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Samstag 1. Oktober 2011

Strom aus Ofenwärme

Im Bauwagen gibt es zur Winterszeit starke Temperaturdifferenz zwischen der Luft an der Decke und am Fussboden. Mit dem Holzofen wird nur geheizt, wenn es draußen kalt ist. Genau in diesen Zeiten ist die Gefahr von Kondenswasser in kalten Nieschem am Boden am größten. Im Sinne der Permakultur klingt die Lösung einfach: Aus dem Problem macht man die Lösung:

Am Ofenrohr ist starker Temperaturunterschied. Daraus lässt sich Strom ( Peltierelemente )gewinnen. Diesen kann ich nutzen um einen Ventilator zu betreiben der die Warmluft durch eine gelochte Röhre zum Boden bläst. Also los, ein neues Experiment!

Die Teile: Kupfermanschetten, Kühlkörper, Peltierelemente und Ventilator:

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Das Warmluft-Verteilrohr aus dem Campinghandel:

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Zuerst habe ich in der nahegelegenen Kreativwerkstatt Unterstützung bekommen um die runde Kupfermanschette an die flachen Kupferplatten anzupassen:

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Dann wurde mit Arctic silver - Wärmeleitkleber alles zusammengeklebt:

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Und nun wurde alles am Ofenrohr montiert, die Kabel angeschlossen und eingeheizt:

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Leider stellte es sich heraus, dass das Ofenrohr viel zu kühl bleibt. Also habe ich alles umgebaut und die Anlage imemr näher an den Ofen platziert. In dieser Position kam plötzlich genügend Strom und der Ventilator lief:

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Doch nach 15 Minuten fröhlichem Ventilatorsurren war es plötzlich wieder leise… Das Peltierelement war wohl überhitzt und “durchgebrannt”.

Schade. Aber so ist es nun mal mit Experimenten. Ab und zu geht was daneben.

Jetzt stehe ich vor der Frage: Wie weiter?

Hat ein Leser eine Idee? Gibt es bessere Peltierelemente? Wie könnte man die Kühlung verbessern? Will jemand die Teile von mir bekommen und daran weiter basteln?

Freitag 30. September 2011

Lebenden Zaun in Ohrdruf besucht

Vor einem Monat veröffentlichte ich Bilder von einem lebenden Zaun in Ohrdruf. Heute schaue ich mir dieses Naturbauwerk an und bin übermäßig beeindruckt! Ungefähr 100 Meter lang ist der lebende Zaun. Die schwedische Mehlbeere ist außerordentlich dick. Die Dämmerung ist schon weit fortgeschritten, doch mit Selbstauslöser und Blitz schaffe ich es Bilder zu machen:

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Die im ersten Blogeintrag zu diesem Zaun genannte Baumart “Forsythie” muss ich korrigieren. Es handelt sich um Hartriegel (Cornus). Allerdings kann ichdie genaue Art nicht bestimmen. Dazu würden Blüten und Früchte sehr hilfreich sein. Es lohnt wohl ein weiterer Besuch!

Freitag 30. September 2011

Besuch bei der Firma Ecoglas (Hersteller von Schaumglasschotter)

Es gibt einen Werkstoff, der unglaubliche Eigenschaften kombiniert: wärmedämmend, leicht und doch druckstabil, ungiftig, nagetierfest  und wasserfest. Es wirkt wasserableitend, also drainierend, ist kapillarbrechend und ist komplett ökologisch hergestellt. Der (noch) recht unbekannte Schaumglaschotter wird üblicherweise im Fundamentbau von Häusern oder auch bei Straßen und Brückenbau genutzt. Hergestellt wird das Schaumglas aus pulverisiertem Recyclingglas mit ein wenig Zusatz von Wasserglas und Glycerin sowie “Feuer”.

