeckt und wie sättigend das war.

Zusätzlich begeisterten ihn bei meinem Gartenrundgang die Bienen. Daraufhin wurde Andreas Imker. Bei seinen ersten Schritten mit diesen wunderbaren Tieren habe ich ihm meine Erfahrung gerne weitergegeben.

Später hat Andreas die Anastasia Bücher kennen- und liebengelernt.

Im März schrieb Andreas seinen letzten „Klardenker“ in dem die Hoffung auf Genesung zu spüren ist. Nun hat es doch anders entwickelt und er hat die Seiten der physischen Welt gewechselt und ist jetzt im geistigen Raum unterwegs.

Lieber Andreas, ich danke Dir für die Begegnungen und den Austausch, für Deinen Humor und Deine Lebensfreude!

 

 

*********

 

 

Heute erfuhr ich, dass nur zwei Tage später ein weiterer großer Mann, ein weiterer Pionier für eine lebensfähige Erde, in die ewige Ruhe einkehrte: Bill Mollison, der Begründer der Permakultur, ist am 24. September verstorben.

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Auch wenn ich Bill nie persönlich begegnet bin, so prägen seine Bücher und sein Wirken mich seit über 30 Jahren. Ich erfuhr von Permakultur besonders über Begegnungen mit Rudolf Doernach und Declan Kennedy. Declan stand Bill sehr nahe und hat einen Nachruf für Bill geschrieben:

Ich trauere um mein Freund Bill Mollison.
Einen der bedeutendsten Ansätzen zur Vernetzung ökologischer Maßnahmen – der vom einzelnen Haus oder kleineren Siedlungen bis zur Planung ganzer Regionen reicht – lernten wir – meine Frau Margrit Kennedy und ich – 1981 kennen und brachten ihn bereits ein Jahr später von Australien nach Europa. Dieser Ansatz nennt sich „Permakultur“ (etwa „Dauer-Kultur“, aus der Zusammenfügung der englischen Worte permanent agriculture) und überträgt die Prinzipien geschlossener ökologischer Kreisläufe in der Natur auf die Planung menschlicher Siedlungen. Die Initialzündung dazu kam für uns durch Bill Mollison, den wir 1981, auf Anregung von Rudolf Doernach, nach Berlin eingeladen hatten. Bill Mollison hatte dieses ökologische Konzept in den 70er Jahren zusammen mit David Holmgren in Australien entwickelt, und fand durch seine Vorträge seit den frühen 80er Jahren weltweit immer mehr Anhänger dafür.

Nachdem wir etwa zehn Jahre 1982 – 92 sehr eng mit Bill Mollison zusammengearbeitet hatten, begannen sich unsere Wege zwar in den frühen 90er Jahren zu trennen, aber die Freude war groß, als wir uns Anfang Juni 2005 in der historischen Stadt Montovun in Istrien, bei der 7. Internationalen Permakultur Tagung wieder einmal sehen konnten. Ich hatte zusammen mit einigen anderen Teilnehmern an der Tagung gerade Sepp Holzers Permakultur Projekt in Österreich besucht und war mit ihnen über Ljubljana nach Istrien gekommen. Obwohl ich Bill nun seit fast 24 Jahre kannte und Sepp Holzer nur einen Tag, überraschte mich die Ähnlichkeit und gleichzeitig der Kontrast zwischen diesen beiden Männern. Ähnlich waren sich die „Agrar-Rebellen“ als kreative Praktiker, in ihrem „Gärtnern mit der Natur“, in ihrer scharfsinnigen Ruppigkeit, ihrer Erzählfreude und ihrem Charisma, Männer, die sich innovativ, weitsichtig und praktisch zugleich, solange den Problemen widmeten, die sie sahen, bis sie für ihr jeweiliges Klimagebiet dauerhafte ökologische Lösungen gefunden hatten. Der Kontrast bestand für mich in der Konzentration auf sein Projekt bei Holzer, der gerade 64 Jahre alt war, während Mollison trotz seines hohen Alters mit 78 noch immer dieselbe weltweite Offenheit besaß mit der er sich über die Jahrzehnte, die wir uns kannten, immer wieder auf neue Projekte eingelassen hatte.

Ich möchte mich nun jedoch meiner Freundschaft mit Bill Mollison zuwenden, der mich – besonders am Anfang – ungemein großzügig an seinen Erfahrungen hat teilhaben lassen, einem Mann, der zum Freund und Lehrer wurde, einem unbequemen Visionär, der schon 1982 in Kanada bei einer der größten und erfolgreichsten Permakultur Tagungen in Nordamerika den Leitsatz prägte: „Think globally – Act locally“.

Geboren 1928 in Australien, lebte er von seinem 15. bis 28. Lebensjahr allein im australischen Busch, und arbeitete als Trapper, Holzfäller, Fischer und Bauer – oft zusammen oder in enger nachbarschaftlicher Beziehung zu den Aborigines – den australischen Ureinwohnern. Aus dieser Zeit hatte er eine Fülle von Geschichten, die alle, denen er sie erzählte, begeisterten. Von der Kängeruh-Jagd, in der die Aborigines mit den Tieren Kontakt aufnahmen und ihnen ihre Wertschätzung zukommen ließen, wie auch die Notwendigkeit sie zu erlegen, bis sich ein Tier dem Jäger zu Füssen legte. Oder von der Geschichte mit den schwarzen Schwänen, die Bill beobachtete und die dann zu ihm kamen und sich im Kreis um ihn herumsetzten. Immer waren es Geschichten, die Mensch und Natur im tiefen Kontakt und Einklang mit einander zeigten, etwas, was in unserer westlichen Zivilisation kaum noch existiert.

Nachdem Bill herausfand, dass diese Zivilisation die Gebiete der Aborigines immer mehr zerstörte, begann er – um diese Entwicklung aufzuhalten – 1955 noch einmal zu studieren. Noch während seines Studiums wurde er zum Forscher und Lehrer und begann als Umweltaktivist sich aktiv in die Umweltpolitik seines Landes einzumischen. Er verhinderte Staudamm Projekte , kämpfte für die Ausweisung von Naturschutzreservaten und trat auf der Seite der Aborigines für deren Rechte ein.

Als unverbesserlicher Optimist, wollte er den Garten Eden wiederherstellen – für Alle. Er versuchte darüber hinaus die Grundlagen für ein Konzept zu schaffen, welches nicht nur offen war für neue Informationen, sondern auch das Wissen über nachhaltige, ökologische Techniken aus allen Teilen der Welt integrieren konnte.