Heute mache ich eine Tour und besuche die Firma Ecoglas. Zuerst geht es zum Stammsitz der Firma nach Salz bei Bad Neustadt. Auf dem Foto sieht man die Siebanlage und im Vordergrund fertig abgepackte Schottersäcke mit sortierten Körnungsgrößen:

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Danach fahre ich zur Produktionsstätte von Ecoglas in Zella-Mehlis:

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An beiden Adressen sind die Mitarbeiter sehr freundlich. Man zeigt mir das Werk in allen Einzelheiten. Hier ein Blick in den Brennofen. Im Vordergrund läuft das Glaspulver in den Ofen:

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Beim Verlassen des Ofens kühlt das fertige Schaumglas ab und wandert dann ins Freie. Dabei wird es mit Wasser abgeschreckt und fällt auf ein Förderband, das das Material auf große Berge auftürmt:

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Ganz besonders auffällig ist das geringe Gewicht von Schaumglasschotter.

Betrachten wir zunächst das Gewicht üblichen Schüttguts:

Gewicht in Tonnen pro 1m³, sortiert nach aufsteigenden Gewicht:

Blähton 0,4
Holz, Eiche 0,9
Asphaltaufbruch 1,3
Brikett 1,3
Koks 1,4
Zement 1,4
Mauerwerk, Ziegel 1,5
Lehm 1,6
Sand, Sandstein 1,7
Erde 1,7
Kalkmörtel 1,7
Klinker 1,8
Kies 1,9
Schamottstein 2,0
Betonaufbruch 2,2
Mauerwerk, Bruchstein 2,4
Feldsteine 2,5
Schlacke 2,8

Und jetzt die Frage: Was wiegt Schaumglas? Etwa auch nur 0,4 wie Blähton? Nein, viel weniger. Es wiegt nur 0,1 bis 0,16 to / m³! Also schlappe 100 bis 160 kg pro Kubikmeter! Dieses Material hat derart wertvolle Eigenschaften, dass es im ökologischen Bauen sicher viel mehr Verwendung verdient. Auch bei meinen Projekten werde ich diese Material anwenden. Beispielsweise denke ich an den Fussbodenaufbau innerhalb der Naturbauten. Auch für die Earthbagbuilding Bauweise hat Schaumglas eine große Zukunft.

Donnerstag 29. September 2011

Definition “Kultur”

Im gelben Forum finde ich eine Definition zum Wort “Kultur”, die von meinem Permakultur Kollegen Bernhard Heuvel stammt:

Kultur ist die Gestaltung der räumlich umgebenden Landschaft durch den in der Landschaft lebenden Menschen zum Zwecke der Nahrungsgewinnung.

Gemäß meiner Kultur-Definition herrscht heute eine Unkultur, denn der Kontakt der Menschen zu der sie räumlich direkt umgebenden Landschaft zum Zwecke der Nahrungsproduktion ist abgerissen. Wir leben von weit entfernt produzierten Lebensmitteln. Kultur kann nur regional entwickelt werden, denn jede Region hat seine Eigenarten, die zur Produktion von Nahrungsmitteln berücksichtigt werden müssen. Die Gestaltung der Landschaft benötigt Verhaltensweisen und tradiertes Wissen, wobei dieses Wissen eben über Tradition weitervererbt wird. Die Tradition und damit Kultur kann sich aus diesem Grunde nur regional entwickeln.

Die heutigen globalen Unkulturen, die mehr und mehr von der Realität und der Natur entkoppelt sind, entspringen ja aus mehr oder weniger dem immateriellen Eigentumsdenken, den Städten, dem Multikulti. Überall soll sie gelten und doch kann sie nirgends tatsächlich gelebt werden, eben mit Ausnahme der Scheinwelt einer Stadt, wo alles von außen geliefert werden muß, weil in dieser Scheinwelt keine Nahrung produziert werden kann.

Es spricht für sich, daß Jäger- und Sammlergesellschaften sehr wohl die Landschaft gestalten, in der sie leben. Nichts ist erreicht mit einfachem Umherstreifen - ganz im Gegenteil. Durch einfaches Umherstreifen und Sammeln ist noch niemand satt geworden, gerade in unseren Breiten nicht.

Das Gestalten der Landschaft für den Nahrungserwerb, zur Nutzung und Befriedigung grundlegender Bedürfnisse - das ist Kultur! Und Überleben in der Natur können wir Menschen nur, indem wir sie gestalten und damit kultivieren.

Wer das bezweifelt, hat selbst noch nie über längere Zeit Nahrung erzeugt. Weder als Gärtner, Bauer - noch als Jäger und Sammler.