Während der Kampagne gegen den Staudamm am Franklin River in Tasmanien in den 70er Jahre – er war damals Dozent an der Universität in Hobart – traf er seinen späteren Mitautor David Holmgren. Beide begannen darüber zu diskutieren, warum die Landwirtschaft der Aborigines die Zeiten überdauert hatte und warum die moderne Landwirtschaft nur eine relativ kurzfristige Mode-Erscheinung sein würde, darüber, was man von den Aborigines lernen könne und wir ihre Konzepte mit neuer Technologie und neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang zu bringen sei. Sie begannen zu experimentieren, zu entwerfen und zu schreiben. Mit Hilfe des japanisch sprechenden Australiers, Andrew Jeeves integrierten sie die Ideen von Masanobu Fukuoka (THE ONE-STRAW REVOLUTION, 1975), sie übernahmen das Keyline Konzept von Ken Yeomans (WATER FOR EVERY FARM,1954) und F. H. Kings Beobachtungen der hochproduktiven landwirtschaftlichen Konzepte Asiens (aus FARMERS OF FORTY CENTURIES – PERMANENT AGRICULTURE IN CHINA, KOREA AND JAPAN, 1911). Daraus erschufen sie das Konzept für eine dauerhafte Land-, Wasser- und Waldwirtschaft, welches sie „Permaculture“ nannten (Permanent Agriculture).

Da Permakultur kein Dogma ist oder feste Grenzen hat sondern eher eine Reihe von Grundprinzipien darstellt, die auf alles anwendbar sind, fand er immer wieder neue und weitere Mitstreiter wie das Architektenpaar Ian und Lecki Ord in Melbourne, der Ingenieur und Landwirt Max Lindegger (Designer von Chrystal Waters, Permaculture Village, Queensland), oder Sonja Wallman (mit ihrem produktiven Anlehngewächshaus in der Nähe von Boston, Massachussetts, USA) und viele andere Menschen in Australien, Europa und Nord-Amerika. Das Permakultur-Entwurfs-System hat er definiert und integrierte mit Teilbereiche und schaffte Querverbindungen zwischen den separaten Wissenschaften und Fachgebieten der klassischen universitären Fachbereiche geschafft.

Inzwischen (2016) haben sich über tausende von unabhängigen Permakultur Vereinigungen – in fast allen Sprachen – über die ganze Welt verbreitet. Jetzt – mehr als 40 Jahre später – dient es Menschen – die sich mit nachhaltiger Landwirtschaft, Wiederaufforstung, Bio-Architektur, Umwelt-Erziehung und regionaler Ökonomie auseinandersetzen und die ein Integrationskonzept suchen. Bills Engagement und Enthusiasmus erweiterte kontinuierlich die fachübergreifende Qualität des Konzepts und machte Permakultur zu einem immer ganzheitlicheren System. Für mich ist die schönste Definition, die von Bill Mollison stammt: „Permakultur ist ein Tanz mit der Natur – in dem die Natur führt.“

Das erste Buch von Bill Mollison und David Holmgren PERMACULTURE ONE (1978) wurde schon bald danach durch Bills PERMACULTURE TWO (1979) ergänzt und beide hatten 1985 jeweils eine Auflage von über 100 000 Exemplaren. Die beiden Bücher sind auf meine Veranlassung in Deutsch, Portugiesisch, Französisch und Italienisch übersetzt worden und dort Anfang bis Mitte der 80er Jahren erschienen. Sie basieren als Handbücher sehr stark auf die Erfahrungen in Tasmanien und sind für andere Klimazonen nur teilweise übertragbar. Spanisch und Französisch Übersetzungen folgten später durch die Zusammenarbeit mit Emilia Hazelip, bald die bekannteste Permakulturlehrerin auf beiden Seiten der Pyennéen.

Die Prinzipien sind jedoch so gut übertragbar und innovativ, dass sie bisweilen etablierte Konzepte der Land- und Forstwirtschaft, der Siedlungswasserwirtschaft, Stadtplanung und Architektur auf den Kopf stellten. Sie bauen auf den Erfahrungen im Entwurf ganzheitlicher Lebensweisen in verschiedenen Kulturen und Ländern auf und nehmen wenig Rücksicht auf moderne Rezepte oder Konventionen. Für uns und viele andere boten sie und er außerdem einen neuen Lebensstil.

Beim ersten Besuch in Deutschland, auf Einladung der Studenten des Fachbereichs Architektur und des British Council – die ich beide dafür gewinnen konnte seine Reise und sein Vortragshonorar zu finanzieren – sollte Bill Anfang Mai 1981 außer in Berlin auch Vorträge in verschiedenen Städten West-Deutschlands, organisiert von Rudolf Dörnach, halten. Durch außergewöhnliche Umstände wurden die restlichen Vorträge (Persching-Stationierung-Proteste Deutschland weit) abgesagt und Bill blieb eine ganze Woche – ja 10 Tage – bei uns in Berlin-Schlachtensee zu Gast. Er erzählte uns jeden Tag von morgens bis abends von seinen Projekten und Vorhaben in Australien. Und da wir beide das Thema „Ökologie“ – ich in der Universität – als Professor für Infrastruktur im Stadtbaubereich – und meine Frau (Margrit) im Rahmen ihrer Arbeit für die Internationale Bauausstellung (IBA) Berlin 1987 – als Hauptaufgabe betrachteten, hörten wir gespannt und aufmerksam zu. Unsere Fragen zeigten Bill, dass wir 1981 in Europa vor ganz ähnlichen Problemen standen. Vom Waldsterben bis zur Klimaveränderung, von der Vergiftung von Nahrungsmitteln bis zur Wasserverschwendung, alles was Australien betraf, war bei uns ebenso zu finden. Am wichtigsten aber war uns, dass wir mit ihm Lösungen diskutieren konnten, die leicht verändert auch bei uns zu funktionieren schienen.

Es war nicht nur lustig sondern auch erschreckend, wenn Bill Fakten und Details zur globalen ökologischen Situation nannte, die wir bis dahin nur sehr bruchstückhaft kannten. Doch seine ungewöhnlichen Lösungswege überzeugten uns beiden. Er begann mit seinen Erklärungen um 9 Uhr morgens und hörte um Mitternacht auf. Wir hatten so etwas wie einen konzentrierten privaten 72-stündigen Permakultur Designer Kurs – mit vielen praktischen Beispielen, Zeichnungen und Grafiken. Die Kosten waren bescheiden: 2 Packungen Zigaretten und eine Flasche irischen Whiskey pro Tag.

Wir begannen im 6 mal 12 Meter großen Garten und im Wald um den Schlachtensee Pflanzen zu beobachten, manchmal auszurupfen und in den Garten zu setzten. Margrit war Vegetarier. Abends mussten wir mit Bill – der passionierter Fleischesser war – in ein Restaurant gehen um für ihn Lamm oder ein Steak zu bestellen. In der „Paris Bar“ in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg, wo er – wie immer – einen deutschen Wein bestellen wollte, und ihm der Kellner leicht indigniert sagte, dass sie nur französischen Wein servieren, bestellte er ein „Hardy Wallbanger“ (Orangensaft mit Wodka). Da musste selbst der Kellner lachen. Solche kulturellen Kontrast-Situationen liebte Bill und hat sie überall irgendwie erzeugt.

Mehrmals sind wir mit ihm nach Kreuzberg in die Sanierungsgebiete der Internationalen Bauausstellung gefahren, wo wir beide mit verschiedenen Gruppen in der Hausbesetzerszene arbeiteten. Obwohl er Städte generell nicht leiden und keinen guten Grund für Ihr Überleben finden konnte, hatte er sofort kreative Lösungen für die Menschen bereit, die eine City-Farm aufbauen oder ihr Gemüse und ihre Kräuter selbst ziehen wollten (1981). Was Energiesparmaßnahmen und Grauwasserrecycling anbelangte, so waren in Kreuzberg einige interessante Modelle auch für ihn zu sehen, und so wurde diese Zeit zum Anfang eines jahrelangen intensiven Austauschs von ökologischem Wissen über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.

Anfang der 80er, versuchte Bill ein Art „Permakultur-Bibel“ zu schreiben. Etwa die Hälfte seines DESIGNERS’ MANUALs (1988) ist brillant, besonders die Kapitel über Patterns (Muster) und Design (Entwurf). Es gibt kaum ein anderes Buch welches das „fachübergreifende Entwerfen für das Leben“ so gründlich behandelt. Andere Kapitel im Designers’ Manual lassen in ihrer Wissenschaftlichkeit manches zu wünschen übrig. Erst 2009 wurde es durch Margarete Hölzer und Marlis Ortner in Österreich ins Deutsche übersetzt und verlegt.

Ein weiteres Buch: INTRODUCTION TO PERMACULTURE , welches Bill zusammen mit Reny Slay schrieb und welches von Andrew Jeeves illustriert wurde, ist 1991 erschienen und erklärt Permakultur zum ersten Mal in einer allgemein verständlichen Art und systematischen Betrachtungsweise. Es bietet auch praktische Erfahrungen vieler Permakultur-Aktivisten in Australien und anderen Ländern. Vor allem aber ist es das Ergebnis der Forschungsarbeiten von Bill Mollison und Reny Slay, die in den 90er Jahren mit dem australischen Permakultur-Institut nach New South Wales umgezogen waren, und dort bei ihrer Arbeit von Marilyn Wade kräftig unterstützt wurden. Auch andere zahlreiche Helfer haben dort Experimente mit Pflanzen, Gebäuden und technischer Infrastruktur durchgeführt, während Bill auf Vortrags-Reisen in aller Welt unterwegs war.
Margrit und ich haben mit der Hilfe von vielen anderen Fachleuten, Permakultur Eins und Zwei in der zweiten Auflage editiert. Ein besonders gut gelungener Artikel mit farbigen Bildern ist in der Baseler Zeitung (Nr.40, S 10-15) 1984 erschienen und enthält das, was wir selbst im ökologischen Planen und Bauen entwickelt und das was wir von Bill Mollison und David Holmgren dazu gelernt haben. Wir danken beiden noch immer für ihre Ideen, ihre Ausdauer und ihr Engagement.

Es war Bill und Reny, welche den ersten Europäischen Permakultur Designer Kurs in Jagdschloss Glienicke mit mir as Assistent im Sommer 1982 angeboten hatte. Weil er in Englisch stattfand waren 24 Teilnehmern aus 7 Ländern Europas und 2 Interessenten aus Brazilien dabei. Antja – unsere damals 21 jährige Tochter – hat den Kurs nicht nur mitgemacht sondern abends auch 2- stündige Repetitorien für die deutschen und österreichischen TeilnehmerInnen abgehalten. Es war für sie nicht einfach den australisch/tasmanischen Akzent von Bills Englisch zu verstehen, besonders weil er es die Hälfte der Zeit durch seine Tabakpfeife artikulierte.

Danach haben sich 7 TeilnehmerInnen dieses Kurses ein dreiviertel Jahr lang jeden Samstag getroffen und an den Entwurfskonzepten gearbeitet, sodass wir gemeinsam in Wetzhausen bei Schweinfurth den ersten in Deutsch abgehaltenen 2-wöchigen Permakultur Design Kurs (PDC = Permaculture Decign Course) veranstalten könnten.

Danach begann meine neue Karriere als „Mr. Permaculture Europe“ (Ost und West) die ich mit Mollisons’ volle Unterstützung antrat. Außer in Deutschland und Brasilien 1982, habe ich bis 1991 die ersten und/oder zwei Permakultur Entwurfskurse in Dänemark, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schottland, der Schweiz, der Slovakei und Slovenien gelehrt. Diese Kurse wurde jeweils von Gaia Trust (Hildur & Ross Jackson, auch Schüler und Freude von Bill) in Dänemark unterstützt.

1993 konnten die Bücher von Bill Mollison über FERMENTE und 1996 ein weiteres mit dem Titel TRAVEL IN DREAMS die Erfolge der ersten Bücher nicht wiederholen. Aber die internationale Permakultur Bewegung ist inzwischen ständig gewachsen – ausgehend von den ersten Büchern und einem von vielen Mitautor/innen überarbeiteten zwei bis dreiwöchigen Designers Kurs. In Europa ist die Übertragung des Konzepts auf nördliche Klimazonen voll im Gange. Sie traf – zum Teil – auf scharfe Kritik von Wissenschaft und Praxis wegen ihrer ungewöhnlichen Thesen und Methoden.

Ich habe soviel von Bill Mollison gelernt and waren so begeistert von der Permakultur-Vision, dass ich – ebenso wie viele andere, die in die 80er und frühen 90er Jahren mit dieser Vision in Kontakt gekommen waren – ein eigenes Permakultur-Projekt verwirklichen wollte. Deshalb haben wir unser Zuhause in Berlin und unsere beiden Stellen aufgegeben, ich meine Professur an der TU Berlin und Margrit ihre Stelle bei der Internationalen Bauausstellung, und haben uns ab1985 am Aufbau einer ökologischen Gemeinschaft in Niedersachsen beteiligt – dem Lebensgarten Steyerberg. Wir haben in dort in einer Siedlung die 1939 erbaut worden ist zwei Häuser renoviert und auf 2.6 ha Land in der Nähe und eine ganze Reihe von Permakultur-Experimenten durchgeführt. Zeitweilig leitete ich das Permakultur Institut für Europa im Lebensgarten. Bill Mollison war so begistert von den Lebensgarten Ansätze dass er jeder Jahr mindestens einal in Steyerberg vorbei gekommen ist – und das über 11 Jahre – und immer neue Impulse mitbrachte. Insgesamt hat das Denken in Permakultur-Kategorien inzwischen weite Kreise gezogen und ich bin froh und dankbar dafür, dass ich relativ früh 1981 mit diesem Konzept und Bill Mollison in Berührung gekommen bin, und dass ich die Chance hatte, es mit zu verbreiten und für unsere Klimazonen zu erproben.