Gruß Bernhard

Montag 26. September 2011

Honig aus der Klotzbeute

Der am 23. April eingezogene Bienenschwarm hat sich in der Klotzbeute prächtig entwickelt. Vor wenigen Tagen sind alle Bienen aus der Klotzbeute verschwunden. Auch alle anderen Völker weisen drastische Verluste auf. Liegt es an den totgespritzten gelben Feldern in der Umgebung? Ich vermute dies. Aber was soll man machen? Anzeige gegen Unbekannt wegen Massenmord oder Völkermord? So was bringt eh nichts. Das hiesige Rechtssystem ist eh schon lange ein Unrechtssytem geworden weil es die Naturzerstörung und Gifte erlaubt hat. Solange das lebenszerstörende System der Antivernunft noch aktiv ist kommen solche Katastrophen vor. Aber bald ist hoffentlich schon mal das Geldsystem am Ende. Dann hören die Landwirte, besser gesagt die subventionsabhängigen Naturzerstörer und Giftessenhersteller… endlich auf mit dem Irrsinn.

Nun gut lassen wir das. Zurück zu den Bienen:

Nachdem die Klotzbeute komplett leise wurde habe ich sie geöffnet:

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Stück für Stück habe ich alle Waben entnommen und viel Pollen sowie knapp 10kg Honig geerntet. Nach dem Ausräumen kamen ein paar Bienen um die Reste zu “räubern”. Irgendwo sind also doch noch Bienen, selbst wenn meine Kästen leer sind. Vielleicht ist einer meiner abgehauenen Schwärme in der Nachbarschaft im Wald in einem sicheren Zuhause. Und, so meine Hoffnung, kommt nächstes Jahr ein Schwarm zurück in unseren Garten.

Sehr auffällig war, dass die Bienen den gesammten Innenraum, immerhin 1,2 Meter Länge, komplett ausgebaut hatten!

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Mittwoch 21. September 2011

Mundraub!

mundraub.org ist eine Plattform für Obstallmende. Sie verfolgt das Ziel, in Vergessenheit geratene Früchte der Kulturlandschaft im öffentlichen Raum wieder in die Wahrnehmung zu rücken und in Wert zu setzen, um sie als Teil unserer Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu erhalten.

Die Fundstellen können von den Nutzern auf einer interaktiven Karte im Internet eingetragen und abgerufen werden.

mundraub.org wird die Plattform Stück für Stück so weiter entwickeln, dass sich die unternehmerische Kraft einer Community entfalten kann und somit stärkere regionale Bezüge ermöglichen.

www.mundraub.org/uberuns

Achtung: Die interaktive Karte hat eine lange Ladezeit weil schon viele Standorte eingetragen sind.

Dienstag 6. September 2011

sonderliches Gemüse

Im Juni erntete Annegret ein besonderes Radieschen. Heute kam ein “Möhrenpärchen” dazu. Diese Besonderheiten mag ich gerne den Bloglesern zeigen.

Das Radieschen hat ein Loch in der Mitte. An drei Seiten wachsen Wurzeln nach unten die unterhalb des Lochs sich zu einer gemeinsamen Wurzel vereinen:

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Das Möhrenpärchen besteht aus zwei eng umschlungenen Möhren:

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Montag 5. September 2011

Handbuch des Bodenlebens von Annie Francé-Harrar

Dass sich seit 1959 kein Verlag fand, um das Manuskript von Annie Francé-Harrar zu veröffentlichen, wird mehrere Gründe gehabt haben. [...]

Zum Inhalt: In diesem Werk fasst Annie Francé-Harrar einen Teil ihrer direkt am Boden gewonnenen Beobachtungen zusammen. Aus ihren umfangreichen mikroskopischen Untersuchungen, Forschungen und Versuchen hat sie gezielt eine Auswahl von 40 sehr verschiedenen Arten „Erden“ aus aller Welt zusammengestellt, die ein guter Querschnitt ist, um die Vielfalt und den Charakter der Böden zu veranschaulichen. Sie untersuchte dabei gezielt das Bodenleben bzw. dessen mikrobiologisches „Innenleben“, welches sie mit klimatischen und kulturellen Wechselwirkungen in Beziehung gesetzt hat.Alle 40 Bodenproben werden durch die handgezeichneten mikroskopischen Tafeln anschaulich ergänzt. Somit wird dieses Buch zum Aufklärer einerseits und für die Praktiker zu einer Art Fundgrube andererseits. Das Werk wurde um einen Index von über 1000 Stichwörtern erweitert.