Während sich die Arbeit meiner Frau Margrit seit den späten 80er Jahren mehr und mehr auf die Einführung nachhaltiger Geldsysteme verlagert hat, und sie mit ihrem Buch „Geld ohne Zinsen und Inflation“ inzwischen zu einer Galeonsfigur der Geldreformbewegung geworden ist, war diese Arbeit sowohl für sie wie auch für Mollison und mich immer auch ein Teil unserer Umsetzung des Permakultur-Konzepts. Denn wie soll eine dauerhafte Kultur entstehen, wenn es kein dauerhaftes Geldsystem gibt? Gerade die letzten Monate mit dem Crash auf den internationalen Finanzmärkten und in der Weltwirtschaft – der jetzt selbst die dringendsten ökologischen Probleme überschattet – zeigt, wie stark Ökonomie und Ökologie miteinander verwoben sind. In der Permakultur „Bibel“, hat Bill auch ein Kapitel über das Geldsystem eingebaut, welches zum großen Teil auf Margrits Arbeit aufbaut.

Noch immer rauchte und trank er zu viel und wurde schließlich so krank, dass er ein paar Mal auf seinen Reisen zusammen gebrochen ist – und trotzdem ist er 88 Jahre alt geworden. Es setzte ihm immer mehr zu, dass er mit ansehen musste, wie die ökologische Situation weltweit schlechter und schlechter wurde, und trotz der ständig wachsenden Permakultur-Bewegung an diesem generellen Trend nichts zu ändern war. Bill wurde eine zeitlang depressiv, was er sich selbst ignorierte. Er fühlte sich von vielen Verbündeten verlassen in den letzten 110 Jahren, weil sie kompromissbereiter waren als er. Inzwischen hatte er sich aber erholt, und seine scharfe kritische Haltung, die manchmal in Zynismus umzuschlagen droht, wieder gefunden. Zwischendurch konnte man ihn wieder in seiner ursprünglichen Lebensfreude erleben. In Istrien in Juni 2005 kam er zu Anfang mit seinen sarkastischen Witzen bei den jüngeren Leuten in der Permakultur-Bewegung, die ihn noch nicht kannten, nicht besonders gut an – aber mit sein vielen Geschichten, Witzzen und lebendigen Diskussionsbeiträgen fand er bald seinen ihm gebührenden Platz als Mit-Gründer, Verbreiter und Großvater der Permakultur – dafür wurde er dann mehrere Tage von allen Anwesenden gefeiert. Er wird uns Allen bitter fehlen.

Steyerberg, 25.09.2016

 

Vielleicht treffen sich Andreas und Bill und träumen gemeinsam von einer gesunden, aufblühenden Erde mit glücklichen Menschen. Dann werden sie sicher Wege finden diesen großen Wandel zu unterstützen. Sie haben sie Wahl: Impulse senden aus der Traumwelt zu den Herzen der Menschen oder in dem sie wieder neu geboren werden, oder noch ganz anders …

Mittwoch 14. September 2016

Pflege am Mammut-Baumhaus

Das vor neun Jahren gepflanzte Mammut-Baumhaus bekommt diese Tage besonders viel Aufmerksamkeit.

Es ist mittlerweile über 5 Meter hoch:

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und in manchen Bereichen ist die Wand zu ca. 50% geschlossen:

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Die Fensterlaibung bekommt ihre Form mit Stahlseilen und Gewindestangen:

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In manchen Bereichen ist es passend mit zwei Leitern gleichzeitig zu arbeiten:

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Die Holzleitern stammen aus Thüringen von der Firma Jäger. Sie sind solide handwerklich gebaut. Es gibt auch den Anbieter Sucker. Bei der Firma Jäger gibt es keinen Webshop. Man muss man sich nach dem Preis erkundigen. Es lohnt sich jedoch sehr und die Lieferung kam ausserordentlich schnell! Die maximale Höhe der Obstbaumleiter beträgt (im Unterschied zur Angabe auf der Webseite) 4,5 Meter. Ich habe die Metallbeschläge abmontiert, das Holz mit Woodbliss1 behandelt (Schutz gegen Pilzbefall) und anschließend mit Leinölfirnis wetterfest gemacht. Danach habe ich die Metallbeschläge wieder montiert, wobei ich Schrauben aus Edelstahl genommen habe.

Das Mammutbaumhaus kann ja Jahrtausende leben, da sollten die Leitern auch lange halten
:)

Sonntag 11. September 2016

15 Jahre Terror

Heute vor 15 Jahren wurden in Manhattan 3 (drei!) Hochhäuser gesprengt. Vorher ist etwas „Zeug“ in zwei der drei Häuser geflogen (nennt man Flug-zeug), wobei dies wohl nur der Ablenkung diente, denn ohne Aufhebung der Gesetze der Physik konnte solch fliegendes Zeug den Hochhäusern nur minimalen Schaden anhaben. Diese Häuser waren im übrigen derart gebaut, dass zwei Jumbos gleichzeitig in EINS der Häuser fliegen können OHNE Einsturz des Gebäudes (so wurde es mir beim Studium der Architektur in der Uni Stuttgart beigebracht).

Der größte Erfolg der Operation 9/11 war wohl der Eingriff ins Hirn der Betrachter: Es gab und gibt vermutlich auch heute noch Menschen, die den Glauben annahmen, dass das fliegende Zeug die Hochhäuser zum Einsturz brachte, also die Ur-Sache waren.

Das ist rein physikalisch, wissenschaftlich gesehen, kompletter Schwach-Sinn.

Wer der offiziellen Geschichte glaubt, befindet sich also im Bereich des Glaubens, der Religionen, der Sekten.
Oder anders gesagt: Wer glaubt, dass zwei Flugzeuge die drei Hochhäuser zum Einsturz brachten, beweist damit, dass er weder selber noch richtig denken kann.

Da ich nie in diesen Häusern war und auch nicht bei der Planung der Sprengung, der Montage der Sprengsätze und bei der Durchführung der Operation dabei war, kann ich nur Überlegungen anstellen warum und von wem dieses Theater veranstaltet wurde.

Ein Hinweis gibt der Begriff „Terror“.

Seit nun genau 15 Jahren wird dieser Begriff sehr häufig in den Medien genutzt.
Man kann nun im bekannten Internetlexikon nachschlagen und findet diese Seite:
https://de.wikipedia.org/wiki/Terror

Dazu findet man dieses Bild:

Darunter findet man folgende Bildunterschrift bei der ich einen Wortteil fett hevorhebe: „Die brennenden Türme des World Trade Centers bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 zeitnah an verschiedenen Orten der Ostküste der Vereinigten Staaten.“

Es wird also von „Terror“ geschrieben und das Bild taucht auf beim Lexikon Begriff „Terror“.

Nun, was bedeutet „Terror“? Es gibt ja auch das ähnlich klingende Wort „Terrorismus“!
Was ist der Unterschied? Wann wird welches der Worte korrekt benutzt?

Zwei interessante Ausführungen habe ich entdeckt:

http://www.whywar.at/terrorismus_definition
Zitat daraus:

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Terror und Terrorismus: Unter beiden versteht man die systematische Verbreitung von Furcht und Schrecken. Jedoch gilt Terror als Bezeichnung für staatliche Schreckensherrschaft („Terror von oben“) gegen BürgerInnen oder oppositionelle Gruppen, während unter Terrorismus der Angriff auf die Machtausübenden („Terror von unten“) verstanden wird.

http://e-politik.de/artikel/2002/terrorismus-eine-definition/
Zitat daraus:

Terrorismus ist immer politisch motivierte und systematisch geplante Gewalt. Terrorismus geht von substaatlichen Gruppen aus und richtet sich gegen einen bestehenden politischen und gesellschaftlichen Zustand. Terrorismus ist ausgerichtet auf Veränderung.

Dies unterscheidet „Terrorismus“ von „Terror“. Terror ist von oben gesteuerte systematische Gewaltanwendung durch staatliche oder staatsnahe Organe, die eine bestimmte Ordnung erhalten soll.

 

Was bedeutet das in Zusammenhang mit dem 11. September, bzw: 9/11?
Nun, ganz einfach:

Wenn dieses Häuser-Sprengen ein Terror-Akt war, dann war es „von oben gesteuerte systematische Gewaltanwendung durch staatliche oder staatsnahe Organe“.

Dies hat jetzt nichts, aber auch gar nichts mit meiner eigenen subjektiven Sicht oder Meinung zu tun. Das ist ganz einfache Wort-Logik. Bei fortschreitender digitaler Demenz kann dies allerdings von immer weniger Menschen erkannt, verarbeitet und verstanden werden. siehe: http://www.konstantin-kirsch.de/2016/07/vortrag-zu-digitaler-demenz.html

Noch ein Hinweis zum Terrorismus. Dies wiederum hat einen Zusammenhang mit der Vorstellung eines jenseitigen Paradieses.
siehe: http://www.konstantin-kirsch.de/2012/03/wo-liegt-das-paradies-was-dies-mit-terrorismus-zu-tun.html

Interessant ist jetzt, dass wenige Tage vor dem 15ten Jahrestag eine seriöse europäische Physik-Zeitung einen Artikel veröffentlicht, in der die bisherige Lüge der Lügenpresse als physikalisch unmöglich entlarvt wird:

http://www.europhysicsnews.org/articles/epn/pdf/2016/04/epn2016474p21.pdf

Vielleicht kann es günstig sein den Artikel zu speichern, denn die staatlichen oder staatsnahen Organe mögen das womöglich gar nicht, wenn sich dieses Wissen verbreitet.

Andererseits hat dieser Artikel schon richtig für Wirbel gesorgt, denn er wurde von vielen üblichen Lügenpresse Organen kommentiert, teilweise wiederum mit Hetze. Hier ein kleiner Auszug:

http://www.welt.de/wissenschaft/article157971801/Fachmagazin-publiziert-9-11-Verschwoerungstheorie.html
http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/ueberwaeltigende-beweise-wissenschaftsjournal-veroeffentlicht-starke-zweifel-an-9-11_id_5905051.html
http://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/jahrestag-elfter-september-anschlaege-al-kaida-new-york-100.html
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.9-11-und-die-verschwoerungstheorien-suendenboecke-gesucht.c773457c-f4f2-4ff2-8a0c-73f64ecb3761.html
http://www.mopo.de/news/panorama/11–september-wissenschaftler-behaupten–twin-towers-wurden-kontrolliert-gesprengt-24698322

Hinweis: Ich gehe nicht davon aus, dass die Schreiber sowie die Redaktion der Massenmedien auch nur einen Hauch an Verständnis von Wissenschaft, Physik und Ethik besitzen. Sonst hätten sie von Anfang an fachliche Darstellung geliefert statt Lügen zu verbreiten und Wahrheitssuchende zu diffamieren.

Eine umfassende Darstellung was bei 9/11 passiert ist, bzw. passiert sein könnte, gibt es auf dieser Webseite:
http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2016/09/zum-15-jahrestag-von-911.html

Was kann man als Einzelner tun bei widersprüchlichen Meldungen? Ganz einfach: Selber denken! Die eigene Gedankengeschwindigkeit erhöhen durch laufendes Training; Reduktion der Nutzung von elektronischen Geräten (siehe digitale Demenz) und ergänzend: Kein Geld für Lügenpresse, kein Geld für Beitragsservice (GEZ) sowie Wahlen und Petitionen ignorieren (http://www.konstantin-kirsch.de/2014/05/das-groesste-vergehen-gegen-die-menschlichkeit.html).

Und das wirkungsvollste Verhalten lautet: Ab in den Garten, direkter Kontakt mit der lebendigen Schöpfung.

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Ergänzung:

Vor ein paar Wochen gab es Aufregung wegen der offiziellen Empfehlung, Wasser und Nahrungsvorräte anzulegen.
Manch einer munkelte, dass wird uns nur geraten, weil die da oben Krieg mit Russland machen wollen.

Nun, interessanterweise wurden nur zwei Sätze ansatzweise in die Massenmedien gebracht: Essen für zehn Tage, Wasser für fünf Tage.

Der exakte Wortlaut ist hier in der 70! seitigen Datei zu finden:
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/konzeption-zivile-verteidigung.pdf?__blob=publicationFile

Seite 46: Die Bevölkerung soll durch geeignete Maßnahmen angehalten werden, zur Eigen- /Erstversorgung bis zur Installation staatlicher Einzelmaßnahmen für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag in nicht gesundheitsschädlicher Qualität vorzuhalten.

Seite 47: Die Bevölkerung wird angehalten, einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen vorzuhalten, um durch entsprechende Eigenvorsorge die staatlichen Maßnahmen zu unterstützen.

Interessanterweise steht auf Seite 17 etwas, was wohl als noch dringender eingestuft wird als die Wasser- und Nahrungsversorgung

In einer Krise und im Verteidigungsfall muss sichergestellt sein, dass Gesetzgebung, Regierung und Verwaltung sowie die Rechtsprechung funktionsfähig bleiben.