Themenauszug: Der ideale Boden; Naturhumus - der mineralische Zerfall und seine Umbauer; Vulkanischer Aschenboden in oder kurz nach der Regenzeit oder Schneeschmelze; Die Humifizierung der Fein- und Groberosion durch Lithobionten; Die Bodenverbesserung durch Überschwemmung; Der organische Zerfall, sein Umbau und Wiederaufbau; Bildung von Fall-Laub-Humus im Laubwald; Sandboden eines mittelfränkischen Föhrenwaldes bei Dinkelsbühl; Der Wald als Lebensgemeinschaft; Epiphytenhumus, von der Pflanze ohne Boden gebildet; Durchschnittlicher Ackerboden vom Typ eines hellen Rendzinabodens, der als guter Weizenboden gilt; Der gestorbene Humusboden; Verbreitung des Bodenlebens durch Insekten; Die Humifizierung von Fallobst; Natürliche Humifizierung von Gräsern und ausgedroschenem Stroh; Nitrogenversorgung eines Kulturbodens durch Mineraldünger; Der Mensch humifiziert seine Abfälle nur höchst unzureichend; Infektion bebauter Böden durch Nematoden aus der Gülle; Tötung des fruchtbaren Bodens durch Mensch und Natur und vieles mehr.

Hardcover, ca. 260 Seiten, Format 24cm hoch x 17cm breit, 40 Farbtafeln

Vorab kann man im France-Harrar Forum schon einiges über das Werk lesen:
http://www.france-harrar.de/forum/viewforum.php?f=31

Das Buch kann vorbestellt werden beim BAV-Versand.de

Donnerstag 1. September 2011

Fernsehteam im Waldgartendorf

Heute war mal wieder ein Fernsehteam im Naturbauten-Park den ich mittlerweile “Waldgartendorf” nenne. Ich verrate noch keine weiteren Details. Erst soll der Film ausgestrahlt sein…

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Mittwoch 31. August 2011

Lebender Zaun in Ohrdruf

Per email erreicht mich eine Sensation: In Ohrdruf (süd-westlich von Erfurt) gibt es einen beindruckenden lebenden Zaun. In der email heißt es:

Ich habe vor einiger Zeit in meinem Heimatort, versteckt an einem kleinen Weg am Berghang, Reste eines lebendigen Zaunes gefunden, der nach meinen Recherchen in den 30er Jahren von einem Arzt angepflanzt wurde. Er ist nach 1945 enteignet worden und das Grundstück zum Betriebsferienlager umgewidmet worden. Heute verwildert es. Mein Vater ist seit Jahren Baumliebhaber und fotografiert diese in der ganzen Welt. Daher habe ich mich überhaupt für diese Bäume heute näher interessiert. Wir Kinder kannten diese Baumreihe schon lange, der Weg war aber immer zugewachsen. Seit ein paar Jahren ist er von der Stadt freigeräumt worden. Die Name des Weges in Ohrdruf ist Benjaminsgrund. Er ist die Verlängerung der Theodor-Neubauer-Straße und befindet sich hinter dem Sportplatz am Rande einer Einfamilienhaussiedlung am Hang des Goldberges auf dem Weg Richtung Wasserturm.

Fotos gemacht von Herrn Ermel:

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Nachtrag:

Herr von Vahl hat den Zaun besucht und weitere Fotos gemacht. Aus den Detailbildern ist klar erkennbar, dass es sich bei der Baumart um die schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia) handelt. Eine weitere Zaunstrecke besteht aus Forsythie! Herr von Vahl war so freundlich die Bilder auf Seine Webseite zu stellen. Beim Anklicken des Einzelbildes erscheint das Bild vergrößert!

http://www.d-marc.de/natur/ohrdruf/index.htm

Herr von Vahl hat auch Spaziergänger getroffen und dabei erfahren, dass seinerzeit der Zein von einer Person/Firma aus dem Ausland gepflegt wurde.

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Siehe auch Blogeintragvom 30. September 2011.