Dies passt insoweit zum Thema „Terror“ weil es bei Terror um die Aufrechterhaltung eines bestehenden Systems geht. Bei dem „Konzept zivile Verteidigung“ geht es offensichtlich auch mehr darum, das bestehende System inkl. Regierung etc. zu erhalten, als wirklich um das Wohl der Menschen.

Denn Menschen brauchen einen Garten, einen Lebensraum, einen eigenen Hektar als Raum der Liebe. Eine Regierung wird von Menschen nicht gebraucht! Für das Erkennen und Befolgen von Naturgesetzen braucht es auch keine „Rechtsprechung“. So könnte man beliebig fortfahren…

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Nachtrag 2:

Habe soeben einen sehr empfehlenswerten Artikel bei Heise gelesen:

The Church of Free Fall:

http://www.heise.de/tp/artikel/49/49367/1.html

Freitag 9. September 2016

Hochzeit mit Baumpflanzung

Heute war ich eingeladen bei einer besonderen Hochzeit teilzunehmen, bei der Bäume gepflanzt wurden. Auf einer neu entstehenden Familienlandsitz-Siedlung hat ein Paar gefeiert. Allen geladenen Gäste wurde mit der Einladung mitgeteilt, dass Bäume gewünscht sind. Ich habe einen Ableger unserer Dorflinde mitgebracht.

Ein Überblick über die neue Familienlandsitz-Siedlung. Vorne im Bild erkennt man gut einen Erdwall, der das eine Grundstück von dem Weg abgrenzt:

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Der Bräutigam bekommt einen Kranz aus Blumen:

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Die Braut bekommt einen Kranz aus Blumen:

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Das frisch getraute Paar. Sie haben sich selbst getraut (ohne „Standesbeamten“).

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Ein Teil der mitgebrachten Bäume, neben dem Festzelt:

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Das Paar weist die Bäume-Pflanzer ein, so dass die Bäume ihrem inneren Bild entsprechen:

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Wo diese Siedlung ist schreibe ich jetzt nicht, denn das frisch getraute Paar darf jetzt in Ruhe genießen, dass ihr Landsitz während der Hochzeitsfeier bepflanzt wurde.

Ein dazu passendes Zitat aus Anastasia Band 6:

Alle Menschen würdigten das, was er geschaffen hatte. Mit großer Freude hatten sie an den genannten Stellen Bäume gesetzt und Gräser gepflanzt, und in jedem Frühjahr wird die gemeinsame Schöpfung nun bunter und bunter erstrahlen.
Kein Nachbar wird neidisch sein, wenn er sie betrachtet, denn jeder hatte Seins zur Schöpfung beigetragen. Jeder hatte einen Schössling gesetzt. Wenn es noch mehr solcher Familienlandsitze geben wird, wird die Erde wie in einen blühenden göttlichen Garten gekleidet sein.

*****

Nachtrag:
Bezüglich möglichem Rätselraten über den Standort der Siedlung: Durch die familiäre Herkunft der Braut waren ca. 1/3 der Gäste aus Dänemark angereist, die Siedlung ist jedoch nicht in Dänemark. Ich bin viele Stunden gefahren, habe einmal übernachtet und auf der Reise mehrere Ländergrenzen überschritten. Trotzdem, unter Betrachtung der Größe unseres Heimatplaneten, ist die Siedlung gar nicht so weit weg.

Mittwoch 24. August 2016

Spiel „Waldgärtner“ erschienen

Nach langer Vorbereitungs- und Produktionszeit ist nun das Spiel „Waldgärtner“ endlich erschienen.

Hier im Blog habe ich schon zweimal dazu geschrieben:
http://www.konstantin-kirsch.de/2015/10/kartenspiel-waldgaertner.html
http://www.konstantin-kirsch.de/2016/05/das-neue-waldgaertner-spiel.html

Gestern bekamen wir vom Erfinder und Produzenten, Claas Fischer, die erste Teil-Lieferung. So konnte ich mit dem Versand der vorbestellten Spiele beginnen. Heute geht noch mal ein Schwung in den Versand. Ab sofort kann das Spiel bei uns ganz normal bestellt werden. Hinweis: Die Stückzahl ist begrenzt.

waldgaertner-boxBeschreibung:

Waldgärtner ist als Familienspiel konzipiert.
Es beinhaltet Taktik, Glück und Interaktion und besitzt einen Schwierigkeitsgrad, der vergleichbar ist mit dem von „Die Siedler von Catan“ (Spiel des Jahres 1995).
In zahlreichen Testrunden hat es Kinder wie Erwachsene begeistert und übt einen besonderen Reiz auf Naturfreunde und Hobbygärtner aus.

Aufgrund der enthaltenen Fülle an dendrologischen Fachinformationen ist der Kartensatz gleichzeitig einsetzbar als Arbeits- bzw. Bildungsmaterial in Praxis und Lehre (Permakultur, Gartenbau, Baumschulen, Städte- und Landschaftsplanung, etc.)

Waldgärtner – Das Spiel

Wie lege ich einen Fruchtwald an?
Welche Früchte von Bäumen und Sträuchern sind essbar?
Welche Wildobstgehölze sind in Mitteleuropa winterhart?
Woher stammen die Gehölze ursprünglich?
Welche Größe können sie erreichen?
Wann blühen sie?
Wann sind ihre Früchte reif?
Welche Arten brauchen eine Befruchterpflanze?
Welche Arten sammeln Stickstoff?

Waldgärtner gibt auf all diese Fragen spielerisch eine Antwort.

Das Kartenspiel ist aus der Permakultur-Praxis heraus entstanden und versteht sich als Medium zur Vermittlung von gärtnerischem und naturkundlichem Wissen.

Waldgärtner – Spielziel

Jeder Spieler erhält die Aufgabe, Gehölze zu erwerben und mit ihnen einen Waldgarten anzulegen.

Bei der Anlage der Gärten müssen die Spieler den Licht- und Platzbedarf der Obstgehölze ebenso berücksichtigen wie den Zeitpunkt ihrer Blüte und Fruchtreife.
Von Bedeutung ist außerdem, ob das eine oder andere Exemplar einen Partner zur Befruchtung benötigt; denn sonst bleibt der begehrte Erntesegen aus.
Der Einsatz von Pflanzen, die Stickstoff sammeln, kann dabei ebenso von Vorteil sein wie die Verwendung attraktiver Blühgehölze…

Wer am Ende den wertvollsten Waldgarten zusammengestellt hat, gewinnt.

Waldgärtner – Spielmaterial

· 175 Gehölzkarten: 50 europäische, 50 nordamerikanische und 75 asiatische Gehölze
· 2 zweiseitige Übersichtskarten (mit Legeregeln und Kartenübersicht)
· 50 rote Holzwürfel („Blühwürfel“)
· 50 naturfarbene Holzscheiben („Münzen“)
· 45 blaue Holzscheiben („Veredelungschips“)
· 1 Spielplan mit Jahreskreis
· 1 schwarzer Holzzylinder („Jahresphasenanzeiger“)
· 6 sechsseitige Augenwürfel in den Spielerfarben gelb, weiß, rosa, rot, grün und violett
· 1 Spielregel

*****

Der Spielplan:

waldgaertner-spielplan
Eine der Gehölzkarten:
waldgaertner-hasel

Waldgärtner.
Ein taktisches Karten-Sammel-und-Lege-Spiel
für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahre
Dauer: 25 min pro Spieler

Erfinder und Hersteller des Spiels: Claas Fischer aus Potsdam
Preis: 24,95 Euro

Freitag 29. Juli 2016

Neue Kleingärtner in Nentershausen

Für das Wochenende 22. bis 24. Juli hatten wir eingeladen für ein Kennlerntreffen für unsere Region.

Vergleichbar mit dem Treffen einen Monat vorher (siehe Blogeintrag) waren wieder 30 Menschen zu uns gekommen.

Neu war diesmal ein Besuch der Grundschule Nentershausen. Dort erzählte uns die Schulleiterin Melanie Mangold-Jung einige Details ihrer Schule. Sie ist bereit Laising, also natürliches Lernen, kennenzulernen. Interessanterweise hat sie schon viele Aspekte von freiem Lernen in der Schule umgesetzt. Für die Einführung von Laising braucht es allerdings eine Kooperation mit den Eltern der Kinder. Dies kann von der Schule alleine nicht geleistet werden. Daher freut sich Frau Mangold-Jung auf Familien, die nach Nentershausen ziehen und gemeinsam mit ihr Eltern darlegen wie natürliches Lernen funktioniert.

Passenderweise war das jetztige Treffen genau zum Tag der Kleingärtner (23. Juli). Dazu habe ich schon mal im Blog geschrieben. Und noch passender war genau zu diesem Tag das Gartenfest des Kleingartenvereins in Nentershausen:

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Nach unserem Kennlernwochenende vor einem Monat hat sich spontan ein Teilnehmer entschieden nach Nentershausen zu ziehen. Sven hat einen für ihn passenden Garten im Schrebergartenbereich gefunden und begonnen die Hütte zu renovieren.

Dieses Mal haben gleich zwei Teilnehmer ihren Platz in Nentershausen gefunden:

Hier steht Steffen neben seinem neuen Apfelbaum:

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Und hier ist Marco neben seiner Gartenhütte:

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Die drei neuen Kleingärtner haben auch schon ein Haus in der Nähe des Gartengeländes angeboten bekommen in dem sie günstig zur Miete wohnen können.

Das Schrebergartengelände liegt am Ortsrand von Nentershausen und wirkt vom weitem eher wie eine Streuobstwiese:

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Es sind noch einige Gartenstücke frei. Wegen der anhaltenden Nachfrage wiederholen wir das Kennlern-Wochenende Mitte August. Alle Details hier: http://www.waldgartendorf.de/seminare-veranstaltungen.html

Mittwoch 13. Juli 2016

Vortrag zu digitaler Demenz

Gestern habe ich einen interessanten Vortrag angesehen. Es geht um das Gehirn, wie man lernt und welchen Einfluss digitale Medien / Spiele auf das Lernen haben. Grob zusammengefasst: Das Hirn lernt dauernd und passt sich an. Je mehr Leistung dem Gehirn abgenommen wird um so schwächer wird die eigene Leistungsfähigkeit.

Anschauen lohnt sich, auch wenn es ein ganz schön langer Film ist:

Freitag 1. Juli 2016

Besuch bei hortensis.de

Heute habe ich einen ganz besonderen Gärtner besucht: Christoph Kruchem in Waake.
Er bietet aussergewöhnliche Pflanzenarten und ist Spezialist für Stecklingsvermehrung.

Hier ein Bild mit Herrn Kruchem im Eingangsbereich seiner Gärtnerei:

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Diese Pflanzen haben nach dem Besuch den Weg in unseren Waldgarten gefunden. Mal sehen wo sie ihren Standort finden werden:

+ Actinidia arguta ‘Issai’ (Kiwi)
+ Amelanchier alnifolia ‘Northline’ (großfrüchtige Felsenbirne)
+ Amelanchier alnifolia ‘Smoky’ (großfrüchtige Felsenbirne)
+ Apios americana ‚triploid‘ (Indianerbirne)
+ Carica x heilbornii ‘Babaco’ (Bergpapaya)
+ Castanea mollissima (chinesische Marone)
+ Debregeasia edulis ‘Elite’ (Suhosine)
+ Elaeagnus multiflora ‘Sweet Scarlet’ (großfrüchtige Ölweide)
+ Ficus carica ‘Galgenen’ (schweitzer Gebirgsfeige)
+ Helianthus atrorubens ‚Monarch‘ (Staudensonnenblume)
+ Hemerocallis ‘Notify Ground Crew’ (hochwachsende Taglilie)
+ Hibiscus ‚Variante von Resi‘ (großer frostfester Garteneibisch)
+ Matteucia struthiopteris ‘Jumbo’ (Riesenstraußenfarn)
+ Ocimum basilicum ‚Gorbatschow‘ (russisches Basilikum)
+ Prunus armeniaca ‘Briana’ (Aprikose aus Nordrussland)
+ Prunus domestica ‚Frankreich‘ (Zwetsche aus Frankreich)
+ Perilla frutescens (grünes Shiso)
+ Perilla frutescens nankinensis (rotes Shiso)
+ Prunus armeniaca x Prunus besseyi ‚Aprisaly‘ (Cherrycot)
+ Prunus cerasifera ‘Gojeh Sabz’ (Kirschpflaume aus dem Iran)
+ Prunus cerasifera ‘Johnny’s Gelbe’ (gelbe Kirschpflaume)
+ Punica granatum ‘Russian26’ (frostfester Granatapfel)
+ Ribes alpinum ‚kernlos‘ (Alpenjohannisbeere)
+ Ribes divaricatum ‘Worcesterberry’ (Riesenstachelbeere)
+ Ribes divaricatum x hirtellum ‘Black Velvet’ (Stachelbeere)
+ Ribes nigrum ‚Big Ben‘ (großfrüchtige schwarze Johannisbeere)
+ Rosa ‘Lykkefund’ (Kletterrose)
+ Rubus ‘Glen Coe’ (purpurfarbene Himbeere)
+ Sorbaronia Granatnaja (Hybrid Eberesche)
+ Zingiber mioga (japanischer Ingwer)

Weitere Details zu den meisten der genannten Arten kann man auf seiner Webseite finden: www.hortensis.de
Einige Pflanzen sind besonders frostfest. Auf jeden Fall sind sie sehr vital und fast alle stecklingsvermehrt und damit wurzelecht! Ein paar besonders wärmebedürftige habe ich auch mitgenommen (zB Basilikum / Bergpapya etc.). Diese kommen nur im Sommer raus. Ansonsten wird der Kübel im Gewächshaus oder Keller stehen.

Freitag 24. Juni 2016

Bericht vom Treffen „Familienlandsitz-Siedlung Waldgartendorf“

Über unseren email Verteiler hatten wir eingeladen zu einem Treffen am Wochenende 17.-19. Juni.

„Familienlandsitz-Siedlung Waldgartendorf am Triesch bei Konstantin Kirsch
Land, Leute und vielleicht Lebenspartner kennenlernen
Ein Wochenend-Treffen der ungeahnten Möglichkeiten“

Dazu waren 30 Erwachsene und 9 Kinder gekommen.

Nach der Kennlern-Runde und dem Abendessen am Freitag abend erklärte ich auf Wanderkarten der Region die Standorte der einzelnen Projekte, die wir am Samstag und Sonntag besuchten.

Der Samstag startete recht früh: Sonnenaufgang war 5:12 auf einer Bergkuppe mit Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Obwohl wir erst für 6 Uhr als Zeitpunkt zum Beginn angegeben hatten waren einige Teilnehmer schon kurz nach 5 Uhr dort. Die Sonne strahlte uns ins Gesicht. Der Morgentau hing noch in den Getreidehalmen. Eine bezaubernd schöne Situation.

Nach dem Frühstück fuhren wir zu einem 100 ha Bio-Bauernhof. Dort machten wir eine Wanderung durch den angrenzenden Wald und zu einer Freifläche auf der ein Tipi steht. Diesen Platz nutzten wir um unsere Gedanken und inneren Bilder zu bündeln.

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Nach einer kurzen Fahrt machten wir eine Wanderung zu einer Bergkuppe mit dem Namen „Weltenschlüssel“. Auch von hier kann man die Landschaft der Region sehr gut wahrnehmen. Liegt hier womöglich der Schlüssel der Welt?

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Die Kinder kletterten auf einen Baum um von weiter oben eine noch bessere Aussicht zu bekommen.

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Weiter ging es über schmale Pfade zu einem weiteren Bio-Bauernhof, bei dem Pferde eine besondere Rolle spielen. Dort war gerade ein Stand aufgebaut an dem man Kräuter bestimmen konnte. Der junge Landwirt erklärte einiges bezüglich den Pferden und dem Hof und dabei konnte man auch erfahren, dass in diesem Bereich womöglich bald ein oder zwei Hektar zu bekommen sein könnten. Das weckte natürlich großes Interesse.

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Weiter ging es  zum Dorf in dessen Nähe Hessens größte Quelle liegt. Im dem dortigen Bachlauf kühlten wir unsere Füße.

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Hier machten wir eine Mittagspause mit Salatbuffet in einem Restaurant der ganz besonderen Art. Die Speisen kommen, so gut es geht, direkt ganz frisch aus dem Garten nebenan.

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Frisch gestärkt gingen wir bachaufwärts bis zur Quelle. Einige Teilnehmer nutzen die Möglichkeit und badeten direkt im kalten, frisch heraus sprudelnden, Trinkwasser.

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Danach fuhren wir zu einem 5 Hektar Projekt mit Tagungshaus und dann zu uns an den Triesch für eine Gartenführung durch die lebenden Häuser.

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Das Wetter schlug plötzlich um, es wurde gewittrig und es kam starker Regen. So brachen wir die Führung ab und trockneten sowie wärmten uns am Ofen im Waldgärtnerhaus.

Abends machten wir uns noch Gedanken über das was wir erlebten und über das was wir uns wünschen.

Den Sonntag starteten wir mit der Fortsetzung der Führung am Triesch, dann ging es weiter zu einem 1-Hektar Projekt auf ehemaliger Industriefläche, dann vorbei an der regionalen Dorfschule zum Schrebergartengelände. Dort bekamen wir eine Führung durch die Gartenstücke, von denen einige frei und daher sofort verfügbar sind. Weiter ging es dann zu einem Hof auf dem ‚Ferien auf dem Bauernhof‘ angeboten wird. Diese besonders für Kinder einladende Adresse ist gut geeignet für einen selbständigen Urlaub um dabei die Region auf eigene Faust zu erkunden.

Sicher war dieses Wochenende gelegentlich recht hektisch. Jedes Projekt, jeder Reisepunkt ist weit mehr wert als dort nur ein paar Minuten zu verbringen. Doch wollten wir einen Überblick bieten. Dies wurde erreicht. Weitere Erkundungen können jetzt eigenmächtig stattfinden.

Im übrigen haben 10 Teilnehmer des Wochenendes unsere Region für sehr interessant gefunden und beginnen mit der konkreten Überlegung ob sich hier die eigene Perspektive findet. Ein Teilnehmer hat sogar direkt am darauffolgenden Montag im Schrebergartengelände seinen Platz gefunden und wird dort ab Anfang Juli mit dem Gärtnern beginnen.

Diese Veranstaltung hat so viel Interesse ausgelöst, dass wir sie am 22.-24. Juli wiederholen:
http://www.waldgartendorf.de/seminare-veranstaltungen.html

 

Donnerstag 16. Juni 2016

eBook lebende Brücken

Ende April hatte ich eingeladen für einen Workshop „lebende Brücken“.

Zum Workshop hatten sich sechs Teilnehmer angemeldet, von denen dann zwei wieder kurzfristig absagen mussten. So waren wir, inklusive mir, zu fünft. Während des Baus erwies sich diese Gruppengröße dann als ganz passend. Am Freitag bewegten wir zuerst ein paar der schon gefällten Weiden in die Nähe der zukünftigen Brücke. Danach ging es weiter mit Theorie von Pflanzung und Statik. Im Lauf des Samstag haben wir eifrig gearbeitet und eine schöne Brücke ist entstanden!

Hier ein Bild während der Bauphase. Die Stämme sind 4 Meter lang:

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Hier ein Blick von der Seite:

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Die Brücke ist fertig! Der Belastungstest zeigt die Stabilität:

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Die Stämme wurzeln auf der einen Seite. Am anderen Ende treiben sie Äste nach oben. Auf den Stämmen liegen Steinplatten.

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Über diese Brücke, die Entstehung, den Bauworkshop usw. gibt es ein ausführliches eBook zu kaufen!